Kino zum Israel Palästina Konflikt

Filmveranstaltungsreihe im Café MadaMe

Mehringplatz 10, in Kreuzberg-Berlin, jeweils ab 19 Uhr, kostenfrei

Gaza Nicht verdrängen. Kontext, Geschichte und Menschen des Israel Palästina Konflikts verstehen!

Thursday, January 18 : Two Blue Lines, Tom Hayes (2015)
Shot over a period of 25 years, Two Blue Lines examines the human and political situation of
Palestinian people from the years prior to the creation of Israel to the present day. By primarily
featuring the narratives of Israelis whose positions run counter to their country’s official policy, the
documentary provides a portrait of the ongoing conflict not often depicted in mainstream media

Der über einen Zeitraum von 25 Jahren gedrehte Film /Two Blue Lines /untersucht die menschliche und politische Situation der Palästinenser*innen von den Jahren vor der Gründung Israels bis zum heutigen Tag. Indem der Dokumentarfilm vor allem die Erzählungen von Israelis zeigt, deren Positionen der offiziellen Politik ihres Landes zuwiderlaufen, liefert er ein Porträt des anhaltenden Konflikts, wie es in den Mainstream-Medien nicht oft gezeigt wird.

Thursday, January 25 : Jews Step Forward, Elika Rezaee, Marjorie Wright (2015)

Jews Step Forward traces a path grounded in Jewish identity, which ultimately separates personal
conscience from a socialized mythology loyal to Israel. Open ended policies of torture, imprisonment,
and murder of indigenous Palestinians including children, contempt for international norms, and the
rise of laws mirroring fascism, all poison any idea of national permanence for Israel based upon peace
and regional integration.The subjects of this film speak with the same Jewish voice, which historically
led the struggle for justice around the world, cutting through visceral defenses to demand an
awakening and a Judaism liberated from Zionism.

Jews Step Forward /zeichnet einen Weg nach, der in der jüdischen Identität begründet ist und der letztlich das persönliche Gewissen von einer sozialisierten, Israel treuen Mythologie trennt. Die offene Politik der Folter, Inhaftierung und Ermordung von einheimischen Palästinenserinnen, einschließlich Kindern, die Missachtung internationaler Normen und die Zunahme von Gesetzen, die den Faschismus widerspiegeln, vergiften jede Vorstellung von einer nationalen Dauerhaftigkeit Israels auf der Grundlage von Frieden und regionaler Integration. Die Protagonistinnen dieses Films sprechen mit derselben jüdischen Stimme, die historisch gesehen den Kampf für Gerechtigkeit in der ganzen Welt angeführt hat, und durchbrechen die viszeralen Abwehrmechanismen, um ein Erwachen und ein vom Zionismus befreites Judentum zu fordern.


Thursday, February 1 : Ghost Town: The Hebron Story, Ellie Bernstein (2015)
Ghost Town-The Hebron Story is a documentary about the historic relationship between the growth of
the Jewish settlements in Hebron and the Palestinian families who have lived and worked there for
generations. Filmed over 4 years it tells the stories of the Palestinian citizens of Hebron and their
tensions with the Israeli soldiers and Jewish settlers who claim their land.

/Ghost Town – The Hebron Story /ist ein Dokumentarfilm über die historische Beziehung zwischen dem Wachstum der jüdischen Siedlungen in Hebron und den palästinensischen Familien, die dort seit Generationen leben und arbeiten. Der Film, der über vier Jahre hinweg gedreht wurde, erzählt die Geschichten der palästinensischen Bürger innen von Hebron und ihre Spannungen mit den israelischen Soldatinnen und jüdischen Siedler*innn, die ihr Land beanspruchen.


Thursday, February 8: Advocate, Rachel Lea Jones, Philippe Bellaiche (2019)
Lea Tsemel is a Jewish-Israeli lawyer who has represented political prisoners for five decades in a
tireless quest for justice. As far as most Israelis are concerned, she defends the indefensible. As far as
Palestinians are concerned, she’s more than an attorney, she’s an advocate. Advocate follows Tsemel’s
caseload in real-time while also revisiting her landmark cases and reflecting on the political
significance of her work as well as the personal price one pays for taking on the role of “devil’s
advocate.”

Lea Tsemel ist eine jüdisch-israelische Anwältin, die seit fünf Jahrzehnten politische Gefangene vertritt und unermüdlich für Gerechtigkeit kämpft. In den Augen der meisten Israelis verteidigt sie das nicht zu Verteidigende. Für die Palästinenser*innen ist sie mehr als nur eine Anwältin, sie ist eine Fürsprecherin. /Advocate /verfolgt Tsemels Fälle in Echtzeit, lässt aber auch ihre bahnbrechenden Fälle Revue passieren und reflektiert über die politische Bedeutung ihrer Arbeit sowie über den persönlichen Preis, den man für die Übernahme der Rolle des „Anwalts des Teufels“ zahlt.


