Die Strangulierung Kubas geschieht vor aller Welt

Die zapatistische Bewegung ruft zur Solidarität mit der kubanischen Bevölkerung auf. In Deutschland wurde die Initiative Gewerkschafter  für Kuba gegründet.

Von PETER NOWAK

Havanna. Bild: Antonio Schubert/CC BY-SA-2.0

Es ist ein dramatischer Brief, den die seit Jahren in Kuba lebende Renate Fausten kürzlich aus Havanna an die Tageszeitung junge Welt schrieb:

„Ein neuer Tag mit 15 bis 20 Stunden ohne Strom, 34 Grad Celsius im Schatten, Wasserproblemen, denn dafür braucht man auch Strom, und eine Nacht mit vielen Moskitos erwartet uns. Das ist nur das normale Elend“, beschreibt Fausten, was die ständigen Stromausfälle für das tägliche Überleben in Kuba gegenwärtig bedeuten. 

Ihr Brief schießt mit diesen Wunsch: „Gebt uns fünf Jahre ohne Blockade, fünf Jahre, in denen wir leben können wie andere, und wir wären ein prosperierendes Land mit bescheidenem Wohlstand für alle. Gebt uns eine Chance!“  Dieser Wunsch wäre gar nicht so unrealistisch. Denn mittlerweile betreibt die kubanische Regierung erzwungenermaßen den Ausstieg aus der fossilen Energie. Sie will mit Hilfe Chinas ein Solarenergieprogramm umsetzen. Schließlich kann die USA auch mit ihren stärksten Waffen die Sonne über Kuba nicht strangulieren.

Natürlich stellt sich die Frage an die Regierenden in Kuba, warum sie nicht spätestens Anfang der 1990er Jahre mit dem Ausstieg aus der fossilen Energie und den Aufbau der Solarenergie begonnen haben. Schon 1988 war beim Besuch der damaligen Vorsitzenden der Grünen Jutta Ditfurth in Kuba die ökologische Umrüstung ein Thema bei ihrem Gespräch mit Fidel Castro. Warum ist sie damals nicht angegangen worden? Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass die Ökolinke Ditfurth bald alle Posten bei den Grünen verlor und 1990 aus der Partei ausgetreten ist. Es wurde also nichts mit der Unterstützung einer kubanischen Energiewende  vor fast 40 Jahren. Nun stellt sich die Frage, ob die kubanische Bevölkerung tatsächlich die 5 Jahre Zeit bekommt, um doch noch diesen Entwicklungsweg zu gehen.

US-Rechte will Rache für die kubanische Revolution

Dass wollen die US-Rechten verhindern, die aktuell in den USA an der Macht sind. Vor allem mit dem US-Außenminister Rubio sind die Nachkommen der rechten Kubaner verbündet, die nach der Revolution 1959 in die USA ins Exil gingen. Seitdem träumten sie von der Rache und sie prophezeiten auch immer wieder, dass es bald zu Ende sein wird mit der Revolution und sie wieder die Macht auf der Insel übernehmen.

Spätestens nach dem Zerfall des nominalsozialistischen Lagers schienen sie am Ziel ihrer Träume. Doch, dass es bisher dazu nie kam, sollte nicht dazu verleiten, die aktuelle Situation zu verharmlosen. Diese Kräfte wollen die verbliebene Zeit, die die Trump-Administration noch hat, nutzen, um Rache an der kubanischen Revolution zu üben. Gerade der Misserfolg, der für die US-Regierung der Krieg gegen den Iran bisher war, könnte diese Pläne sogar beschleunigen.

Wenn man sich schon am Iran die Zähne ausgebissen hat, dann könnte man wenigstens die nahe Insel einnehmen. Das könnte die Popularität Trumps in den USA, die massiv gesunken ist, wieder erhöhen. Zumindest ist die Strangulierung Kubas, die seit dem 1. Januar 2026 massiv verschärft wurde, Teil des Planes, mit den Resten der kubanischen Revolution aufzuräumen. In den letzten Tagen wurden die Sanktionen gegen Mitglieder der Region noch weiter verschärft.

Anklage gegen Raúl Castro

Nun kommt noch die Anklage der US-Behörden gegen Raúl Castro wegen des Abschusses von Flugzeugen, die von rechten Exilkubanern im Jahr 1996 gestartet wurden. Dabei gab es vier Tote. Es ist kein Zufall, dass mit Raúl Castro noch einer der letzten Überlebenden der Protagonisten der kubanischen Revolution betroffen ist. Dem Bruder von Fidel Castro wird bescheinigt, früher als sein Bruder eine sozialistische Orientierung der kubanischen Revolution angestrebt zu haben. Es ist auch bezeichnend, wenn Trump in Kolonialherrenmanier erklärt, dass der Tod von US-Bürgern nicht unbestraft bleibt. Die kolonialistische Perspektive wird besonders deutlich, wenn man  sich erinnert, dass mindestens 30 kubanische Staatsbürger starben, als das US-Militär Anfang Januar 2026 den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau  in die USA entführten. Es waren Personenschützer von Maduro. Die Zahl der Fischer, die in den letzten Monaten von US-Waffen im angeblichen Kampf gegen Drogenschmuggel starben, ist noch nicht bekannt.

Mit der Klage gegen Raúl Castro, maßt sich eine geschwächte imperialistische Macht an, zumindest in ihrem Hinterhof noch für Friedhofsruhe zu sorgen. Geiseln dieser Politik sind die Menschen in Kuba, über deren Lebensbedingungen ohne Strom im Frühsommer Renate Fausten  einen kleinen Einblick gegeben hat .

Kaum kritische Reaktionen in Deutschland

Diese permanente Menschenrechtsverletzung durch die USA erfährt hierzulande wenig Kritik. Selbst linksliberale Medien wie die Taz, die die Strangulierung verurteilen, richten den größten Teil ihrer Kritik gegen die kubanische Regierung.  Ein Beispiel ist ein Kommentar von Bernd Pickert vom Auslandsressort. Nach einer klaren Verurteilung der Übernahmepläne der USA für Kuba und der Vorwände, die es dafür gibt, endet Pickert mit diesen Zeilen:

„Die ausschließlich auf den eigenen Machterhalt ausgerichtete Reformunfähigkeit der Partei- und Staatsführung hat Kuba in die derzeitige Lage gebracht: Was als politisch-emanzipatorisches Projekt der nationalen Souveränität deklariert war, hinterlässt heute ein vergreisendes Land in Scherben, dem mehrere Generationen junger Menschen fehlen, abhängiger von außen denn je.“ 

Warum ist für Pickert jetzt die kubanische Staatsführung für die Lage verantwortlich und nicht die Trump-Administration und die revanchistischen Miami-Boys in den USA? Hat die kubanische Staatsführung die USA bedroht und versucht sie zu strangulieren oder ist es nicht umgekehrt? Auf sozialem Gebiet versucht die kubanische Regierung bis heute die Ärmsten zu schützen, was aber bei der Totalstrangulation des Landes natürlich an seine Grenzen stößt. Wenig bekannt ist auch, dass es über Gesetzesreformen wie das Familiengesetz in der kubanischen Gesellschaft breite Diskussionen gab. Auch die neue kubanische Verfassung wurde lange auch in Einwohnerversammlungen diskutiert. In den letzten Jahrzehnten wurden auch wichtige Reformen im Umgang mit sexuellen Minderheiten auf Kuba auf den Weg gebracht. Die Abkehr der homophoben Rhetorik, die es in Kuba auch in der Regierung noch in den 1970er Jahren gab, wurde aufgearbeitet. 2010 übernahm Fidel Castro dafür die Verantwortung. Diese Aspekte gehen völlig unter, wenn nur allgemein von der kubanischen Diktatur gesprochen wird.

