25.11.2022 Friedenslogik statt Kriegslogik – Handlungsoptionen hin zu einer sozial-ökologischen Transformation

NatWiss Online-Veranstaltung am 25.11.22 ab 18 Uhr online via Zoom (Programm und Anmeldung siehe weiter unten).

Nato-Osterweiterung, Aufrüstung der Ukraine durch Nato-Mitgliedsstaaten, Ignoranz gegenüber russischen und gemeinsamen europäischen Sicherheitsinteressen, Zerstörung der Rüstungskontrolle, vornehmlich durch die USA; Mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine (wie jeder Angriffskrieg völkerrechtswidrig) ist der vorläufige Höhepunkt einer kriegerischen Eskalationsspirale erreicht. Nun stehen wir vor der Drohkulisse eines Atomkrieges, die wiederholte Erwähnung der Möglichkeit des Einsatzes von Nuklearwaffen rückt die menschliche Zivilisation wie wir sie kennen an den Rand der Auslöschung. Die Doomsday Clock des Bulletins of Atomic Scientists steht 100 Sekunden vor Mitternacht. Die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen ist in eine neue Phase getreten. In dieser Phase wird Realität, wovor bisher nur gewarnt wurde:

In der Transformation von einer unipolaren zu einer multipolaren Welt werden militärische Mittel zur Sicherung von Eigeninteressen, Ressourcenzugängen und Einflusssphären angewandt. Der Frieden der „kannibalischen Weltordnung“ (Jean Ziegler) folgt der anti-politischen Logik des Krieges: eine Dynamik von Konkurrenz, Aufrüstung, Sanktionen und diplomatischer Eskalation. Es gibt nur noch Gut und Böse, Freund und Feind. Der Feind muss besiegt werden, es darf zu keinem anderen Ergebnis dieser Konfrontation kommen. Dem wird alles untergeordnet, auch wirtschaftliche Interessen, Welternährung und Menschenrechte. Eine „Zeitenwende“ soll die Kriegslogik rechtfertigen, die an die Stelle von Politik tritt: Vergangenheit, Zukunft, Kooperation, Kompromiss und das Verhandeln berechtigter Interessen werden bedeutungslos.

In krassem Gegensatz dazu befinden wir uns in einer noch nie dagewesen, multiplen Krise: rasantes Artensterben, frühere Kipppunkte des Klimas als angenommen, Entdemokratisierung. Im Anthropozän steht die Zukunft des menschlichen Lebens auf dem Spiel. Wichtige Schritte hin zum Schutz unseres Planeten vor den Auswirkungen der Wachstumsgesellschaft werden rückgängig gemacht, um kurzfristige Interessen durchzusetzen. Um diesen „Krieg gegen unseren Planeten“ (Altvater/Mahnkopf) zu beenden, braucht es eine Wende hin zu globalen, politischen Lösungen auf Grundlage der Friedenslogik.

In dieser Veranstaltung sollen die Prämissen der Kriegslogik anhand aktueller Beispiele analysiert und dargestellt sowie ihre Entstehung entlang von Einzelinteressen einer wachstumsabhängigen Minderheit nachvollzogen werden. Es werden Handlungsalternativen hin zu einer Friedenslogik und einer sozial-ökologischen Transformation der Demokratisierung vorgestellt und diskutiert. Die Ergebnisse werden Ausgangspunkt weiterer Veranstaltungen sein.

Programm:

18:00 Uhr | Technische Hinweise

18:05 Uhr| Einleitung Malte Albrecht (NatWiss)

18:15 Uhr | Einleitende Beiträge
Moderation: Malte Albrecht (NatWiss)

Von der Irrealisierung über die Moralisierung zur strukturellen Faschisierung der Diskurse: Die Debatte um den Ukraine-Konflikt und ihre Vorläufer
Rainer Fischbach (Arbeitet als Softwareexperte in der Industrie, lehrte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und forschte zur militärischen Technologiefolgen-abschätzung als Mitglied der Working Group Peace Research and European Security )

Von der Kriegslogik zur Friedenslogik: Zeitenwende zum nachhaltigen Frieden
Prof. Dr. Jürgen Scheffran (NatWiss, Universität Hamburg)

CETA: Sargnagel für Demokratie und Klima
Dr. Sibylle Brosius (NatWiss)

19:15 Uhr | Diskussion

20:00 | Schluss

Download Programm >

Anmeldung:

Die NatWiss Online-Veranstaltung findet am 25.11.22 ab 18 Uhr online via Zoom statt.
Für die Teilnahme müssen Sie sich per Mail an info@natwiss.de anmelden.

Die Teilnahme ist kostenlos. Nach der Registrierung erhalten Sie eine Bestätigung und einen Zugangslink für die Teilnahme. Suche nach:

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Veranstaltungen

Friedenslogik statt Kriegslogik – Handlungsoptionen hin zu einer sozial-ökologischen Transformation

  • 25/11/2022
  • Online

60th ISODARCO Course

  • 08/01/2023 – 15/01/2023

Neueste Beiträge

Tarifpoker Metall -Kampf gegen den finanziellen Abstieg!

Donnerstag 6.10.2022 vor dem Haus der Wirtschaft in Berlin. Kurz vor Verhandlungsbeginn Nummer Zwei in der diesjähringen Metalltarifrunde. Belegschaftsvertreter der wichtigsten Metallbetriebe in Berlin und Brandenburg drückten – unter Trommelwirbel und Trompeten- deutlich ihre Erwartungen aus und schilderten die Stimmung unter den Kollegen in ihren Betrieben (siehe hierzu auch unsere Videodokumentation mit Redeausschnitten am Ende ).

Zusammengefasst. In den Betrieben brodelt es. Das bisherige Nullangebot macht die Menschen wütend. Die Belegschaften waren lange nicht so kampfbereit, auch für unbefristete Streiks, um die Forderung von 8 Prozent voll durchzusetzen. Angesichts der aktuellen Inflation sehen viele die 8 Prozent als Mindestforderung an -gefühlt brauchen wir mehr (BR Vorsitzender Mercedes Benz Marienfelde). Am Nachmittag war klar. Weder Hinweise und Argumente, wie sehr doch die Forderung von 8 Prozent berechtigt sei , noch drastische Streikandrohungen hatten etwas gefruchtet! . Auch diesmal bewegte sich das Unternehmerlager nicht über die „Null“ hinweg.

Was sind die Hintergründe und die besonderen Fallstricke in dieser Tarifrunde?

Schon mehrere Jahre keine nachhaltigen Erhöhungen mehr !

Die diesjährige Tarifrunde findet vor dem Hintergrund mehrjähriger Abstinenz statt. Mit der Coronapandemie als Begründung gab es ausser Einmalzahlungen keine wirklich sockelwirksamen Lohn- und Gehaltserhöhungen mehr. Während die Preise Stück für Stück anzogen und die Kapitalseite bis zu zweistellige Renditen erzielte, hängt das Niveau von Löhnen und Gehältern immer weiter hinter dieser Entwicklung her. Die Schere zwischen Kapital und Beschäftigten, die die eigentliche Arbeit zur Erzielung der Gewinne und ökonomischen Macht deutscher Unternehmen leisten, ging weiter sprunghaft auseinander. Inzwischen fürchten viele Kollegen, angesichts der nun galoppierenden Inflation, “ demnächst ihre großen Rechnungen“ nicht mehr zahlen zu können.

Als die Forderung von 8 Prozent beschlossen wurde, lag die offiziell erwartete Inflationshöhe noch etwa auf Augenhöhe. Inzwischen sagen die meisten Wirschaftsinstitute Preisanstiege von 12 Prozent und mehr im nächsten Jahr voraus. Aufgrund eines riesigen Nachholbedarfs bei den Arbeitnehmereinkommen, gestiegener Produktivität und zweistelliger Gewinne fordeten schon vorher Belegschaften (z.B. Mercedes Werk Untertürkheim 11,5%) deutlich mehr. In den Tarifkommissionen wurde und wird auf die Notwendikgeit von Inflationsöffnungsklauseln und strikter Begenzung der Laufzeit hingewiesen. Bei der Acht darf es jetzt keinen Kompromiss mehr geben ! „Bevor es kracht, gebt uns die Acht“ Was wundert es, dass jetzt viele so denken und streikbereit sind , da selbst eine volle Durchsetzung angesichts der aktuellen Entwicklung noch zu realen Einbußen bei den Menschen führen kann.

Welche Rolle spielen Hilfsleistungen des Staates in der aktuellen Preis und Versorgungskrise !

Trägt „der Staat mit seinen riesigen Entlastunngspaketen“ wirklich maßgeblich dazu bei, dass die arbeitenden Menschen und das Gros der Bevölkerung in der gegenwärtigen Preis- und Versorgungskrise über die Runden kommen? Kurzfristig zu einem kleinen Teil ja, mittel- und langfristig Nein! „Sicher ist nur, es handelt sich wie auch bei den anderen Entlastungsmaßnahmen um einen vorübergehenden Schutzschirm mit einem nochmals einmaligen Budgetumfang von 200 Milliarden Euro. Das kann tatsächlich bei konsequenter Umsetzung die aktuelle Not vieler lindern. Aber es ist wie bei einem Fallschirm, man fällt langsamer, kommt aber mit Sicherheit unten in der „Armut“ an. [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/?p=14039 Was wirklich für den einzelnen Arbeitnehmer herauskommt, steht momentan noch in den Sternen. Lediglich Folgendes scheint zur Gaspreisbremse seitens der Expertenkommssion fix: 12 Cent für 80 % des Verbruchs begrenzt auf 14 Monate für Privstpersonen und Kleinbetriebe , 7 Cent für Unternehmen begrenzt auf 16 Monate. [2]wir werden berichten, wenn die Maßnahmen bekannt sind. “ Wie die dpa aus Kommissionskreisen erfuhr, schlägt das Gremium für Dezember eine Einmalzahlung vor. Für Industrie-Gaskunden solle es … Continue reading

Auf jeden Fall geht ein Großteil des Geldes an die Unternehmen selbst. Halb Europa protestiert ja nicht deshalb gegen das Maßnahmenpaket wegen Wettbewerbsvorteilen für die deutsche Wirtschaft, weil das Geld vorrangig nur an Harz IV Empfänger oder Arbeiter und Angestellte fließt. Nicht zuletzt wird ein weiterer Teil für den aggressiven Aufkauf von Gas und Kohle verwendet, was – wie das Handelblatt am 8.10. berichtet [3] Handelsblatt 8.10. – die internationalen Enegiepreise weiter anheizt und Länder wie Pakistan oder Bangladesh an den Rand des Ruins treibt.

Durch den „Wums“ um eine weitere Verschuldung von 200 Milliarden Euro wird die Inflation selbst weiter angeheizt. Für den Staat hat das den schönen Nebeneffekt: Seine Schulden werden weginflationiert und es sprudeln Steuermehreinnahmen. Ausserdem sind eine Reihe Abgabenerhöhungen ab Anfng Januar geplant, über die man sich wohlweislich ausschweigt. Für uns bedeutet es, dass unsere Entlastungsgelder durch den erhöhten weiteren Preisantrieb wieder weggefressen werden. Last not least sind wir es mit unseren Enkeln, die alles – auch die Gelder an die Konzerne- mit Zins und Zinseszins zurückzahlen müssen.“ [4]Die Doppelwucht der Regierung gegen Putin

Natürlich begrüssen wir Einmalzahlungen der Unternehmer, die bis zu 3000 Euro durch das staatliche Entlastungspaket steuer- und abgabenfrei gestellt werden sollen. Aber bei einem Tarifabschluss ist zu beachten: solche Einmalzahlungen dürfen – trotz des süßen Gifts der Abgabenfreiheit – keinesfalls erneut zulasten unserer langfristigen Lohnentwicklung gehen!

Nur ausreichend sockelwirksame Lohn- und Gehaltssteigerungen, die mit der Inflation auf Augenhöhe stehen -versehen mit einer Inflationsöffnungsklausel – können unsere Lebenshaltung nachhaltig stabillisieren und den Abstieg in Richtung Armut verhindern. Im Schlepptau von unserem Einkommen steigen letztlich auch Renten und andere soziale Leistungen.

Das Nullangebot der Unternehmervertreter hat Methode und ist Klassenkampf von oben!

Das Vorgehen der Kapitalseite hat Lehrbuchcharakter. „Erwartungen drücken“ , um einen faulen Kompromiss vorzubereiten und als Erfolg verkaufen zu können! Das Unternehmerlager denkt strategisch. Eine „harte Linie“, auch wenn es die Wut nach oben treibt und zu unangenehmen Streikmaßnahmen führt, zahlt sich langfristig aus. Die Löhne und Gehälter sockelwirksam langfristig unten zu halten, ist ein unschätzbarer Vorteil in der internationalen Konkurrenz. Das gilt aber nur solange, wie die Streiks nicht unbefristet sind und nicht durch kurzfristige Köder wie Einmalzahlungen unter Kontrolle gebracht werden können. Dem Klassenkampf von oben kann nur durch Klassenkampf von unten mit Weitsicht erfolgreich begegnet werden.

Auf einem Poster und in einer Rede hieß es „Für die Acht zeigen wir unsere Macht“. Es liegt in der Hand unserer Kollegen, mithilfe der IG Metall, es zu tun!

hier der Bericht auf der Seite der IG Metall Berlin

Ausschnitte von Kundgebung und Redebreiträgen

Auftakt mit Trommeln und Trompeten

Redeausschnitte BR Vorsitzender Mercedes Benz Marienfelde

Vertreter ZF Brandenburg

Redeausschnitt BR Vorsitzender Daimler Ludwigsfelde

Redeausschnitte Vertreter Brandenburg

11,5 % Doppelbock –Vetrauensleute Mercedes Benz Stuttgart Untertürkheim

References

References
1 https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/?p=14039
2 wir werden berichten, wenn die Maßnahmen bekannt sind. “ Wie die dpa aus Kommissionskreisen erfuhr, schlägt das Gremium für Dezember eine Einmalzahlung vor. Für Industrie-Gaskunden solle es ab Januar für 16 Monate für 70 Prozent des Vorjahresverbrauchs einen festen und damit gedeckelten Preis von 7 Cent pro Kilowattstunde geben. Für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen solle es ab März für 14 Monate einen Deckel von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs für 12 Cent geben.“ -Gaskommission einigt sich auf Sonderzahlung und Preisbremse – Business Insider
3 Handelsblatt 8.10.
4 Die Doppelwucht der Regierung gegen Putin

„Eine Brücke nach Rojava“ Filmpremiere

Zeit: Sonntag den 16. Oktober 2022 – 14 Uhr

Ort: Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin

Im Rahmen des diesjährigen 12. Kurdischen Filmfestivals in Berlin findet u.a. die Premiere des Dokumentarfilms „Eine Brücke nach Rojava“ des kurdischen Filmemachers Ekrem Heydo statt.

Der Film „Eine Brücke nach Rojava“ des Berliner kurdischen Dokumentarfilmers Ekrem Heydo handelt von der Entstehung und Entwicklung unseres Städtepartnerschaftsvereins und seiner Projekte. Er zeigt auch den Alltag der Menschen in Nord- und Nordostsyrien und die allgegenwärtige Bedrohung durch die türkische Armee und ihre islamistischen Hilfstruppen.

Der Film begleitet Elke und Günter, Mitbegründer:innen des Städtepartnerschaftsvereins, 2018 auf einer Reise in den kurdisch geprägten Norden Syriens, auch Rojava genannt. Um die Unterzeichnung der ersten Städtepartnerschaft Deutschlands mit einer nordostsyrischen Stadt für den multikulturellen Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vorzubereiten, treffen sie die Bürgermeister:innen der Stadt Dêrik, die aus der Doppelspitze des Bürgermeisters Feremez Hammo und der Co-Bürgermeisterin Rojin Ceto besteht. Anhand der Arbeit des Städtepartnerschaftsvereins und der Reise der Berliner Delegation nach Syrien zeichnet der Film ein Bild der Situation in Nordostsyrien und zeigt anschaulich die aktuellen Herausforderungen der Menschen vor Ort.

Mit der filmischen Begleitung der Reise von Elke und Günter entsteht ein lebendiges Bild von einem Land im Umbruch und wir bekommen ein Gespür für die Menschen und das Leben in Rojava.

hier Link zum Veranstalter

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