Saul Friedländers Blick in den Abgrund. Ein israelisches Tagebuch


Bild: You Tube. Screenshot

Von Hajo Funke

Saul Friedländers Blick in den Abgrund. Ein israelisches Tagebuch (München (Oktober) 2023), geführt von Januar 2023 bis Mitte Juli 2023 ist so nüchtern wie prophetisch und Ausdruck seiner tiefen Verzweiflung über sein Land, in das er 15-jährig nach seinem Versteck in einem katholischen Internat in Frankreich und dem Mord seiner Eltern in Auschwitz seine Hoffnung gesetzt und es mit aufgebaut hat. Ein Tagebuch, das in tiefer Verbundenheit mit Israel, in Empathie und Solidarität mit den Menschen in Israel geschrieben und von einer absoluten Beunruhigung über den Zustand seines Landes geprägt ist.

Es ist das verzweifelte Tagebuch des 91-jährigen in Los Angeles lehrenden und lebenden Historikers und Intellektuellen, des vielleicht größten Historiker des Nationalsozialismus – mit seiner klassischen Rekonstruktion der Shoah in: Das Dritte Reich und die Juden (Bonn 2006) – , der als junger Überlebender an zentraler Stelle den Staat Israel aufgebaut hat und Sekretär des einflussreichen jüdischen Weltkongresses unter Nachum Goldmann war.

Ich brauchte einige Tage, schreibt Friedländer auf der 1. Seite seines Tagebuchs, dass die politische Koalition, die Benjamin Netanjahu gebildet hatte, ein Monster war – ein Ungeheuer mit Zähnen, dass das liberale und demokratische Land, wie wir es kannten, zu verschlingen drohte. Es dauerte noch ein paar weitere Tage, bis mir klar wurde, dass jeder Israeli, in 1. Linie diejenigen, die im Land lebten, aber auch diejenigen, die anderswo lebten und mit dem Land verbunden waren, so wie ich, ihr Möglichstes dazu beitragen mussten, das Monster zu bändigen. Er schreibt über die Pläne der Regierung Netanjahu, die Demokratie zu stürzen und hofft auf den Sieg der Demokratie und fürchtet, dass das pulsierende Land, in dem ich jahrzehntelang gelebt und gearbeitet habe, tot ist, dass etwas anderes, etwas Unannehmbares an seine Stelle getreten ist.

Er hält die Absicht, die Demokratie durch eine sogenannte Justizreform unter Netanjahu und seinen Justizminister Levin in ihrer bisherigen Form zu stürzen, für Wahnsinn und die Regierung mit den Rechtsextremen um Smotrich und Ben-Gvir für ein Monster, weil in ihr die vereinte Liste zweier nationalreligiöser, unverhohlen faschistischer Siedler-Parteien mit in der Koalition seien. Ben Gvir  sei die anstößigste und ekelhafteste Figur dieser ganzen Galerie von Verrückten, schreibt der ansonsten nüchtern abgewogen formulierende Historiker des Nationalsozialismus. Denn Ben Gvir war als religiöser Zionist Schüler des Rassisten und Terroristen Kahane, dessen Partei seit 1988 wegen ihrer Hetze gegen die Araber nicht mehr an Wahlen teilnehmen durfte. Mit der Justizreform aber ist er aus den persönlichen Motiven Netanjahus wichtiger Teil dieser Regierung.

Am 21. Juli 2023 notiert der für seine Zurückhaltung bekannte Autor entschieden seine Emotionen: „Acht Uhr abends in Israel: 10 tausende haben Jerusalem erreicht und wollen morgen vor der Knesset kampieren. Ich bin stolz, sagen zu können, dass mein Sohn und meine Schwiegertochter sowie meine Tochter (zu Besuch aus Berlin) unter ihnen sind. Ich wünschte so sehr, ich wäre auch dabei. Etwa 100.000 Demonstranten haben Jerusalem erreichten werden in Zelten im Sacherpark schlafen. Etwa 150.000 demonstrieren in Tel Aviv. Der Vorsitzende der Histadrut hat erklärt, er werde einen Generalstreik ausrufen, wenn ihm keine andere Wahl bleibe, aber er ist notorisch unzuverlässig.“

Das Feuer des Fanatismus und der Teufelskreis der Gewalt

Friedländer beschreibt das von Netanjahu und seinen Verbündeten in Israel errichtete Regime als ein typisch messianisches Regime, eine Mischung aus extremem Nationalismus und extremer Religiosität, zu der sich noch cliquenhafte und persönliche Interessen gesellen. (68) Zwar habe es immer solche Fanatiker gegeben; nun aber werde das Feuer des Fanatismus von Politikern wie Netanjahu für eigene politische Zwecke geschickt geschürt. Der Autor sieht niemanden, der sie zum Nachgeben bringe und stellt die verzweifelte Frage, welcher externe Akteur sie aufhalten kann (68).

Als am 26. Februar 2023 in der Nähe von Nablus, in Hawara 2 Jugendliche aus einer Siedlung von einem palästinensischen Terroristen in ihrem Auto erschossen worden waren, kam es zu Ausschreitungen der Siedler in Hawara, bei denen ganze Viehherden abgeschlachtet und palästinensische Autos sowie Dutzende von Häusern in Brand gesteckt wurden: ein Palästinenser tot, Dutzende verletzt.  Für ihn ist  die palästinensische Frage der Kern unserer politischen Krankheit, unserer langjährigen sozialen Malaise und unseres ständigen Rückgriffs auf Gewalt (71). Sicher sei, dass die fortgesetzte Annexion, der ständige Ausbau der Siedlungen die Flammen anfachen. Und die Brutalität unseres Vorgehens in den besetzten Gebieten stachelt nicht nur die palästinensische Gewalt an, sondern lässt zunehmend unsere eigene Gesellschaft verrohen (71/72). Der Kampf indes für die Demokratie sei untrennbar mit der Anerkennung der Gleichbehandlung von arabischen und jüdischen Bürger Israels und mit der Beendigung der Herrschaft über die Palästinenser jenseits der Grenzen verbunden. Friedländer sagt,  dass es in dieser Herrschaft nicht um legitime Selbstverteidigung gehe, sondern um etwas grundsätzlich anderes: die göttliche Verheißung, ein Herrschaftsrecht über ganz Israel zu haben. (72)

In der Hand der Extremisten Und Förderern des amerikanischen Staatsstreichversuchs vom 6. Januar 21

Der von Netanjahu ernannte Extremist Smotrich ist nicht nur Finanzminister, sondern auch zuständig für die besetzt gehaltenen Gebiete; er fordert unverhohlen die Umsiedlung der Palästinenser in die benachbarten arabischen Länder, während sein Kompagnon Ben Gvir, ausgerechnet Polizeiminister, die Siedler zu immer mehr Gewalt treibt: auf der einen Seite die unerbittliche israelische Siedlungspolitik, auf der anderen Seite die erbitterte kein Kompromiss mit den Juden Haltung der Hamas, des islamischen Dschihad und, dahinter, des Iran.

Die immer radikalere Haltung der Fanatiker in Israel aber folgt, so scheint es, Kohelet, einer ultrarechten libertären Organisation, die im Sinne eines extremen religiösen Nationalismus agiert. Koheret werde offenbar von zwei amerikanisch-jüdischen Milliardären, Geoffrey Jass und Arthur Dantchik, finanziert, die unter anderem die Randalierer des Sturms aufs Kapitol am 6. Januar 2021 finanziell unterstützt haben. Nette Leute. (55)

Selffulfilling Prophecy des großen Kriegs: „Das Land steuert möglicherweise auf einen größeren Krieg zu„.

Was indes dieses Tagebuch wirklich erstaunlich und bedrückend macht, ist, wie sehr er die Regierung Netanjahu in diesen sieben Monaten des Tagebuchs bestrebt sieht, die Eskalation in einen möglichen Krieg als Rettung der Regierung Netanjahu zu wollen: Das einzige, schreibt Friedländer schon am 24. März 2023, was ja Netanjahus seltsames Verhalten erklären könnte, ist, dass er in naher Zukunft einen Angriff auf den Iran plant. Das würde den Protesten ein Ende machen, die nationale Einheit wiederherstellen und seine Haut retten (118). Zwei Tage später, am 26. März 2023 notiert Friedländer: Der Generalstabschef, der Leiter des Mossad und der Leiter des Schin Bet sprechen eine gemeinsame Warnung aus: Die Fortsetzung der Gesetzgebungskampagne (in Richtung eines autoritären Umbaus der Demokratie in Israel) stellt eine konkrete Gefahr für die Sicherheit des Landes dar. Israels Feinde wissen um die innere Spaltung und sind bereit sie auszunutzen. Deutlicher kann man es nicht sagen (121/22).

In der Tagebucheintragung vom 9. Mai 2023 verweist Friedländer darüber hinaus auf Beispiele von Kriegen aus politischen Manövern der israelischen Regierung und ohne jedwede Rechtfertigung. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist für ihn der 2. Libanonkrieg 2006. Um anzufügen: Das Land steuert möglicherweise auf einen größeren Krieg zu, und die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, ihre Luftschutzbunker zu bestücken und vorzubereiten. Außerdem findet eine massive Evakuierung der Bewohner rings um den Gazastreifen statt! (185) Aber, so Friedländer, neu ist, dass das Land zum 1. Mal kaum internationale Unterstützung erhalten wird. Und: Bei ihren Einsätzen werden unsere Piloten nicht wissen, ob sie für ihr Land oder für die israelische Regierung kämpfen. Netanjahu hat die Atmosphäre so sehr vergiftet, dass allerorten Misstrauen herrscht

Am 28. Mai wurde, schreibt Friedländer,  eine Reihe von neu freigegebenen Dokumenten aus dem Jom Kippur Krieg veröffentlicht. Das aufsehenerregendes (wenn auch wohlbekannte) Dokument war Joel Ben-Porats detaillierter Bericht darüber, wie er zwei Tage vor dem Krieg Warnungen aus 1. Hand übermittelte, dass ein Krieg unmittelbar bevorstehe, Warnungen, die an den Leiter des Nachrichtendiensts und den Chef des Mossad geschickt und weder an die politische Ebene – Premierministerin Golda Meir und Verteidigungsminister Moshe Dajan noch an Generalstabschef David Elazar weitergeleitet wurden. (…) Ich weiß nicht, warum daraus, so Friedländer dazu, eine Sensation wurde, denn all das war seit vielen Jahren bekannt. Könnte es eine Warnung vor einem ähnlichen Mangel an Wachsamkeit sein? (204)

Ende und Anfang des Tagebuchs

Als ich anfing dieses Tagebuch zu schreiben, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich es zu einem so schrecklichen Zeitpunkt abschließen muss. (235) Vorerst sei es nur meine private Chronik eines fortdauernden Dramas, das entweder zu einer Feier des Sieges der Demokratie oder zu dem Eingeständnis führen wird, dass das pulsierende Land, in dem ich jahrzehntelang gelebt und gearbeitet habe, tot ist, dass etwas anderes, etwas Unannehmbares an seine Stelle getreten ist (Seite 5).

Zu dieser tragischen Prophetie gehört, dass wir gegenwärtig nicht wissen, ob die Menschen in diesem Land aufgrund der Verletzung seiner Staatsräson überlebt oder in den Wirren der im Krieg eskalierenden gordischen Knoten in einer Weise traumatisiert sein werden, wie seit dem 27. Januar 1945 nicht mehr.

Der Abgrund. Das tödliche politische Versagen – die zentrale Verantwortungder Regierung Netanjahu für die Katastrophe und die Gefahr ihrer Ausweitung

Friedländer konnte nicht wissen, dass weniger als 5 Monate später sein Blick in den Abgrund, sich so erfüllt wie befürchtet: Spätestens eine Woche vor dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober hat Netanjahu vom ägyptischen Geheimdienst die Warnung vor einem Großangriff erhalten; Warnungen, die in den Tagen zuvor und selbst in den 1. Stunden vor dem Angriff von verschiedenen Seiten wiederholt wurden, nicht zuletzt von Bewohnern in Ashkelon, die die Zusammenrottung der Terrorgruppen aus Gaza beobachten konnten. Weder Netanjahu noch die ihm unterstehenden Einheiten von Armee und Nachrichtendiensten das Desaster sicherheitspolitisch zugelassen. Es kam zur größten Katastrophe für die Staatsräson Israels seit seinem Bestehen. Es war das persönliche tödliche Versagen Netanjahus. Friedländers Befürchtungen waren eingetreten.

Der wachsende Widerstand gegen die Zumutungen einer selbstzerstörerischen Regierung in der Welt: Keine Bodenoffensive! Keine Kriegsverbrechen! Sicherung des Überlebens der Palästinenser in Gaza! Feuerpausen. Zwei-Staaten Lösung – Die Regierung Netanjahu ist ein „Monster“ (Friedländer)

Israel und die Welt ist inzwischen mit der größten Kriegsgefahr seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs konfrontiert, wenn dem nicht durch Diplomatie, Druck und dem Willen zur Mäßigung, d. h. aber im Verzicht auf eine Bodenoffensive und der überfälligen Achtung des humanitären Völkerrechts gegenüber mehr als 4.000.000 Palästinensern (nach inzwischen mindestens 6000 getöteten Palästinensern und 10 tausenden Verletzten) Einhalt geboten wird.

Längst geht von der Hamas – militärisch gesehen – keine Gefährdung der Sicherheit des Staates Israel aus – sehr wohl aber von der nicht gebannten Gefahr eines Flächenbrands durch die eskalierende Interaktion der Gewalt. Im Tagesspiegel vom 27.10.2023 heißt es in der Titelüberschrift: Kein Ort in Gaza ist sicher. USA, EU und UN warnen in Israel vor Rechtsbruch. Die Tatsache ist, dass immer mehr westliche Staaten und internationale Organisationen der Regierung Netanjahu in die Speichen zu greifen beginnen, keine (große) Bodenoffensive wollen, Feuerpausen immer dringender fordern, um den Palästinensern ihr Überleben auch nur ansatzweise sichern zu wollen und teilweise sogar von Kriegsverbrechen der israelischen Seite sprechen, vor allem aber eine Zwei-Staaten Lösung wie seit Jahrzehnten nicht mehr fordern.

Erstveröffentlicht auf dem Block von Hajo Funke
https://hajofunke.wordpress.com/2023/10/27/saul-friedlanders-blick-in-den-abgrund-ein-israelisches-tagebuch/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Stoppt den „Genozid“ in Gaza! Nein zu den Demoverboten!