Zapatistas solidarisch mit der kubanischen Bevölkerung

 Das bedeutet nun nicht, die hierarchischen Aspekte in der kubanischen Gesellschaft zu verschweigen. Die zapatistische EZLN lehnt die Orientierung am Modell einer kommunistischen Partei ab und ist  in den letzten Jahrzehnten einen anderen politischen Weg gegangen. Doch das hindert sie nicht, jetzt, wo die kubanische Gesellschaft vor aller Welt stranguliert wird, solidarisch zu sein. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren politischen Organisationen und Einzelpersonen aus Mexiko veröffentlichte die EZLN schon im Februar 2026 einen Solidaritätsaufruf mit der kubanischen Bevölkerung. Dort werden mit aller Deutlichkeit die Verantwortlichen für die Strangulierung Kubas benannt:

„Das kubanische Volk, das schon mehr als 60 Jahre durch die Regierungen der USA ökonomische, politische und militärische Aggressionen erlebt, wird nun an seine Grenzen gebracht. Schamlos erklären jene, die von oben herab der ganzen Welt den Krieg aufzwingen, ihre Ziele: das Volk von Kuba zu ersticken, um Investitionen und „Entwicklung“ zu fördern. … Auf der Insel Kuba beabsichtigt das Großkapital, ein neues Little Saint Jaimes zu errichten, die Insel von Jeffrey Epstein, auf der die Mächtigen der Welt ihr moralisches Heiligtum der Degradierung hatten. Das Kapital will keine Freiheit, sondern Sklaverei zu seiner touristischen Belustigung.“

Der Aufruf endet etwas pathetisch mit dem Worten: „Wir unterstützen das Volk Kubas und rufen die Völker der Welt dazu auf, ihre Solidarität zu zeigen und das Ersticken des kubanischen Volkes zu verhindern.“

Dieser Aufruf kommt von einer Bewegung, die in den letzten Jahren deutlich machte, dass sie einen anderen Weg als Kuba geht. Viele Menschen auch in Deutschland haben sich gerade deshalb in den 1990er Jahren mit den Zapatistas solidarisiert. Warum machen sie den Aufruf der EZLN zur Solidarität mit Kuba nicht mehr bekannt?  Ist für sie – anders als für die EZLN – die Distanz zur kubanischen Regierung wichtiger?

Gewerkschaftler für Kuba

Natürlich gibt es seit langen Solidaritätsstrukturen mit Kuba wie das Netzwerk Cuba und die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba. In den letzten Monaten ist noch die Initiative Gewerkschafter für Kuba dazu gekommen. Auch der ehemalige Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske gehört zu den Unterzeichnern. Zu den Zielen der Initiative gehört die „direkte Unterstützung von Betrieben in Kuba durch spendenfinanzierte Solarinstallationen inklusive aller notwendigen Betriebsmittel, um dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Energieversorgung zu unterstützen.“ Solche Initiativen in vielen Ländern der Welt könnten tatsächlich der kubanischen Bevölkerung die 5 Jahre Zeit geben, die Renate Fausten für Kuba gefordert hat.

Peter Nowak

Peter Nowak ist freier Journalist für verschiedene Zeitungen und dokumentiert sie auf seiner Homepage. Mit Clemens Heni und Gerald Grüneklee gab er im Juni 2022 das Buch „Nie wieder Krieg ohne uns … Deutschland und die Ukraine“ im Critic Verlag heraus.
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ertveröffentlicht im Overton Magazin v. 22.5. 2026
Vor aller Welt …

Wior danken für das Publikationsrecht.

Sofortige Freilassung aller Aktivistinnen und Aktivisten der „Globalen Sumud Flottille“

Die „Global Sumud Flotilla“ wurde in internationalen Gewässern – etwa 250 Seemeilen vor der Küste des Gazastreifens – von israelischen Kriegsschiffen umzingelt und abgefangen. Wir berichteten über die Ereignisse und Hintergründe.

Alle 50 Boote wurden inzwischen von der israelischen Armee aufgebracht, 428 Teilnehmer:innen aus mehr als 40 Ländern wurden festgenommen, verschleppt, gedemütigt und mißhandelt. Stand heute werden sie immer noch gefangern gehalten.

Die israelischen Streitkräfte brachten die Aktivistinnen und Aktivisten der Flotilla mit brutaler Gewalt in den Hafen von Aschdod im Süden Israels.

Videoaufnahmen zeigen, wie israelische Kräfte die Gefangenen misshandelten, während sie gefesselt auf dem Boden lagen, und sie zwangen, die israelische Hymne „Hatikva“ anzuhören. Besonders sorgte der rechtsextreme Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, mit einem provokativen Besuch vor Ort für Empörung. Ben-Gvir selbst trat demonstrativ vor die Kameras, verspottete die Inhaftierten und forderte öffentlich ihre langfristige Inhaftierung.

Nächste Kundgebung Berlin

Die israelische Verkehrsministerin veröffentlichte ein Video, in dem sie ebenfalls offen mit der Demütigung und Misshandlung der Aktivistinnen und Aktivisten prahlte.

Mehr als 87 der Festgenommenen traten aus Protest gegen ihre Inhaftierung und menschenunwürdige Behandlung sowie aus Solidarität mit den palästinensischen politischen Gefangenen in einen Hungerstreik.

Update 22.5.: die Gefangenen wurden nach einer Brandwelle internationaler Protesteb-wie hier beschrieben - in die Türkei gebracht und freigelassen. Kein Grund nachzulasse, alle Blicke auf Gaza zu richten, die Aufgabe der israelischen Blockade zu fordern und internationale Hilfe zu organisieren. 

Die italienische Ministerpräsidentin und der Außenminister kündigten an, den israelischen Botschafter einzubestellen, um offizielle Erklärungen zur Misshandlung der Aktivistinnen und Aktivisten der „Sumud Flottille“ zu verlangen. Zugleich bezeichnete die italienische Regierung das Vorgehen Israels gegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Flottille als „inakzeptabel“ und forderte eine Entschuldigung Israels für deren Behandlung

In Italien hatten am Montag landesweit Solidaritätsstreiks der Basisgewerkschaft USB Druck gemacht.

Die internationale Kritik an Israel wächst seitdem weiter an. Zahlreiche Staaten verurteilten in den vergangenen Stunden öffentlich die Behandlung der Teilnehmenden, nachdem Videos veröffentlicht worden waren, die die Misshandlungen, Demütigungen und öffentlichen Erniedrigungen der Festgenommenen zeigen.

Die Reaktionen aus Europa und anderen Teilen der Welt fielen ungewöhnlich scharf aus. Laut dem israelischen Sender Kanal 12 wurde der israelische Botschafter in Frankreich zu einem offiziellen Verweis einbestellt. Auch Portugal verurteilte das Vorgehen scharf und nahm Kontakt zu den israelischen Behörden auf, um die Freilassung portugiesischer Staatsangehöriger zu erreichen.

Der kanadische Außenminister kündigte an, den israelischen Botschafter wegen der „inakzeptablen Behandlung“ der Aktivistinnen und Aktivisten einzubestellen. Spanien sprach von einem „brutalen Vorgehen“ gegen die Teilnehmenden der Flottille und forderte eine öffentliche Entschuldigung Israels. Madrid entschied zudem, den israelischen Botschafter offiziell einzubestellen.

Auch aus Großbritannien kam deutliche Kritik. Die britische Außenministerin erklärte, sie sei schockiert über die öffentliche Verhöhnung der Aktivistinnen und Aktivisten durch Ben-Gvir. Belgien und die Niederlande kündigten ebenfalls diplomatische Schritte gegen Israel an. Der niederländische Außenminister sprach von „schockierenden Bildern“ und forderte die Einhaltung des internationalen Rechts sowie den Schutz der niederländischen Staatsangehörigen.

Das griechische Außenministerium verurteilte das Verhalten des israelischen Ministers „aufs Schärfste“, während Österreich die veröffentlichten Aufnahmen als „vollkommen inakzeptabel“ bezeichnete.

Auch außerhalb Europas wuchs der Druck auf Israel. Das Außenministerium von Qatar erklärte, die Demütigung der Aktivistinnen und Aktivisten zeige deutlich die systematischen Misshandlungen, denen auch Palästinenserinnen und Palästinenser ausgesetzt seien. Doha rief die internationale Gemeinschaft zu sofortigem Handeln und zur unverzüglichen Freilassung der Inhaftierten auf.

Die türkische Regierung verurteilte die verbalen und körperlichen Übergriffe auf die Teilnehmenden der Flottille ebenfalls scharf. Das Außenministerium in Ankara erklärte, das Abfangen der Schiffe in internationalen Gewässern verstoße gegen internationales Recht. Zugleich bezeichnete die Türkei Ben-Gvir als einen der zentralen Verantwortlichen für die Gewaltpolitik gegen Gaza.

Abstimmung der studentischen Vollversammlung in Leibzig gegen jegliche Zusammenarbeit mit Israel

Scharfe Kritik kam zudem aus Israel selbst. Der israelische Knesset-Abgeordnete Ofer Cassif erklärte, die Aktivistinnen und Aktivisten würden misshandelt, erniedrigt und unter direkter Unterstützung Ben-Gvirs inhaftiert. „Wenn so mit Ausländern umgegangen wird, kann man sich vorstellen, was Palästinenser täglich erleiden“, sagte Cassif.

Eine irgendwie gleichartige eindeutige Verurteilung ist von der Deutschen Regierung hingegen bis jetzt nicht bekannt. Das ist erbärmlich.

Es muss aber auch klar sein, dass scharfe Worte keine Taten ersetzen. Jede Unterstützung für und Zusammenarbeit mit Israel muss sofort eingestellt werden. Die israelischen Kriegsverbrecher müssen international geächtet und zur Verantwortung gezogen werden.

Nehmen wir uns ein Beispiel an den Studentinnen und Studenten der Universität Leibzig, die gestern mit überwältigender Mehrheit in einer Vollversammlung beschlossen haben, die Unileitung aufzufordern, jegliche Zusammenarbeit mit israelischen Universitäten und Institutionen sofort zu beenden.

Das Kalkül ist: „kein Auge mehr auf Gaza“ . Machen wir einen Strich durch diese Rechnung!

Lassen wir die Verschleppten und Gaza nicht aus den Augen. Mobiliseren wir die Öffentlichkeit. Zeigen wir, dass wir keine Angriffe unbeantwortet lassen. Es muss jeder mögliche Druck aufgebaut werden, daß die Aktivist:innen unverzüglich freigelassen werden. Nehmen wir an Protesten teil. Das ist gelebter Internationalismus und Antifaschismus! FREE PALESTINE!

Sofortige Freilassung aller Aktivist:innen!

Schreibt an Eure Außenministerien, daß sie dazu bei Israel vorstellig werden. Schon 1 Million Menschen haben entsprechende Aufforderungen versandt. Schlieẞt Euch der Kampagne an. Hier sind die Email Vorlagen.

Weitere Informationen zur Flotilla hier:

„Global Sumud Flotilla“ erneut in internationalen Gewässern von Israel angegriffen!

Auf der Sumud Flotilla: «Ein kleiner Einblick in ihre Maschinerie der Gewalt»

Global Sumud Flotilla in See gestochen – lasst sie nicht aus den Augen!

Titelbild: Screenshot und Beweisdokument aus dem israelischen Video mit Ben-Gvir

„Global Sumud Flotilla“ erneut in internationalen Gewässern von Israel angegriffen!

EILMELDUNG 18.5.2026:

Israelische Kriegsschiffe umzingeln und stellen Zivilisten der „Global Sumud Flotilla“ – 250 Seemeilen vor Gaza, im Rahmen einer weiteren illegalen Abfangaktion auf Hoher See in internationalen Gewässern.“

Wir werden über weitere Termine informieren!

Die „Global Sumud Flotilla“ ist derzeit in internationalen Gewässern – etwa 250 Seemeilen vor der Küste des Gazastreifens – von israelischen Kriegsschiffen umzingelt und wird aktiv abgefangen.

Diese militärische Einkesselung markiert den Beginn einer weiteren illegalen Aggression auf Hoher See – vier Tage, nachdem 54 zivile Schiffe von Marmaris aus den Anker gelichtet hatten, um einen humanitären Korridor einzurichten und Israels illegale Belagerung des Gazastreifens zu durchbrechen. 

Inzwischen (update 20.5.) wurden von Israel alle 50 Boote abgefangen, 428 Teilnehmer verchleppt, gedemütigt, mißhandelt und gefangern gehalten. Siehe hierzu unseren aktuellen Bericht.

In der aktuellen Stellungsnahme der Flotilla heisst es:

Ein Muster außergerichtlicher Piraterie auf Hoher See

Diese aktive militärische Konfrontation auf See stellt eine direkte Fortsetzung des rechtswidrigen israelischen Militärangriffs dar, der erst vor zwei Wochen vor der Küste Kretas begann. Während jenes vorangegangenen Abfangmanövers – das sich mehr als 650 Seemeilen von Gaza entfernt und innerhalb der griechischen Such- und Rettungszone (SAR-Zone) ereignete – enterten israelische Streitkräfte widerrechtlich 21 zivile Schiffe, sabotierten diese und verschleppten 181 friedliche Menschenrechtsverteidiger; dabei setzten sie die Teilnehmer dokumentierter Inhaftierung sowie physischer und sexueller Gewalt aus. Indem das israelische Regime die Flottille heute in einem Umkreis von 250 Seemeilen und innerhalb der SAR-Zone Zyperns abfängt, stellt es erneut seine systematische Missachtung des internationalen Seerechts, der Navigationsfreiheit auf Hoher See sowie des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS) unter Beweis.

(….)

Durchgehende Belagerung: Von Kreta bis Sirte

Das maritime Abfangen der Flottille erfolgt Hand in Hand mit einer aggressiven Eindämmungsstrategie zu Lande, wo der „Global Sumud Land Convoy“ – bestehend aus mehr als 30 Fahrzeugen, darunter 7 spezialisierte Krankenwagen und 20 Wohnmobile – nahe Sirte in Libyen zum Stehen gebracht wurde. Die ostlibyschen Behörden haben – unter direktem politischem Druck Ägyptens – Militärkräfte stationiert, um die humanitäre Überlandroute in Richtung Rafah zu blockieren. Das aufeinanderfolgende gezielte Vorgehen gegen die See- wie auch die Landkomponente der Mission macht deutlich, dass sich die illegale Belagerung des Gazastreifens zu einer globalen Architektur aus Gewalt, Besatzung und erweiterter Straflosigkeit ausgeweitet hat. Dies stellt eine extraterritoriale Projektion der „Großisrael“-Doktrin dar, bei der stellvertretender politischer Einfluss und militärische Gewalt über souveräne internationale Grenzen hinweg eingesetzt werden, um die zivilgesellschaftliche Unterstützung für Palästina zu zerschlagen

Deutschland empört sich über die Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran und will dort die „Freiheit der Seefahrt“ verteidigen. Bei der Straße von Hormuz geht es um Öl und Rohstoffe. Aber wo bleibt die Empörung gegen Israel, das seit Jahren in fremden Gewässern Gaza blockiert? Jetzt betreibt Israel offene Piraterie gegen einen humanitären Einsatz, zunächst 600 km, nun 250 km weit weg von der eigenen Küste! Triefende deutsche Doppelmoral: hier geht es ja nur um „Menschen“, die von einem miltärischen Verbündeten gekapert und bedroht werden.

Gerade alarmiert sogar SOS Kinderdorfinderdorf:“Gaza Kinder in Gefahr l“. Aber die Menschen, die diesen Kindern wirklich zur Hilfe eilen, müssen um Gesundheit und Leben fürchten.

Im Spiegel aktuell heisst es: „Das Eingreifen der Marine in internationalem Gewässer ist völkerrechtlich umstritten.“ Nein es ist verboten und völkerrechtswidrig! Anders als bei der Straße von Hormuz, wo der Iran unmittelbarer Anrainer ist, erfolgt der Überfall auf die Flotilla fast 300 km von Israel (250 km von Gaza) entfernt.

Das Kalkül ist: „kein Auge mehr auf Gaza“ . Machen wir einen Strich durch diese Rechnung!

In Italien hat die Basisgewerkschaft USB zum heutigen Montag zu landesweiten Solidaritätsstreiks mit der Flotilla aufgerufen!

Lassen wir auch bei uns die Flotilla nicht aus den Augen. Mobiliseren wir die Öffentlichkeit. Zeigen wir auch hier auf den Straßen, dass wir keine Angriffe unbeantwortet lassen und die Boote unterstützen, bis sie an den Küsten Gazas ankommen! Ungebrochen auf Land und auf See – Free Palestine! Nehmen wir an Protesten teil. Das ist gelebter Internationalismus und Antifaschismus! Sofortige Freilassung aller Aktivist:innen!

Weitere Informationen zur Flotilla hier:

Auf der Sumud Flotilla: «Ein kleiner Einblick in ihre Maschinerie der Gewalt»

Global Sumud Flotilla in See gestochen – lasst sie nicht aus den Augen!

Israelische Soldaten berichten. "Ich fühlte mich wie ein Monster" 

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