Die Bundeswehr als verlängerter Arm des deutschen Kapitals

Kanzler Merz ist offen für einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus. Das wundert Christian Klemm nicht. Ein Kommentar

Bild: Fregatte Schleswig-Holstein. Wikimedia. Foto: Thorsten Bätge

Vorbemerkung Forum-Red.: Die Zeit der Scham und der Erklärungen, von großdeutschen Machtansprüchen nach der Nazi-Barbarei werde ein für alle Abschied genommen, sind vorbei. „Deutschland ist wieder da“. Und es tritt sicher in historische Fußstapfen – gerade in der Ostpolitik. Nicht Stärkung der Armee – nein die stärkste Europas (Merz) muss es sein. Wer hat mehr Erfahrungen, wenn es gegen Russland geht? Und natürlich ist bei der Bewaffnung zu zeigen, wer man ist. So schreibt euro-news: „Größte Fregatte der Welt: Wann kommt Deutschlands Super-Kriegsschiff? und weiter heißt es:“Die größte Fregattenklasse der Welt soll in Deutschland gebaut werden, mit der ersten Fregatte der Klasse F126, die „Niedersachsen“, bereits im Bau. Das Projekt gilt als die ursprünglich das größte Beschaffungsvorhaben der Marine ist jedoch mit einer Verspätung mit vier Jahren bereits massiv im Verzug. Eingesetzt werden soll sie vorraussichtlich ab 2029 im Nordatlantik. Die Unterschiede bei der F126 zu klassischen Fregatten liegt vor allem in ihrem Konzept, da sie weniger auf einzelne Gefechtsrollen ausgelegt, sondern als flexible Mehrzweckplattform gedacht ist. Modulares System umrüstbar für verschiedene Aufgaben Kernstück ist das modulare System, mit dem sich das Schiff je nach Einsatz – etwa für U-Boot-Jagd, Spezialkräfte oder Drohnenoperationen – umrüsten lässt. Gleichzeitig ist sie auf lange Einsätze ausgelegt und kann mit wechselnden Besatzungen bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet bleiben. Mit rund 10.000 Tonnen gehört sie zudem zu den größten Fregatten weltweit und bietet entsprechend viel Raum für zusätzliche Systeme, Hubschrauber und unbemannte Technologien. Sie gilt damit weniger als ein klassisches Kriegsschiff für den Hochintensitätskampf, sondern ist vor allem auf dauerhafte Präsenz, Überwachung und Führung von Einsätzen ausgelegt.“

Wir wissen: Deutschlands Freiheit wird nicht mehr nur am Hindukusch sondern jetzt auch im Donbas, vor Taiwan oder in Gaza und nun auch in der Straße von Hormus verteidigt. Fragt sich nur: Wer von uns hat dort seine Geschäftsfelder zu verteidigen? Und sind die Opfer dieser „Freiheitskämpfe“ nicht Menschen wie du und ich? (JG)


Der nächste Einsatz der Bundeswehr rückt näher. Kampfgebiet dieses Mal: die Straße von Hormus. Wie im Vorfeld einer Konferenz von 30 Regierungs- und Staatschefs bekannt wurde, die am Freitag in Paris stattfindet, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unter bestimmten Voraussetzungen – darunter ein Mandat des Bundestags und ein Waffenstillstand – seine Bereitschaft signalisiert, die Truppe in die Meerenge zu entsenden.

Diese Mission passt gut in das Einsatzportfolio der deutschen Armee. Denn seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und den damit verbundenen geopolitischen Veränderungen wurde die Truppe systematisch umgebaut: von einer Verteidigungs- zu einer Angriffsarmee, die praktisch überall auf der Welt operieren kann. Und das hat sie auch. Ob auf dem Balkan, in Afghanistan oder in Afrika – inzwischen ist kein Einsatzort für deutsche Soldaten ein Problem. Daran ändert auch nichts, dass im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine die Verteidigungskapazitäten der Truppe mit einem satten »Sondervermögen« von 100 Milliarden aufpäppelt wurden.

