Hände weg vom Hochschulgesetz: Politisch motivierte Exmatrikulationen in Berlin stoppen!

DRINGENDER AUFRUF: STUDENTEN, AKADEMISCHE FREIHEIT und DEMOKRATIE GEFÄHRDET

Und für Berlin ein weiterer Schritt zur „geistigen Verarmung“.

Am 26. März wird in Berlin über eine Änderung des Hochschulgesetzes debattiert, nach der ein „politisch motivierter Ausschluss“ als Disziplinarmaßnahme an Hochschulen eingesetzt werden kann. Dies bedroht nicht nur das Recht der Menschen, in Deutschland zu bleiben, da Visa an den Studentenstatus gebunden sein können, sondern schafft einen beängstigenden Präzedenzfall für die Unterbindung der politischen Organisierung von Studenten und die Einschränkung der akademischen Freiheit. Das wird in den Semesterferien schnell durchgedrückt und lässt kaum Möglichkeiten für organisierten Widerstand. Wir brauchen ein breites Bündnis von Studierenden und Nicht-Studierenden, um uns dem Rechtsruck in Deutschland entgegenzustellen: Wir können das nicht durchgehen lassen!

hier die Petition auf unterschreiben

hier E-MAIL AN ENTSCHEIDUNGSTRÄGER:

ZEITPLAN::

MONTAG, 18. MÄRZ: Der Wissenschaftsausschuss wird den Text prüfen und Kommentare und Vorschläge hinzufügen.

DIENSTAG, 26. MÄRZ: Er wird dem Abgeordnetenhaus vorgelegt.

Bitte beachten Palästinakongress in Berlin

Anmerkungen zum Berliner Gesetzesvorhaben:die aktuelle Berliner Regelung ist ein Demokratischer Fortschritt. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Wer Vergehen begeht, hat sich wie alle anderen vor dem Gesetz zu verantworten. Eine Sonderbestrafung für eine einzelne Gruppen wie Studenten ist mit diesem Grundsatz nicht vereinbar, schon gar nicht wenn es Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit migrantischem Hintergrund besonders trifft. Ausserdem werden für die Berliner Gesetzesänderung Verschärfungen über das, was in anderen Bundesländern gilt, gefordert. Es gibt noch keinen ausformulierten Gesetzestext – aber sehr laute Forderungen, was da hineinformuliert werden soll.
Auch Forderungen wie die der Präsidentin der Jüdischen Sudierendenunion in Deutschland, deren Vorschlag/Forderung letztlich drauf hinausläuft, dass arabischstämmige Menschen de Facto generell vom Studium auszuschließen sind.[1]https://www.nzz.ch/international/debatte-ueber-verschaerfung-des-berliner-hochschulgesetzes-nach-antisemitischem-angriff-auf-studenten-ld.1812086

Linke Versöhnung mit dem Liberalismus?

Die politische und programmatische Schwäche der Linken ist demokratiegefährdend. Eine Gegenrede zu Jan Schlemermeyer

Der Aufruf zur Verteidigung der liberalen kapitalistischen Demokratie, die gemeinhin als Verursacher der Krisen angesehen wird, kann keine überzeugende Strategie für Die Linke sein.

Von Michail Nelken

An der seit Jahren in Teilen der Partei Die Linke grassierenden fruchtlosen Unsitte, die eigene politische Positionierung in Abgrenzung zu Sahra Wagenknechts Populismus-Mix vorzunehmen, statt auf Basis einer Analyse der gesellschaftlichen Realitäten eine eigenständige linke Strategie und Politik zu entwickeln, krankt auch der Beitrag von Jan Schlemermeyer (»Gegen den Autoritarismus von links«, »nd« vom 20.1.2024) zu diesem Thema. Den Abgrenzungsbedarf begründet Schlemermeyer mit einer behaupteten historischen Differenzlinie zwischen einer autoritativen Linken und einer demokratisch liberalen Linken, die seit über 100 Jahren eine Grundfrage der sozialistischen Linken sei.

Diese vermeintliche Polarität ist allerdings eine Rückprojektion in aktueller politischer Absicht, die mit der tatsächlichen Geschichte der sozialistischen Linken wenig zu tun hat. Worte, Stereotype und Losungen werden dabei ohne historische Kontextualisierung als Begründung einer linken Strategie in der Gegenwart instrumentalisiert. Mehr noch, in der Geschichte des Sozialismus »entdeckt« Schlemermeyer eine generelle Tendenz zum Autoritarismus. Im Namen des guten Zwecks tendiere die Linke demnach zu einer Geringschätzung von Demokratie und Liberalität, von Rechtsstaatlichkeit und individueller Freiheit. Die »Liberalismusverachtung« sei eine Grundtorheit der Linken von Anbeginn. Die Partei Die Linke solle sich als liberale demokratische Linke in Abgrenzung zur autoritativen Linken neu profilieren.

Die tatsächliche Geschichte des Sozialismus, für die die theoretische wie politische Auseinandersetzung mit dem realen Liberalismus, mit der Differenz von Liberalismus und Sozialismus, von Reform und Revolution, von parlamentarisch-demokratischem Staat und sozialdemokratischem »Zukunftsstaat«, von bürgerlich-demokratischer Republik und sozialistischer Räterepublik eine zentrale Achse ihrer politischen Programmatik bildete, wird dabei ignoriert. Theoretiker und Politiker der sozialistischen Arbeiterbewegung haben sich mit diesen grundlegenden Fragen über Jahrzehnte auseinandergesetzt. Sie taten dies in Kritik des politischen Liberalismus und seiner Repräsentanten in den Parlamenten.

Mit dem politischen Erstarken der sozialistischen Arbeiterbewegung nahmen die liberalen Parteien in zentralen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen (Wahlrecht, Arbeitsschutz- und Sozialgesetzgebung, Steuer- und Zollpolitik, Rüstungsbudget usw.) der Sozialdemokratie entgegengesetzte Positionen ein. Die Repräsentanten des politischen Liberalismus suchten ab Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend ein »nationales« Bündnis mit den konservativen Kräften gegen die »vaterlandslosen« Systemgegner. Bourgeoisie und Bürgertum erkannten in den emanzipatorischen Ansprüchen der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung eine drohende Beeinträchtigung ihrer Machtstellung.

In der Systemkrise im Ausgang des 19. Jahrhunderts zerfiel der klassische politische Liberalismus. Die Nationalliberalen gingen direkt in das anti-sozialdemokratische Lager von Großbourgeoisie und feudalem Staats- und Militärapparat über. Die Sozialliberalen, die auf soziale Reformen und eine nationale Staatsregulierung des Kapitalismus setzten, lehnten den Klassenkampf und die sozialistischen Ziele der internationalistischen Sozialdemokratie ab. Sie wollten die soziale Frage in einer nationalen Neuordnung bewältigen. Die sozialdemokratischen Führer (Engels, Bebel, Adler u.a.) konstatierten in den 1890er Jahren, dass der Liberalismus in die »reaktionäre Masse« der Gegner der Sozialdemokratie gewechselt sei. Der klassische traditionelle politische Liberalismus führte bereits vor 1914 nur noch ein Schattendasein. In der Weimarer Republik waren seine Parteien ohne jede politische Bedeutung. Für ein politisches Bündnis mit dem bürgerlichen Liberalismus fehlte der sozialistischen Linken der potenzielle Partner.

Über 100 Jahre später meint Jan Schlemermeyer, das Grunddilemma der sozialistischen Bewegung darin gefunden zu haben, dass die Genoss*innen den bürgerlichen Liberalismus verachtet und mit dem bürgerlich-demokratischen Parlamentarismus gefremdelt hätten. Das ist unernst. Er spricht nicht vom wirklichen politischen Liberalismus und den von ihm repräsentierten sozialen Interessen, sondern fingiert aus gängigen Worten wie Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung einen imaginären Liberalismus des Sein-Sollens und entkoppelt diesen von der gesellschaftspolitischen Realität der »freien Markwirtschaft«, der Freiheit und Unantastbarkeit des Privateigentums und des Kapitals (der Kapitalisten).

Sein Verständnis der neueren Geschichte als Widerstreit zwischen Autoritarismus und Liberalismus erscheint wie eine Trivialversion des Totalitarismus-Modells mit seiner Scheidung von liberaler Demokratie einerseits und linken und rechten totalitären Diktaturen andererseits. So beschreibt er folgerichtig die Machtübergabe an die Faschisten mit den Worten: »Die Niederlage der Weimarer Demokratie gegenüber dem deutschen Faschismus war schließlich nicht nur Ergebnis eines Bündnisses aus Eliten, Großkapital und Mob.«Mit ihrer antidemokratisch konnotierten Kritik am Parlamentarismus hätte auch die Linke ihren Anteil an diesem »Sieg« des Faschismus.

Die Weimarer Demokratie wurde nicht vom Faschismus »besiegt«, sondern sie wurde kampflos der faschistischen Herrschaft geopfert, nachdem zuvor ihre soziale und politische Basis seit Jahren erodierte. Die Machtübergabe an die Faschisten war die Entscheidung einflussreicher Vertreter der Großbourgeoisie und anderer bürgerlicher Schichten, die in der Regentschaft der Faschisten ihre Interessen besser aufgehoben sahen als in einer demokratischen Republik mit der vermuteten latenten Gefahr einer sozialistischen Umwälzung. Nicht der »Mob«, wie Schlemermeyer schreibt, war in diesem Bündnis am Werk, sondern den Faschisten war eine Massenmobilisierung in kleinbürgerlichen Schichten und im bürgerlichen Mittelstand sowie letztlich auch in Teilen des Proletariats gelungen.

Angesichts dessen erwies sich die Linke als ohnmächtig. Nicht die kritische und distanzierte Haltung der radikalen Linken zur Weimarer Republik verhinderte ein Bündnis zu ihrer Verteidigung, sondern es gab in der politischen Realität keine relevanten gesellschaftlichen Kräfte für ein solches Bündnis. Die Weimarer Republik ging am Mangel an Demokratie und an Demokraten in der Mitte der Gesellschaft zugrunde, nicht im »Zangengriff« von rechten und linken Antidemokraten, wie es seit Jahrzehnten die hegemoniale Geschichtserzählung suggeriert. Das zu erkennen, ist für die heutige Auseinandersetzung mit der erstarkenden nationalistischen antiliberalen Rechten essenziell.

Das schließt nicht den kritischen Umgang mit strategischen Fehleinschätzungen der Sozialdemokraten und der Linken in der Weimarer Republik aus. Dies ist aber nur fruchtbar, wenn es in Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext erfolgt und nicht als ideologisch interessierte Rückprojektion.

Das globale kapitalistische Gesellschaftssystem befindet sich heute wieder in einer akuten Systemkrise, die die Gesamtheit seiner wirtschaftlichen, politischen und ideell-kulturellen Grundlagen erfasst. Die ökologische und Klimakrise ist untrennbar verbunden mit der Reproduktionskrise der Weltwirtschaft. Das Weltfinanzsystem, der Welthandel und die weltweit vernetzte Industrieproduktion sind von ihr ergriffen. Die Feststellung, dass der systemimmanente Wachstumszwang Ursache der globalen Krise sei, ist heute ein Allgemeinplatz ohne revolutionäre Sprengkraft. Der Zweifel, dass die gegebenen politischen Institutionen und die sie beherrschenden politischen Kräfte in der Lage seien, diese Krise zu bewältigen, breitet sich global aus. In dieser Gemengelage haben populistische, nationalistische Heilsversprechen Konjunktur.

Liberalismus und Sozialismus sind widerstreitende Theorien der Organisation und Steuerung der Gesellschaft. Was nicht die völlige Unvereinbarkeit von Ideen und Prinzipien bedeutet. In der Geschichte durchdrangen sich stets widerstreitende Gesellschaftsmodelle. Dennoch sind Liberalismus und Sozialismus im Wesen unterschiedliche Gesellschaftsmodelle, die man nicht einfach als Best-of mixen kann. Wohlgefällige liberale Freiheiten des Individuums sind kein Glitzer des staatlichen und zivilgesellschaftlichen Überbaus, den die »früheren« Sozialisten bislang nur vergessen hatten.

