AUFRUF ZUM STREIK FÜR ÄRZTE, PLEGEPERSONAL UND ALLE MEDIZINISCHEN MITARBEITER AM 30.12.2024

Macht die Zerstörung der gesamten medizinischen Infrastruktur in Gaza am 30.12.2024 an allen Deutschen Kliniken zum Thema. Erklärt Euch solidarisch. Zeigt Eure Solidarität.

pa_allies, gesundheit4palestine, @eye4palestine, juedischestimme, jewishvoiceforpeace, sozialismusvonunten u.a. rufen auf:

„Die gezielte Zerstörung des Gesundheitswesens in ganz Gaza ist ein wesentlicher Bestandteil des völkermörderischen Krieges gegen Palästinenser der sich in den letzten 14 Monaten entfaltet hat. Die Vernichtung des Gesundheitswesens, einschlieẞlich der meisten Einrichtungen und des Personals, erfolgt offenbar systematisch: Die gröẞte Einrichtung des Gazastreifens, das AI-Shifa- Krankenhaus, wurde zerstört, und das europäische Krankenhaus im Süden des Streifens wurde evakuiert, um nur einige Beispiele zu nennen.

Seit drei Monaten ist der nördliche Gazastreifen völlig isoliert und belagert, ohne zugang zu Lebensmitteln, medizinischer Versorgung oder anderen lebenswichtigen Gütern. Das Gebiet wurde unablässig bombardiert, so dass die Bewohner auf sich allein gestellt sind und unter lebensbedrohlichen Bedingungen leben müssen.
Die jüngsten Ereignisse im Kamal-Adwan-Krankenhaus in Beit Lahia haben die Situation weiter verschärft. Das medizinische Personal vor Ort musste in den letzten 75 Tagen Versuche der israelischen Besatzungstruppen ertragen, das Krankenhaus zwangsweise zu evakuieren und die Patienten im Stich zu lassen. Um den Druck auf das Personal vor Ort zu erhöhen, wurde in den letzten paar Tagen ein mit schwerer Munition bewaffneter Militärroboter vor den Toren des Krankenhauses positioniert und schlieẞlich gesprengt.

Das Kamal-Adwan-Krankenhaus war das letzte betriebsbereite Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen, das trotz seiner begrenzten Kapazität wichtige Leistungen erbrachte, darunter die Intensivpflege für Neugeborene Durch die Zwangsevakuierung und die Zerstörung ist die lokale Bevölkerung nun ohne jegliche medizinische Versorgung
Durch seine militärische, finanzielle und diplomatische Unterstützung Israels macht sich Deutschland mitschuldig an dem anhaltenden Völkermord an den Palästinensern! Als Beschäftigte des Gesundheitswesens in Deutschland müssen wir uns daher gegen die Angriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen in Gaza zur Wehr setzen.

Wir rufen zum Streik der Ärzte, Krankenschwestern und des gesamten medizinischen Personals am 30. Dezember 2024 auf:

  • Gehen Sie nicht zur Arbeit!-ohne hier den intensivmedizinischen Bereichen Schaden zuzufügen.
  • Erklären Sie Ihren Vorgesetzten, dass Sie in Solidarität mit Gesundheitsarbeitern in Gaza streiken, die verfolgt, verletzt und ermordet werden!
  • Wenn Sie nicht streiken können, tragen Sie eine Keffiyeh oder ein anderes Symbol der Solidarität mit Palästina bei der Arbeit und sprechen mit Ihren Kollegen über die Geschehnisse in Gazal
  • Wenn Sie nicht streiken können, nutzen Sie Ihre Social Media Plattform und verwenden Sie den Hashtag #KamalAdwanHospital.
  • Fordern Sie ein Ende der Zerstörung des Gesundheitssektors in Gaza“

Benefizkonzert „Make Freedom Ring“: Nothilfe für Gaza

Das palästinensische Nasmé Ensemble gibt gemeinsam mit Michael Barenboim sein Deutschland-Debüt. Ein Abend für die medico-Nothilfe in Gaza.

Mittwoch, 08.01.2025

Beginn: 19:30 Uhr

Veranstaltungsort

Kühlhaus Berlin
Luckenwalder Str. 3
10963 Berlin

Am 8. Januar 2025 lädt das Kulturkollektiv „Make Freedom Ring“ zu einem besonderen Benefizkonzert in Berlin ein, bei dem das Nasmé Ensemble sein Debüt in der deutschen Hauptstadt gibt. Der Erlös des Abends kommt der Nothilfe von medico international in Gaza zugute.

Das Nasmé Ensemble, dessen Name auf Arabisch „Brise“ bedeutet, besteht aus fünf palästinensischen Musiker:innen. Ihr Programm umfasst europäische Klassiker von Mozart bis Dvořák sowie traditionelle Lieder und Tänze des international anerkannten Komponisten Kareem Roustom. Trotz politischer Hindernisse haben sie es geschafft, ihren Traum zu verwirklichen, gemeinsam in Europa aufzutreten. Michael Barenboim wird das Ensemble musikalisch begleiten.

„Make Freedom Ring“ mit Michael Barenboim hat schon mehrere Benefizkonzerte organisiert, um auf die humanitäre Krise in Gaza aufmerksam zu machen, unter anderem in London, München oder Lissabon.

Alle Einnahmen und Spenden gehen an die Gaza-Nothilfe von medico international.

Veranstaltet von „Make Freedom Ring“

Titelbild: Veranstalter /medico international, Bildnachweis Clara Evans https://www.claraevens.com/

Einschränkung der Grundrechte soll jüdisches Leben schützen?

Veranstaltung mit:

Wieland Hoban, Vorsitzender der Jüdischen Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost, Frankfurt am Main

Ahmed Abed, Vereinigung demokratischer Juristen, Berlin

Zur Resolution des Bundestages vom 7.11.2024 “Nie wieder ist jetzt — Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken”

Im Mittelpunkt des Beschlusses des Bundestags steht vorgeblich die Bekämpfung des Antisemitismus. Doch nicht um ihn geht es in dieser Resolution, sondern um die Kritik an der aktuellen Politik Israels, was als “israelbezogener” Antisemitismus definiert wird. Der Widerstand gegen die schweren Verletzungen des Völkerrechts in Gaza und im Westjordanland und die Solidarität mit dem palästinensischen Volk soll zum Schweigen gebracht werden. Hierzu werden die Einrichtungen des Bundes, der Länder und Kommunen aufgefordert, Leitfäden zu entwickeln, um den pro-israelischen Konsens durchzusetzen und ihre Förderung von Projekten, Organisationen, Kulturschaffenden und Hochschulen danach auszurichten. Darin sehen wir eine Einschränkung der Grundrechte: der Meinungsfreiheit, der Freiheit von Forschung und Lehre, der Freiheit von Kunst und Kultur.

Die Resolution beklagt “Antisemitismus, der auf Zuwanderung aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens basiert” und stellt damit diese zugewanderten Menschen unter Generalverdacht.

Auf der Grundlage dieses “israelbezogenen” Antisemitismusbegriffs fordert der Bundestagsbeschluss, “Gesetzeslücken zu schließen und repressive Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen… Dies gilt in besonderem Maße im Strafrecht sowie im Aufenthalts-, Asyl- und Staatsangehörigkeitsrecht, um eine möglichst wirksame Bekämpfung von Antisemitismus zu gewährleisten”.

Einen solchen Missbrauch des Begriffs Antisemitismus wollen wir als Antifaschist*innen nicht hinnehmen.

Wann: 24. Januar 2025, 18.30 Uhr

Wo: Haus für Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
Berlin, 10405 ;M4 Am Friedrichshain, Nähe S+U Alexanderplatz


Beitragsbild: Mit freundlicher Genehmigung Wieland Hoban

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung