Verheerende Auswirkungen auf die Umwelt durch Kriege

Wir berichteten bereits zum Thema „Krieg tötet nicht nur die Menschen, sondern zerstört auch die Umwelt und unsere Lebensgrundlagen!

Mit dem folgenden Beitrag werden die Aussagen nochmals erhärtet und bestätigt. Auch das aktuell unvergleichbare Ausmaß der Schäden und Auswirkungen des Kriegs gegen Gaza wird schonungslos aufgedeckt. Wer die geopolitisch imperialen Konflikte und Kriege befeuert und unterstützt, kann sich den Kampf gegen die Klimakrise hinter den Hut stecken. (Peter Vlatten)

17.12.24 – Pressenza, poonal – Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen

Anlässlich des Internationalen Tages zur Verhütung der Ausbeutung der Umwelt durch Kriege haben verschiedene internationale Organisationen weltweit zum Frieden für die Menschheit und die Erde aufgerufen. Denn die Umweltauswirkungen von Kriegen auf der ganzen Welt sind heute verheerend und vielfältig. Vierzig Prozent der internen Konflikte der letzten 60 Jahre standen im Zusammenhang mit der Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

Die UN-Vollversammlung hat diesen Tag im Jahr 2002 ausgerufen, um deutlich zu machen, dass die Erhaltung der Umwelt ein wesentlicher Bestandteil von Strategien zur Konfliktvermeidung und zur Erhaltung des Friedens ist. Der Tag soll die Bedeutung der Integration von ökologischer Nachhaltigkeit in Friedens- und Konfliktlösungsstrategien hervorheben und die Verantwortung von Staaten und internationalen Organisationen fördern, um Umweltschäden, die durch Kriege verursacht werden können, zu verhindern.

Verbrannte Ernten, abgeholzte Wälder, vergiftete Böden

„Die Menschheit hat ihre Kriegsopfer immer in Form von Toten und Verwundeten, zerstörten Städten und ruinierten Existenzen gezählt, aber die Umwelt ist oft das vergessene Opfer: verschmutzte Wasserquellen, verbrannte Ernten, abgeholzte Wälder, vergiftete Böden und geschlachtete Tiere werden als selbstverständlich hingenommen, um militärische Vorteile zu erlangen“, heißt es in einem UN-Bericht.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) bezeichnete die Umweltauswirkungen des Konflikts im Gazastreifen, bei dem 39 Millionen Tonnen Schutt angefallen sind, als beispiellos und schätzte, dass auf jeden Quadratmeter der Enklave mehr als 107 Kilogramm solcher Abfälle entfallen. Das ist mehr als das Fünffache der durch den Krieg im Irak 2017 gegen den IS verursachten Abfallmenge.

Gefahr irreversible Umweltschäden in Gaza

„Die Bevölkerung muss nicht nur mit dem unsäglichen Leid des andauernden Krieges fertig werden, sondern es besteht auch die Gefahr, dass die erheblichen und zunehmenden Umweltschäden im Gazastreifen die Bevölkerung zu einer schmerzhaften und langwierigen Erholung zwingen“, warnt der aktuelle Bericht. Demnach sind die im Gazastreifen eingeschlossenen Palästinenser*innen weiterhin einer rasch zunehmenden Boden-, Wasser- und Luftverschmutzung ausgesetzt. Zudem besteht die Gefahr, dass ihre natürlichen Ökosysteme irreversibel geschädigt werden.

Mehrere internationale Umweltorganisationen sind sich einig, dass Kriege verheerende Auswirkungen haben, da nicht nur das Überleben der Menschen, sondern auch das vieler Spezies auf dem Spiel steht.

Die wichtigsten Folgen von bewaffneten Konflikten für die natürliche Umwelt sind: Wasser- und Luftverschmutzung, Zerstörung von Ökosystemen, erhöhte Treibhausgasemissionen, Vertreibung von Spezies und Druck auf natürliche Ressourcen. Hinzu kommen die Verseuchung des Bodens und die Anhäufung von Giftmüll, die Störung natürlicher Kreisläufe und die Gefährdung der Sicherheit der Ernährungssicherheit.

Übersetzung: Deborah Schmiedel

Der Beitrag wurde 17. 12. auf Pressenza veröffentlicht. Wir dann für die Publikationsrechte

TitelBild von DingTo, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)

Gesundheit unter Beschuss – Gesundheitskrise in Gaza

Gesundheit unter Beschuss – Gesundheitskrise in Gaza

Ort: bUm – Space for Solidarity and Community, Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin, 19. Dezember 18:00 – 21:30 Uhr

Die Veranstaltung beleuchtet die katastrophale Gesundheitskrise in Gaza, die durch den von Israel an den Palästinenser:innen verübten Genozid weiter verschärft wird. Thematisiert werden sowohl die humanitären als auch die politischen Dimensionen dieser Tragödie.

Redner:innen aus Gaza, medizinisches Fachpersonal und Fachkräfte der humanitären Hilfe teilen ihre Expertise und Erfahrungen.

Alle Einnahmen werden für lebenswichtige medizinische Hilfsgüter in Gaza gespendet.

Sei dabei, informiere dich und setze ein Zeichen der Solidarität!
Aktuell : "Nahost  - Syrien, Gaza, Rojava Update 17 Dezember" 

Nahost – Syrien, Gaza, Rojava Update 17.Dezember

Wir berichteten „Gibt es Syrien denn noch?“

Inzwischen schreitet die Entwicklung voran.

Die Angriffe auf die kurdischen Regionen im Norden und Osten Syriens gehen weiter. Auch die militärische und politische Liäson Deutschlands mit Israel und der Türkei.

In In Berlin gab es eine aufsehenerregende Protestaktion! Verteidigt Rojava!

Aktivist*innen haben am Montagmittag das Brandenburger Tor besetzt, der Protest richtet sich gegen die Angriffe der Türkei auf #Rojava. Mindestens vier Menschen befanden sich mehrere Stunden auf dem Dach des Brandenburger Tors. Sie haben ein Banner entrollt, auf dem „Rojava verteidigen!“ steht.

Ihre Forderungen:

  • Anerkennung der Selbstverwaltung DAANES (Demokratischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien)
  • Stopp der Waffenlieferungen an die Türkei
Supportet u. a. Rojava hier:   "Wir sammeln 1 Million Euro für Solarpanels in Rojava! Für eine demokratische und ökologische Alternative im Nahen Osten." 
Upgrade 19.12. 
Syrien​-Aktivisten besetzten das ZDF​-Hauptstadtstudio, um über die Anerkennung Rojavas durch öffentlich-rechtliche Medien zu diskutieren. Sie forderten kritischere Berichte zu SNA-Milizen und Kriegsverbrechen an Minderheiten und Frauen. [1]https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeieinsatz-in-berlin-mitte-syrien-aktivisten-besetzen-zdf-hauptstadtstudio-12895831.html

Und innerhalb „Rest“ – Syrien?

Kimberly Dixon vermerkt:

„Alle Richterinnen wurden bereits ihres Amtes enthoben. Ja, die Freiheit für die syrische Bevölkerung nimmt an Fahrt auf. Ganz besonders für Frauen. Na Frau Plärrbock? Sind sie nun zufrieden? Das Land wurde den Wölfen zum Frass vorgeworfen…“

„Die israelische Armee griff in der Nacht zum Montag syrische Militärstandorte in der Küstenregion Tartus an. Die heftigen Detonationen nach den Bombardierungen lösten Signale von Erdbebensensoren aus, so mehrere Kriegsbeobachtungsgruppen in der Region. Dabei wurden Werte bis zu einer Stärke von 3,1 auf der Richterskala gemessen.

Beobachter sprechen von den schwersten Angriffen in der syrischen Küstenregion seit Beginn der Angriffe im Jahr 2012. Die Sprengkraft erreiche die Größenordnung taktischer Atombomben.

„Israelische Kampfflugzeuge griffen eine Reihe von Zielen an, darunter Luftabwehranlagen und Depots für Boden-Boden-Raketen.“

Die Explosionen waren so massiv, dass sie von seismischen Sensoren mit einer Stärke von bis zu 3,1 auf der Richterskala aufgezeichnet wurden. Laut einem Artikel der Times of Israel wurden die Erdbewegungen am späten Sonntagabend auch von der seismologischen Abteilung des Geografischen Dienstes Israels registriert, „deren Epizentrum etwa 28 Kilometer vor der Küste der Stadt Banias lag.“

Wettlauf um Syrien

German Foreign Policy berichtet:

Auswärtiges Amt führt in Damaskus erste Gespräche mit HTS-Anführer Al Sharaa. EU-Außenminister fordern Schließung russischer Militärbasen. Al Sharaa lehnt baldige Wahlen ab, will gewisse „Sitten“ in Syrien respektiert sehen.

Wie Entwicklungsministerin Svenja Schulze mitteilt, habe Deutschland in den vergangenen Jahren stets Mittel für das von HTS kontrollierte syrische Gouvernement Idlib bereitgestellt und verfüge deswegen über beste Kontakte: „Wir kennen viele Akteure, auf die es jetzt ankommt“. …. Mehr

Zum letzten Abschnitt, der nichts anderes besagt als dass man zum Umfeld der „islamistischen Terroristen“ seit Jahren den besten Kontakt unterhält, kann man wohl nur noch sagen: „Aha“!

P. Jüriens bringt die Frage des Selbstbestimungsrechts der Syrer:innen auf den Punkt:

Natürlich: Niemand weint Assads Regierung allzuviele Tränen nach.

  • Aber ansonsten kann ich beim besten Willen nicht erkennen, daß die aktuellen Entwicklungen irgendetwas anderes als blanker Kolonialismus und permanentes Wettscheißen auf das Völkerrecht sind.
  • Und in allen anderen „wertebasiert“ handelnden Ländern der ersten Welt fühlt sich von Erdogan über Jens Spahn über Alice Weidel bis hin zu Christian Lindner offenbar jedes prinzipienlose, antihumanistische Stück Scheiße zeitgleich befleissigt, die syrischen Flüchtlinge am Liebsten gestern schon dorthin zurückzuschicken.
  • Und natürlich: Gaspipelines durch Syrien zu planen.

GAZA nicht vergessen!

Die Ereignisse in Syrien dürfen nicht dazu führen, daß das Unheil in Gaza aus dem Blickfeld gerät. Hier ein Tagesbericht:

Die aktuellen Berichte zum 437. Kriegstag zeichnen ein erschütterndes Bild systematischer Aggressivität und humanitärer Krise.


In den letzten 24 Stunden verübten israelische Streitkräfte fünf Massaker gegen palästinensische Familien. 46 Todesopfer wurden in Krankenhäuser eingeliefert, 135 weitere verletzt. Die Gesamtzahl der statistisch erfassten Opfer seit Beginn der israelischen Aggression am 7. Oktober 2023 ist auf 44.976 Todesopfer und 106.759 Verletzte angestiegen.

Die fortwährenden Angriffe konzentrieren sich insbesondere auf den Norden des Gazastreifens sowie auf das Flüchtlingslager Nusseirat im Zentrum des Gebiets.

Plan der Generäle

Die Durchsetzung der ethnischen Säuberung in GAZA durch Israel wird konkret.

In einem aktuellen Bericht der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth wird aufgedeckt, dass die israelische Besatzungsarmee im Rahmen ihrer anhaltenden Offensive gegen den Norden des Gazastreifens schrittweise einen sogenannten „Plan der Generäle“ umsetzt. Dieser Plan hat das Ziel, die Bevölkerung des Gazastreifens zu vertreiben und die Rückkehr der Vertriebenen in ihre Heimatstadt Jabalia zu verhindern.

Der Bericht, verfasst von dem Militäranalysten Yoav Zitun, beschreibt, dass gemäß diesem Plan das nördliche Drittel des Gazastreifens zerschnitten bleiben soll.

Kinderweihnachten in GAZA – der Tod klopft an!

Eine neue Studie zeigt die enormen psychischen Auswirkungen des Krieges auf Kinder und junge Menschen im Gazastreifen. 44 Prozent der Toten waren Kinder, und die Überlebenden leiden unter starken Symptomen der Traumatisierung.

Für die Studie wurden Eltern und Betreuer von 504 Kindern aus Familien befragt, in denen mindestens ein Kind behindert, verletzt oder unbegleitet ist, also von seinen Eltern getrennt ist. Die Stichprobe wurde zwischen dem südlichen und dem nördlichen Gazastreifen aufgeteilt und durch weitere ausführliche Interviews ergänzt.

Morgen 19.Dezember Veranstaltung  "Gesundheit unter Beschuss – Gesundheitskrise in Gaza"

Quellen: zu Rojawa riseup4rojava/ defendkurdistandeutschland, zu Syrien u. a. middleeastmatters, zu GAZA „Freunde Palästinas“, Freitag, GFP…

References

References
1 https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizeieinsatz-in-berlin-mitte-syrien-aktivisten-besetzen-zdf-hauptstadtstudio-12895831.html

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung