Was für ein Tag – Muttertag

Bei uns zuhause haben wir den Muttertag lange Zeit bewusst ausgeblendet. Zu sehr hatten wir den Missbrauch dieses Tages durch die Nazis in Erinnerung. Deren Reduzierung der Frau auf ein „Heimchen am Herd“, auf die „umsorgende Dienstmagd“ für den Ehemann oder auf die „Geburtenmaschine“ für den „völkischen“ Nachwuchs.

Was viele nicht wissen. Seine Ursprünge hatte der Muttertag in der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts. [1]https://www.hannoversche.de/wissenswert/muttertag#:~:text=Gepr%C3%A4gt%20wurde%20der%20Muttertag%20in,sich%20zu%20aktuellen%20Fragen%20austauschen [2]„Der Muttertag in seiner heutigen Form wurde in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung geprägt. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung … Continue reading [3]es gibt aber auch den Muttertag in anderen Kulturen, der mit dem rechten und kommerzialisierten Schnarrn im globalen Westen wenig zu tun hat Die ersten ausgerufenen Feierlichkeiten in kleinerem Rahmen standen deshalb klar im Zeichen der Politik. Es ging um Solidarität, Frauenrechte, Bildung und vor allem war es auch ein Teil der Friedensbewegung. Warum lenken wir den Blick nicht darauf? Nicht Mütter sind schlecht, sondern das Nazibild über sie.

Mütter, wenn sie zur arbeitenden Bevölkerung gehören, haben in der Regel eine besondere Belastung, Verantwortung und emotionale Bindung. Ihre gezeichneten Gesichter in GAZA heute vereinen Kummer und Mut. Mütter sind unsere Kolleg:innen. Wenn Mütter gegen Unrecht, Krieg und Diktatoren auf die Straße gehen, dann hat das immer großes moralisches Gewicht.

Seinerzeit – beim Kampf um die 5 Tage Woche – lautete die durchschlagende Parole der IG Metall „Samstags gehört Papi mir“. Zeitgemäß sollte es heute heißen : „Einen freien Tag mehr gehören Mami und Papi mir“

Die meisten Mütter sind Teil der arbeitenden Klasse mit besonderer Verantwortung, Belastung und oft ganz besonders kämpferisch!

In diesem Sinne sollten wir den Muttertag – wie so vieles andere auch – nicht den Nazis überlassen. Ich wünsche uns allen einen freudigen und kämpferischen Muttertag! Müttern gebürt Respekt und Solidarität – als Teil einer progressiven Frauen- und Arbeiter:innenbewegung, nicht nur einen Tag, sondern 365 Tage im Jahr!

References

References
1 https://www.hannoversche.de/wissenswert/muttertag#:~:text=Gepr%C3%A4gt%20wurde%20der%20Muttertag%20in,sich%20zu%20aktuellen%20Fragen%20austauschen
2 „Der Muttertag in seiner heutigen Form wurde in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung geprägt. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. An von ihr organisierten Mothers Day Meetings konnten Mütter sich zu aktuellen Fragen austauschen. 1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag
3 es gibt aber auch den Muttertag in anderen Kulturen, der mit dem rechten und kommerzialisierten Schnarrn im globalen Westen wenig zu tun hat

11. Mai 2024 Demo Wasser Wald Gerechtigkeit

Die Gemeindevertretung will am 16. Mai über einen Bebauungsplan abstimmen, gegen den die große Mehrheit der Menschen in Grünheide gestimmt hat. Die leichten Veränderungen an dem B-Plan sind eine riesige und dreiste Augenwischerei. Der Wald und das Trinkwasser werden weiterhin durch die geplante Tesla-Erweiterung gefährdet.

Das Bündnis Tesla den Hahn abdrehen ruft deshalb zur Demonstration „Wasser. Wald. Gerechtigkeit“ auf. Kommt, um für eine Verkehrswende jenseits von Tesla zu protestieren, nach Grünheide! Bei der „Tesla, Nein Danke“ Demo am 10. März haben wir bereits die Tausender-Marke geknackt. Lasst uns am 11. Mai noch mehr und noch lauter werden! Setzt euch mit uns für Demokratie vor Profitinteressen ein! Wir freuen uns darauf, mit euch für Wassergerechtigkeit auf die Straße zu gehen.

Ihr könnt aus Berlin auch mit dem Fahrrad anreisen, um 11:30 ab Rummelsburger Bucht.

Wann? Samstag, den 11. Mai ab 14 Uhr
Wo? Start Bahnhof Fangschleuse, Grünheide (20 min mit RE1 vom Ostkreuz)

Aufruf vom Bündnis Tesla den Hahn abdrehen: Bürgerinitiative Grünheide, Interventionistische Linke Berlin, Left Ecological Association, Sand im Getriebe Berlin, Solidarisches Potsdam, TOP B3rlin, Perspektive Selbstverwaltung, Anti Atom Plenum Berlin, Extinction Rebellion, Wald statt Asphalt, Wassertafel Berlin-Brandenburg, Ende Gelände Berlin, Robin Wood, Linksjugend Solid.

Zur Demo rufen außerdem auf: attac Berlin, Berliner Wassertisch, BI Wuhlheide, Freilauf, myGruni, Quartiersmanagement Grunewald, Stoppt fossile Subventionen, FFF Berlin, BUNDjugend.

hier zum Originalaufruf

Massenentlassungen bei Tesla

Jan Hektik, Neue Internationale 282, Mai 2024

Wieder einmal wird Elon Musk in den Medien rauf und runter gespielt und wieder einmal macht die Gigafactory in Grünheide Schlagzeilen. Diesmal geht es um die Massenentlassungen, die Musk auf X (vorher: Twitter) angekündigt hatte. Rund 10 % aller weltweit Beschäftigten sollen entlassen werden, da sich der Konzern „zwischen zwei Wachstumswellen“ befände. Ursprung der Überlegung sind wohl sinkende Verkaufszahlen, die vor allem auf die steigende Konkurrenz zurückgeführt werden. Wie immer wird in den deutschen Medien viel diskutiert, welche Ursachen der Rückgang haben kann, wie viele Entlassungen wirklich „notwendig“ wären und welches Verhältnis zwischen Entlassungen und Vergütung „fair“ sei.

Der 174-Milliarden-US-Dollar schwere Mensch ficht nämlich gerade in Kalifornien einen Rechtsstreit aus, bei dem es um eine Vergütung im Wert von rund 56 Milliarden US-Dollar geht. Auch wenn der Verweis auf den gigantischen privaten Reichtum von Musk zu kurz greift, um die Probleme von Tesla zu erklären, so verdeutlicht er, welche Profite der Konzern in den letzten Jahren auch mithilfe jener Arbeiter:innen erzielt hat, die nun „abgebaut“ werden sollen. Weltweit sollen ca. 10 % der 140.000 Beschäftigten gefeuert werden – auch in Grünheide mit eine Belegschaft von 12.000 Arbeiter:innen. Und das muss längst nicht alles sein, wie die ursprünglich verlautbarte Zahl von 3.500 dort zu Entlassenden deutlich macht, die Tesla dementiert.

Erste Entlassungen

300 Leiharbeiter:innen haben in Grünheide schon ihren Job verloren. Am Montag, den 15. April, wurden sie von Tesla „abgemeldet“. Das ist die schönere Form von entlassen, weil Leiharbeiter:innen ja niemals bei Tesla angestellt waren. Wie praktisch. Stark kritisiert wurde dies von der IG Metall, die seit den letzten Wahlen Anfang 2024 die größte Fraktion im Betriebsrat stellt. In typisch bürokratischer Manier erinnert sie, dass das Unternehmen verpflichtet sei, Entlassungen nicht nur mitzuteilen, sondern gemeinsam mit dem Betriebsrat abzustimmen, um eine Beschäftigungsperspektive zu ermöglichen.

Doch selbst mit gesetzlichen und sozialpartnerschaftlichen Regularien nimmt es Musk, der in Südafrikas Apartheid aufgewachsene Sohn eines Minenunternehmers und Immobilienentwicklers, nicht so genau. Zahlreiche Unfälle, rechtlich fragwürdige Schweigeklauseln, untertarifliche Bezahlung und die Gefahr für die Umwelt gehören gewissermaßen zum Geschäftsmodell. Gewerkschaftsfeindlichkeit gehört natürlich auch dazu. Nachdem Tesla die erste Betriebsratswahl 2022 noch vor Betriebsbeginn (einen Tag bevor wesentlich mehr Mitarbeitende abstimmungsberechtigt gewesen wären) überfallartig durchzog, wurde sie dieses Jahr wieder kurzfristig durchgeführt, sodass die IG Metall vor Gericht zog, weil sie kritisierte, die Wahl nicht anständig vorbereiten zu können. Nachdem diese dann im März stattfand, stellt die IG Metall nunmehr 16 von 39 Sitzen, oder wie Tesla sagt: „Eine Mehrheit unserer Beschäftigten hat sich gegen einen gewerkschaftlichen Betriebsrat ausgesprochen.” So kann man es auch ausdrücken …

In jedem Fall arbeitet Tesla gezielt daran, die Gewerkschaft aus dem Betrieb zu halten und die unternehmensnahen und gelben Betriebsratslisten verfügen noch immer über eine Mehrheit im Betriebsrat. Das macht es natürlich leichter, selbst die Mitbestimmungsrechte des Gremiums zu „umgehen“.

Immerhin spricht sich die IG Metall gegen die Entlassungen aus und fordert die Einbeziehung des Betriebsrates und, dass die Kolleg:innen in anderen Bereichen eingesetzt bzw. umgeschult werden. Doch eine Kampfperspektive stellt das nicht dar. Im Grunde appelliert auch die IG Metall an die Unternehmensleitung, am runden Tisch der Sozialpartner:innenschaft das Problem zu lösen. Auch der Appell an „die Politik“, also an die brandenburgische Landesregierung, die den Bau und die Genehmigungsverfahren der „Gigafactory“ über Jahre tatkräftig gefördert hatte, wird letztlich wirkungslos bleiben. Schließlich geht in der freien Marktwirtschaft das Recht des Privateigentums über alles. So wird „die Politik“ allenfalls lahme Appelle an den Konzern richten, Personalabbau „fair“ und „verhältnismäßig“ zu gestalten.

Gegen alle Entlassungen!

Wenn alle Entlassungen verhindert werden sollen, braucht es eine gemeinsame Mobilisierung, um die volle Kampfkraft der Belegschaft in die Waagschale zu werfen. Die IG Metall und ihre Mitglieder können die Entlassungen verhindern. Dazu bracht es regelmäßige Mitgliedertreffen, den Aufbau von Vertrauensleutestrukturen, um im Betrieb zu wirken, und die Einberufung von Belegschaftsversammlungen. Die IG Metall im Betriebsrat muss die unternehmensnahen Fraktionen vor sich her treiben, jede Zusammenarbeit mit dem Management aufkündigen und das von den anderen Gruppierungen fordern.

Vor allem aber geht es darum, Kampfmaßnahmen im Betrieb vorzubereiten und durchzuführen – einen unbefristeten Streik, bis alle Entlassungen vom Tisch sind. Dabei muss auch die sofortige Wiedereinstellung der Leiharbeiter:innen und eine Überführung ihrer Verträge in Festanstellungen zu tariflichen Bedingungen gefordert werden. Den Streik und eine etwaige Verhandlungsführung selbst sollten die Kolleg:innen dabei nicht einer vom Apparat ernannten Leitung überlassen, sondern ein Aktions- und Streikkomitee sollte der Belegschaft verantwortlich, von dieser gewählt und gegebenenfalls abwählbar sein.

Dieser Kampf darf zugleich nicht auf Deutschland beschränkt bleiben, sondern sollte möglichst konzernweit gegen die Entlassung von 10 % der globalen Belegschaft geführt werden.

Weitergehende Perspektive

Ein solcher Abwehrkampf stellt natürlich auch die Frage nach der weitergehenden Perspektive für die Produktion und den Standort. Die IG Metall und die Beschäftigen müssen hinterfragen, in welchem Interesse hier produziert, entschieden, gekürzt und umverteilt wird? Ist es gesamtgesellschaftlich sinnvoll, wegen rückgehender Verkaufszahlen von E-Autos (bisher) 300 Menschen zu entlassen, damit einer der reichsten der Welt im gleichen Tempo noch reicher werden kann? Und wo wir gerade dabei sind: „Ist es überhaupt gesamtgesellschaftlich sinnvoll, E-Autos in Grünheide zu produzieren?“

Die heißt nichts anderes, als die Frage nach der Umstrukturierung der Produktion im Sinne der gesamten Arbeiter:innen und der Gesellschaft wie auch ökologischer Nachhaltigkeit aufzuwerfen. Um das umzusetzen, muss Tesla enteignet werden – entschädigungslos und unter Arbeiter:innenkontrolle.

  • Gegen jede Entlassung und alle Krisenabwälzungen auf die Beschäftigten!
  • Offenlegung der Geschäftsbücher und Bilanzen des Unternehmens!
  • Enteignung von Tesla und die Umstellung der Produktion unter Arbeiter:innenkontrolle!

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