Bundesweite Demonstration: FREE PALESTINE will not be cancelled

4. November , 14 Uhr, Berlin Neptunbrunnen (Alexanderplatz),Rathausstraße 1, 10178 Berlin

Intitiiert von: Palästina Kampagne, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. und Jüdischer Bund (@jewishbund).

Selbst der zuständige UN Menschenrechtsbeauftragte spricht inzwischen von einem Genozid

unser Bericht zur Demo letzten Samstag "Palestina Solidarität - der globale Süden macht mobil"

Immer mehr Länder weltweit gehen auf Distanz zur israelischen Politik, äußern massivste Kritik, auch EU Länder wie Spanien und Irland. Diese Kritik bedeutet keineswegs in irgendeiner Weise das Massaker der HAMAS zu rechtfertigen. Im Gegenteil, wer jetzt nicht das Vorgehen der israelischen Armee kritisiert, macht sich mit seinem humanen Anliegen bei der Verurteilung der HAMAS unglaubwürdig.

„Angesichts der Eskalation der jahrzehntelangen israelischen Besatzung Palästinas und der Einschränkung der freien Meinungsäußerung in Deutschland müssen wir für Palästina auf die Straße gehen, und zwar so zahlreich wie nie zuvor. Schließt euch uns am 4. November an. Wir sehen uns auf der Straße!

Wir rufen Menschen aus ganz Deutschland und Europa auf, am 4. November 2023 zu einer friedlichen und legalen Demonstration in Solidarität mit Palästina nach Berlin zu kommen.

Seit dem 7. Oktober hat Israel mehr als 5.000 Menschen im belagerten Gazastreifen getötet. In einer Woche warf Israel so viele Bomben auf Gaza ab, wie auf Afghanistan in einem ganzen Jahr geworfen wurden. Die Hälfte der Bevölkerung Gazas sind Kinder. Wissenschaftler*innen warnen, dass Israels Vorgehen in mehrfacher Hinsicht die Definition von Genozid erfüllt.

Die deutsche Regierung bietet Israel weiterhin ihre uneingeschränkte Unterstützung an. Die Stadt Berlin hat fast alle Proteste in Solidarität mit Palästina untersagt, Symbole der palästinensischen Identität in unseren Schulen verboten und eine Welle von Polizeigewalt gegen Palästinenserinnen und ihre Unterstützerinnen ausgelöst, bei der Hunderte von Menschen festgenommen wurden.

Mehr Infos

https://www.nd-aktuell.de/termine/90217.html

Vier hundert Wissenschaftler*innen schlagen Alarm: Kritik an Israel und Solidarität mit Palästinensern ist kein Antisemitismus!

Die Versuche, jegliche Kritik an Israel, sich mit den Menschen in Gaza solidarisch zu zeigen und für das verbriefte Völkerrecht auch der Palästinenser einzutreten, als antisemitisch abzustempeln, stößt auf immer mehr Widerspruch. Der Begriff „Antisemitismus“ wird benutzt, um nicht konforme Meinungen mundtot zu machen! Insbesondere die Praxis der Berliner Behörden, laut Augenzeugen willkürlich gegen Palästinensische Symbole vorzugehen und Demonstrationsrechte und Meinungsfreiheit einzuschränken, wird heftig kritisiert. Wohlgemerkt, es geht nicht um das Abfeiern des abscheulichen Massakers der Hamas, sondern um Solidarität mit einem seit Jahrzehnten unterdrückten Volk, um die Durchsetzung von Forderungen, die zuletzt von der UN Vollversammlung beschlossen wurden und auch um eine friedliche Zukunft für alle Israel*innen und Jüd*innen in Nahost! Jüd*innen sind in Deutschland nicht nur durch Anschläge wie an der Brunnenstraße bedroht, sie sehen sich inzwischen auch wieder mit der Polizei konfrontiert, wenn sie es wagen, deutlich auf der Strasse ihre Kritik an der israelischen Regierung und zionistischen Politik zu zeigen!

Vorankündigung Großdemonstration am kommenden Samstag

Wir berichteten schon mehrmals ausführlich zum Thema

Wir veröffentlichen hier den von inzwischen fast 400 Wissenschaftler*innen unterschriebenen

Brief aus Berlin – kritische Wissenschaftler*innen an die deutsche Politik und Öffentlichkeit

Seit den Massakern der Hamas in Israel am 7.10.2023 und der darauf folgenden Kollektivbestrafung Gazas durch das israelische Militär werden in Berlin zahlreiche Proteste verboten, die sich mit der Zivilbevölkerung in Gaza solidarisieren. Hierzu gehören eine Demonstration jüdischer Vereine, eine Demonstration mit dem Titel „Jugend gegen Rassismus“ sowie zahlreiche Demonstrationen palästinensischer Verbände, auch wenn diese sich deutlich als Veranstaltungen für den Frieden positionieren. Als kritische Wissenschaftler*innen rufen wir die verantwortliche Landesregierung dazu auf, politische Repression dieser Art, die etwa auch repressive Anweisungen des Senats an Berliner Schulen umfasst, umgehend zu unterlassen. 

Seit dem 7.10. sind in Berlin vermehrt antisemitische Anschläge zu verzeichnen. Auch haben seitdem die polizeilichen Repressionen gegen palästinensische und Palästina-solidarische Menschen sowie gegen große Teile der Bevölkerung in Neukölln ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Die gefährdete Sicherheit jüdischer Menschen in Berlin erfordert eine gesamtgesellschaftliche, solidarische Reaktion. Es braucht antifaschistische Strukturen und Aufklärungsarbeit, demokratische politische Bildung und ein erhöhtes Verständnis für die Vielfalt jüdischen Lebens. Stattdessen sehen wir repressive Maßnahmen wie z.B. racial profiling, durch die ein gesamter Stadtteil kriminalisiert wird. Auch das erfordert eine solidarische Reaktion. Eine derartige Eskalation seitens des Staates führt unter anderem dazu, dass jüdische Menschen sowie Jugendliche und Kinder im Kontext von Demonstrationen Polizeigewalt erfahren. Diese Verletzung der Grundrechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit ist inakzeptabel. Sie stellt kein probates Mittel gegen den latenten sowie zunehmend aggressiven Antisemitismus in Deutschland dar. Darauf haben in einem offenen Brief vom 22.10. auch über 100 in Deutschland beheimatete jüdische Kunstschaffende und Wissenschaftler*innen hingewiesen.

Angriffe wie der Brandanschlag auf die jüdische Gemeinde Kahal Adass Jisroel in der Brunnenstraße am 18.10. sowie Demonstrationen gegen die Politik des Staates Israel vor jüdischen Einrichtungen zeugen von einer Gleichsetzung der israelischen Regierung mit jüdischen Menschen und sind eindeutig antisemitisch.

Eine Logik der Gleichsetzung zieht sich in erschreckendem (wenn auch wenig überraschendem) Ausmaß auch durch die deutsche Politik und Öffentlichkeit. So etwa, wenn sich ihre Vertreter*innen im Namen einer vermeintlich pro-jüdischen Staatsräson nahezu ausnahmslos geschlossen hinter die Militäroperationen der israelischen Regierung stellen – obwohl diese bereits von der UN kritisiert und von Expert*innen als genozidal eingeordnet wurden. Wenn im Rahmen des Völkerrechts Israels Recht auf Selbstverteidigung hervorgehoben wird, muss das Verbot einer kollektiven Bestrafung der Zivilbevölkerung sowie der Zerstörung ziviler Infrastruktur ebenfalls betont werden. In Deutschland hat man sich gegenüber der seit 2007 andauernden völkerrechtswidrigen und für die Zivilbevölkerung katastrophalen Blockade des Gazastreifens in Indifferenz eingeübt. Der israelischen Regierung jetzt bedingungslose Unterstützung zuzusichern, nährt die Illusion, militärische Besatzung böte eine Perspektive auf Frieden oder Sicherheit.

Die sich aus der Shoah ergebende historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Jüdinnen und Juden wird dabei so interpretiert, dass sie eine kritische Auseinandersetzung mit der offen rechtsextremen Politik eines wichtigen geopolitischen Verbündeten verhindert. Die israelische Journalistin Amira Hass schrieb dazu kürzlich in der israelischen Zeitung Haaretz Sätze, die derzeit kaum ein deutsches Medium veröffentlichen würde: „Ihr Deutschen habt eure Verantwortung, die sich ,aus dem Holocaust ergibt‘ – also aus der Ermordung unter anderem der Familien meiner Eltern und dem Leid der Überlebenden –, längst verraten. Ihr habt sie verraten durch eure vorbehaltlose Unterstützung eines Israels, das besetzt, kolonisiert, den Menschen das Wasser wegnimmt, Land stiehlt, zwei Millionen Menschen im Gazastreifen in einem überfüllten Käfig gefangen hält, Häuser zerstört, ganze Gemeinschaften aus ihren Häusern vertreibt und Siedlergewalt fördert.“ Vorbehaltlose und kritiklose Unterstützung dürfen sich Nationalstaaten aus demokratischer Perspektive nie gegenseitig gewähren, das betrifft auch das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel.

In den ersten Tagen nach dem 7.10. wurden die Massaker im Süden Israels und die Geiselnahmen durch die Hamas teilweise zynisch verharmlost und die Trauer israelischer Angehöriger verhöhnt. Große Teile der Medien sowie der Landes- und Bundespolitik bezeichnen Solidarisierungsbekundungen mit der palästinensischen Zivilbevölkerung allerdings pauschal als Hamas-Verharmlosung oder gar -Verherrlichung und folgen damit ebenfalls einer verheerenden, rassistischen Logik der Gleichsetzung. Palästinensische Menschen sind nicht gleichzusetzen mit der Hamas, ebenso wenig wie jüdische Menschen gleichzusetzen sind mit der israelischen Regierung. Überdies ist die israelische Blockade des Gazastreifens sowie die völkerrechtswidrige Siedlungspolitik im Westjordanland als politische Rahmenbedingung der Gegenwart anzuerkennen. Wer Kontexte solcher Art nicht berücksichtigt, betreibt eine Politik der Vorverurteilung, verhindert eine Analyse der sozialen Ursachen für Gewalt und bürdet sich innerhalb des aktuellen Konflikts eine enorme Schuld an seiner weiteren Eskalation auf. Die Situation in Berlin zeigt, dass es für palästinensische Menschen in Deutschland derzeit und schon länger kaum Möglichkeiten gibt, sich als politische Subjekte mit eigener Perspektive und Anspruch auf Selbstbestimmung zu äußern, weder politisch noch literarisch oder künstlerisch, da solche Äußerungen zunehmend pauschal als antisemitische Verdachtsfälle betrachtet werden.

In Berlin ist die größte Community der palästinensischen Diaspora in Europa zuhause. Zu den verfassungsrechtlichen Pflichten der hiesigen Regierung gehört es, die Menschen in diesem Land zu schützen. Das gilt für palästinensische Jugendliche, die stattdessen mit der Indifferenz der deutschen Politik und weiter Teile der Öffentlichkeit gegenüber dem Leiden der Zivilbevölkerung in Gaza konfrontiert sind und die nun unter Generalverdacht gestellt und von Politiker*innen mit Ausweisung bedroht werden. Das gilt für jüdische, israelische Regimekritiker*innen, deren Trauer und Bangen um Angehörige in ihrem Heimatland von der deutschen Politik und Öffentlichkeit vereinnahmt werden und deren Raum für öffentliche Anteilnahme ebenfalls beschränkt wird. Die Annahme, dass polizeiliche Repressionen und Einschränkungen der Grundrechte Schutz für diese Bevölkerungsgruppen gewährleistet, ist ein Irrglaube.

Repression schürt Ressentiments. Gewalt erzeugt Gegengewalt und erschwert das solidarische Zusammenleben, das in Berlin an vielen Stellen praktiziert wird. Das polizeiliche Vorgehen fällt demnach zulasten der Angehörigen und Anteilnehmenden beider Seiten in diesem Krieg. Es schränkt nicht nur grundlegende politische Rechte für gerade jene ein, die keinen eigenen Staat haben, der sich für sie einsetzt, sondern verhindert aktiv politische Allianzen zwischen marginalisierten Gruppen in Berlin, die in der derzeitigen Anti-Migrationsdebatte in Deutschland ohnehin öffentlich gebrandmarkt und diskriminiert werden. Dass Forderungen nach Abschiebungen von Palästinenser*innen gerade dann lauter werden, wenn in Israel und Palästina Krieg herrscht und die Zivilbevölkerung mit systematischer militärischer Gewalt und Vertreibung bedroht wird, zeugt von einer besonders perfiden Menschenverachtung.

Am Tag nach dem Angriff der Hamas erzielte die AfD in Bayern und Hessen mit einem rechtsextremen Programm signifikante Wahlerfolge. Hubert Aiwanger, der erst kurz zuvor als vermeintlicher Autor eines antisemitischen Flugblattes neue Bekanntheit erlangte, wurde erstmals direkt gewählt. Die antisemitische Gefahr in Deutschland primär in Protesten gegen die Gewalt des israelischen Militärs im Gazastreifen zu verorten, ist rassistischer Populismus und ignoriert die historisch tiefen und gesellschaftlich wirkmächtigen antisemitischen Tendenzen in breiten Teilen der Gesellschaft, Polizeibehörden und Parlamente. 

Es ist die Aufgabe kritischer Wissenschaft, gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse zu beschreiben, zu benennen und ihre Zusammenhänge zu analysieren. Auch wenn Rassismus und Antisemitismus unterschiedliche Dynamiken der Unterdrückung zugrunde liegen, sind sie aus dieser Perspektive innerhalb derselben gesellschaftlichen Verhältnisse zu bekämpfen. Das bedeutet auch, die Verhältnisse zu bekämpfen, in denen sie reproduziert werden. Wie Leid und Gewalt sich in der Gegenwart zeigen, muss der Maßstab dafür sein, um politische Linien für diesen Kampf zu bestimmen. Ein ahistorisches Verständnis von Antisemitismus und Holocaust-Gedenken, wie es an vielen Stellen längst folgenschwer die deutsche Gesellschaft durchzieht, untergräbt eine Sensibilität für multidirektionale Gewaltverhältnisse und das Leid, das sie hervorbringen. Eine solche Sensibilität ist die Voraussetzung für Solidarität.

Gegen jeden Antisemitismus. Gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Freilassung aller Geiseln und Waffenstillstand jetzt.

hier der Aufruf im Original mit allen Unterzeichnern

(See English translation here.)

Die Unterzeichner*innen sprechen nicht im Namen ihrer Institutionen. 

Erstunterzeichner*innen:

Robel Afeworki Abay, Alice Salomon Hochschule Berlin
Caroline Adler, Universität Hamburg
Yasmin Afshar, Humboldt Universität Berlin / Centre Marc Bloch
Ömer Alkin, Hochschule Niederrhein
Schirin Amir-Moazami, Freie Universität Berlin
Balz Andrea Alter, Universität Freiburg
Ricarda Ameling, Freie Universität Berlin
Susan Arndt, Universität Bayreuth
Annabella Backes, Freie Universität Berlin

André Bank, GIGA German Institute for Global and Area Studies
Denise Bergold-Caldwell, Universität Innsbruck
Kelly Bescherer, Leuphana Universität Lüneburg
Marius Bickhardt, Centre Marc Bloch Berlin / Sciences Po Paris
Beate Binder, Humboldt-Universität zu Berlin
Tamar Blickstein, Freie Universität Berlin
Jacob Blumenfeld, Universität Oldenburg
Manuela Boatcă, Universität Freiburg
Jandra Böttger, Freie Universität Berlin
Carna Brkovic, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Sabine Broeck, Universität Bremen
Johanna Bröse, Universität zu Köln
Regina Brückner, Freie Universität Berlin
Johannes Bruder, FHNW Hochschule für Gestaltung und Kunst
Mirjam S. Brusius, London/Paris
Dennis Büscher-Ulbrich, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Jonathon Catlin, University of Rochester
Robin Celikates, Freie Universität Berlin
Sérgio Costa, Freie Universität Berlin
Katja Diefenbach, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Claudia Derichs, Humboldt Universität Berlin
Hansjörg Dilger, Freie Universität Berlin
Sultan Doughan,  Goldsmiths, University of London
Charlie Ebert, Freie Universität Berlin
Sima Ehrentraut, Universität Wien
Fatima El-Tayeb, Yale University
Antke Engel, Institut für Queer Theory Berlin
Moritz Epple, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Cornelia Ertl, Freie Universität Berlin
Felix Leonhart Esch, Leuphana Universität Lüneburg
Friederike Faust, Georg-August-Universität Göttingen
Mario Faust-Scalisi, Universität Bayreuth
Franziska Fay, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jessica Feely, Berlin/London
Bahar Firat, Freie Universität Berlin
Tiffany N. Florvil, University of New Mexico/Radcliffe Institute
Bettina Fritzsche, Pädagogische Hochschule Freiburg
Daniel Fuchs, Humboldt-Universität zu Berlin
Gregory Gan, Freie Universität Berlin
Cannelle Gignoux, Centre Marc Bloch
Joël Glasman, Universität Bayreuth
Muriel Gonzalez Athenas, Universität Innsbruck
Jule Govrin, Freie Universität Berlin
Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Goethe-Universität Frankfurt
Annika Haas, Universität der Künste Berlin
Leila Haghighat, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig / Akademie der Künste Wien
Meike Haken, Technische Universität Berlin
Hilkje C. Hänel, Universität Potsdam
Matthew Hannah, Universität Bayreuth
Jens Hanssen, University of Toronto
Jonas Harbke, Zeppelin Universität
Sabine Hark, Technische Universität Berlin
Angela Harutyunyan, Universität der Künste Berlin
Nanna Heidenreich, Universität für Angewandte Kunst Wien
Jonas Heller, Goethe Universität Frankfurt
Martin H. Herrnstadt, Universität Bremen
Billy Holzberg, King’s College London
Katharina Hoppe, Goethe Universität Frankfurt
Sarah Horn, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Isabelle Ihring, Evangelische Hochschule Freiburg
Daniel James, Technische Universität Dresden
Gesa Jessen, Freie Universität Berlin
Rebecca Hanna John, Leuphana Universität Lüneburg
Ulrike Jordan, Leuphana Universität Lüneburg
Alp Kayserilioğlu, Universität Tübingen
Serhat Karakayali, Leuphana Universität Lüneburg
Omar Kasmani, Freie Universität Berlin
Frank Kelleter, Freie Universität Berlin
Ina Kerner, Universität Koblenz
Sami Khatib, Orient-Institut Beirut
Nazlı Kilerci-Stevanović, Freie Universität Berlin
Luis Kliche Navas, Freie Universität Berlin
Darja Klingenberg, Europa Universität Viadrina Frankfurt Oder
Henrike Kohpeiß, Freie Universität Berlin
Katrin Köppert, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Aino Korvensyrjä, University of Helsinki / Freie Universität Berlin
Kira Kosnick, Europa-Universität Viadrina
Björn Kraus, Ev. Hochschule Freiburg
Quill R Kukla, Georgetown University
Katharina Lenner, University of Bath
Aleksandra Lewicki, University of Sussex
Marlon Lieber, Goethe-Universität Frankfurt
Agata Lisiak, Bard College Berlin
Daniel Loick, Universität Amsterdam
Carolin Loysa, Freie Universität Berlin
David Ludwig, Wageningen University
Margreth Lünenborg,  Freie Universität Berlin
Jacob Lypp, London School of Economics and Political Science
Anouk Madörin, ehem. Universität Potsdam
Ana Makhashvili, Freie Universität Berlin
Dominik Mattes, Freie Universität Berlin
Annika Mattissek, Universität Freiburg
Paul Mecheril, Universität Bielefeld
Julia Mehlmann, Zeppelin Universität Friedrichshafen
Hanna Meißner, Technische Universität Berlin
Torsten Menge, Northwestern University Qatar
Mari Mikkola, University of Amsterdam
Alyssa Miller, German Institute for Global and Area Studies (GIGA)
Laibor K. Moko, Freie Universität Berlin
Norma Möllers, Queen’s University Kingston
Ana María Miranda Mora, Technische Universität Dresden
Dirk Moses, The City College of New York
Max Müller, Martin-Luther-Universität-Halle-Wittenberg
Börries Nehe, Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Anthony Obst, Freie Universität Berlin
Britta Ohm, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Jasmine Wanjiru Onstad, Humboldt-Universität zu Berlin
Benjamin Opratko, Leuphana Universität Lüneburg
Stefan Ouma, Universität Bayreuth
Kathrin Peters, Universität der Künste Berlin
Hanna Pfeifer, Goethe Universität Frankfurt
Michelle Pfeifer, Technische Universität Dresden
Lucio Piccoli, Freie Universität Berlin
Nelly Y. Pinkrah, Technische Universität Dresden / Leuphana Universität Lüneburg
Caroline Pitzen, Hochschule für Gestaltung Offenbach
Ziga Podgornik Jakil, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Anita von Poser, Martin Luther University Halle-Wittenberg
Francesca Raimondi, Freie Universität Berlin
Gereon Rahnfeld, Bauhaus-Universität Weimar
Udi Raz, Freie Universität Berlin
Howie Rechavia-Taylor, London School of Economics and Political Science (LSE)
Gala Rexer, University College London
Karina Rocktäschel, Freie Universität Berlin
Achim Rohde, Universität Hamburg
Sophia Rohwetter, Akademie der bildenden Künste, Wien
Julia Roth, Universität Bielefeld
Michael Rothberg, UCLA
Melcher Ruhkopf, Leuphana Universität Lüneburg
Uta Ruppert, Goethe Universität Frankfurt/Main
Daniela Russ, Universität Leipzig
Fabio Santos, University of California, Berkeley / Freie Universität Berlin
Myriam Sauer, Freie Universität Berlin
Johanna Schaffer, Kunsthochschule Kassel
Stephan Scheel, Leuphana Universität Lüneburg
Gabriel Scheidecker, Universität  Zürich
Miriam Schickler, Kunsthochschule Kassel
Benjamin Schütze, Arnold Bergstraesser Institut
Lili Schwoerer, Oxford Brookes University
Rüdiger Seesemann, Universität Bayreuth
Todd Sekuler, Humboldt-Universität zu Berlin
Marc Siegel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Véronique Sina, Goethe-Universität Frankfurt
Jan Slaby, Freie Universität Berlin
Susanne Söderberg, University of Queen’s, Canada
Ruth Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien
Eva Spiekermann, University of Oxford
Jannis Steinke, TU Braunschweig
Maurice Stierl, Universität Osnabrück
Lukas Stolz, Leuphana Universität Lüneburg
Juliana M. Streva, Freie Universität Berlin
Simon Strick, Universität Potsdam
Katharina Tchelidze, Leuphana Universität Lüneburg
Vanessa Thompson, Queen’s University Kingston
Mayıs Tokel, Freie Universität Berlin
Hanan Toukan, Bard College Berlin
Alyosxa Tudor, SOAS University of London
Pinar Tuzcu, Queen’s University, Kingston
Nur Yasemin Ural, Universität Leipzig
Pablo Valdivia, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
Çağan Varol, Universität Göttingen
Frieder Vogelmann, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Julian Volz, Leuphana Universität Lüneburg
Maxi Wallenhorst, Leuphana Universität Lüneburg
Caleb Ward, Universität Hamburg
Christopher Weickenmeier, Leuphana Universität Lüneburg
Catherine Whittaker, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Thilo Wiertz, Universität Freiburg
Heidemarie Winkel, Universität Bielefeld
Özge Yaka, Freie Universität Berlin
Franzisca Zanker, Arnold Bergstraesser Institut
Olaf Zenker, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tirdad Zolghadr, Universität der Künste Berlin

weitere Unterzeichner, siehe Original

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung