Dies ist kein Moment der Stille. Dies ist kein Moment für Neutralität. Gaza blutet – und die Welt soll nicht wegsehen. Aufschreien, auf die Straße zum Protest. Nicht nachlassen!
Kundgebung am Sonntag 29.6. 17 Uhr am Gaza Camp Berlin hinter dem Platz der Republik
Das Blutbad, das Israel in Gaza anrichtet geht weiter.
Der israelische Rundfunk zitiert Minister Ben Gvir: „Es ist an der Zeit, die Tore der Hölle für unsere Feinde zu öffnen und zu beweisen, dass wir die Herren des Nahen Ostens sind.“ Ben Gvir ist einer, der sich in „Drecksarbeit“ laut Friedrich Merz für die hegemonialen Interessen des Westens besonders gut auskennt und nützlich macht.
Was sich in Gaza abspielt, sind keine bloßen militärischen Operationen mehr, sondern eine menschliche Tragödie unvorstellbaren Ausmaßes. Systematisches Aushungern, flächendeckende Zerstörung und blutige Massaker treffen eine erschöpfte Zivilbevölkerung. Besonders grausam trifft es jene, die nichts weiter wollen, als einen Sack Mehl oder etwas Reis, um ihre Kinder vor dem Verhungern zu retten. Sie begeben sich unter Lebensgefahr zu den sogenannten amerikanischen Hilfslieferungen.
So wurden erneut gestern am 24. Juni in Rafah im Süden des Gazastreifens sowie in Nuseirat im Zentrum des Gebiets in der Nähe der US-Hilfsverteilzentren mindestens 50 Menschen durch Schüsse getötet und über 200 weitere verletzt.
Am Dienstagvormittag eröffneten israelische Besatzungssoldaten das Feuer auf Tausende Zivilisten im Gebiet Al-Schakousch im Nordwesten von Rafah. Nach vorläufigen Angaben wurden dabei mindestens 20 Menschen ermordet und mehr als 100 wurden verletzt.
Im Bereich des Netzarim-Korridors wurden 25 weitere Zivilisten ermordet. Sechs von ihnen wurden ins Schuhada-Al-Aqsa-Krankenhaus in Deir Al-Balah gebracht. Das Al-Awda-Krankenhaus in Nuseirat meldete die Aufnahme von 19 Toten und 150 Verletzten, von denen einige lebensgefährliche Verletzungen erlitten haben
Nach Angaben der staatlichen Medien belief sich bis Dienstag 24.Juni die Gesamtzahl der Opfer seit Beginn dieses Hilfsmechanismus am 27. Mai auf 450 Todesopfer, 3466 Verletzte sowie 39 Vermisste.
Das Kalkül ist: Die Aufmerksamkeit für Gaza soll sich erschöpfen. Machen wir einen Strich durch diese Rechnung .
Nicht Nachlassen im Protest. Redet mit Euren Kolleg:innen, Freund:innen. Schafft Öffentlichkeit! Kommt weiterhin auf die Straße. Notwendig wären auch wie in anderen europäischen Ländern Verweigerung und Widerstand gegen Waffenlieferungen, gegen jegliche Zusammenarbeit mit Israel. Überall in der logistik, in der Produktion, an den Bildungsstätten…
Israel zerstört systematisch die Gesundheitsversorgung der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und greift dazu gezielt Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitspersonal an. Etliche Mitarbeiter:innen wurden getötet, schwer verletzt, verschleppt und gefoltert. Krankenhäuser zerbombt. Durch die Blockade ist auch die Versorgung mit Medikamenten nahezu vollständig zusammengebrochen.
Palestine Mental Health Network (Germany) und Gesundheit4Palestine haben einen offenen Brief dazu geschrieben, in dem zur Solidarität mit ihren Kolleg:innen in Gaza und der darunter unsäglich leidenden palästinensischen Bevölkerung aufgerufen wird !
Der Brief soll am Mittwoch der Bundesärztinnenkammer überreicht werden. Ihr könnt ihn noch hier unterschreiben!
„Wir übergeben unseren offenen Brief mit nun über 1.500 Unterschriften an die Bundesärztinnenkammer und fordern ein Ende des Schweigens!“
Am 25.6. um 14.30 Uhr Bundesärztinnenkammer am Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin
Bitte kommt zahlreich, möglichst in Arbeitskleidung. Bringt gern Banner mit, auf denen ihr Eure Forderungen zeigen könnt. Lasst uns deutlich zeigen, dasS wir uns als Gesundheitsarbeiterinnen ganz klar gegen Genozid und gegen Angriffe auf unsere Kolleginnen weltweit und auch Gesundheitseinrichtungen stellen.
Berlin, 21. Juni 2025. Der Knoten ist geplatzt. Auch in Deutschland gibt es jetzt Massenproteste gegen den Völkermord in Gaza und die deutsche Komplizenschaft und Unterstützung von Israel.
Noch vor 16 Uhr hatte die Polizei „mehr als 15 000“ [1] das sind die Zahlen gegenüber RBB und ARD, im ZDF wurden nicht näher spezifiziert 12 000 laut Polizei genannt. Menschen vermeldet, die sich vis a vis dem Reichstagsgebäude auf dem Platz der Republik versammelten. Und immer noch strömten tausende weitere Demonstranten auf den Platz. Seitens der Veranstalter wurden zunächst „deutlich über 30 000“ [2] die Veranstalter korrigierten später Ihre Zahl nach Auswertung des Bildmaterials auf 60 000 nach oben angegeben. Teilnehmer schätzten, dass auch diese Zahl zu niedrig gegriffen ist. Sie fühlten sich an die großen „Brandmauer“ – Proteste letztes Jahr und die Klimaproteste vor sechs Jahren erinnert. Da lauteten die Zahlen 120 bis 250 Tausend. Der Platz war randvoll und die Massen drängten sich angesichts der unsäglichen Hitze zusätzlich in Scharen unter die schattigen Bäume im hintergelegenen Parkgelände.
21.Juni 2025, Platz der Republik randvoll. Letzte Zahl der Veranstalter: 60 000
Anders als in anderen europäischen Ländern – Frankreich, Spanien, Niederlande, Belgien, Großbritannien – wo die großen zivilen Organisationen und maßgeblich die Gewerkschaften den Protest mitorganisieren, musste es hierzulande vor allem eine Initiative von unten sein. Große Organisationen, die sonst so den Mund voll nehmen über die Verteidigung von Menschenrechten -wie Campact oder der DGB zum Beispiel – wollen angesichts des „bestdokumentierten Völkermords der Menschheitsgeschichte“ nichts sehen und erkennen wollen und hüllen sich auch nach Monaten der Barbarei in Schweigen. Dieses Schweigen gilt ebenso für die aktive Unterstützung der aktuell völkerechtswidrigen Angriffe auf den Iran!
Videomitschnitte, Fotos : eigene und Gaza United, Großdemonstration Berlin 21. JUNI 2025
„Wir sind zwei palästinensische Einzelpersonen unabhängig von Parteien/Organisationen. Amin stammt aus Hebron (West Bank), Abed hat den Genozid in Gaza nur knapp überlebt. Uns verbindet das Ziel, der palästinensischen Perspektive Gehör zu verschaffen- einer Stimme, die in Deutschland systematisch ausgeblendet wird. Für Völkerrecht, Gerechtigkeit und Solidarität ,“ hiess es im Aufruf zu dieser Demonstration.
Ihr Ziel: „Gemeinsam mit Aktivist:innen aus der palästinensischen und Palästina-solidarischen Community, NGOs und Parteien organisieren wir eine Massendemonstration. Ein starkes, menschliches Zeichen gegen Genozid, Vertreibung und staatliche Komplizenschaft. Unsere Botschaft: Schluss mit der Komplizenschaft- Solidarität ist Pflicht.“
Die Hauptforderungen von Zehntausenden in Berlins Straßen an diesem Samstag:
Sofortiges Ende der Unterstützung des Israelischen Genozids, der Apartheid und der illegalen Besatzung in all ihren Formen-politisch, diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch.
Achtung des Völkerrechts und Unterstützung internationaler juristischer Maẞnahmen sowie Reparationen an das palästinensische Volk.
Entkriminalisierung der Anti-Genozid und Palästina-solidarischen Stimmen, Symbole und Proteste!
Palästinaflagge über dem Reichstagsgebäude ergänzt mit dem notwendigen Hinweis „Nie wieder gilt für Alle“, Gewerkschafter:innen hielten sich anders als der Kollege im Bild lieber verdeckt. Ich sprach am Ende mit einigen Verdi/ IG Metall Jugendlichen. Sie schämen sich für ihre Gewerkschaften!
Neben den genannten Hauptforderungen und der direkten Solidarität mit Palästinenser:innen war das Bild der Demonstration inhaltlich zu großen Teilen geprägt von der Kritik an der rassistischen und imperialen Vorherrschaftspolitik des kapitalistischen Westens in Nahost – mit einem zionistischen Israel als Kettenhund. Es gab auch unter der Masse rektionäre Symbolik. Der Kampf aber verbindet. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen – Jüd:innen wie Muslim:innen, Männer und Frauen….religiöse wie nicht relgiöse Menschen, trans Frauen und Queers aller Hautfarben traten gemeinsam auf. Und das Wesentliche dabei: Nationalistische und patriarchalische Vorurteile können so abgebaut werden. Visionen der Befreiung vom kapitalistischen, imperialen wie patriarchalen Joch wurden artikuliert.
Nicht nur die Veranstalter waren von dem großen Andrang überrascht -sie hatten höchstens 5000 Teilnehmer erwartet und angemeldet – , sondern auch die Berliner Ordnungsbehörden. Die Polizeikräfte befanden sich entgegen sonstigen Propalästinademonstrationen eindeutig in „Unterzahl“. So kam es zu dem in Berlin seltenen „Wunder“ , dass es lange friedlich blieb, obwohl sich noch nie zuvor hier soviele „Antisemiten“ nach Lesart des Regierenden Bürgermeisters wie diesen Samstag zusammengefunden hatten. Oder liegt diese plötzliche Zurückhaltung der Polizei daran, dass der Menschenrechtskommissar des Europarats geradeerst explizit die extreme Polizeigewalt in Berlin im Zusammenhang mit Palästinasolidarität hart kritisiert hat?
Letzte Zahl der Veranstalter 60 000. Ein seltenes Bild in Berlin auf Propalästinademonstrationen: die Polizei – statt enthemmt – enthelmt und in gebotenem Abstand. Und siehe da: alles blieb friedlich!
Erst zu späterer Stunde, als die Zahl der Demonstranten abgenommen und das Kräfteverhältnis zugunsten der Polizei sich gewandelt hatte, soll es dann doch noch zu einer durch die Polizei hervorgerufenen kritischen Situation mit Verletzten unter den Teilnehmer:innen gekommen sein.
Eine Woche zuvor hatte es schon eine größere Protestkundgebung mit ca. 4000 Teilnehmer:innen in Berlin gegeben, organisiert von der Friedenskoordination Berlin sowie dem Bündnis „Nie wieder Krieg“. Auch hier wurden der Vökermord in Gaza, die israelischen Angriffskriege und die Mittäterschaft des Westens, insbesondere der USA und Deutschlands, unmissverständlich verurteilt.
14.Juni 2025 , Straße des 17.Juni – Gewerkschafter:innen aus den DGB Gewerkschaften Verdi, GEW, IG Bau und IG Metall gegen Krieg und Völkermord!
Neben Vertreter:innen der betroffenen Migranten selbst boten auch Sprecher:innen von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, der Friedensbewegung sowie der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft für Migration von Verdi dem Kurs deutscher „Staatsräson“ mit klaren Worten die Stirn. Unter den Demonstranten deutlich sichtbar Mitglieder:innen der verschiedenen DGB Gewerkschaften, die sich der Burgfriedenspolitik ihrer Führungen mit den geostrategischenZielen des Deutschen Kapitals nicht unterordnen wollen.
Es muß zusammenkommen, was zusammengehört! Und es muss vor allem nachhaltiger weden!
80 Prozent aller Deutschen lehnen das Vorgehen Israels ab. Es wird Zeit, daß die verschiedenen Initiativen dieser übergroßen Mehrheit der Deutschen eine gemeinsame unüberhörbare Stimme verleihen und die Menschen noch mehr mobilisiert werden. Es muss öffentlicher Druck aufgebaut werden – sichtbar auf den Strassen und auch in den Betrieben -, damit sich bei den Regierenden in Deutschland endlich etwas bewegt, nicht mit Worten oder pharisäerhaften Phrasen, sondern mit Taten. Jegliche Form von Mittäterschaft und Unterstützung von Israels Krieg muss endlich eingestellt werden. Die Menschen in Gaza – aber auch in der Westbank, in Libanon, in Syrien und jetzt aktuell im Iran – können nicht warten.