Sollte man die Reichen essen? Über einen todernsten Debattenbeitrag von Fabian Lehr.

Gerade in heftigen Hitzephasen wie aktuell wird von ExpertInnen immer wieder darauf hingewiesen, dass es in unser aller Hand liegt, durch unser tägliches Konsumverhalten einen Beitrag zur Abwehr der Klimakrise zu leisten. Ob es dabei eine sinnvolle Maẞnahme sei, die
Reichen zu essen, ist in Politik und Umweltschutzorganisationen umstritten.

Fabian Lehr

Studien über das Aufessen der Reichen führen zu einem ernüchternden Ergebnis. Die Reichen mit ihrem verheerenden ökologischen Fußabdruck sterben durch das reine Aufessen einfach nicht aus. Es entstehen nämlich immer wieder neue Reiche, solange die Wachstumsbedingungen für ihre Wiederauferstehung gedeihen und nicht zerschlagen werden.

Video von Fabian Lehr „Ein Debattenbeitrag“ zu „Eat the Rich“
Es gibt jetzt einen „todernstern“ Debattenbeitrag von Fabian Lehr in einem Video dazu!

„Eat the Rich“ erinnert stark an die auch bei vielen Linken verbreitete Sehnsucht, durch verstärkte oder „richtige“ Besteuerung der Reichen „soziale Gerechtigkeit“ herstellen und das Auseinanderdriften von Arm und Reich beenden zu können. Wir berichteten anlässlich aktueller Kampagnen über die „kurzen Beine“ dieser Art von „vulgärem Sozialismus“ (Karl Marx). Aber solange an den Mechanismen festgehalten und gefeilt wird, die den Reichtum weniger Kapitaleigner durch die Aneignung des Mehrwerts aus der Arbeit der großen Mehrheit der Bevölkerung gewährleisten, lässt sich diese permanente immer unverschämtere Anhäufung von Reichtum bei ganz Wenigen bei gleichzeitiger Verarmung des großen Rests der Gesellschaft nicht grundlegend stoppen.

Vergessen wir also nicht dafür zu kämpfen, daß die Verfügungsgewalt der Kapitalisten über unsere Arbeitskraft nicht ausgedehnt wird. Jede Stunde mehr Arbeit schafft Profit und damit mehr Reichtum.

Für den Erhalt des 8 Stundentags, keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch ein späteres Renteneintrittsalter! Für den Erhalt der 35 Stundenwoche und weitere Arbeitszeitverkürzung.

Und auch den Erhalt der Realeinkommen. Denn auch jeder Cent weniger in unseren Taschen führt zu mehr Reichtum, der sich in Kapital verwandelt und auf unserem Rücken noch mehr Verwertung sucht.

Wir danken Fabian Lehr für seine kreativen Einfälle, uns den Marxismus immer mal wieder auf originelle Weise näher zu bringen.

Unterschriftenkampagne gegen Aufrüstung und Wehrpflicht an BVV Mitte

„Mein Bezirk für den Frieden“ ist eine lokale Friedensinitiative aus Berlin-Wedding, die sich für einen sozial gerechten und friedensorientierten Stadtteil einsetzt.

„Wir organisieren Widerstand im Stadtteil gegen Aufrüstung, Militarisierung und Sozialabbau, da sich unsere sozialen Lebensbedingungen dadurch massiv verschlechtern. Gesellschaftliche Ressourcen, die in militärische Strukturen umgeleitet werden, sind für uns nutzlos. Sie werden verschwendet und berauben uns zahlreicher Möglichkeiten, unser Zusammenleben zu verbessern. Wir verweigern uns der militärischen Logik und ihrer Erzählung von Sicherheit. Der Aufrüstung setzen wir solidarische Perspektiven entgegen. Sicherheit entsteht nicht durch Kriegsvorbereitung, sondern durch soziale Gerechtigkeit, eine gute Gesundheitsversorgung, bezahlbaren Wohnraum, Bildung, Kultur und internationale Solidarität. Wir stehen auf der Seite der Mehrheit der Menschen, die keinen Krieg wollen“

Hannah von der Friedensinitative: „Mein Bezirk für den Frieden“

Den vollständigen Forderungskatalog mit allen Forderungen an den Bezirk findet ihr hier: Forderungskatalog

Unterstützung für die Initiative!

Unterschriftenaktion gegen Aufrüstung und Wehrpflicht. Für die Stärkung von Bildung, Kultur und sozialer Sicherheit in unserem Bezirk

An: Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Wedding, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie

Wir, die Unterzeichnenden, fordern die BVV Mitte und die zuständigen Behörden auf, eine konsequent friedensorientierte Politik auf Bezirksebene umzusetzen, die soziale
Gerechtigkeit stärkt, Aufrüstung und Krieg entschlossen ablehnt und lokale
Friedensinitiativen sichtbar und wirksam unterstützt. Frieden beginnt hier!
Unser Bezirk soll ein Ort sein, der klar zum Frieden steht, jede Kriegsvorbereitung ablehnt und gleichzeitig Bildung, Kultur und soziale Gerechtigkeit konsequent stärkt – in Schulen, Jugendzentren, auf der Straße und in unseren Kiezen.

Wer in Mitte gemeldet ist, kann den Aufruf zeichnen!

Alle Informationen zur Initiative, den konkreten Forderungen und zum Aufruf unter:

www.unverwertbar.org/mein-bezirk-fuer-den-frieden

Berlin: Kundgebung am 27.6. gegen den Sozialkahlschlag – ein Auftakt

Auf Grund der extremen Hitze hatte der Berliner DGB auf die heute geplante Demonstration verzichtet – zugunsten einer Kundgebung mit gestrafftem Programm. Einige Hundert Gewerkschaftsmitglieder hatten sich nicht abschrecken lassen und waren mit Transparenten und eigenen Infoständen vor Ort erschienen, um so gegen die Angriffe auf den Sozialstaat zu demonstrieren, die auf ganzer Bandbreite die Lebensinteressen der abhängig Beschäftigten treffen. Zwei Losungen standen im Mittelpunkt: „Jetzt reichts!“ – Diese Nachricht geht an die Adresse der Regierenden. Sie sollen wissen, dass wir als Gewerkschafter:innen nicht bereit sind, die von der politisch Verantwortlichen geplanten Maßnahmen kampflos hinzunehmen. Und: „Es reicht für alle“. Damit wurde klargestellt, dass der Sozialstaat kein Finanzierungsproblem hat, wenn man den Mut aufbringt endlich die notwendige Finanzierung bei denen zu holen, die immer obszöneren Reichtum anhäufen. Die Losung richtete sich aber auch gegen die Demagogie des rechten Lagers, das die Migration für die Verschlechterung der Lebensumstände vieler Menschen verantwortlich machen will. Darüber, dass die AFD und ihr Umfeld keine Interessensvertretung der abhängig Beschäftigten sondern Treiber reaktionärer Politik im Sinne der Vermögenden sind, herrschte in den Redebeiträgen kein Zweifel. So lag es auch nahe, dass zu den Protestaktionen anlässlich des AFD-Bundesparteitags in Erfurt aufgerufen wurde. Der Zusammenhang zwischen dem Sozialkahlschlag und der Politik der Kriegsertüchtigung spielte leider kaum eine Rolle. Dafür sorgen aber viele Transparente der aktiven linken Basis, der es wichtig war auf dieser Kundgebung gerade dies zum Ausdruck zu bringen.

Bilder: Jochen Gester, Konstantin Kieser, Peter Vlatten

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