Thursday, February 15: Voices From Gaza, Antonia Caccia & Maysoon Pachachi (1989)
Voices from Gaza was shot in 1987/88, during the first intifada. In the film, the people of Gaza most of
whom are refugees – tell their story. Palestinian men, women, and children speak frankly about the
effect of Israel’s occupation on their lives, but also about the work of local “popular committees,”
through which they provide each other with alternative education, health care, and welfare services,
even under the daunting conditions of occupation. Although screened internationally at the time –
also in the USA — television stations in the USA refused to air the film.

Voices from Gaza /wurde 1987/88, während der ersten Intifada, gedreht. In dem Film erzählen die Menschen in Gaza – die meisten von ihnen sind Flüchtlinge – ihre Geschichte. Palästinensische Männer, Frauen und Kinder sprechen offen über die Auswirkungen der israelischen Besatzung auf ihr Leben, aber auch über die Arbeit lokaler „Volkskomitees“, durch die sie sich gegenseitig mit alternativen Bildungs-, Gesundheits- und Sozialdiensten versorgen, selbst unter den erschreckenden Bedingungen der Besatzung. Obwohl der Film seinerzeit international – auch in den USA – gezeigt wurde, weigerten sich die Fernsehsender in den USA, ihn auszustrahlen


All screenings are at 19:00 at Café MadaMe, Mehringplatz 10, in Kreuzberg-Berlin.
Screenings are free and made available as part of community & grass roots discussion. Films are in
Arabic, Hebrew and/or English with English subtitles.

Alle Vorführungen finden um 19:00 Uhr im Café MadaMe, Mehringplatz 10, in Kreuzberg-Berlin statt.
Die Vorführungen sind kostenlos und werden im Rahmen der Community & Grass Roots Discussion angeboten. Die Filme sind auf Arabisch, Hebräisch und Englisch mit englischen Untertiteln. Das Gespräch kann auf Deutsch und/oder Englisch geführt und bei Bedarf auch gedolmetscht werden.*

Vortrag zu Tony Breitscheid (1878-1968) am Dienstag, 6. Februar 2024 am Breitscheidplatz, Referentin: Dr. Gisela Notz

Ich halte nicht oft Vorträge in Kirchengemeinden, aber diesmal finde ich das sehr wichtig.

Pfarrer i.R. Dr. Kurt Anschütz von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hat mich gebeten, die Einladung auch an „meinen“ Geschichtssalon weiterzugeben. Das tu ich natürlich gerne. Tony Breitscheid war mehr als die Frau von Rudolf Breitscheid, das geht auch aus der Einladung hervor. Ich werde Ihre Arbeit in der Frauenbewegung, ihren antifaschistischen Widerstand, und ihre Verfolgung, die sie beinahe nicht überstanden hat, vorstellen. Ich denke, sie hat uns auch heute Einiges zu sagen. Ich freue mich, wenn sich viele dafür interessieren. Die Einladung hängt an und kann gerne weitergegeben werden. Der Eintritt ist frei.

Es gibt auch Bestrebungen, den Breitscheidplatz in Rudolf-und-Tony-Breitscheidplatz umzubenennen.

Herzliche Grüße Gisela Notz

Wann: 06. Februar 2024

Uhrzeit: 19.00 Uhr

Wo:

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-
Kirchengemeinde
Lietzenburger Straße 39
10789 Berlin

Neue Maaßen-Partei: Brückenschlag zur AfD

Die Werteunion könnte in Thüringen Baustein eines Rechtsrucks werden

Niemand mag bislang auf Landesebene mit der AfD koalieren und ihr damit zu Regierungsämtern verhelfen. Hans-­Georg Maaßen will das mit seinem Plan ändern, aus der rechtskonservativen Werteunion eine Partei zu machen.

Von Wolfgang Hübner

Wenn eine der ostdeutschen Landtagswahlen in diesem Jahr das Prädikat »Besonders brisant« verdient, dann jene in Thüringen. Gewiss, auch in Sachsen und Brandenburg ist die AfD auf dem Sprung, stärkste Partei zu werden. Aber nirgendwo ist sie so offen rechtsradikal wie in Thüringen, nirgendwo sonst hat sie einen so aggressiven Faschisten wie Björn Höcke an der Spitze, und nirgendwo sonst führt sie derzeit die Umfragen mit einem solchen Vorsprung an.

Bleibt das bis zur Landtagswahl im September so, dann stellt sich die Frage der Regierungsbildung mit neuer Schärfe. Zwar geht Die Linke mit dem Anspruch ins Rennen, wieder stärkste Kraft zu werden und Rot-Rot-Grün zu verteidigen, aber dazu müsste sie erstens gegenüber der AfD 15 bis 20 Prozent aufholen, und zweitens müsste sich das Mitte-links-Bündnis insgesamt deutlich steigern. Laut jüngsten Umfragen finden Linke, SPD und Grüne gemeinsam weniger Zuspruch als die AfD allein.

Noch darf man der Thüringer CDU glauben, dass sie nicht mit der AfD kooperieren würde. Aber sie laviert, sucht ihrerseits einen Ausweg aus der seit Jahren anhaltenden Tolerierung von Rot-Rot-Grün. Und nun glaubt Thüringens CDU-Chef Mario Voigt sogar, bei einem Streitgespräch mit AfD-Frontmann Höcke punkten zu können. Voigt wird wohl sein blaues Wunder erleben und Höcke am Ende nur ein Podium für dessen Naziparolen bieten, denn der ist ein dreister, unverfrorener Demagoge.

Derzeit bilden sich im Freistaat aber Kräfte im rechten Spektrum, die jenseits der CDU die Machtverhältnisse beeinflussen wollen. Eine maßgebliche Figur dabei ist Hans-Georg Maaßen. Der ehemalige Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz, längst nach rechts außen abgedriftet, kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 in Thüringen noch für die CDU. Gegen den Widerstand der Bundesspitze, aber mit Unterstützung der Christdemokraten vor Ort. Inzwischen hat er sich politisch selbstständig gemacht, und das ist auf seinem Weg immer weiter nach rechts folgerichtig. Als Aktivist der Werteunion hat er die CDU schon seit Längerem von rechts attackiert.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Bündnis von eher rechten Kleinparteien angekündigt, bei der Landtagswahl zu kandidieren. Zu diesem sogenannten Bürgerbündnis gehören die Bürger für Thüringen, Die Basis und die Freien Wähler. Bei der ersten großen Veranstaltung im Oktober letzten Jahres hat sich auch Maaßen das Projekt angesehen. Überzeugt hat es ihn offenbar nicht, denn inzwischen will er aus der Werteunion eine Partei machen, die in Thüringen ebenfalls antreten soll. Zu seinen Unterstützern gehört die frühere Bürgerrechtlerin und Grünen- und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld, die längst weit nach rechts abgedriftet ist. Wie sie versammeln sich in der Werteunion Leute, denen die CDU nicht mehr konservativ genug ist – unter Angela Merkel sowieso, aber auch jetzt nach der deutlichen Rechtsverschiebung unter Friedrich Merz.

Um eine weitere Zersplitterung des rechten Lagers zu verhindern, sei man im Gespräch mit anderen Gruppierungen, sagte Maaßen jüngst. Ob das Bündnis von Kleinparteien zu seinen Gesprächspartnern gehört, ließ er offen. Sollte die Werteunion in den Erfurter Landtag kommen, würde sie natürlich keinerlei Abgrenzung gegen die AfD betreiben und Höcke den braunen Teppich ausrollen. Er kenne keine Brandmauer und rede mit allen, sagte Maaßen dazu. Mit der AfD könne man einen Deal machen.

Dass es bei der Werteunion keinerlei Hemmungen gibt, wurde zuletzt deutlich, als bei dem skandalösen Nazi-Treffen in Potsdam über Pläne zur Deportation von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen wurde. Anwesend waren auch Mitglieder der Werteunion. Immerhin hat die CDU den Teilnehmern, die bisher ihre Mitglieder sind, den Ausschluss angedroht. In Erinnerung ist auch noch, dass der frühere Chef der Werteunion, Max Otte, bei der letzten Wahl des Bundespräsidenten für die AfD kandidierte

Zuspruch für seine Parteipläne erhält Maaßen von Ex-AfDlern. Deren frühere Parteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen begrüßten in der neurechten Zeitung »Junge Freiheit« die Überlegungen. Meuthen sprach von einer Repräsentationslücke zwischen Union und AfD. Wenn es die tatsächlich gibt, dann wohl am ehesten in einem Land wie Thüringen mit extrem rechter AfD.

Ob die Maaßen-Rechten stark genug werden und zwischen CDU und AfD genügend Wähler abgreifen können, steht in den Sternen. Es ist eine Rechnung mit noch vielen Unbekannten. Ebenso unklar ist, ob und in welchem Ausmaß die Wagenknecht-Partei BSW die Thüringer Wahlarithmetik durcheinanderbringen kann. Dass sich aber die politische Stimmung nach rechts verschiebt und selbst antidemokratische Leute wie Höcke und Maaßen Zulauf bekommen, damit muss man leider rechnen. Das Gefährliche an dem Maaßen-Plan ist nicht, dass er eine Massenpartei aus dem Boden stampfen könnte, sondern dass daraus eine Brücke entstehen könnte, der AfD eine parlamentarische Mehrheit zu beschaffen.

Erstveröffentlicht im nd v. 17.1. 2024
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1179247.neue-maassen-partei-die-werteunion-als-verbindungsglied-zur-afd.html?sstr=Maa%C3%9Fen-Partei

Wir danken für das Publikationsrecht.

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