Friedensnobelpreis fĂŒr Francesca Albanese!

Ein gesuchter Kriegsverbrecher schlĂ€gt seinen Kumpanen fĂŒr den Friedensnobelpreis vor. Ein ehemaliger SPD Vorsitzender – Siegmar Gabriel letzte Woche im ZDF – hĂ€lt den vorgeschjagenen Kandidaten angesichts der realistischen MachtverhĂ€ltnisse durchaus fĂŒr erwĂ€genswert. Es ist eben Zeitenwende. Wo Gewalt und Macht statt Recht fĂŒr „Ordnung“ sorgen „mĂŒssen.“ Von Natoboss Rutte ĂŒber EU von der Leyen bis Kanzler Merz, sie alle machen den BĂŒckling.

Es ist Zeit, dazu einen Kontrapunkt zu setzen. Dieser Kontrapunkt kann Francesca Albanese heißen.

Vor wenigen Monaten taten die deutschen Behörden alles, um die Auftritte dieser mutigen UN Menschenrechtsbeauftragten fĂŒr PalĂ€stina zu behindern. Wer Kriegsverbrechen oder Völkermord in PalĂ€stina unterstĂŒtzt, hat hierzulande nichts zubefĂŒrchten, wer gegen Verbrechen gegen Menschenrecht protestiert oder rebelliert, wird ausgrenzt und kriminalisiert. Wir berichteten und halfen mit, dass sich Francesca trotzdem Gehör verschaffen konnte.

Jetzt hat das Trump-Lager ein beispielloses Kesseltreiben mit persönlichen Bedrohungen gegen die offizielle UN Berichterstatterin fĂŒr PalĂ€stina losgetreten.

„Albanese‘s Bericht mit dem offiziellen Titel „Von der Besatzungswirtschaft zur Ökonomie des Völkermords“, der am 18. Juni 2025 dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt wurde, stellt eine ĂŒberwĂ€ltigende Menge an Beweisen zusammen, die die Anklage gegen den Staat Israel wegen des Vorwurfs des Völkermords in Gaza stĂŒtzen. Dieser akribisch ins Detail gehende Bericht schlĂŒsselt die Maschinerie der Vernichtung und PlĂŒnderung auf. Seine Ergebnisse sind in Eckpfeiler aufgegliedert, die nicht nur die VerwĂŒstungen darstellen, sondern auch die vorsĂ€tzliche Architektur“ [1] https://www.pressenza.com/de/2025/07/trump-vs-un-die-sanktion-gegen-francesca-albanese-und-das-geschaeft-hinter-dem-voelkermord-in-gaza/ dieser Katastrophe. Trump und seine VerbĂŒndeten sind die „Hand Gottes“, die schĂŒtzend diese Verbrechen lenken.

Hier eine Petition, die wir jetzt jedem ans Herz legen und die ihr unterstĂŒtzen könnt.

Und hier der Bericht von Enrico Calamai zu seiner Kollegin Francesca

17.07.25 – Rom – Redazione Italia Pressenza

Ich habe dreißig Jahre im Dienst fĂŒr das italienische Außenministerium als Diplomat in Buenos Aires, Kathmandu und Kabul verbracht. WĂ€hrend dieser beruflichen und zugleich existenziellen Laufbahn habe ich einen Einblick in das Innenleben des Palazzo de la Farnesia, Sitz des Außenministeriums, und des italienischen Staats im Allgemeinen erhalten.

Ich habe insbesondere in Buenos Aires wĂ€hrend der Jahre der Diktatur feststellen können, dass sich oftmals eine Kluft zwischen unserer demokratischen Kultur und der Arbeit auftut, die seine Beamten tagtĂ€glich leisten mĂŒssen, und in der sie sich gezwungen sehen, zwischen fĂ€lligem Gehorsam gegenĂŒber den wirklichen MĂ€chten und den Grundwerten der italienischen Verfassung zu wĂ€hlen. Ich denke dabei an die Beteiligung Italiens am ersten Golfkrieg, die dem italienischen Parlament als eine Art internationaler Polizeieinsatz dargestellt werden musste, weil doch die italienische Verfassung gemĂ€ĂŸ Artikel 11 Kriege ablehnt.

Francesca Albanese, UN-Sonderberichterstatterin fĂŒr die besetzten Gebiete PalĂ€stinas seit 2022, leistet einen politisch und ethisch enorm wichtigen Beitrag zur Verteidigung der Wahrheit und des Völkerrechts, der großes FingerspitzengefĂŒhl erfordert, mit all der Kraft und Klarheit, die der unertrĂ€gliche Völkermord in PalĂ€stina erfordert.

Ich gestehe, dass ich mir persönlich Sorgen mache, ob die Angriffe auf sie – sogar von Seiten des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump – und die ernstzunehmenden Drohungen, die sie erhalten hat, eine konkrete Gefahr fĂŒr ihre körperliche Unversehrtheit darstellen könnten.

Ich erinnere mich in der Tat an den tragischen Tod des UN-GeneralsekretĂ€rs Dag Hammarskjold, Opfer eines Attentats auf das Flugzeug, mit dem er reiste, wegen seines mutigen Einsatzes fĂŒr den Frieden im Kongo inmitten des Zusammenstoßes zwischen neokolonialen Interessen und den berechtigten Bestrebungen der Bevölkerung.

Aus diesem Grund halte ich es fĂŒr unerlĂ€sslich, dass sich die Zivilgesellschaft aktiv und solidarisch hinter Francesca Albanese stellt, um sie vor den schwerwiegenden und ungerechtfertigten Belastungen, denen sie stĂ€ndig ausgesetzt ist, in Schutz zu nehmen.

Faktisch bewĂ€ltigt sie ihre Aufgabe als Beamtin der Vereinten Nationen, die ursprĂŒnglich zum Schutz des Friedens und der Menschenrechte gegrĂŒndet wurde, einwandfrei.

Und sie tut das mit GroßzĂŒgigkeit, KohĂ€renz und großem Mut, wĂ€hrend die westliche politische Klasse sich derzeitig unfĂ€hig zeigt, die gravierende internationale Lage zu handhaben, wie „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark im Angesicht des Ersten Weltkriegs.

Der Beitrag ist im Original in Pressenza am 17.Juli 2025 erschienen. Wir danken fĂŒr das Publikationsrecht

Enrico Calamai, italienischer Vizekonsul in Buenos Aires, wurde nach Santiago de Chile versandt, wo er sich fĂŒr das Überleben der Mitglieder der Opposition, die wĂ€hrend des Staatsstreichs durch General Pinochet Zuflucht in der italienischen Botschaft gefunden hatten, einsetzte.

Nach seiner RĂŒckkehr nach Buenos Aires half er, zusammen mit CGIL-Gewerkschafter Filippo Di Benedetto und Giangiacomo FoĂ , Journalist fĂŒr die Tageszeitung Corriere della Sera, hunderten (vielleicht dreihundert) Regimekritikern, die nach dem MilitĂ€rputsch unter Verfolgung litten, italienische Dokumente bereitzustellen.

Foto aus Veranstaltungsvideo

Der DGB ĂŒbt sich noch In internationalem Recht

Global macht die Gewerkschaftsbewegung [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/kongress-der-norwegischen-gewerkschaften-fordert-vollstaendigen-boykott-israels/ seit langem mobil gegen den Völkermord in Gaza und fordert zum Boykott gegen Israel auf. Große Ausnahme von den bedeutenden nationalen GewerkschaftsverbĂ€nden weltweit ist der deutsche DGB. Nach langem auch international als peinlich empfundenem Schweigen rang sich der DGB nun am 1.Juli dieses Jahres endlich zu einer ErklĂ€rung durch mit dem Titel „Die Gewalt in Gaza beenden – jetzt„.

Neben der internationalen Gewerkschaftsbewegung schreit die Welt auf gegen Israels Verletzungen von Menschen- und Völkerrecht. UN, internationale Gerichtsbarkeit, Menschenrechtsorganisationen, renommierte Jurist:innen solidarisierten sich mit den PalĂ€stinenser:innen und verurteilten Israels Politik der Besatzung, Vertreibung- und Ausrottung. Nahezu 80 Prozent aller Deutschen- wohl Ă€hnlich viele Gewerkschaftsmitglieder:innen – lehnen schon seit lĂ€ngerem das Vorgehen Israels ab.

Die Haltung der deutschen DGB Gewerkschaften stand schon frĂŒh in der internen Kritik. Bereits im November 2023 zu Beginn des israelischen Kriegs gegen Gaza protestierte eine Gruppe jĂŒdischer Gewerkschafter:innen:

Das öffentliche Statement unserer Gewerkschaft ver.di vom 9. Oktober auf ihrem Instagram-Account hat uns zutiefst enttĂ€uscht, weil es eine einseitige UnterstĂŒtzung Israels
ausdrĂŒckte, ohne auf die bereits eskalierende Bombardierung Gazas einzugehen. Seitdem hat
der DGB auch eine SolidaritĂ€tskundgebung mit Israel unterstĂŒtzt, wĂ€hrend er sowohl zum Krieg in Gaza als auch zur UnterdrĂŒckung von Protesten in SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinenser*innen in ganz Deutschland schweigt.

Die GewerkschaftsfĂŒhrungen stellten Kritik an Israel allzu oft treu dem Motto der deutschen StaatsrĂ€son unter den Generalverdacht des „Antisemitismus“ und zeigten sich selbst von diesem Protest unbeeindruckt, obwohl er doch von einer Gruppe gestandener jĂŒdischer gewerkschaftlicher Aktivist:innen – Betriebsratsvorsitzenden aus diversen Metallbetrieben und öffentlichen Diensten sowie Nachkommen von Holocaustopfern – formuliert wurde.

Nun nach 21 Monaten Völkermord und Geburtswehen diese ErklĂ€rung am 1.Juli. Wo steht der DGB wirklich? „Eher eine Fehlgeburt“? So jedenfalls nennt es ein VK Leiter aus einem großen Automobilwerk in B.W. .

Wir veröffentlichen hier auszugsweise die Kritik der „Gewerkschafter:innen 4 Gaza“ :

Nach den groáșžen Demonstrationen der letzten Wochen gegen den Völkermord an den PalĂ€stinenser:innen (..) sowie Aktionen von Hafenarbeiter:innen in Marseille, Genua, Tanger, die Waffenlieferungen nach Israel gestoppt haben, hat sich nun auch der DGB endlich zur SolidaritĂ€t mit der palĂ€stinensischen Zivilbevölkerung bekannt und ein Ende der Siedler*innengewalt und Vertreibung sowie die ausreichende Versorgung der Menschen in Gaza mit Hilfslieferungen gefordert. Das ist ein kleines Zeichen fĂŒr Menschlichkeit und war höchste Zeit.

Nach 21 Monaten Genozid bleibt die Resolution allerdings weit hinter den Erfordernissen zurĂŒck (...)

PalÀstinenser:innen werden vom DGB-Vorstand nur als Opfer oder Terroristen anerkannt, als Akteur:innen kommen sie nicht vor. Die wiederholten Forderungen
palĂ€stinensischer Gewerkschaften an die internationalen Arbeiter:innenorganisationen beispielsweise werden ĂŒberhaupt nicht erwĂ€hnt.

Stattdessen wird um SolidaritÀt mit der Histadrut geworben, deren PrÀsident Arnon Bar-David sich am 23. November 2023 "voll Anerkennung und Stolz" beim Signieren von Raketen, die auf Gaza abgefeuert werden sollten, in den Werkshallen von Elbit Systems prÀsentierte. (
)

Kritik an der Histadrut gilt dem DGB-Vorstand als "unertrĂ€glich", obwohl sich die offiziellen Vertreter:innen der Histadrut immer hinter die Kriege des israelischen Staates gestellt und sie offen unterstĂŒtzt haben.

Es ist also völlig unehrlich, einen
Interessenkonflikt zwischen Histadrut und der zionistischen Arbeiter:innenbewegung mit der aktuellen faschistischen israelischen Regierung so darzustellen, als wĂ€re es das Engagement fĂŒr ein "friedliches Miteinander".


Die jahrzehntelange Partnerschaft zwischen DGB und Histadrut soll nun auch noch im Herbst 2025 grĂŒndlich gefeiert werden.

Doch die Basis der DGB-Gewerkschaften wird nicht richtig darĂŒber informiert, was diese Partnerschaft eigentlich bedeutet, nĂ€mlich die Komplizenschaft mit einer 100-jĂ€hrigen Geschichte der ethnischen Segregation.

Diese vom DGB-Vorstand verschwiegene Geschichte Israels ist die des Siedlerkolonialismus (...)

Statt sich mit dem internationalen Recht auseinanderzusetzen, feiert die DGB-Resolution den Oslo-Prozess als Durchbruch desselben ,,Teufelskreises der Gewalt". Aber trotz Oslo gibt es weiterhin de facto kein RĂŒckkehrrecht fĂŒr PalĂ€stinenser:innnen, wie es eigentlich in UN Resolution 194 verbrieft ist. (
)

Zwar fordert der DGB die deutsche Bundesregierung auf, sich zum humanitÀren Völkerrecht zu bekennen, doch weitergehende Forderungen nach einem Stopp der Waffenlieferungen an Israel bleiben aus (...)

Wir als Gewerkschafter:innen fĂŒr Gaza werden uns weiterhin an den zahlreichen Demonstrationen und Aktionen in SolidaritĂ€t mit der palĂ€stinensischen Bevölkerung beteiligen und rufen alle
Gewerkschafter:innen auf, sich uns anzuschlieáșžen.

Wir werden weiter die Menschlichkeit und unsere Meinung verteidigen.

Es ist höchste Zeit fĂŒr den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften:

- dass sich die deutschen Gewerkschaften mit ihrer eigenen Verantwortung und der MittÀterschaft der Histadrut bei den andauernden ethnische SÀuberungen und dem Genozid gegen die PalÀstinenser:innen auseinandersetzen.

- dass der DGB die UnterstĂŒtzung fĂŒr alle PlĂ€ne zur Militarisierung und AufrĂŒstung des deutschen Staates zurĂŒckzieht, angefangen bei einem sofortigen Ende der Waffenlieferungen an Israel und jeglicher militĂ€rischer Kooperation mit Völkermord.

Hier die Originalerklarung in Englisch und voller LĂ€nge.

Auch die Gewerkschaftliche Linke Hamburg sieht die DGB ErklÀrung mehr als kritisch: [2]https://gewerkschaftslinke.hamburg/2025/07/06/die-gewalt-in-gaza-beenden-jetzt-das-fordert-der-dgb-in-einer-resolution-vom-1-7-25

Der DGB macht eine TĂ€ter-Opfer Umkehr, benutzt die Resolution zu einer Anklage von Hamas als Terror-Organisation und zeigt VerstĂ€ndnis fĂŒr eine Selbstverteidigung Israels, die allerdings „verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig“ bleiben mĂŒsse.

Das Wort Völkermord kommt dem DGB nicht ĂŒber die Lippen (….)

Wer außer Netanjahu, Trump & Co fordert das nicht?

Jedem, der diesen Rechtfertigungtext gelesen hat, stellt sich die Frage:

WELCHE KONKRETEN SCHRITTE GEGEN DEN VÖLKERMORD UNTERNEHMEN DER DGB ODER DIE DGB-GEWERKSCHAFTEN!

Die einen segnen die Bomben, die anderen signieren sie

Auf völliges UnverstĂ€ndnis stĂ¶ĂŸt auch hier das Hohelied des DGB auf die „Pseudogewerkschaft“ Histradut (siehe Bild):

Histradut ist ein politisch-zionistisches Staatsorgan, das wie Polizei, Armee und Siedler diesen kolonialistischen Staat mit aufgebaut hat.Ben Gurion, spĂ€terer MinisterprĂ€sident Israels, war vorher Histradut-Vorsitzender! Golda Meir, spĂ€tere MinisterprĂ€sidentin, war hohe Histradut-FunktionĂ€rin, wie viele andere fĂŒhrende Politiker ebenfalls.

Histradut ist eine Nachschuborganisation fĂŒr den Aufbau des zionistischen Staates mit der irrefĂŒhrenden Bezeichnung Gewerkschaft.

Das Festhalten an Histradut als enger Brudergewerkschaft dĂŒrfte den DGB in ErklĂ€rungsnot bringen, wenn er sich weiterhin von AFD Gedankengut und gelben Gewerkschaften hierzulande glaubwĂŒrdig abgrenzen will.

Wie globalisieren wir die Intifada?

Wie globalisieren wir die Intifada? Diskussionsveranstaltung

How can we globalize the Intifada?“

Dienstag, den 15. Juli um 16 Uhr im GalileA an der FU

Mit @lucabonfante. @6mo.anker. @elaineaufsendung und @carognvg.

Intifada ist das arabische Wort fĂŒr Erhebung, Volksaufstand. Das dem Substantiv zugrundeliegende Verb Ù†ÙŰ¶ bedeutet so viel wie sich schĂŒtteln, sich erheben. Abgeleitet davon wurde Intifada als ein arabischer Begriff fĂŒr einen Aufstand oder eine Rebellion. (Quelle Wikipedia)

Zur Diskussion gestellt wird also, wie können wir weltweit gegen Völkermord erfolgreich rebellieren!

Komm und diskutiere zum Beispiel mit 6mo.anker, einem palĂ€stinensischen Hafenarbeiter in Hamburg, ĂŒber das Thema „warum wir die Gewerkschaften fĂŒr einen antiimperialistischen Internationalismus gewinnen mĂŒssen und wie wir dies als Studierende unterstĂŒtzen können.“

Siehe auch "Brief eines palÀstinensischen Hafenarbeiters aus Hamburg an den Verdi Vorstand" 

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