08.03.2026: „feministisch solidarisch gewerkschaftlich“ – Berlin

DEMONSTRATION ZUM INTERNATIONALEN FRAUENKAMPFTAG AM 8. MÄRZ 2026 ORANIENPLATZ, BERLIN und Demo zum „Rotes Rathaus“

Inhaltsverzeichnis

30 000 Teilnehmer, das war selbst für Erfahrene unvorstellbar. Der Demo-Zug hörte nicht auf. Die Stimmung war dementsprechend, bei sonnigen Wetter sehr kämpferisch und vor allem bunt.

Titelbild; Sabine Scheffer. r-mediabase

Gisela Notz schreibt:

„’Desgleichen hat man noch nicht erlebt, dass die Frauen in solchen Massen mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit traten‘. Und: ‚Bürgerliche Depeschenbüros schätzten die Zahl der Teilnehmenden auf 30.000 – höchstwahrscheinlich gut über die Hälfte zu niedrig‘. So stand es vor 115 Jahren in der ‚Gleichheit‘, der Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen – und so war es auch heute. Und ja, auch heute war es ‚eine der seltenen öffentlich dargestellten Einstimmigkeiten‘ zwischen gewerkschaftlichen, bürgerlichen und autonomen Frauen und Migrantinnen. Es war fantastisch. Obwohl die Kriege toben, Militarisierung und Zwangsdienste auf der Agenda stehen, die Arbeitsbedingungen in Stadt und Land und in den häuslichen Küchen immer mieser werden, die Gewalt gegen Frauen zunimmt und der § 218 immer noch im StGB steht, geben WIR die Hoffnung nicht auf, dass das alles anders und besser wird, denn wir werden immer mehr und lassen uns nicht mehr gegeneinander ausspielen und machen einfach nicht mehr alles mit.“ [1]Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, Seit 2007 ist Gisela Notz in Berlin freiberuflich tätig.Schwerpunkte der Arbeit: Frauenbiographien, Sozial-, Alltags- und Zeitgeschichte, Solidarische … Continue reading

Fotogalerie des Demo-Zuges Ankunft am „Rotes Rathaus“

Fotorechte: Ingo Müller


Der Demo-Zug trifft am „Roten Rathaus“ ein.(Video)

Videorechte: Ingo Müller


08.03.2026 Pressebericht ND:

8. März in Berlin: Zusammen gegen das Patriarchat

30 000 Menschen demonstrieren in Berlin für die Gleichstellung von Frauen und queeren Menschen
Lola Zeller 08.03.2026, 18:05 Uhr Lesedauer: 3 Min.

Die Annenstraße im Berliner Ortsteil Mitte ist so voll von Menschen, dass kein Anfang und kein Ende der Menge zu sehen ist. Von einem Balkon herab reckt eine ältere Frau die Fäuste und grüßt sichtlich gerührt die Demonstrierenden, die am 8. März in Berlin zum feministischen Kampftag auf dem Weg zum Roten Rathaus sind. »Das war für mich der berührendste Moment der Demonstration«, sagt Teilnehmerin Lisa Erpschläger zu »nd«. Sie ist eine von laut Polizeiangaben fast 30 000 Menschen, die am Sonntag dem Aufruf zur Demonstration »Feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich« gefolgt sind.

»So viele Frauen kämpfen hier zusammen gegen das Patriarchat und gehen auf die Straße«, sagt Erpschläger. Die Vielfalt der Themen der diesjährigen Demonstration, die ein breites Bündnis aus Gewerkschaften und anderen Organisationen veranstaltet hat, beeindruckt Erpschläger. »Die verschiedenen Schwerpunkte haben ja alle etwas miteinander zu tun.« So seien etwa Patriarchat und Rassismus Themen, die zusammengehören und »Mann-gesteuert« seien.

Ein Motto der Demonstration lautet »Gegen Gewalt und Kürzungen«. »Wenn wir uns zusammen wehren, dann bewirkt das was«, sagt Marieke auf der Bühne der Auftaktkundgebung am Oranienplatz. Marieke arbeitet im Gewaltschutz und erzählt davon, dass es ihr und ihren Kolleg*innen im vergangenen Jahr gelungen ist, viele der zunächst vorgesehenen Kürzungen im Landeshaushalt in diesem Bereich abzuwehren. Viele, aber nicht alle. »Das Wichtigste für uns wäre, dass wir nicht mehr von Zuwendungen vom Senat abhängig sind, sondern dauerhaft ausfinanziert werden, und dass Gewalt an Frauen als ein strukturelles Problem und nicht als Einzelfall betrachtet wird.«

Recht herzlichen Dank für die Genehmigung, dass wir es auf unserer Webseite reinsetzen können.

References

References
1 Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, Seit 2007 ist Gisela Notz in Berlin freiberuflich tätig.Schwerpunkte der Arbeit: Frauenbiographien, Sozial-, Alltags- und Zeitgeschichte, Solidarische Ökonomie, Arbeits- Familien- und Sozialpolitik und andere Themen.

Internationaler Frauentag 2026 Berlin – eine kleine Nachlese

Gestern jährte sich der Weltfrauentag zum 115. Mal. Initiatorin war die Sozialistin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die sich für die Rechte der Frauen stark gemacht hat, unter anderem für das allgemeine Frauenwahlrecht. Von seinem Ursprung her war der Kampf um die Befreiung der Frau also schon verbunden mit dem antikapitalistischen Kampf um soziale und demokratische Rechte und gegen jegliche Form von Unterdrückung.

An der zentralen Demonstration in Berlin nahmen über 30 000 Frauen, LGBTQ Menschen und solidarische Männer teil. Viel mehr als die Jahre vorher.

Im Fokus standen nicht zuletzt gewerkschaftliche Forderungen nach Lohngleichheit, nach besseren Arbeitsbedingungen zum Beispiel in sozialen Berufen, das Recht auf selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche oder die Bekämpfung von Kürzungspolitik. Aber auch für internationale Solidarität und gegen imperialiale Unterdrückung. Für Rechte von FLINTA*-Personen, oft unter dem Motto „Kein Feminismus ohne Internationalismus.“

Eine „Revolutionäre 8. März Demo“ startete später mit mehreren tausend Teilnehmer:innen um 15.00 Uhr am Kottbusser Tor . Die zentrale Botschaft dort: keine Instrumentalisierung des Kampfes für die Befreiung der Frau durch ihre Gegner. Betont wurde die Unzertrennlicheit vom Kampf gegen Kapitalismus, Imperialismus und Neokolonialismus. Gegen die aktuelle Entwicklung und Imperialistischen Kriege im Nahen Osten wurden ebenso konsequente Antworten wie gegen das Patriarchat gefordert.

Viele, viele Tausend Menschen waren gemeinsam unterwegs in der Verurteilung dieses heimtückischen Angriffes des US-Imperialismus auf den Iran, in Solidarität mit den Palästinenserinnen und Palästinensern.

Und überall: „Gegen den sexistischen Rollback“. Gegen die rechten Angriffe auf queere Menschen!

Die Berliner Polizei soll den Zug in der Sonnenallee dann wieder wie schon letztes Jahr ohne auslösenden Grund in der für sie „bekannten rassistischen Prägung und Frauenfeindlichkeit attackiert haben“. Wir werden den Vorwürfen nachgehen. Die Angriffe uniformierter Kräfte auf die Demonstration fanden wohl eine entschlossene disziplinierte Gegenwehr.

Hier ein kleines Bildportfolio mit Schnappschüssen von Lotte Roitzsch

Leseempfehlung

Iran und Nahost: Jubel, Schweigen, aber auch Trauer und Wut über US und Israels Angriffe – ein Spiegel über „in weiße Tücher gehüllte Kindheit“
Für einen antikapitalistischen, revolutionären und internationalistischen Feminismus – Wo steht die Bewegung?

Manifest gegen die imperialistischen Doppelstandards..

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Zeki Gökhan

Gegen Krieg, Ausbeutung und die Instrumentalisierung des Rechts

Die Völker der Welt sehen heute klar, was lange verschleiert wurde.

Die sogenannte „internationale Ordnung“, die vom Westen als Hüter von Demokratie, Menschenrechten und Recht präsentiert wird, ist in Wirklichkeit kein universelles System der Gerechtigkeit. Sie ist ein politisches Instrument zur Sicherung wirtschaftlicher, militärischer und geopolitischer Interessen der kapitalistischen Machtzentren.

Unter dem Dach der United Nations wurden zahlreiche Abkommen, Menschenrechtskonventionen und Regeln des Völkerrechts verabschiedet.
Doch die Realität zeigt: Diese Regeln gelten nur für die Schwachen. Sobald mächtige Staaten ihre Interessen verfolgen, wird das Recht beiseitegeschoben.

Das ist keine Theorie.
Das ist die Geschichte der letzten Jahrzehnte.

Afghanistan: Der Mythos vom „Krieg gegen den Terror“

War in Afghanistan

Der Krieg in Afghanistan wurde im Namen des „Kampfes gegen den Terrorismus“ begonnen.

Zwanzig Jahre Krieg führten zu:
☆hunderttausenden Toten
☆zerstörten Städten
☆Millionen Geflüchteten

Am Ende verließen die Besatzungstruppen das Land – und die Macht ging wieder an die Taliban.

Das Ergebnis ist eindeutig:
Dieser Krieg brachte weder Demokratie noch Freiheit.

Er war ein Krieg der geopolitischen Interessen und des militärisch-industriellen Komplexes.

Irak: Die Lüge der Massenvernichtungs-
waffen..

Iraq War

Der Irak wurde mit der Behauptung angegriffen, er besitze Massenvernichtungs-
waffen.

Diese Waffen existierten nicht.

Doch die Folgen des Krieges waren real:
☆ein zerstörter Staat
☆ein destabilisiertes Land
☆Millionen Vertriebene

Der Irakkrieg wurde zum Symbol dafür, wie Krieg durch Lügen legitimiert werden kann.

Libyen: Die Maske der „humanitären Intervention“

First Libyan Civil War

Die NATO erklärte ihre Intervention mit dem Schutz der Zivilbevölkerung.

Die Realität danach:
☆Zerfall staatlicher Strukturen
☆Milizenherrschaft
☆dauerhafte Instabilität

Libyen wurde nicht befreit – Libyen wurde destabilisiert.

Syrien: Das Labor der Stellvertreterkriege..

Syrian Civil War

Der Krieg in Syrien zeigt die ganze Logik imperialer Politik.

Bewaffnete Gruppen werden je nach politischem Interesse bezeichnet als:
●„Terroristen“
oder
●„Freiheitskämpfer“.

Was gestern Feind war, wird heute Verbündeter – wenn es den strategischen Interessen dient.

Das ist keine moralische Politik.
Das ist Machtpolitik.

Der Begriff „Terrorismus“ als politisches Werkzeug

Der Begriff Terrorismus wird heute oft nicht neutral verwendet.

Er dient dazu:
●militärische ●Interventionen zu rechtfertigen
●Sanktionen zu legitimieren
●geopolitische Operationen zu verschleiern.

Der „Krieg gegen den Terror“ ist zu einer globalen politischen Sprache geworden, mit der Machtinteressen durchgesetzt werden.

Die Krise des internationalen Rechts..

Heute ist eine grundlegende Wahrheit sichtbar:

Das internationale Recht wird selektiv angewandt.

Verträge werden ignoriert.
Abkommen werden gebrochen.
Das Kriegsvölkerrecht wird verletzt.

Und dennoch präsentieren sich dieselben Mächte weiterhin als Verteidiger von:
☆Demokratie
☆Freiheit
☆Menschenrechten.

Das ist kein Zufall.

Es ist ein strukturelles Merkmal des imperialen Systems.

Die Legitimitätskrise der kapitalistischen Weltordnung..

Die heutige Weltordnung steht vor einer tiefen Krise.

Das kapitalistische System produziert:
☆Kriege
☆soziale Ungleichheit
☆wirtschaftliche Abhängigkeit

globale Instabilität.

Immer mehr Menschen erkennen, dass diese Ordnung nicht auf Gerechtigkeit, sondern auf Macht basiert.

Schlusswort:

Die Völker der Welt beginnen zu verstehen:

Kriege im Namen der Demokratie sind oft Kriege der Interessen.
Interventionen im Namen der Freiheit sind oft Projekte der Vorherrschaft.
Die sogenannte „internationale Ordnung“ ist häufig die Maske globaler Machtpolitik.

Darum richtet sich der Kampf nicht nur gegen einzelne Kriege, sondern gegen ein System, das Krieg, Ausbeutung und Ungleichheit hervorbringt.

Der Weg nach vorne kann nur sein:

Solidarität der Völker.
Widerstand gegen Militarismus.
Eine Welt ohne imperialistische Vorherrschaft.

Zeki Gökhan
Ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages für die Fraktion Die Linke

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