Schwarzbuch Krankenhaus

6. Dezember 2023, 19:30 – 22:00 Uhr

Das Schweigen brechen | Szenische Lesung


Veranstaltungsort
Volksbühne, Roter Salon
Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

 

Kliniken sind am Limit. Menschen sterben, weil am Personal gespart wird. Täglich spielen sich unvorstellbare Szenen ab. Von Neugeborenen, die ins Leben stürzen, weil keine Hebamme da ist, um sie aufzufangen. Über Patient*innen, die nicht davon abgehalten werden können, sich im Krankenhaus das Leben zu nehmen, weil die Kolleg*innen völlig überarbeitet sind. Bis hin zu Menschen, die in Wartezimmern unbemerkt versterben.

Wir sind ein Kollektiv aus Krankenhausbeschäftigten aus ganz Deutschland, die angesichts der eigenen Arbeitserfahrungen nicht länger still sein können. Uns eint der Wunsch, das Gesundheitssystem von Grund auf zu verändern, um endlich wieder unserem professionellen Anspruch und den Bedürfnissen unserer Patient*innen gerecht zu werden. Wir kämpfen für eine Aufwertung sorgender Berufe und dagegen, dass mit Gesundheit Profite
gemacht werden.

Die Veranstaltung wird organisiert von Beschäftigten im Krankenhaus, dem Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ver.di.

Mit Live-Musik von «Walk of Care».


Eintritt: 8 Euro / erm. 5 Euro

„Alle reden vom Wetter – wir nicht“

Die Deutsche Bahn war einmal ökologischer, sozialer und pünktlich trotz klirrender Kälte und Schnee! Dann kamen Jahrzehnte neoliberaler Politik, die vieles kaputt gemacht hat.

Und heute? Trotz imposantem Auftritt auf dem Klimagipfel in Dubai. Es tut sich auch hier nichts. Wie beim Tempolimit. Wir berichteten.

Im Gegenteil. Der Verkehrsminister will gegen das aktuelle Urteil, das ihn auf konkrete Klima Sofortmaßnahmen festlegen könnte, Berufung einlegen. Wogegen er sich mit Händen und Füßen sträubt: weg mit den Subventionen und Investitionen für den Individualverkehr. Alles Geld für den öffentlichen Verkehr! Aber das würde ja tatsächlich CO2 einsparen und wäre obendrein noch sozial! (Peter Vlatten)

Renate Angstmann, Journalistin und engagierte Ver.di Gewerkschafterin schildert angesichts des Winterwetters ihre Eindrücke:

„Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ An diesen Werbespruch der Bahn werden sich einige noch erinnern. Er stammt aus einer Zeit, als man zu besonders wichtigen Terminen mit dem Zug fuhr, um auf keinen Fall zu spät zu kommen. Etwa zu einem Vorstellungsgespräch. Bei mir ist das nun etwa vierzig Jahre her. Eine zuverlässige Bahn – heute kaum mehr vorstellbar. Sie wurde kaputtgespart und für den beabsichtigten Börsengang auf Rendite getrimmt. Alles angeblich Überflüssige von Weichen über Ersatzzugführer für unvorhergesehene Fälle bis zu kleinen Bahnhofsgebäuden wurde abgeschafft und nach Möglichkeit verscherbelt. Es gibt kaum mehr Sicherheitspuffer. Schon kleine Zwischenfälle führen zum Zusammenbruch des gesamten Systems. An die Bewältigung nennenswerter Schneemengen ist offenbar nicht mehr zu denken. Dafür kann man sich vor allem bei CSU-Verkehrsministern und Managern aus der Autoindustrie an der Spitze des DB-Konzerns bedanken, die wohl alles Mögliche im Sinn hatten, aber keine funktionierende Bahn. Schuld ist aber auch ein Parlament, das dem Wahn des Neoliberalismus mehrheitlich blind gefolgt ist.

Wir danken Renate Angstmann, ihren kleinen Beitrag publizieren zu dürfen.

Titelfoto aus dem Bekanntenkreis der Redaktion.

Gesundheitsrisiken durch Klimakatastrophe – sie sind unübersehbar da!

Die gesundheitlichen Risiken durch den Klimawandel nehmen jetzt schon dramatisch zu.
Ein umfassender neuer internationaler Bericht ergab, dass die hitzebedingten Todesfälle von Menschen über 65 Jahren seit den 1990er Jahren um 85 Prozent zugenommen haben.

Menschen dieser Altersgruppe sind neben Babys besonders gefährdet, heißt es in dem Bericht, der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet. [1]https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(23)01859-7/fulltext

Mit dem Anstieg der globalen Temperaturen sind ältere Menschen und Kleinkinder heute doppelt so vielen Hitzewellentagen pro Jahr ausgesetzt wie zwischen 1986 und 2005.

Altende Gesellschaften wie Deutschland trifft es besonders hart.

Die Klimakatastrophe erfordert einen massiven Ausbau des Gesundheitssystems. Aber was passiert in Deutschland? Genau das Gegenteil. Seit es Immer mehr Geld für Panzer gibt, wird an das bereits vorher schon marode Gesundheitssystem ein weiteres Mal die Sparaxt angelegt.

Wir berichteten ausführlich darüber in unserem Beitrag : Weckruf! Lauterbachs Reform heisst Krankenhauskahlschlag!

Was wundert sich Bundesgesundheitsminister Lauterbach, dass Deutschland inzwischen in Europa Schlusslicht bei der Lebenserwartung ist? Mit dem jetzt eingeschlagenen gesundheitspolitischen Kurs wird sie weitersinken. Und zwar überproportional bei den Arbeitenden mit niedrigen Einkommen und den sozial Benachteiligten.

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