Der Unterschied zur möglichen nächsten Bundeswehrmission: Die Politik gibt nicht vor, Menschenrechte verteidigen oder gar einen Völkermord verhindern zu wollen. Das war bei vergangenen Kriegseinsätzen der Truppe noch anders. Im Krieg gegen Jugoslawien 1999 beispielsweise hat die damalige Bundesregierung sogar Wiedergänger von Hitler und seinen Spießgesellen ausgemacht, um den dortigen Bundeswehreinsatz zu rechtfertigen. Und in Afghanistan haben deutsche Soldaten angeblich auch Brunnen gebaut und Frauen von den Steinzeitislamisten der Taliban befreit. Letzteres mit sehr mäßigem Erfolg.

In der Straße von Hormus geht es um knallharte Wirtschaftsinteressen. Das kann der Kanzler auch nicht hinter irgendeinem Politikerneusprech verbergen. Denn die Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, ist das Nadelöhr der Ölindustrie in der Region. Normalerweise passieren täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl diese Wasserstraße, was etwa 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs entspricht. Seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran ist der Verkehr dort massiv eingeschränkt. Und das hat nicht nur an deutschen Tankstellen zu einer Preisexplosion geführt.

Kanzler Merz steht also mächtig unter Druck – auch aus den eigenen Reihen. Denn seine Partei hat sich ständig für die deutsche Automobilindustrie starkgemacht. Auch in Brüssel, wo man ohne Unterlass für eine Verschiebung des Verbrenner-Aus lobbyiert hat. Die deutschen Autobauer sind bei der Elektromobilität höchstens Mittelmaß; chinesische und US-amerikanische Hersteller haben die Deutschen in der Branche alt aussehen lassen. Eine Versorgung mit fossilen Brennstoffen ist für Volkswagen und Co. also von existenzieller Bedeutung.

Zudem liebt Otto Normalverbraucher sein Auto. Für viele Deutsche ist schon eine Bahnfahrt zur Arbeit eine grausame Vorstellung. Freie Fahrt für freie Bürger – wenn diese Maxime nicht mehr gilt, dann wird es für die Politik richtig ungemütlich. Genau das bekommen Merz und seine Regierung gerade zu spüren.

Deshalb ist Merz für einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus zu haben. Er bestätigt damit, was Antimilitaristen schon lange zu Recht sagen: Die Truppe ist der verlängerte Arm des deutschen Kapitals. Und der soll nun bis an die Küsten des Iran reichen.

Erstveröffentlicht im nd v. 17.4.26
Die Bundeswehr als verlängerter Arm …

Wir danken für das Publikationsrecht.

Nieder mit dem Krieg!  – Gemeinsam auf die Straße! -Hände weg vom Wedding zum 1.Mai 2026

Wir publizieren auch dieses Jahr wieder die Aktivitäten von Hände weg vom Wedding rund um den 1.Mai. Die besondere Konzentration gegen den Kriegskurs wird von uns voll unterstützt. (Peter Vlatten)

Aufruf Hände weg vom Wedding

Die Welt steht am Abgrund eines neuen großen Weltkriegs. Um diesen zu verhindern, braucht es uns alle mit all unserer Kraft!

Die Kriegsvorbereitungen sind unübersehbar: Wiedereinführung der „Wehr“pflicht, (mögliche) Musterungszentren in leerstehenden Kaufhäusern, Steuermilliarden für die Rüstungsindustrie, Bundeswehrwerbung überall und immer lauter werdende Forderungen nach Riesenarmee und nuklearer Bewaffnung Deutschlands. Auf der andere Seite werden unsere Lebensbedingungen als Arbeiter:innen immer unsicherer und teurer: Inflation, Einschnitte beim Bürgergeld, bei Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung,  Angriffe auf mühsam erkämpfte Rechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, den Achtstundentag und Teilzeitarbeit. Wir sollen mehr arbeiten, können uns dafür aber immer weniger leisten.

Angesichts dessen widmen wir unsere Aktivitäten in diesem Jahr ganz dem Kampf um den Frieden. Von unserer erfolgreichen Entrüsten-Friedenskonferenz ausgehend, wird unsere traditionelle Kiezdemo in diesem Jahr der Höhepunkt einer breiten Friedenskampagne im Wedding sein.

Daher wird die Kiezdemo nicht wie üblich am 30. April, sondern am Anti-Kriegs-Tag, dem 1. September, stattfinden. Seit 1946 wird an diesem Tag mit dem Leitspruch „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“  dem Angriff Deutschlands auf Polens und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs gedacht.An diese Tradition wollen wir in Zeiten der Kriegsvorbereitung und Soziallabbau anknüpfen.

Die jährliche Demonstration am 30. April hatte seit 2012 eine kämpferische Tradition. Sie hat laustark die Kämpfe im Kiez gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für soziale Gerechtigkeit, auf die Straße getragen. Nicht zuletzt hat sie den Anstoß zur Gründung von „Hände weg vom Wedding“ gegeben. 

Daher wollen wir auch dieses Jahr Gelegenheit geben, mit uns zusammen den Auftakt zum ersten Mai zu begehen:

Ab 17:30 Uhr wird am 30.04. an der Wiesenstraße/ Uferstraße unser alljährliches Blutmaigedenken stattfinden. Gemeinsam erinnern wir an die blutige Niederschlagung der Arbeiter:innenproteste am 1. Mai 1929 im Wedding und Neukölln.

Am 1. Mai 2026 werden wir mit einem starken antimilitaristischen Ausdruck auf die Straße gehen:

um 11 Uhr beim Klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demo. Kampf um den Frieden heißt auch Kampf um die Gewerkschaften. Wenn in Krisenzeiten mit sicheren Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie und im Militär gelockt wird, braucht es starke friedenspolitische Stimmen im Arbeitskampf. Denn Krieg ist nie im Interesse der Lohnabhängigen.

Um die Ursachen zu überwinden, die Kriege immer wieder hervorbringen, braucht es mehr: eine sozialistische Perspektive. Daher beteiligen wir uns auch ab 18 Uhr am antimilitaristischen Block der revolutionären Demonstration am 1. Mai.

Wir feuen uns euch zu sehen:

  • 30. April 2026, 16:30 Martha-Ndumbe-Platz Stadtführung zum Blutmai // 17:30 Uhr, Wiesenstraße/ Uferstraße, Blutmaigedenken
  • 1. Mai 2026, 11 Uhr, Strausberger Platz, im Klassenkampfblock auf der DGB-Demo
  • 1. Mai 2026, 18 Uhr, Oranienplatz, im Anti-Kriegs-Block auf der Revolutionären 1. Mai-Demonstration
  • 1. Mai 2026, ab 16 Uhr, Offenes Kiezhaus (Afrikanische Straße 74)
  • 1.September 2026: Auf zum Anti-Kriegstag im Wedding (genauer Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben)

„Es [ist] die vornehmste Aufgabe, den Militarismus […] bis aufs Messer zu bekämpfen.“ (Karl Liebknecht)

Hier der Link zum Original.

Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald

Inhaltsverzeichnis

Auch nicht den vielen Gedenksteinen, auf denen steht:

Die Gedenkstätte Buchenwald hieß in der DDR „Nationale Mahn- und Gedenkstätte“ .

Die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald schworen nach ihrer Selbstbefreiung 1945:
„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Dies ist eine Mahnung an uns.

Die „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“ und der „Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit“ wurde nach dem Krieg von allen Antifaschisten und Antifaschistinnen auch in den sogenannten Vier „D“ zusammengefasst:

Der Aufbau einer solchen antifaschistischen Gesellschaft ist damals in der Bundesrepublik gescheitert. Aber er ist nicht erledigt. Die Erfüllung der Ziele des Schwurs von Buchenwald bleibt unsere Aufgabe.

Die Gedenkstätte müsste ständig dazu mahnen. Das geschieht nicht.

Das Konzentrationslager Buchenwald

(KZ Buchwald) war eines der größten Konzentrationslager auf deutschen Boden. Dieses KZ wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar betrieben.

Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 266.000 Menschen aus allen Ländern Europas inhaftiert.

Die Zahl der Todesopfer wird auf 56.000 geschätzt. Darunter:

15.000 Inhaftierte der UdSSR
7.000 Polnische Inhaftierte
6.000 inhaftierte aus Ungarn
3.000 Franzosen

Seit dem 8. April 1945 hatten viele Häftlinge durch Boykott und Sabotage ihre von den Nationalsozialisten so genannte Evakuierung verhindert.
Am 11. April 1945 befreiten sich die Häftlinge des KZ Buchenwald selbst. Sie übernahmen die Leitung des Lagers und nahmen 125 Bewacher fest, öffneten die Tore und hissten die weiße Fahne [1] das hissen der Weißen Fahne ist ein internationales Zeichen der Kapitulation (oder ein Sich-Ergeben) .

Die 3. US-Armee übernahmen danach das Lager und schilderten der Öffentlichkeit die Gräueltaten der SS.[2]Die SS (Abkürzung für Schutzstaffel) war eine 1925 gegründete, paramilitärische Organisation der NSDAP, die sich unter Heinrich Himmler zum zentralen Terror- und Unterdrückungsinstrument im … Continue reading

Im Alter von 89 Jahren erinnert sich Clarence Brockman an Buchenwald – Video

At the age of 89, Clarence Brockman of McDonald, Pennsylvania reflects on being among the first American soldiers to walk through the gates of the Buchenwald concentration camp in Weimar, Germany, several days after the Nazis abandoned the camp and many of its prisoners. Mr. Brockman would also return to Buchenwald in commemoration of the 65th anniversary of the camp’s liberation. From the WQED archives, this feature story was originally broadcast as part of OnQ Magazine on June 10, 2010. Producer: Iris Samson, Narrator: Michael Bartley.

Im Alter von 89 Jahren erinnert sich Clarence Brockman aus McDonald, Pennsylvania, daran, wie er als einer der ersten amerikanischen Soldaten die Tore des Konzentrationslagers Buchenwald in Weimar durchschritt, wenige Tage nachdem die Nazis das Lager und viele seiner Gefangenen zurückgelassen hatten. Herr Brockman kehrte später auch zum 65. Jahrestag der Befreiung des Lagers nach Buchenwald zurück. Dieser Beitrag aus dem Archiv von WQED wurde ursprünglich am 10. Juni 2010 im Rahmen des OnQ Magazine ausgestrahlt. Produzentin: Iris Samson, Sprecher: Michael Bartley.

Eröffnung der Mahn-und Gedenkstätte 1958

1958 wurde auf dem Geländes des ehemaligen KZ die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ eröffnet. Sie diente der Mahnung und des Gedenkens.
Vor dem Glockenturm befindet sich die Bronzeplastik „Figurengruppe“. Sie wurde von Fritz Cremer geschaffen.

Foto: Katja und Thomas G.
Grabstelle des Fritz Cremer: Berlin- Pankow Friedhof III, Foto: Ingo Müller

References

References
1 das hissen der Weißen Fahne ist ein internationales Zeichen der Kapitulation (oder ein Sich-Ergeben)
2 Die SS (Abkürzung für Schutzstaffel) war eine 1925 gegründete, paramilitärische Organisation der NSDAP, die sich unter Heinrich Himmler zum zentralen Terror- und Unterdrückungsinstrument im NS-Staat entwickelte. Sie war für den Holocaust, den Betrieb der Konzentrationslager und rassistische Vernichtungspolitik verantwortlich

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