Aufforderung zur Unterstützung der Europäischen Gewerkschaftsinitiative für Gerechtigkeit in Palästina

Wir veröffentlichen hier einen Aufruf europäischer Gewerkschaftsverbände, die in der Tradition des gewerkschaftlichen Internationalismus stehen und sich solidarisch mit der palästinensischen Arbeiterbewegung zeigen wollen. Kritisiert wird die andauernde völkerrechtswidrige Besetzung Palästinas durch Israel, die auch die Etablierung eines Regimes von Erniedrigung und Ausbeutung ermöglicht hat. DIe EU wird aufgefordert, in Zukunft nur Assoziierungsabkommen mit Israel zu vereinbaren, wenn die hier kritisierten Lebens- und Arbeitsverhältnisse nicht mehr fortbestehen. Auch müsse auf die Unternehmen Druck ausgeübt werden, die aus dieser Situation Profit schlagen. Von den größeren Gewerkschaften aus der EU dabei sind die Solidaires sowie die CGT aus Frankreich, die CGT aus Spanien und Regionalverbände der norwegischen Arbeitergewerkschaften. Der zur Staatsräson mutierte Antisemitismusdiskurs in Deutschland, der nur die Rechtsparteien in der israelischen Knesset definieren lassen will, was Antisemitismus ist, hat dafür gesorgt, dass Deutschland auf der Liste der solidarischen Gewerkschaftsverbände eine Leerstelle bleibt. (Jochen Gester)

Die Gewerkschaftsbewegung hat sich im Geiste der internationalen Solidarität der Arbeiterklasse und zur Verteidigung der grundlegenden Menschenrechte stets für eine gerechte Lösung für das palästinensische Volk eingesetzt. Die Grundwerte des gewerkschaftlichen Internationalismus verpflichten uns zu konkreten und wirksamen Maßnahmen für ein Ende der illegalen israelischen Besatzung, für die Umsetzung der UN-Resolutionen und für eine gerechte und ausgewogene Lösung für alle.

In diesem Sinne rufen wir zu einer koordinierten Mobilisierung der europäischen Gewerkschaftsbewegung auf, um wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Israels Verweigerung der Rechte der Palästinenser und den schweren Verstößen gegen das Völkerrecht ein Ende zu setzen.

Die Palästina-Frage befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Israel treibt die Kolonisierung von palästinensischem Land im besetzten Westjordanland und in Jerusalem unerbittlich voran und vertreibt die Palästinenser weiterhin aktiv von ihrem angestammten Land. Seit 2007 werden die 1,8 Millionen Einwohner des Gazastreifens brutal belagert, und den palästinensischen Flüchtlingen wird nach wie vor das Recht auf Rückkehr verweigert.

Trotz verschiedener Initiativen zur Förderung von Frieden und wirtschaftlicher Entwicklung macht das Fortbestehen des gewaltsamen israelischen Besatzungssystems die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft praktisch unmöglich. Die Arbeitslosenquote im besetzten Westjordanland liegt bei 27 Prozent, während ein Bericht der Weltbank aus dem Jahr 2015 besagt, dass der Gazastreifen die höchste Arbeitslosenquote der Welt aufweist.

Das repressive System der international als illegal eingestuften Mauer, der Siedlungen, der Kontrollpunkte und der weiteren Landaneignung, das der palästinensischen Bevölkerung auferlegt wird, nimmt den Palästinensern nicht nur die Möglichkeit, eine florierende lokale Wirtschaft zu entwickeln, und beraubt sie ihres Landes und ihrer Einkommensquellen, sondern zwingt die Arbeitnehmer auch zu erniedrigenden und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, um zu überleben.

Zahlreiche UN-Resolutionen und Empfehlungen der Europäischen Union haben Israels eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht nicht beendet. Israel setzt seine koloniale Expansion und seine brutale Politik der Diskriminierung des palästinensischen Volkes, einschließlich der 1,5 Millionen palästinensischen Bürger Israels, fort.

Als europäische Gewerkschafter sind wir alarmiert, dass trotz des offensichtlichen Unrechts, das dem palästinensischen Volk angetan wurde, die europäischen Staaten, die Europäische Union (EU) und die repräsentativen Institutionen ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind, Israel für seine schweren Verletzungen des Völkerrechts zur Rechenschaft zu ziehen. Im Rahmen dieses Regimes der Straflosigkeit profitieren multinationale Unternehmen, indem sie die fortgesetzte Unterdrückung und Enteignung des palästinensischen Volkes unterstützen.

Obwohl die EU einige Aspekte der israelischen Politik kritisiert, unterstützt sie Israel weiterhin politisch, wirtschaftlich und militärisch. Der EU-Freihandel übertrumpft konsequent die Rechte der Palästinenser, wie mehr als 150 europäische zivilgesellschaftliche Organisationen hervorgehoben haben, die zeigen, wie das TTIP die Möglichkeiten der Palästina-Kampagnen einschränken wird.

Wir sind besonders daran interessiert, eine wirksame Kampagne zur Beendigung des Assoziierungsabkommens EU-Israel zu entwickeln. Das Abkommen gewährt Israel einen bevorzugten Zugang zu den europäischen Märkten, erlaubt israelischen Ministerien und Waffenfirmen, EU-Gelder zu erhalten, und verschafft Israel die politische Unterstützung, die es braucht, um seine Verbrechen gegen das palästinensische Volk auszuführen.

Dies ist ein Verstoß gegen Artikel 2 des Abkommens, der besagt „Die Beziehungen zwischen den Vertragsparteien … beruhen auf der Achtung der Menschenrechte und der Grundsätze der Demokratie.“ Die fortgesetzte Anwendung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel trotz Israels eindeutiger Verletzung der Klausel in Artikel 2 fördert ein Umfeld der Straflosigkeit und der Toleranz gegenüber Israels Verbrechen.

Wir glauben, dass wir als Gewerkschafter und bewusste Bürger dieser Welt die Pflicht und die Macht haben, zu handeln. Wir glauben, dass es für uns an der Zeit ist, uns gemeinsam mit der palästinensischen Arbeiterbewegung zu solidarisieren, Strategien zu entwickeln, um unsere Regierungen und die EU als repräsentatives Organ zur Rechenschaft zu ziehen und Druck auf Unternehmen auszuüben, damit diese ihre Komplizenschaft mit Israels Verletzungen des Völkerrechts und der Menschenrechte beenden.

Befürwortende Gewerkschaften:

BELGIEN:

La Centrale Générale-FGTB,
ACV/CSC Brussels, 
ACV/CSC Belgium, 
IRW-CGSP, 
LBC-NVK, 
CNE
ACOD Culture


BASKENLAND:

ELA – Basque Workers Solidarity 

LAB –

STEILAS – Education Union

FRANKREICH
Union syndicale Solidaires,  
CGT France – 66     


GALIZIEN

Confederacion Intersindical Galega – CIG


IRLAND:

The Irish Congress of Trade Unions (ICTU),

FORSA,

Unite the Union,

Unison N. Ireland,

The Northern Ireland Public Service Alliance,

Communications Workers Union,

Mandate Trade Union

Irish National Teachers’ Organisation – INTO: Derry City, INTO: Newry, INTO: Dungannon, INTO: Armagh, INTO: Belfast West,

Belfast&District Trades Union Council,

Derry Trades Union Council,

Trade Union Friends of Palestine,


NORWEGEN:

Fagforbundet (Norwegian Union of Municipal and General Employees)
Fagforbundet Bergen
The Norwegian Confederation of Trade Unions (LO) – region Trondheim
The Norwegian Confederation of Trade Unions (LO) – region Sandefjord
The Norwegian Confederation of Trade Unions (LO) – region Bergen og Omland


NIEDERLANDE:
Palestinawerkgroep-FNV (The Netherlands),


SPANIEN:

Confederation Intersindical – STEs

Confederación Intersindical 
Intersindical Valenciana – Valencia
IAC  – Intersindical Alternativa de Catalunya
CGT – Confédération générale du travail 


GROSSBRITTANIEN
UNISON – The Public Service Union 

NEU – National Education Union

http://www.etun-palestine.org/site/what-you-can-do/suggested-actions/

„Tel Aviv – Beirut“ – Gewehre im Anschlag

Bild: Die Regisseurin Michale Boganim bei der Präsentation des Filmes „Tel Aviv – Beirut“ in Paris am 2. Mai 2023. Foto: Berzane Nasser (CC-BY-SA 4.0 cropped)

Peter Gutting
film-rezensionen.de

Der zweite Spielfilms der französisch-israelischen Regisseurin Michale Boganim erzählt in starken Bildern und schockierend aktuell von den zwischenmenschlichen Kosten zweier Angriffskriege.

Es war einmal eine Bahnlinie. Sie führte vom israelischen Tel Aviv bis nach Beirut im Libanon. Was heute märchenhaft klingt, steht für eine Sehnsucht: Dass die ewigen Kriege im Nahen Osten einmal enden mögen. Ganz einfach deshalb, weil sie kein Naturgesetz sind, wie man denken könnte, wenn man nach 1948 geboren ist, dem Gründungsjahr des Staates Israel. Sondern dass sie von Menschen gemacht werden, die diesseits und jenseits der heutigen Grenzen gerne Hummus mit Pita Brot essen, deren Politiker, Armeen und Milizen aber auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln pfeifen. Die französisch-israelische Regisseurin Michale Boganim erzählt in ihrem zweiten langen Spielfilm von dieser Utopie, die sich poetisch über die harte Realität der beiden Libanon-Kriege und das vergessene Schicksal von Israels libanesischen Helfern legt.

Gewehre im Anschlag

Eine heilige Prozession durch ein kleines südlibanesisches Dorf 1984, zwei Jahre nach der israelischen Besetzung: Tanya (Zalfa Seurat, hier als Kind: Maayane Elfassy Boganim) trägt das Holzkreuz an der Spitze der singenden Gemeinschaft, die auf dem Weg zur Kirche ist. Eine friedliche Szenerie, wäre da nicht der israelische Soldat, der mit dem Gewehr im Anschlag nebenher läuft und für die Sicherheit der Christen sorgen will. Dass dies keine übertriebene Vorsicht ist, zeigen die Schüsse, die plötzlich fallen, gefolgt von Bombeneinschlägen. Die Gläubigen müssen jetzt rennen bis zum Gotteshaus, mit knapper Not schaffen sie es ins Innere. Mit solchen Kontrasten arbeitet der Film durchgängig. Das Brutale mischt sich ins Heilige, die Realität in den Wunsch nach Frieden, das militärisch-männliche Prinzip in die Fürsorge und Mütterlichkeit der Frauen.

Erzählt wird die Geschichte über 22 Jahre und drei Episoden, die in den Jahren 1984 (zwei Jahre nach dem ersten Einmarsch Israels in den Südlibanon), 2000 (Sieg der Hisbollah und Rückzug der Israelis) und 2006 (zweiter Libanonkrieg) spielen. Man muss sich jedoch nicht mit den komplizierten Verhältnissen in Nahost auskennen, um den beiden parallelen Handlungslinien zu folgen, die sich kurz zu Beginn und dann ausgiebiger am Ende treffen. Sie handeln von den beiden Frauen, mit deren Augen wir auf die Ereignisse schauen. Tanya wächst im Südlibanon während der ersten Besatzung auf. Sie muss später mit ihrem Vater Fouad (Younes Bouab), einem Kollaborateur der Israelis, über die Grenze nach Nordisrael fliehen und ihre grosse Liebe verlassen. Zur gleichen Zeit bringt im israelischen Haifa die junge Myriam (Sarah Adler) ihren Sohn Gil (Noam Boukobza) zur Welt. Myriam ist eigentlich Französin und nur der Liebe wegen nach Israel gegangen, um dort Yossi (Shlomi Elkabetz) zu heiraten. Aber Yossi ist eigentlich die ganze Zeit weg, schon als 20-Jähriger kämpft er im Libanon. Dort rettet er in der ersten Episode der kleinen Tanya das Leben, weshalb er bei Tanyas Eltern ein gern gesehener Gast ist.