Das Bekenntnis zur liberalen Demokratie und ihren Institutionen ist angesichts des akuten und breiten Vertrauensverlustes in diese Institutionen ohne reale politische Bewegungskraft. Der Aufruf zur Verteidigung der liberalen kapitalistischen Demokratie und ihrer Institutionen, die gemeinhin als Verursacher der Krisen oder zumindest als unfähig hinsichtlich ihrer sozial verträglichen Bewältigung angesehen werden, kann keine überzeugende Politikstrategie für die Linke sein. Wen soll die Proklamation einer »Fronde und Wertegemeinschaft« der liberalen Demokraten von Söder/Merz über Scholz/Pistorius, Baerbock/Habeck und Lindner bis zu Wissler/Schirdewan gegen den Autoritarismus aller Couleur mobilisieren? – Ist die Ampel-Regierung das Liberalste und Demokratischste, was die bürgerliche Gesellschaft hierzulande derzeit zu bieten hat?

Die politische Schwäche der Linken ist demokratiegefährdend. Angesichts dessen, dass die historische Universalantwort der Linken, der Sozialismus sei die Lösung all dieser Probleme, jede Überzeugungskraft verloren hat, droht der Linken ohne konsistente politische Programmatik die Bedeutungslosigkeit. Erforderlich ist eine konkrete emanzipatorische Kritik der Systemkrisen und der von ihnen verursachten sozialen Widersprüche. Der sich ausbreitenden Entfremdung vom liberalen demokratischen Rechtsstaat wirken nur konkrete realistische Politikansätze entgegen, die praktisch erlebbar machen, dass diese Institutionen zur Verwirklichung einer sozial gerechten Lösung der heutigen gesellschaftlichen Krisenerscheinungen in der Lage sind.

Programmatische Grundlinien sind erforderlich, aber noch keine Politik. Politik ist das Einwirken auf die konkreten Lebensverhältnisse durch Sozial-, Renten- und Gesundheitspolitik, Wirtschafts- und Verkehrspolitik, Bildungs- und Wissenschaftspolitik, Außen- und Militärpolitik etc. Das ist ein wirksamer Beitrag zur Stärkung eines liberalen und demokratischen Staatswesens, der gegen den grassierenden populistischen Autoritarismus und für eine Erneuerung der Linken Not tut, nicht eine »Aussöhnung mit dem Liberalismus« an sich.

Britta Pedersen

Michail Nelken, Jahrgang 1952, ist promovierter Philosoph. Er war und ist in der PDS bzw. der Linkspartei politisch aktiv. Von 1995 bis 2006 und noch einmal von 2017 bis 2021 war er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Von 2006 bis 2011 amtierte er als Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Kultur und Stadtentwicklung im Berliner Bezirk Pankow. Mit diesem Beitrag reagiert er auf einen nd-Text von Jan Schlemermeyer (»Gegen den Autoritarismus von links«, 20.1.2024) und setzt damit eine Debatte fort, die bereits von Michael Brie (27.1.) und Alexander King (5.2.) aufgegriffen worden war.

Erstveröffentlicht im nd vom 18.3. 2024
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1180795.linkspartei-linke-versoehnung-mit-dem-liberalismus.html?sstr=Liberalismus

Wir danken für das Publikationsrecht,

Ostermarsch 2024 Berlin – Kriegstüchtig – Nein danke!

Berliner Ostermarsch 2024

30.März, 13 Uhr,

Kosmos, Karl – Marx-Allee 131a, 10243 Berlin

Die Lawine zur Kriegsvorbereitung erfasst inzwischen alle Lebensbereiche. Nicht nur Industrie und Infrastruktur, sondern auch Schulen und Gesundheitssystem. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen [1] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/Politik__Inland_/article250261476/Umfrage-61-Prozent-fuerchten-Ausweitung-des-Ukraine-Kriegs.html befürchtet, dass uns der Ukrainekrieg bald um die Ohren fliegt. Gehen wir auf die Straßen, ehe es wieder zuspät ist. Für Friedensaktivisten und Linke gilt, endlich gemeinsam eine breite Bewegung gegen Krieg, Aufrüstung und Burgfrieden – auf wesentliche Kernforderungen konzentriert – aufzubauen. [2] siehe auch unser Statement dazu anlässlch des zweiten Jahrestages des Ukrainekrieges: https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/zwei-jahre-ukainekrieg-waffenstillstand-jetzt-keine-weitere-eskalation/ Die Gretchenfrage dabei ist: Waffenstillstand und Friedensverhandlungen, und zwar ohne gravierende Vorbedingungen. Nur so lässt sich die Eskalationslogik des Krieges durchbrechen! Ohne Frieden ist alles andere Nichts. Deshalb darf es nicht sein, sich hinter anderen Fragen zu verstecken. Fassen wir alle Menschen in unserem Land zusammen, die von Kriegen und imperialer Unterdrückung betroffen sind.

hier alle  Infos von Netzwerk Firedenskooperatve zu den  Ostermärschen 2024 in Deutschland 

Die derzeit laufende Kriegs-Propaganda-Maschinerie von Politik und Medien bis hin zu Kindersendungen macht es immer schwieriger, offen dagegen zu halten. Selbst der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Kanzlerpartei SPD Mützenich erlebte einen Spießrutenlauf, nur weil er, ohne überhaupt die Zeitenwende in Abrede zu stellen, laut dazu aufgefordert hat, neben dem Diskurs zur Militäreskalation auch das Nachdenken über ein „Einfrieren“ des Gemetzels und die Herbeiführung von „Frieden“ nicht ganz zu vergessen. Und wer Israels Vorgehen in GAZA als das bezeichnet was es ist, nämlich Massenmord und Vertreibung an der dort lebenden Bevölkerung und die Positionen des Internationalen Gerichtshof oder der UN vertritt, muß in Deutschland nach wie vor mit Repressalien rechnen und als Antisemit diffamiert zu werden. Mehr Absurdität geht wohl kaum.

Gehen wir mit unseren Argumenten in die Offensive. Die Vernunft steht auf unserer Seite. Die Kriegsschreier erzählen uns dagegen seit zwei Jahren dieselbe Bullshit-Geschichte. Jedes neue Waffensystem, jeder neue Eskalationsschritt sei notwendig für den Sieg der Ukraine über Russland. Geopolitische Interessen, die dem Konflikt zugrunde liegen, werden systematisch ausgeblendet. Nur Waffen und Eskalation seien der Weg, Menschenleben zu retten und den Krieg zu verkürzen. Was für ein Wahnsinn! Das Gegenteil ist der Fall. Gesiegt haben bisher nur die Rüstungsgiganten. Das Ergebnis ist ein nicht endender kostspieliger Abnutzungskrieg mit Leichenbergen. Und ein riskantes Spiel mit dem Feuer für uns alle!

2 Stunden später 15 Uhr Demo zur Solidarität mit den Palästinenser:innen!

Wir würden uns  wünschen, daß sich solche Veranstaltungen an einem solchen Tag vereinigen! 

Wir publizieren hier den Aufruf der FRIIKO Berlin.

Wir wollen Frieden!

Was will die Bundesregierung? Sie behauptet, sie sei zur Krisenverhinderung, Konfliktbewältigung und Friedensförderung verpflichtet (Leitlinien Bundesregierungierung).[3] https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/krisenpraevention/leitlinien-krisen/217444 Die Außenministerin will „feministische“ Politik machen, um die Rechte aller, vor allem die der Frauen, einzufordern (Leitlinien AA). [4]https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/baerbock-leitlinien-ffp/2585138 z.B. S.3 in:https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2599746/2414ad4186223471a1e5db6ef92e8114/ffp-de-data.pdfS. 3: „Als wir … Continue reading Die Regierungsmitglieder schwören, ihre Kraft dem Wohle des Volkes zu widmen und Schaden von ihm abzuwenden (Amtseid). ) [5] https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html Auf diese Leitlinien beruft sich auch die heutige Regierung. Können wir das glauben?

Die Regierung will Bundeswehr UND Bevölkerung kriegstüchtig machen. Sie findet, dass Entspannungspolitik ein Fehler sei und europäische Sicherheitspolitik jetzt nur gegen Russland gehen könne. [6]https://parteitag.spd.de/fileadmin/parteitag/Dokumente/Beschluesse/Beschluss_A01.pdfSiehe auch: … Continue reading

Sie hat entschieden, dass der Rüstungshaushalt in diesem Jahr rekordhaft um etwa 40% zum Vorjahr steigen und auch die Rüstungsexporte alle Rekorde brechen sollen. Selbst der Waffenexport in Kriegsgebiete soll weitergehen.

Sie hat deutsche Truppen wieder an Russlands Grenze gestellt. Große Kriegsmanöver auf deutschem Boden sind in vollem Gang.

Sie will weiterhin die nukleare Teilhabe, ein Nachdenken über den deutschen Finger am Knopf der Atombombe ist kein Tabu mehr. [7]https://www.ippnw.de/atomwaffen/atomwaffen-in-deutschland.html [8] https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/warum-europa-eine-atombombe-braucht-ld.1773165 Denn, wie die FAZ titelt, übt die NATO bereits den Atomkrieg. [9]https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/steadfast-noon-die-nato-uebt-den-atomkrieg-19261052.html

Die superschnelle US-Hyperschallwaffe Dark Eagle darf in Europa stationiert werden, um den alten neuen Feind Russland mit einem Enthauptungsschlag führerlos zu machen.

Ein nuklearer Gegenschlag auf unser Land, in dem das Einsatzkommando schon jetzt stationiert ist, scheint offenbar dafür in Kauf genommen zu werden. [10] https://wiesbaden-lebt.de/dark-eagle-ueber-mainz-kaste

Sie will, dass Deutschland europäische Führungsmacht wird und Europa militärisch anführt. [11]Siehe SPD-Parteitag, Fußnote 4

Werden so Krisen verhindert, Konflikte bewältigt oder Frieden gefördert?

Die Regierung sagt, die Unterstützung der Ukraine mit immer mehr Waffen sei die Lehre, die wir aus der Nazizeit ziehen müssen. [12]https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992798/2037608/427e1ba2d412d530769ed1db2f5788da/2022-05-08-bk-ansprache-8-mai-pdf-data.pdf?download=1 … Continue reading

Wie kann es Lehre aus der Nazizeit sein, eine Regierung zu unterstützen, die dem Nazihelden Stepan Bandera huldigt und Menschen, die als unukrainisch angesehen werden, verfolgt und demütigt? Sie sagt, die Unterstützung Israels sei die Lehre aus dem Holocaust. [13]https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw41-de-regierungserklaerung-970542 Wie kann die Lehre aus der Ermordung von 6 Millionen Juden die Duldung und Unterstützung eines Genozids am palästinensischen Volk sein? Bereits zu Jahresbeginn 2024 waren weit über 20.000 Zivilisten in Gaza getötet. Den noch Lebenden droht zu hunderttausenden der Hungertod oder die Vertreibung. „Zu sagen, die Waffen müssen schweigen … ist nicht Aufgabe von Politik“ meint dazu die Außenministerin. [14]https://www.youtube.com/watch?v=IAzS7R7sZuQ Ist das „feministische“ Außenpolitik?

Abbau der Kindergrundsicherung, massive Kürzungen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich, Reallohnverlust und Inflation sind die Folgen von Hochrüstung und Wirtschaftskrieg. Die letzten Reste des Sozialstaates gehen vor die Hunde, Aktionäre der Rüstungs- und Finanzkonzerne bereichern sich schamlos.

Soziale und demokratische Rechte werden abgebaut und vor Krieg und Hunger Flüchtende an den EU-Außengrenzen militärisch bekämpft.

Wird so Schaden von uns abgewendet?

Wer Zweifel hat, den Regierungs-Narrativen misstraut oder gar Kenntnis darüber hat, dass diese nicht stimmen, und das äußert, wird zum Antidemokraten erklärt: Einschränkung der Meinungsfreiheit, Bespitzelungsgebot bis hin zur willkürlichen Strafverfolgung sind die Folgen. [15]https://www.unsere-zeit.de/fest-entschlossen-stellung-zu-beziehen-4777187/

Ist das etwa Demokratie?

Alles Fragen, auf die es nur eine Antwort gibt: NEIN!

Wir bleiben friedensstark und verweigern dieser Regierung die geforderte Kriegstüchtigkeit.

Wir verlangen stattdessen von ihr,

den Kriegskurs zu stoppen und Entspannung statt Eskalation zu betreiben.

Das heißt:

  • Sich einsetzen für Waffenstillstand und Friedensverhandlungen in Ukraine und Gaza
  • Keine Waffen in die Ukraine – Keine Unterstützung der Regierung Israels bei ihrem Genozid am palästinensischen Volk
  • Keine erneute Wehrpflicht – Bundeswehr raus aus Schulen und Universitäten
  • Keine Stationierung von Dark Eagle in Europa
  • Atombomben aus Büchel entfernen – Nukleare Teilhabe beenden – Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen – Raus aus den militärischen Strukturen der NATO
  • Das Geld, das für das Töten verplant wird, in Soziales, Gesundheit und Umweltschutz investieren
  • Rüstungsexport und Waffenherstellung beenden
  • Keine deutschen Führungsmachtansprüche in der EU
  • Eine europäische Sicherheitsordnung unter Einschluss Russlands
  • Geflüchteten Schutz gewähren, Asylrecht stärken

Raus zum Ostermarsch:

Ja zum Frieden!
Ja zur Abrüstung!
Ja zur Diplomatie!
Ja zum Ausbau des Sozialstaates!

Hier der Link zum Originalaufruf der FRIKO Berlin
Bitte beachten Palästinakongress in Berlin

References

References
1 https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/Politik__Inland_/article250261476/Umfrage-61-Prozent-fuerchten-Ausweitung-des-Ukraine-Kriegs.html
2 siehe auch unser Statement dazu anlässlch des zweiten Jahrestages des Ukrainekrieges: https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/zwei-jahre-ukainekrieg-waffenstillstand-jetzt-keine-weitere-eskalation/
3 https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/krisenpraevention/leitlinien-krisen/217444
4 https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/baerbock-leitlinien-ffp/2585138 z.B. S.3 in:
https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2599746/2414ad4186223471a1e5db6ef92e8114/ffp-de-data.pdf
S. 3: „Als wir in der NATO im vergangenen Jahr das strategische Konzept verhandelt haben, war es immer wieder
eine überregionale Gruppe engagierter Außenministerinnen, die sich abgestimmt und ausgetauscht haben, so dass
insbesondere der Fokus auf die menschliche Sicherheit stark verankert wurde.“
5 https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_56.html
6 https://parteitag.spd.de/fileadmin/parteitag/Dokumente/Beschluesse/Beschluss_A01.pdf
Siehe auch: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-12/spd-bundesparteitag-lars-klingbeil-fehler-
russlandpolitik-migration-asyl-abschiebung „Es war ein Fehler, sich vom System Putins nicht früher zu distanzie-
ren“ Klingbeil, und weiter: Die SPD lehnt nunmehr eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland ab, „solange
Russland sein imperialistisches Ziel der Eroberung und Unterdrückung souveräner Staaten verfolgt“. Stattdessen
müsse „die Sicherheit Europas vor Russland organisiert werden“
7 https://www.ippnw.de/atomwaffen/atomwaffen-in-deutschland.html
8 https://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/warum-europa-eine-atombombe-braucht-ld.1773165
9 https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/steadfast-noon-die-nato-uebt-den-atomkrieg-19261052.html
10 https://wiesbaden-lebt.de/dark-eagle-ueber-mainz-kaste
11 Siehe SPD-Parteitag, Fußnote 4
12 https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992798/2037608/427e1ba2d412d530769ed1db2f5788da/202
2-05-08-bk-ansprache-8-mai-pdf-data.pdf?download=1 und
https://germania.diplo.de/ru-de/aktuelles/-/2596608
13 https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw41-de-regierungserklaerung-970542
14 https://www.youtube.com/watch?v=IAzS7R7sZuQ
15 https://www.unsere-zeit.de/fest-entschlossen-stellung-zu-beziehen-4777187/

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