US-Truppenabzug: Ein vergiftetes, aber gutes kleines Geschenk

Der von Trump angekündigte Abzug von 5000 US-Soldat*innen aus Deutschland ist keine »Drohung«, sondern ein prima Anlass zum Rauswurf der Truppen

Von Matthias Monroy

Titelbild: Wikimedia mit freier Bearbeitung (JG)

39 000 US-Soldat*innen sind in Deutschland stationiert. 5000 von ihnen sollen nun abgezogen werden, weil sich der US-Potentat Donald Trump über Äußerungen des Bundeskanzlers in einer Schule geärgert hat. Eigentlich eine gute Nachricht: Niemand muss mit einer inzwischen faschistischen Regierung, die allenfalls von Gerichten gebremst wird, befreundet sein.

Allerdings dürfte es sich bei der Ankündigung zum Truppenabzug nur um eine billige Retourkutsche handeln – und nicht um eine ernsthafte strategische Entscheidung. Denn Trump braucht wie auch die früheren US-Regierungen die Anlagen in Deutschland für Militäreinsätze im Nahen Osten und in Afrika.

Unabhängige internationale Medien weisen nach, wie Stützpunkte in Großbritannien in die Durchführung des Angriffskrieges der USA und Israels logistisch eingebunden sind. Solche investigativen Recherchen gibt es in Deutschland kaum. Auf Tracking-Webseiten lässt sich zwar der emsige Flugbetrieb der Luftwaffenbasis Ramstein nach Beginn des Iran-Krieges nachvollziehen. Was dort verladen wird oder in welchem Umfang etwa Verwundete in Landshut behandelt werden, bleibt im Nebel. Auch welche Einheiten in Grafenwöhr geübt haben, um dann den Iran oder andere Länder anzugreifen, ist nicht bekannt.

Dasselbe gilt für die Nutzung von Ramstein als Relaisstation für Satellitenverbindungen für Kampfdrohnen: Seit Jahrzehnten weigern sich alle Bundesregierungen, die US-Stützpunkte auf ihrem Hoheitsgebiet zu inspizieren, um dem begründeten Verdacht nachzugehen, dass von dort Völkerrechtsverbrechen geplant, unterstützt oder sogar durchgeführt werden.

Die US-Standorte sind auch ein Wirtschaftsfaktor für die Regionen im Westen und Südwesten der Bundesrepublik. Dort sind Deutsche beschäftigt, das US-Militär kauft viele seiner Waren bei deutschen Anbietern. In Ramstein in der Pfalz soll die Wirtschaftskraft der US-Militärpräsenz pro Fiskaljahr mehr als 1,7 Milliarden Euro betragen. Nicht nur deshalb sind viele Bürgermeister immun gegen Sorgen wie eine deutsche Beihilfe zu einem illegalen Angriffskrieg.

Schließlich ist das mickrige Geschenk Trumps auch vergiftet, da der Truppenabzug weiter Druck für die zunehmende Militarisierung in Deutschland ausüben soll: Selbst die massiven Anstrengungen des Merz-Kabinetts reichen Trump noch nicht – wohl auch, weil die Bundesrepublik einen beträchtlichen Teil ihrer neuen Waffen in den USA kauft.

Trotzdem liegt in dem von Medien als »Drohung« des US-Präsidenten bezeichneten Teilabzug auch eine Chance: In Deutschland erstarkt eine Antikriegsbewegung, die nicht zuletzt mit der neuen Wehrpflicht noch mal gehörig an Fahrt aufgenommen hat. Zusammen mit der – auch was ihre Analysen betrifft – verstaubten, aber in den betreffenden Regionen verankerten Friedensbewegung kann die Forderung lauten: Lasst das US-Militär nicht stückweise ziehen, sondern werft es hochkant hinaus.

Erstveröffentlicht im nd v. 2.5. 2026
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199434.ankuendigung-von-us-praesident-trump-us-truppenabzug-ein-vergiftetes-aber-gutes-kleines-geschenk.html

Wir danken für das Publikationsrecht.

Erinnerung an den 02. Mai 1933

Veranstaltung am Mittwoch, den 6. Mai 2026 um 18:00 Uhr

Salon, Tagungszentrum Franz-Mehring-Platz (FMP1), Ehemaliges ND-Verlagshaus, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin

Liebe Kollegin und lieber Kollege,

Im Rahmen unserer Arbeit „Gegen Rechts“ laden wir euch zu einer Veranstaltung über den 02. Mai 1933 recht herzlich ein! Damals besetzte die SA die Gewerkschaftshäuser und übernahm das Vermögen der Gewerkschaften. Da wir im Moment wieder mit einer stärker werdenden rechten Strömung in der Gesellschaft zu tun haben, wollen wir darüber diskutieren, was dies für unsere gewerkschaftliche Arbeit bedeutet. Wir haben den Historiker Stefan Heinz eingeladen, der uns in das Thema einführen wird. Er hat viel zu den Gewerkschaften am Ende der Weimarer Republik und zum gewerkschaftlichen Widerstand publiziert.

Anschließend wird Hermann G. Abmayr seinen Film über den Gewerkschafter Willi Bleicher zeigen, der 1933 in den Widerstand ging, nach mehrjähriger Haft schließlich im KZ Buchenwald landete und nach 1945 als Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg harte Konflikte mit dem Verband der Arbeitgeber führte. Ergänzend dazu wird Hermann G. Abmayr einige Thesen zur damaligen und heutigen Auseinandersetzung mit rechten Strömungen in den Betrieben und in den Gewerkschaften formulieren.

Bitte meldet euch an:
https://pretix.eu/Muenzenberg/hdm3m-2/

Mit solidarischen Grüßen
Ulla, Hartwig und Olaf

Für den Ortsverein Südwest von ver.di-Berlin
Ortsverein Südwest von ver.di-Berlin, Dudenstr.10, 10965 Berlin

Schulstreik gegen Wehrpflicht – am Gedenktag zum Ende des 2. Weltkriegs -Gewerkschafter:innen sollten sie unterstützen!

Am 8. Mai wird an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81 Jahren erinnert.

Die politisch Verantwortlichen wollen Deutschland wieder kriegstüchtig machen und für die Jugend die Wehrpflicht einführen. Am 8. Mai wird es deshalb in ganz Deutschland durch die Straßen schallen: die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!

Berliner Streik und Demo haben das Motto: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!“
Sei dabei um 12 Uhr am Brandenburger Tor
!

Zubringer Demo startet 10:30 Uhr Hallesches Tor

Das zentrale Bündnis gegen Wehrpflicht schreibt in seinem Aufruf:

Am 08. Mai 1945 wurde der zweite Weltkrieg beendet. Der Krieg hatte 2000 Tage lang täglich Zerstörung, Leid und Tod mit sich gebracht. Er kostete über 60 Millionen Menschen weltweit das Leben. Etwas, das niemand von uns erneut erleben möchte. Doch heute wird in Deutschland wieder aufgerüstet, fast jeder zweite Euro des Bundeshaushalts wird für Panzer, Bomben und Infrastruktur, die das Land auf den Krieg vorbereitet, ausgegeben. Die Kassen der Rüstungsindustrie klingeln – damals wie heute:Rheinmetall, KNDS & Co.machen Rekordprofite. Währenddessen wird die Wehrpflicht Schritt für Schritt wieder eingeführt: verpflichtende Fragebögen seit Anfang des Jahres, Musterungen beim Militärarzt im nächsten Jahr. Und nun steht im Raum, dass Männer zwischen 17 und 45 Jahren nur noch mit Erlaubnis länger als 3 Monate ins Ausland ausreisen dürfen. Merz spricht vom ,Zeitalter der Groẞmächte“ und meint damit den Kampf um Einflusssphären und Profit, wie wir es heute im Krieg gegen Iran sehen können. Er spricht davon, dass die Pflicht kommen werde, wenn sich nicht genug Freiwillige melden. Das zeigt: Es wird sich auf einen Krieg vorbereitet und wir junge Menschen sollen das Kanonenfutter dafür sein.

Doch wir sagen: Das ist nicht das Zeitalter der Groẞmachtpolitik! Das ist das Zeitalter der Schulstreiks und des Widerstands!
Nachdem wir nun schon zweimal mit über 50.000 Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland auf der Straẞe waren, wollen wir dies am 08, Mai erneut tun, Wir zeigen damit: Was sind ein paar Fehlstunden oder schlechte Noten gegen 180 Tage Wehrdienst oder sogar der Tod im Schützengraben?

Am 08. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg, der Bombenhagel verstummte. Danach waren breite Teile der Bevölkerung sich einig: Von deutschem Boden dürfe nie wieder ein Krieg ausgehen. ..Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ war die Losung. In dieser Tradition werden wir am 08, Mai ermeut auf die Straẞe gehen. mit allen, die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten groẞen Krieg haben. Wir rufen dazu auf, dass alle Schüler*innen an diesem Tag mit uns streiken. Lehrkräfte, Eltern, Studierende und alle die uns unterstützen, sind dazu aufgerufen mit uns auf die Straẞe zu gehen.

Am 8. Mai wird es in ganz Deutschland durch die Straßen schallen: die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“

Als Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin wünschen wir uns, dass die Arbeiter:innenjugend und Jugendverbände der Gewerkschaften mehr eingebunden werden und sich selbst aktiv beteiligen!

Ulrike Eifler – IG Metall, BuG Die Linke – dazu:

Ob die Verweigerung des Kriegsdienstes von einer moralischen Frage zu einer Straftat wird, ist eine politische Entscheidung. Und die zeigt, dass die Aufrüstung gegen äußere Feinde die Aufrüstung gegen innere Feinde nach sich zieht.
Am Freitag gehen die #Schülerstreiks weiter. Wir sollten sie unterstützen und schützen. Denn die Repressionen gegen sie werden zunehmen. Die Bundesregierung bereitet den Krieg vor, sie kann es sich nicht leisten, dass sich eine ganze Generation an der Frage von Krieg und Frieden politisiert. Wer verhindern will, dass die Bilder aus der Ukraine, wo verzweifelte junge Männer von „Feldjägern“ brutal in Kleinbusse gezerrt und geprügelt werden, auch in Deutschland irgendwann zur Realität und Normalität werden, der sollte am Freitag gemeinsam mit den Schulstreikenden auf der Straße stehen. (


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