Venezuela: Trumps mörderischer Staatsterrorismus

Die USA entführen Staatspräsident Nicolás Maduro, um sich die venezolanischen Öl-Ressourcen zu sichern

Von RAUL ZELIK

Bild: pixabay

Wenn Politik und Öffentlichkeit in Deutschland ernst nähmen, was sie seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 predigen, dann ist klar, welche Position sie nach dem Überfall der USA auf Venezuela vertreten müssten: »Das Völkerrecht muss verteidigt werden. Alle Beziehungen zu den USA müssen gekappt, Wirtschaftssanktionen gegen das Trump-Regime verhängt und der Widerstand der Venezolaner mit Waffenlieferungen unterstützt werden.«

Doch selbstverständlich wird keine dieser Forderungen zu hören sein. Dabei ähnelt der Überfall der USA auf Venezuela erschreckend dem, was Putin 2022 in der Ukraine vorhatte. Ein Land, das sich aus dem eigenen Machtbereich entfernt hatte, soll durch einen Regime Change zurückgeholt werden. Da der Wechsel mit politischen und medialen Mitteln nicht gelingt, überfällt man das Land und nimmt den Präsidenten als Geisel.

Wer die Entführung Maduros als »Festnahme« verharmlost, macht sich zum Komplizen des mörderischen Trump-Projekts.

Dass den USA das im Fall von Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro gelang, eine ähnliche russische Operation gegen Wolodymyr Selenskyj jedoch scheiterte, liegt einzig und allein daran, dass hinter der Ukraine eine ernstzunehmende imperiale Macht stand. Hinter Venezuela hingegen steht keine militärische Macht. Und deswegen könnte der Krieg der USA gegen Venezuela relativ schnell beendet sein. Irgendeine eine prowestliche Marionetten-Regierung oder irgendwelche korrupten Militärs werden sich finden lassen.

Über Venezuela könnte man an dieser Stelle vieles sagen: dass die bolivarianische Revolution Anfang der 2000er Jahre wichtige sozialpolitische Verbesserungen brachte, aber auch bald an den Strukturen der Erdöl-Ökonomie scheiterte. Dass auf den populären Hugo Chávez ein deutlich weniger populärer Nicolás Maduro folgte, unter dem die Korruption florierte und die sozialen Errungenschaften wieder verloren gingen. Und dass es nicht wenige Chavistas in Venezuela gab, die sich bis vor kurzem selbst einen Regierungswechsel wünschten.

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Aber all das spielt keine Rolle mehr. Denn den USA und ihren europäischen Verbündeten geht es nicht um die Demokratie eines, wie es Donald Trump gerne ausdrückt, tropischen »Shithole-Landes«, sondern allein um die Bodenschätze Venezuelas und die Kontrolle eines geopolitischen Raums, der sich in den vergangenen Jahrzehnten Richtung China orientierte. Wer die Entführung Maduros als »Festnahme eines umstrittenen Staatschefs« und die US-amerikanische Aggression als »Spannungen zwischen Caracas und Washington« verharmlost, macht sich zum Komplizen des mörderischen Trump-Projekts. Was man Teilen der Linken 2022 – in einigen Fällen durchaus berechtigt – vorwarf, nämlich »Putin-Versteher« zu sein, fällt nun auf die liberale Öffentlichkeit selbst zurück. Mit Krieg und Gewalt haben sie kein Problem. Hauptsache, die eigene »Wirtschaft« wird nicht beschädigt.

Deutlich wird an diesem düsteren Tag somit auch, wie untrennbar Faschismus und Imperialismus miteinander verknüpft sind. Der Kern von Trumps Projekt ist die Aufrechterhaltung der eigenen Vormachtstellung mit terroristischen Mitteln – nach außen und innen. Mit dem Militärapparat raubt man sich weltweit die natürlichen Ressourcen zusammen. Mit dem rassistischen Grenzregime hält man jene Menschen außen vor, die von Ungleichheit, Gewalt und Zerstörung in Bewegung gesetzt werden. Trumps Operation ist eine Ansage, dass nun eine faschistische Epoche angebrochen ist.

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Schon 2022 gab es gute Gründe, gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Straße zu gehen. Doch heute gilt das noch ungleich mehr. Anders als Russland sind die USA ein Verbündeter Europas. Der ganze europäische Diskurs orientiert sich am US-amerikanischen Vorbild. Und außerdem hat sich wieder einmal gezeigt, dass kein Staat für den Weltfrieden so gefährlich ist wie die bis an die Zähne bewaffneten USA.

Antiamerikanisch wäre es, die einfachen Menschen in den USA dafür verantwortlich zu machen. Darum jedoch geht es nicht. Nicht die unteren Klassen in den USA, sondern der ökonomische und militärische Machtapparat des US-Staats ist das Problem.

Erstveröffentlicht auf nd-online v. 3.1. 2026
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196558.usa-venezuela-trumps-moerderischer-staatsterrorismus.html

Wir danken für das Publikationsrecht

Angriff auf Venezuela – Wer beherrscht die Welt

Kundgebung heute 18 Uhr in Berlin vor der US-amerikanischen Botschaft.

Liebe Freunde und Freundinnen der Unabhängigkeit der lateinamerikanischen und karibischen Völker:

„Solidarität mit Venezuela und den Staaten der Karibik“

Es ist soweit: Um circa 2:00 Uhr heute Nacht haben die USA in mehren Landesteilen Venezuela angegriffen, darunter mehrere Angriffe in Caracas gestartet.

Die Chile Freundschaftsgesellschaft hat zu diesem Anlass um 18:00 Uhr eine Kungebung vor der US-Botschaft am Pariser Platz angemeldet.

Bitte kommt zahlreich mit Transparenten und bringt Eure Freunde, Freundinnen, GenossInnen, Nachbarlnnen und ArbeitskollegInnen mit. – Wir sehen uns.
Chile Freundschaftsgesellschaft ‚Salvador

Ea geht um die Vorherrschaft der USA über alle angrenzenden Länder. Trump beansprucht US Dominanz nicht nur in Mittel- und Südamerika, sondern auch über Kanada und Grönland.

Das ruft auch zunehmend Widersprüche mit westlichen Verbündeten auf den Plan.

Großbritannien fordert restlose Aufklärung, kündigt aber auch die durchgängige Zusammenarbeit seiner Geheimdienste mit den USA auf.

Der dänische Militärgeheimdienst hat diese Woche die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft.

Macron hat Dänemark seine Unterstützung gegen die USA angekündigt

 

Auch in Deutschland wagen sich einige Politiker wenigstens ein bißchen aus der Deckung. Der SPD-Außenpolitiker ‍Adis Ahmetovic hat den US-Angriff auf ​Venezuela scharf kritisiert. „Was wir hier mutmaßlich erleben, ist eine hochgefährliche Verschiebung der internationalen Ordnung“, sagte der außenpolitische ⁠Sprecher der SPD am ⁠Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn militärische Gewalt ohne UN-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts.“

Fabian Lehr redet Klartext zur westlichen Doppelmoral:

Angesichts ihrer inbrünstigen Liebe für das Völkerrecht, für dessen Verteidigung gegen Russland notfalls auch ein Weltkrieg geführt werden muss, wird die Regierung Merz ja nun zweifellos die in Deutschland stationierten Truppen des Verbrecherstaates USA zum Verlassen des Landes auffordern, auf EU-Ebene einen Wirtschaftskrieg gegen die USA starten, US-Vermögen in Deutschland beschlagnahmen und ein gigantisches Waffenpaket für Venezuela auf den Weg bringen. Oder?

Israels Völkermord in Gaza und militärischer Rundschlag im Nahen Osten mit besonderer Unterstützung der USA, aber auch Deutschlands, waren ein Fanal, um imperiales Faustrecht weltweit durchzusetzen. Das Völkerrecht wurde endgültig zur Farce degradiert.

Kommt zu den Kundgebungen. Der Widerstand muss von unten kommen. Krieg dem Krieg.

Die geopolitischen Verwerfungen bekommen wir alle in den imperialistischen Kernländern immer mehr zu spüren. Die soziale Lage der arbeitenden Mensch in den USA hat begonnen, vsich unter Trump massiv zu verschlechtern. Ich selbst habe gerade eine Speicherplatte kaufen wollen. Preise doppelt so hoch. Die Regale leergefegt.


Das Berliner Bündnis „Hände Weg von Venezuela“ hatte am 19.10.2019 zur Demo auf dem Pariser Platz auf. Ein besonderer Gast, gab ein kleines Soilidaritäskonzert: David Rovics, Singer Songwriter aus den USA. Dabei entstand diese Video. Mit freundlicher Genehmigung von David Rovics für die Aufnahme und Veröffentlichung.

Videorechte: Ingo Müller, rec. 2019

Spontane Protestkundgebung in Stuttgart

Erneuter Angriff auf russische nuklearstrategische Anlagen durch die Ukraine?


CIA bestätigt ukrainischen Drohnenangriff, allerdings auf ein militärisches Ziel in Novgorod

Von FLORIAN RÖTZER

BILD: Vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Karte der Drohnenflüge und -abschüsse. Bild: mod.ru

Nach anonymen Quellen aus dem US-Geheimdienst CIA hat die Ukraine, wie WSJ berichtete,  zwar mit Drohnen Russland in der Region Novgorod angegriffen, aber der Angriff war angeblich nicht auf die Präsidentenresidenz gerichtet gewesen (Drohnenangriff auf Putins Residenz?). Wenn die Informationen stimmen sollten, angeblich hat CIA-Chef John Ratcliffe US-Präsident darüber unterrichtet, könnte der Kreml den Angriff ausgenutzt haben, um die Verhandlungsposition von Kiew zu schwächen und entsprechende Reaktionen für die Verhandlungen und Vergeltungsschlägen zu rechtfertigen.

Was die Informanten jedenfalls bestätigten, ist ein ukrainischer Angriff in der Nacht vor dem Treffen von Selenskij mit Trump. Und nach Angaben sei eine in größerer Entfernung vom Präsidentenpalast gelegene militärische Einrichtung das Ziel gewesen. Die CIA widerlegt damit die ukrainische Darstellung, dass Moskau einen Angriff nur behauptet und die Ukraine nichts gemacht habe. Selenskij hatte es als „erfundene Geschichte“ oder „Falschmeldung“ bezeichnet, die ukrainische Behörde zur Bekämpfung von Desinformation hat nach den CIA-Informationen Desinformation verbreitet: „Trotz der Behauptungen über ‚91 Drohnen‘ und einen ‚gezielten Angriff‘ hat die russische Seite keinerlei überzeugende Beweise vorgelegt. Es gibt keine Videoaufnahmen von Luftverteidigungsoperationen im Bereich der Residenz, keine Aufzeichnungen von Drohnenabstürzen an den angegebenen Orten, und selbst die eigenen Zahlen sind widersprüchlich und haben sich wiederholt geändert. Dies ist eine typische Kreml-Desinformationskampagne. … Die Geschichte des angeblichen ‚Angriffs auf Valdai‘ ist ein Versuch, einen Informationsvorwand für einen im Voraus geplanten Terroranschlag gegen die Ukraine zu liefern, Druck auf den diplomatischen Prozess auszuüben und eine falsche Rechtfertigung für künftige Angriffe auf ukrainische Städte zu schaffen.“

Arestovich, der ehemalige Präsidentenberater von Selenskij, der nach seinem Rausschmiss ins Exil gegangen ist, hatte bereits gestern darauf hingewiesen, dass es sich um einen Angriff „auf eine Spezialanlage der Russischen Föderation, die für die Führung der russischen Streitkräfte im Falle eines Atomkriegs ausgelegt ist“. Von hier aus würden „Russlands Atomstreitkräfte gesteuert“.

Nach der vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Karte der Drohnenflüge  und -abschüsse kann ein anderes Ziel durchaus möglich gewesen sein. Was diese „Spezialanlage“ ist und wo sie sich befinden soll, hat Arestovich nicht gesagt. Von der CIA war auch nicht zu vernehmen, zumindest berichteten die Medien nichts davon, was für eine militärische Anlage das Ziel gewesen könnte.

Sollte es jedoch eine mit strategischen Waffen zusammenhängende Anlage sein, wäre ein solcher Angriff eigentlich noch provokativer als der Versuch, die Präsidentenresidenz ins Visier zu nehmen, zumal nicht bekannt ist, wo sich Putin aufgehalten hat. Anders als in vielen westlichen Medien dargestellt, könnte die Kreml-Version auch ein Versuch gewesen sein, die Gefährlichkeit herunterzuspielen und Einrichtungen des nuklearen Arsenals außen vor zu halten. Bei einem Angriff darauf, müsste der Kreml massiv zurückschlagen und eventuell überlegen, Atomwaffen einzusetzen, oder Druck zu erhalten, dies zu machen.

Die ukrainischen Streitkräfte haben im Juni 2025 bereits strategische Bomber angegriffen und gezeigt, dass sie ein hohes Risiko eingehen. Mit der Operation „Spinnennetz“ wurden u.a. strategische Bomber auf den Stützpunkten Belaja in der Region Irkutsk und Olenja in Murmansk mit Minidrohnen, die zuvor nach Russland geschmuggelt wurden, angegriffen und beschädigt (Der asymmetrische ukrainische Drohnenangriff auf strategische Bomber weckt Ängste).

Arestovich geht davon aus, dass Selenskij und die europäischen Staaten, den Krieg nicht beenden wollen, sondern darauf setzen, dass Trump in den Midterm-Wahlen an Macht verliert. Agiert werde hauptsächlich gegen Trump, da man davon ausgehe, dass Russland aufgrund wirtschaftlicher Probleme geschwächt werde und Trumps Zeit angezählt sei. Zwei Jahre müsse die Ukraine den Krieg deswegen noch fortführen und durchhalten: „Trump ist ein viel größerer Störfaktor für sie. Er ruiniert ihnen im Grunde alles. Er verändert die Weltordnung, und sie sind Nutznießer der alten Ordnung. Es ist klar, wofür die Leute kämpfen – für ihren Anteil am Kuchen.“

Zudem hätten sich die Europäer zu sehr in „Infrastrukturprogramme und Militärprojekte“, dass „sie die Ukraine unbedingt noch ein oder zwei Jahre zum Kämpfen brauchen. Es ist zu viel Geld im Spiel; es lässt sich nicht stoppen oder kürzen. Sie wollen, dass alles in Gang kommt, damit alle davon profitieren können.“

Das russische Verteidigungsministerium bleibt allerdings dabei, dass die Präsidentenresidenz das Ziel der versuchten Drohnenangriffe gewesen sei. Man habe die  Navigationseinheit einer der ukrainischen Drohnen ausgewertet, wurde heute mitgeteilt: „Die Entschlüsselung der Flugdrohnen-Routendaten zeigt, dass der ukrainische Drohnenangriff am 29. Dezember 2025 auf eine der Einrichtungen der Residenz des russischen Präsidenten in der Region Nowgorod abzielte. Diese Daten werden der amerikanischen Seite über die etablierten Kanäle übermittelt.“

Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 1.1. 2026
https://overton-magazin.de/top-story/cia-bestaetigt-ukrainischen-drohnenangriff-allerdings-auf-ein-militaerisches-ziel-in-novgorod/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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