Erschreckend aktuell

Ist das nicht alles lange her, könnte man fragen, wenn man nicht wie Autorenfilmerin Michale Boganim (La Terre Outragée, 2011) in Haifa geboren wurde, in Jerusalem studierte und 2006 während des zweiten Libanonkrieges in Tel Aviv lebte. Die Brutalität der israelischen Armee habe sie damals schockiert, erzählt die französisch-israelische Regisseurin im Interview. Sie begann zu recherchieren und entdeckte unter anderem die vergessene Geschichte derjenigen Libanesen, die mit den Israelis zusammenarbeiteten und dann von ihnen bei deren Abzug verraten wurden. Nicht nur in diesem Punkt erweist sich Boganims Film als erstaunlich aktuell, wenn man an die sogenannten „Ortskräfte“ in Afghanistan denkt. Sehr heutig ist auch die Eigendynamik der oft von Testosteron getriebenen Militärlogik, die sich anscheinend verselbstständigt und gar nicht mehr zum Frieden zurückfindet, sondern quasi vom Vater auf den Sohn vererbt wird über Jahrzehnte.

Wenn Yossi als blutjunger Mann zum ersten Mal in den Krieg zieht, zeigt er noch menschliche Regungen und weiss gar nicht, was er eigentlich in dem fremden Land verloren hat (so wie heute die Russen in der Ukraine). Aber als langgedienter Offizier hat er nichts Besseres zu tun, als seinen Sohn Gil zum Wehrdienst zu überreden, statt ihn gleich nach dem Abitur in Paris studieren zu lassen, wo er an der renommierten Sorbonne angenommen wurde.

Auch wenn Tel Aviv – Beirut in der Nebenhandlung um Gil etwas konstruiert wirkt (er ist ausgerechnet einer der beiden realen Soldaten, die im zweiten Libanonkrieg von der Hisbollah als Geiseln genommen wurden), so punktet der Film doch mit seiner starken Bildsprache und dem Fokus auf der Solidarität der Frauen, die keine Grenzen kennt. Vom realen Geschehen her erzählt der Film eine traurige Geschichte, aber seine Visualität transportiert die Hoffnung des „trotz alledem“. Sie ist durchtränkt vom Licht des nahen Mittelmeeres, von der Schönheit der kargen Landschaften. Und von der pragmatischen Zärtlichkeit, mit der Mütter für ihre Kinder und Krankenschwestern für die Opfer des Krieges sorgen. Wenn es eines Beweises bedürfte, dass es eine spezifisch weibliche Handschrift beim Filmemachen gibt – hier ist er.

Tel Aviv – Beirut
Frankreich, Deutschland
2022 –
116 min.
Regie: Michale Boganim
Drehbuch: Michale Boganim
Darsteller: Zalfa Seurat, Maayane Elfassy Boganim, Shlomi Elkabetz
Produktion: Frédéric Niedermayer
Musik: Avishai Cohen
Kamera: Axel Schneppat
Schnitt: Anne Weil

**** VERFÜGBAR IN DER ARTE-MEDIATHEK ***

Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons (CC BY-NC-SA 4.0) Lizenz.

Wie Netanjahu die Hamas von 2012 bis 2018 finanzierte, aufbaute und zu einem Verbündeten machte

Es ist schon erstaunlich wie breit in der israelischen Presse die Rolle Netanjahus bei der Gründung und dem Ausbau der HAMAS als Terrororganisation diskutiert und im Detail nachgewiesen werden kann. Trotz Kriegsrecht und massiven Einschüchterungsversuchen decken führende Presseorgane wie Haaretz die Wahrheit auf und stellen unangenehme Fragen nach der Verantwortung für den Terroranschlag am 7. Oktober. Nicht zuletzt stellen sich diese Fragen auch die Angehörigen und überlenden Opfer. Der Hauptteil der deutschen Presse hüllt sich indes zu solchen unschönen Tatsachen und Fragen lieber in Schweigen [1]fast zeitgleich erscheint mit uns ein Beitrag der FR dazu … Continue reading. Wer es in Deutschland trotzdem wagt, diese israelische Regierungspolitik grundsätzlich zu kritisieren und über die Verurteilung des Massakers vom 7.Oktober hinaus die Ursachen zu hinterfragen , der läuft Gefahr, mit dem Totschlagargument „antisemitisch“ oder als „Terroristen- und HAMASfreund “ mundtot gemacht zu werden. Das ist absurd. Und noch absurder ist es, wenn dieser Vorwurf von Leuten kommt, die sich aus Staatsräson dieser israelisch zionistischen Politik „bedingungslos“ unterwerfen. Denn sie machen ihren Kotau gerade vor denjenigen, die laut einem großen Teil der veröffentlichten Meinung in Israel selbst für den heutigen Terror der HAMAS mit verantwortlich sind. Die israelische Regierung, ihr rechtslastiges zionistisches Umfeld und der Ministerpräsident persönlich in besonderem Maße sollen diese HAMAS erst groß gemacht und mit dazu beigetragen haben,dass die HAMAS die Befähigung für die heute stattfindenden Anschläge erlangt hat. Es bleibt dann nur noch die rhetorische Frage: Wer ist eigentlich eher „HAMAS-Freund“? Derjenige, der Netanyahu & Co., die die Terroristen nach Kräften gefördert haben, vorbehaltlos unterstützt oder derjenige, der Netanyahu & Co. kritisiert und diese Politik ablehnt?

Marc Lesseraux gibt im folgenden Beitrag einen Einblick in diverse Fakten zu diesem Thema und in den Pressedialog dazu in Israel. Jeder kann sich in die angegebenen Quellen weiter einlesen und sich ein umfassendes Bild machen .(Peter Vlatten)

Wie Netanjahu die Hamas von 2012 bis 2018 finanzierte, aufbaute und zu einem Verbündeten machte

24.11.23 – Mark Lesseraux, Pressenza

Der folgende Auszug stammt aus einem Artikel in Haaretz, einer der meistgelesenen Mainstream-Zeitungen Israels. Es wurde von Dmitry Shumsky geschrieben und am 11. Oktober 2023 veröffentlicht. Dem Artikel folgte fast täglich eine Reihe von weiteren Artikeln in Haaretz und in anderen großen israelischen Publikationen, die die gleichen oder ähnliche Punkte über Netanjahus katastrophal gefährliche Politik anführten. Ein großer Teil der israelischen Bevölkerung ist weit davon entfernt, Netanjahus unflexiblen Anti-Zwei-Staaten-Strategien zuzustimmen. Tatsächlich betrachten ihn viele als die Ursache der aktuellen Katastrophe, die sich in Gaza immer noch ausweitet.

„Die tiefen Wurzeln der Machbarkeit der mörderischen Angriffe der islamistischen Nationalisten aus dem Gefängnis, das Gaza ist, auf israelische Bürger sollten tatsächlich in einer früheren Zeit von Benjamin Netanjahus Amtszeit als Premierminister gesucht werden, vor seinem Strafprozess und seinem Bündnis mit nationalistischen Kahanisten und dem Justizputsch, als er als „vernünftig“, „rational“ und „verantwortungsvoll“ galt.“

Netanjahu entwickelte und förderte eine zerstörerische, verzerrte politische Doktrin, die besagt, dass die Stärkung der Hamas auf Kosten der palästinensischen Autonomiebehörde gut für Israel sei. Ziel der Doktrin war es, die Kluft zwischen der Hamas in Gaza und der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland aufrechtzuerhalten. Dies würde die diplomatische Lähmung bewahren und die „Gefahr“ der Verhandlungen mit den Palästinensern über die Teilung Israels in zwei Staaten mit dem Argument, dass die Palästinensische Autonomiebehörde nicht alle Palästinenser vertritt, für immer beseitigen.

Netanjahus fehlerhafte Strategie verwandelte die Hamas von einer kleinen terroristischen Organisation in eine voll effiziente Armee hochqualifizierter entmenschlichter Sturmtruppen. Blutrünstige Mörder, die gnadenlos unschuldige israelische Zivilisten, darunter Frauen, Kinder und alte Menschen abgeschlachtet haben. Das ist solide dokumentiert. Zwischen 2012 und 2018 gab Netanjahu Katar die Genehmigung, eine kumulative Summe von etwa einer Milliarde Dollar zu überweisen, von denen die Hälfte an die Hamas einschließlich ihres militärischen Arms ging.

Am 11. März 2019 erklärte Netanjahu den rücksichtslosen Schritt wie folgt: „Der Geldtransfer ist Teil der Strategie, die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland zu spalten. Jeder, der gegen die Gründung eines palästinensischen Staates ist, muss den Transfer des Geldes von Katar an die Hamas unterstützen. Auf diese Weise werden wir die Errichtung eines palästinensischen Staates vereiteln.“

Am 15. Mai 2015 sagte Netanjahus Generalmajor Gershon Hacohen in einem Interview: „Wir müssen die Wahrheit sagen! Netanjahus Strategie besteht darin, die Zweistaatenlösung zu verhindern. Also macht er die Hamas zu seinem engsten Partner. Die Hamas ist heimlich ein Feind. Sie ist jetzt auch ein Verbündeter.“ [2]https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-11/ty-article/.premium/netanyahu-needed-a-strong-hamas/0000018b-1e9f-d47b-a7fb-bfdfd8f30000

Im Folgenden habe ich ein paar weitere Titel aus Haaretz-Artikeln hinzugefügt, die alle innerhalb der letzten Zeit veröffentlicht wurden (Titel übersetzt; Anm.d.Red. Pressenza)

  • „Netanjahu hat Israel dazu gebracht, für seine Demokratie zu kämpfen. Jetzt lässt er es um sein Leben kämpfen“ [3]https://www.haaretz.com/israel-news/2023-11-03/ty-article/.premium/netanyahu-made-israel-fight-for-its-democracy-now-hes-making-it-fight-for-its-life/0000018b-92b5-db7e-af9b-fbf797670000
  • „Der immer zynischere Netanjahu setzt gefallene Soldaten in seiner Überlebenskampagne ein“ [4]https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-27/ty-article/.premium/ever-cynical-netanyahu-uses-fallen-soldiers-in-his-campaign-for-survival/0000018b-6d5c-d90b-a7df-7f5c728a0000
  • „Netanjahu muss gehen“ [5]https://www.foreignaffairs.com/israel/why-netanyahu-must-go
  • „ Netanjahus billiges, verdorbenes Schuldzuweisungsspiel für den schlimmsten Tag in der Geschichte Israels“ [6]https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-30/ty-article/.premium/netanyahus-cheap-depraved-blame-game-for-the-worst-day-in-israels-history/0000018b-80c8-d1da-a1bb-edf81fc20000
  • „Netanjahus Koalition muss ihn sofort entfernen“ [7]https://www.haaretz.com/opinion/editorial/2023-10-30/ty-article-opinion/netanyahus-coalition-must-remove-him-immediately/0000018b-7cf1-d0f6-afeb-7ef5b1670000

Wir danken unserer Partnerseite Pressenza für die Publikationsrechte, der Beitrag ist dort erschienen am 24.11.2023

Titelfoto: Verteidigungsminister Lloyd J. Austin III nimmt an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu teil, Israel, 12. April 2021. (DoD Foto von U.S. Air Force Staff Sgt. Jack Sanders)

References

References
1 fast zeitgleich erscheint mit uns ein Beitrag der FR dazu :https://www.fr.de/politik/israel-gaza-krieg-netanjahu-und-die-hamas-beide-stehen-vor-dem-aus-aktuell-news-zr-92697110.html?fbclid=IwAR1frfl5pn8Gxwx7nKnx_x2rPlbMzj-FqxEutJC2ZsfhzIowxjuWc0yIo6s
2 https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-11/ty-article/.premium/netanyahu-needed-a-strong-hamas/0000018b-1e9f-d47b-a7fb-bfdfd8f30000
3 https://www.haaretz.com/israel-news/2023-11-03/ty-article/.premium/netanyahu-made-israel-fight-for-its-democracy-now-hes-making-it-fight-for-its-life/0000018b-92b5-db7e-af9b-fbf797670000
4 https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-27/ty-article/.premium/ever-cynical-netanyahu-uses-fallen-soldiers-in-his-campaign-for-survival/0000018b-6d5c-d90b-a7df-7f5c728a0000
5 https://www.foreignaffairs.com/israel/why-netanyahu-must-go
6 https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-30/ty-article/.premium/netanyahus-cheap-depraved-blame-game-for-the-worst-day-in-israels-history/0000018b-80c8-d1da-a1bb-edf81fc20000
7 https://www.haaretz.com/opinion/editorial/2023-10-30/ty-article-opinion/netanyahus-coalition-must-remove-him-immediately/0000018b-7cf1-d0f6-afeb-7ef5b1670000

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