Streikrecht verteidigen! – Protect the right to strike! Protest vor der Britischen Botschaft !

Kundgebung 1. Februar 16 Uhr Britische Botschaft | Streikrecht verteidigen! – Protect the right to strike! Solidarität mit den Streikenden in Großbritanien !

Beim Streikrecht, insbesondere auch dem politischen Streikrecht, geht es um Macht. Wie kann die große Masse der Arbeitenden in sozialen Fragen, aber auch in elementaren Fragen wie Krieg und Frieden oder Klimakrise der Willkür der politischen Parteien und ihrem reihenweisen Bruch von Wahlversprechen etwas entgegensetzen ? Streik kann dem Kapital und den mit ihm verbündeten Eliten wirklich weh tun , den Druck zur Durchsetzung ökonomischer wie politischer Forderungen enorm erhöhen , breiten sozialen Bewegungen den Rücken stärken und dem tatsächlichen akuten Mehrheitswillen in der Bevölkerung Geltung verschaffen. Angesichts der sich auftürmenden globalen Krisen sind Möglichkeiten zu echter Gegenwehr immer weniger gewollt, nehmen die Angriffe auf das Streikrecht welweit zu, nicht nur in Krisen- und Kriegsgebieten, zuletzt gerade auch in „westlich“ orientierten Demokratien wie Südkorea und Großbritanien. In Deutschland gibt es schon lange ein extrem eingeschränktes Streikrecht. Wenn die Schüler zu Anfang von Fridays For Future skandierten „Streik in der Schule , Streik im Betrieb, das ist unsere Politik“ , dann hatte das weitgehend noch symbolischen Charakter und viele waren sich nicht bewusst, dass echtes Streiken über einen eng begrenzten ökonomischen Rahmen hinaus in unserem Land für illegal erklärt wird und Staat und Justiz den Knüppel herausholen, wenn es denn zu ernsthaften politischen Streiks kommen sollte. Solidarisieren wir uns am 1. Februar mit den Streiks in Großbritannien. Setzen wir dabei auch ein Signal vor der britischen Botschaft für die weltweite Durchsetzung des Streikrechts, nicht zuletzt auch für ein uneingeschränktes Streikrecht in Deutschland.

Hier Mobilisierung und Aufruf der „Kampagne für ein umfassendes Streikrecht“ https://rechtaufstreik.noblogs.org/

Am 1. Februar 2023 streiken in Großbritannien die Lehrer*innen,
Lokführer*innen, Beschäftigte der Hochschulen und des öffentlichen
Dienstes für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Der 1. Februar
ist zudem ein Tag des Protests gegen die geplanten Anti-Streik-Gesetze.
Denn die britische Regierung will das Streikrecht massiv einschränken.
Es gibt einen Aufruf international am 1. Februar Solidarität zu zeigen
und vor britischen Botschaften zu protestieren. Als Kampagne für ein
umfassendes Streikrecht rufen wir auf zu einer Kundgebung am 1. Februar
um 16 Uhr vor der Britischen Botschaft, Wilhelmstraße 70/71, 10117
Berlin. Weiter unten findet ihr den Aufruf dazu. Wir freuen uns, wenn
ihr euch an der Kundgebung beteiligt und den Termin und den Aufruf
ankündigt und weiterverbreitet.
Aufruf: Streikrecht verteidigen! – Protect the right to strike!

Der britische konservative Premierminister Rishi Sunak hat einen
massiven Angriff auf das Streikrecht gestartet. Er will für Beschäftigte
in den Bereichen Gesundheit, Feuerwehr oder Bildung das Streikrecht
weitreichend einschränken. Einem Teil der Beschäftigten soll es verboten
werden zu streiken, andernfalls können sie gekündigt werden!

Der Streik ist das zentrale Mittel, um unsere Interessen als
Beschäftigte durchzusetzen. In der aktuellen Krise mit Preissteigerungen
bei Lebensmitteln, Heizung oder Strom können wir uns nur organisiert
wehren und zusammen für unsere Forderungen kämpfen, gerade auch mit
Streiks. In Deutschland ist das Streikrecht restriktiv, denn
Arbeitsniederlegungen werden in der herrschenden Rechtsprechung als
illegal betrachtet, wenn sie nicht von einer Gewerkschaft ausgerufen
werden und wenn nicht für Ziele gestreikt wird, die sich in einem
Tarifvertrag abbilden lassen. Auch in Deutschland gab es bereits
Vorstöße von Konservativen das Streikrecht in bestimmten Branchen, wie
zum Beispiel bei der Bahn einzuschränken. Wir setzen uns ein für ein
umfassendes Streikrecht und sind solidarisch mit den Beschäftigten
international, die für das Recht auf Streik kämpfen.

Am 1. Februar 2023 streiken in Großbritannien die Lehrer*innen,
Lokführer*innen, Beschäftigte der Hochschulen und des öffentlichen
Dienstes für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Der 1. Februar
ist zudem ein Tag des Protests gegen die geplanten Anti-Streik-Gesetze.

Das Recht auf Streik ist ein Menschenrecht, jede Einschränkung dieses
Rechts ist ein Angriff auf uns und unsere demokratischen Rechte. Diesen
Angriff der Regierenden müssen wir entschlossen zurückweisen! Wir
solidarisieren uns mit den Beschäftigten in Großbritannien und ihrem
Kampf für das Streikrecht!

https://rechtaufstreik.noblogs.org/2023/01/aufruf-protect-the-right-to-strike/

Silvesternacht -Rassismus zündelt – ein Kurzkommentar

Ein erstaunlich mutiger Kommentar in der Berliner Zeitung „Silvesternacht – Die Böllerdebatte ist rassistisch“ Sauber recherchiert wird dargestellt, wer sich in der Böller- und Krawalldebatte wie positioniert und den latenten Staatsfeind in jedem Migranten als wesentliche Ursache von Silvesterkrawallen ausgemacht haben will. Es ist erscheckend, wer von extrem rechts bis weit in die Mitte des Parteiengefüges der Ampel dazugehört [1]Silvesternacht: Die Böller-Debatte ist rassistisch (berliner-zeitung.de) . Passend wird ein Hype erzeugt, in dem von einer überall und immer mehr „um sich greifenden neuen Qualtät von Gewalt “ die Rede ist. Mit Videofälschungen und Fakenews im Netz [2] Silvester-Randale: Video stammt aus Hongkong, nicht aus Berlin-Neukölln (correctiv.org) werden die Geschehnisse in Berlin überzeichnet und die Stimmung gezielt angeheizt.. Seriöse Wissenschaftler wie der Konflktforscher Körner kommen dagegen zu dem Ergebnis , dass sich der hier suggerierte pauschale Gewaltanstieg mitnichten aus der Gesamtfaktenlage [3]Feuerwehr: „Gezielte Barrikaden“: Giffey spricht nach Silvester-Attacken von „Zäsur“ – n-tv.de, Wissenschfatler wie der Konfliktforscher Körner kommen aber zu einem … Continue reading herleiten lässt.

Es sind dieselben, die die Böllerei „als Inbegriff vermeintlich bedrohter Freiheit“ deklarieren und nun versuchen, mit rassistisch geprägten Begründungen Rassismus hofffähig zu machen.

Genau hierin liegt aber, konsequent weitergedacht, eine der Ursachen für die Ereignisse. Wer so argumentiert, der zündelt und bereitet den Boden für die nächsten Zuspitzungen vor.

Die Erfahrungen von Black Lives Matter zeigen, dass permanenter Alltagsrassismus und nicht zuletzt auch racial profiling von Sicherheitsorganen viele ausgrenzen, demütigen und schließlich gerade auch bei jungen Männern zu heftigen Gegenreaktionen führen können.

Wer gleichzeitig Egoismus , Spaß ohne jede gesellschaftliche Verantwortung für Klima, Tierwelt und Mitmenschen propagiert, wer meint, sich über eine fast Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung [4]Laut Umfragen: Mehrheit befürwortet Böllerverbot | Das Erste (mdr.de) für ein Verbot extremer privater Böllerei hinwegsetzen zu können, und wer meint, an Silvester für Hinz und Kunz sogar Böller mit Sprengstoffeigenschaften für den öffentlichen „freiheitlichen“ Massengebrauch zuzulassen, der darf sich über Rücksichtslosigkeit, Gewalteskalation, ein Ausnutzen der Situation und den Missbrauch durch sozial benachteiligte, verbitterte und ausgegrenzte junge Menschen nicht wundern.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

References

References
1 Silvesternacht: Die Böller-Debatte ist rassistisch (berliner-zeitung.de)
2 Silvester-Randale: Video stammt aus Hongkong, nicht aus Berlin-Neukölln (correctiv.org)
3 Feuerwehr: „Gezielte Barrikaden“: Giffey spricht nach Silvester-Attacken von „Zäsur“ – n-tv.de, Wissenschfatler wie der Konfliktforscher Körner kommen aber zu einem anderen Ergebnis: „Jeder einzelne Fall davon ist schlimm und zu verurteilen. Dennoch ist die Diagnose einer zunehmenden Gewalt zu pauschal, faktisch nimmt die Gewalt an vielen Stellen nicht zu.“
4 Laut Umfragen: Mehrheit befürwortet Böllerverbot | Das Erste (mdr.de)

Handys beschlagnahmt – wegen Straßenkreide

Bild Privat www.beobachternews.de

Die „Schonzeit“ für Klimaaktivist*innen, die es wirklich ernst meinen mit der Umsetzung der Klimaziele und eine kapitalistisch ausgelegte Rechtsordnung praktisch anzukratzen beginnen , scheint sich mit dem Fortschreiten der „Zeitenwende“ und ihren Konsequenzen endgültig dem Ende zuzuneigen. In diesem Monat soll Lützerath für dreckige Braunkohle plattgemacht werden. Den Aktivist*innen wurde inzwischen die Stromversorgung gekappt. Großaufgebote schwerbewaffneter Polizeieinheiten bereiten die Räumung vor. Wir rufen als Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin zur Solidarität mit Lützerath auf und schaffen Öffentlichkeit her. Hier ein Kommentar zur Kriminalisierung von Klimaktivist*innen, der aufzeigt, welche vollkommen absurde Formen diese Kriminaliserung inzwischen annimmt. (Peter Vlatten)

Ein Kommentar von Sahra Barkini, erschienen in den Beobachter News, 31. Dezember 2022 

Die Kriminalisierung von Klimaaktivist*innen nimmt bisweilen bizarre Züge an!

Neustadt/Weinstraße. Dass es Klimaaktivist*innen in diesem Land schwer haben, dürfte inzwischen bekannt sein. Dabei wollen sie eigentlich „nur“ unser aller Lebensraum, die Erde, retten. Dabei zeigen sie der Regierung deren Verfehlungen auf. Aber sie treffen auf aggressive Autofahrer*innen oder Politiker*innen und Medien, die von einer Klima-RAF schwadronieren oder wie CDU-Chef Friedrich Merz fordern, dass sie am besten eingesperrt gehörten, damit sie von der Straße runter sind.

Forderungen mit Bezug auf die Reichsbürger*innen kamen von Merz freilich nicht. Generell hört man auch keine Forderungen mit Bezug auf die inzwischen über 900 mit Haftbefehl gesuchten Neonazis. Neonazis werden in Bayern auch nicht vorsorglich in Präventivgewahrsam gesteckt. Im Gegenteil, es laufen 128 von ihnen trotz Haftbefehls in Bayern frei herum – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Klimaaktivist*innen fordern die Fortsetzung des 9-Euro-Tickets oder Tempo 100 auf Autobahnen. Oder die Erhaltung eines Dorfes. Nämlich Lützeraths, des Ortes, der für die Kapitalinteressen von RWE mit Segen der Grünen abgebaggert werden soll (siehe „Das Dorf am Ende der Welt„). In Neustadt/Weinstraße machten sich Aktivist*innen für den Erhalt Lützeraths stark. Dies taten sie mit Sprühkreide. In den Augen der örtlichen Polizei scheint dies ein schwerwiegendes Verbrechen zu sein, denn den Aktivist*innen wurden Strafbefehle in dreistelliger Höhe angedroht. Straftatbestand: Sachbeschädigung.

Es handelt sich um Kreide, wie sie jedes Kind kennt und wahrscheinlich auch jeder Mensch schon selbst benutzt hat. Also sind wir wohl alle Straftäter*innen und der Sachbeschädigung schuldig, ohne es zu wissen. Kreide hat ja die Angewohnheit, dass sie sehr wasserscheu ist. So passierte es auch in Neustadt/Weinstraße. Es regnete, und die Kreide war weggewaschen. Wahrscheinlich ist Petrus Klimaaktivist.

Eine Freundin kommentierte das folgendermaßen: „Tja, da kam wohl die Reinigungsaktion vom Himmel. Dreistelligen Betrag gespart. Preiset den Herrn!“ Doch was lustig klingt, ist es in Wahrheit nicht. Die „Rheinpfalz“ druckte die Pressemitteilung der Polizei einfach ab – natürlich wie so oft ohne kritisches Hinterfragen. In dieser Pressemitteilung war von eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen gegen Verdächtige der „linksautonomen Szene“ die Rede. Weiter konfiszierte die Polizei die Mobiltelefone der Aktivist*innen. Und das alles nur wegen etwas Kreide.

Das Statement der Aktivist*innen im Wortlaut:

„Kreideaktion – wie es wirklich war

Sicherlich haben Sie sich gefragt, wie die berüchtigten „intensiven Fahndungsmaßnahmen“ rund um das ‚Graffiti‘ in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember abgelaufen sind.
Laut der Pressemitteilung der Polizei Neustadt, welche ganz genau so auch in der Lokalzeitung ‚Rheinpfalz‘ vom 11. Dezember vorzufinden war, wurden vier Tatverdächtige ermittelt, denen Sachbeschädigung im mittleren dreistelligen Bereich vorgeworfen wird. Alle vier wurden von der Polizei der ‚linksautonomen Szene‘ zugeordnet. Außerdem wurde in der Pressemitteilung das Gender einer tatverdächtigen Person trotz des Vorzeigens eines Ergänzungsausweises falsch angegeben.

Tatsächlich sah die Geschichte etwas anders aus …
Eine Kleingruppe fand sich am Abend des 9. Dezember zusammen, um mit Sprühkreide ihre Solidarität mit dem Dorf Lützerath auf die Straße zu tragen. Vielleicht fragen Sie sich, was es mit Lützerath auf sich hat. Das beschauliche Dorf am Rande des rheinischen Braunkohlereviers soll zugunsten des Konzerns RWE zur weiteren Kohleförderung zerstört und abgebaggert werden. Studien zufolge ist das Abbaggern des Dorfes nicht notwendig, da die Kohle unter Lützerath nicht für die Energiesicherheit benötigt wird, womit der einzige Grund für das Abbaggern entfällt. Außerdem ist erwiesenermaßen das deutsche 1,5-Grad-Ziel mit der Verbrennung der Kohle unter Lützerath nicht mehr erreichbar.

Mutige Aktivist*innen und Anwohner*innen setzen sich seit über zwei Jahren für den Erhalt des Dorfes ein. Mit Lützerath wurde ein Ort der gelebten Solidarität und der freien Entfaltung geschaffen. Die Aktivist*innen der Sprühkreide-Aktion wollten auf die Notwendigkeit des Erhalts des Dorfes Lützerath aufmerksam machen. Als Konsequenz wurden sie nicht nur ermahnt und mit falschen Berichten konfrontiert, sondern die Mobiltelefone aller vier Verdächtigen wurden beschlagnahmt. Zwei der Aktivist*innen haben ihr Handy noch immer nicht zurück bekommen.

Friedlicher Klimaaktivismus darf nicht verfälscht dargestellt und kriminalisiert werden!

‚~ Ein paar Aktivisti aus Neustadt‘

Wir danken Sahra Barkini und der Redaktion Beobachter News für die Publikationsrechte

das Titelbild stammt aus einem Privatfoto, das im betreffenden Artikel unter www.beobachternews.de veröffentlicht wurde.

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