Engagiertem Antifaschisten und IG Metaller droht Verweigerung der Staatsbürgerschaft und Abschiebung in Iran!

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin ruft auf zur

Solidarität mit einem Gewerkschafter, dem wegen seines Engagements gegen Rechtsradikalismus die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert wird.

Petition unterstützen

Es geht um die Zurückweisung eines weiteren Präzedenzfalls, migrantische Kolleg:innen für ihr antifschistisches und gewerkschaftliches Engagement gezielt einzuschüchtern und abzustrafen!

Ende Januar entscheidet sich, ob Danial Bamdadi deutscher Staatsbürger werden kann oder ob er weiterhin nur unter Vorbehalt in Deutschland leben darf. Das Ausländeramt Rems-Murr-Kreis verweigert ihm derzeit den deutschen Pass und begründet dies mit dem Vorwurf „linksextremistischen“ Engagements. Gegen diese Entscheidung hat Danial Klage eingereicht. Ende Januar wird das Verwaltungsgericht darüber entscheiden.

Was wird Danial vorgeworfen?

Das Ausländeramt sieht Belege für seine „extremistische“ Haltung in seinem Engagement gegen Rechtsradikalismus und wirft ihm etwa vor, sich an Demonstrationen beteiligt zu haben. Dabei geht es unter anderem um seine Beteiligung an Protesten gegen die rechtsradikale AfD.

Warum Danial?

Danial steht für vieles, was die radikale Rechte ablehnt: Er ist Gewerkschafter, Migrant und politisch engagiert. Er setzt sich für demokratische Teilhabe und gegen Rechtsradikalismus ein. Dass ihm nun die Staatsbürgerschaft verweigert werden soll, ist kein isolierter Einzelfall, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen und institutionellen Rechtsrucks, in dem Engagement gegen Rechtsradikalismus zunehmend delegitimiert wird.

Wer ist Danial?

Danial kam vor 13 Jahren nach Deutschland. Seine Familie floh aus dem Iran, nachdem sein Vater politisch verfolgt worden war. Zwei Jahre lang war die Familie getrennt, bevor sie sich in Deutschland wieder vereinen konnte. Danial kennt politische Unterdrückung aus eigener Erfahrung. Er weiß, was es bedeutet, in einem Staat zu leben, in dem Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen verfolgt, gefoltert oder getötet werden. Auch deshalb engagiert er sich hier für demokratische Rechte.

Trotz erheblicher Hürden hat er vier Jahre nachdem er nach Deutschland kam sein Abitur gemacht, anschließend studiert und sich gewerkschaftlich organisiert. Seit 2020 arbeitet er beim „Verein zur Bewahrung der Demokratie“, der von der IG Metall mit initiiert wurde. Dort setzt er sich gegen rechte Hetze in Betrieben und im öffentlichen Raum ein.

Was bedeutet die Passverweigerung?

Die Entscheidung der Behörde stellt Danials Zugehörigkeit infrage trotz langjährigen Aufenthalts, gesellschaftlichen Engagements und beruflicher Integration. Zugleich bedeutet sie eine reale Unsicherheit bis hin zur Gefahr einer Abschiebung in den Iran. Dort sind politische Repression, Folter und Hinrichtungen weiterhin Alltag. Die Verweigerung der Staatsbürgerschaft ist damit keine formale Verwaltungsfrage, sondern eine Entscheidung mit möglichen existenziellen Konsequenzen.

Warum Solidarität notwendig ist

Wenn Engagement gegen die radikale Rechte als Extremismus ausgelegt wird, gerät demokratische Beteiligung insgesamt unter Druck. Danials Engagement ist kein Angriff auf die Demokratie, sondern Teil ihrer Verteidigung. Der Umgang mit seinem Fall betrifft deshalb nicht nur den konkreten Fall von Danial. Er wirft grundsätzliche Fragen darüber auf, wer in dieser Gesellschaft als zugehörig gilt und ob politisches Engagement gegen rechts künftig stärker sanktioniert wird.

Was jetzt zählt

Öffentliche Aufmerksamkeit und Solidarität sind entscheidend. Unterstützt jetzt die Petition. Macht den Fall bekannt. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Ausgrenzung und politische Delegitimierung.

Danial gehört zu uns. Petition unterstützen

Weitere Infos auf der Homepage

Presseanfragen an folgende Mail Adresse:

kontakt@danialeinervonuns.de

Hier könnt ihr noch für Danial spenden:

https://gofundme.com/danialeinervonuns

Al-Sharaa: Von Merz eingeladen, von uns angeklagt! (Demo findet statt!)

Update:


Auch hier in Berlin gilt es die Errungenschaften der Frauenrevolution in Rojava zu verteidigen. Zeigen wir Solidarität mit unseren kurdischen Kolleg:innen. Kommt am Montag zahlreich zur Demonstration gegen den Jolani-Besuch im Kanzleramt! Kolleg:innen aus allen Berliner Gewerkschaften sind herzlich eingeladen sich mit uns am Treffpunkt zu versammeln!

Wir dokumentieren im folgenden den Aufruf des kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit (Civaka Azad):

Am 19. Januar mobilisiert ein breites Bündnis zu einer Demonstration gegen den Besuch Ahmed al-Sharaa, auch bekannt als „Jolani“. Der Anführer islamistischer Milizen und heute selbsternannter Übergangspräsident Syriens, wird an diesem Tag vom Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin empfangen. Wir haben uns diesem Aufruf angeschlossen, weil auch für uns klar steht, Kriegsverbrecher dürfen nicht hofiert, sondern müssen angeklagt werden.

Wo und wann?

19. Januar 2026
16:00 Uhr
Start: Bundeskanzleramt / Wilhelmsgarten
Von dort aus wird sich die Demonstration in Richtung Brandenburger Tor bewegen und sich einer weiteren Kundgebung anschließen.

Weitere Informationen zum Demonstrationsbündnis:

Mehr zur Selbstverwaltung in Rojava: 

Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.: Frauenbefreiung in Nord- und Ostsyrien und Dêrik

GEW Berlin: Wie ein Besuch aus Nord- und Ostsyrien Schüler*innen an einer Neuköllner Gemeinschaftsschule inspirierte, sich zu engagieren

GEW: Interview mit Nesrîn Reşik, Ko-Vorsitzende der Yekîtiya Mamosteyên Bakur û Rojhilatê Sûriyeyê (Bildungsgewerkschaft in der syrischen Autonomieregion Rojava)

siehe aktuell auch: Solidarität mit den Menschen in Iran

Zweite Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst: Basis fordert entschlossenen Kampf!

Am 15. Januar hat die zweite Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag der Länder (TV L) begonnen. Da die Vertreter:innen der Länder nach wie vor kein Angebot vorgelegt haben, haben die Gewerkschaften in der vergangenen Woche bundesweit zu Aktionen und Warnstreiks aufgerufen.

In Berlin beteiligten sich am 14. Januar 5.000 Beschäftigte an der Demonstration zum Roten Rathaus. Bei nasskaltem Tauwetter brachten sie ihre Forderungen nach sieben Prozent mehr Gehalt und spürbarer Entlastung zum Ausdruck. Die Ausflüchte des Verhandlungsführers der Länder konterte Gökhan Akgün (GEW) in seiner Rede mit dem Verweis auf den fehlenden politischen Willen.

»Das Geld ist da! Es ist nur die Frage, ob man es von denen holt, die zu viel davon haben, oder von denen, die jeden Tag arbeiten gehen müssen.«

Link zur vollständigen Rede

Gökhan Akgün, Vorsitzender der GEW Berlin

Gewerkschaftsbasis will gemeinsamen Kampf

Vor dem Verhandlungsort in Potsdam fanden am 15. Januar weitere Aktionen der Gewerkschaften statt.
Im Vorfeld gab es an der Basis großen Unmut darüber, dass Ver.di und GEW nicht an beiden Tagen alle Beschäftigten aufgerufen haben. Vor allem an den Hochschulen und den Einrichtungen mit gemischten Betriebsgruppen sorgte dieses Vorgehen für Verärgerung und Kopfschütteln. Das zeigen auch Kommentare unter einem Posting in den Sozialen Netzwerken:

„Wie soll Solidarität entstehen, wenn Beschäftigte derselben Tätigkeit, am selben Ort, am selben Tag künstlich auseinanderdividiert werden?“ [..] Zwischen GEW und Ver.di gibt es ein Kommunikationsproblem, das wird erneut klar, aber: Die Mitglieder dürfen das nicht ausbaden!“ [..] GEW und Ver.di müssen endlich ihren Konflikt klären und gemeinsam handeln, statt getrennt und widersprüchlich.


Ein Antwortkommentar lautet:

„Der Grund warum ich (bei ver.di) nicht streiken gehe (am Donnerstag). Wenn dann nur zusammen mit meinen KollegInnen, die aber fast alle bei der GEW sind und am Donnerstag arbeiten (Bereich eFöB Schule)

Besser machen will es das „Netzwerk für eine kämpferische GEW“ und das „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische Ver.di„. Zusammenschlüsse von Kolleg:innen aus GEW und Ver.di an der Basis. Die Kolleg:innen aus beiden Netzwerken betonen in einem Statement die gemeinsamen Interessen der Beschäftigten und fordern die Funktionäre beider Gewerkschaften auf ihr Konkurrenzdenken zu überwinden und konsequent für die Einheit und Durchsetzungskraft der Lohnabhängigen einzutreten:

Gemeinsam wollen wir am 29.01.2026 mit euch diskutieren, wie wir die drängenden Fragen von Sozial- und Kulturabbau sowie Rüstungspolitik in die Tarifrunde tragen können, um sie zu gewinnen. Kommt um 19 Uhr vorbei in die Gryphiusstraße 16 (Cafe der Volkssolidarität) und diskutiert mit uns. Außerdem wollen wir uns gewerkschaftsübergreifend vernetzen, denn dass am 14. Januar beispielsweise vor allem die GEW- aber nicht die ver.di-Kolleg:innen aufgerufen waren, entspricht vielleicht der Konkurrenzlogik in den Chefetagen der Gewerkschaften aber nicht den Interessen von uns Beschäftigten. Wir wollen #GemeinsamStreiken!

Als Forum gewerkschaftliche Linke schließen wir uns den kritischen Kommentaren an:

„Warum sind wir eigentlich nicht in der Lage, die Auseinandersetzung in den einzelnen Gewerken in einer gemeinsamen Aktion zusammen zu führen? Wir verschenken so eine optimale Wirksamkeit und die Erfahrung gemeinsamer Solidarität. Dabei sollten wir gerade das unbedingt nutzen!“

„Gemeinsam sind wir stark. Warum begreifen das unsere Kolleg:innen nicht in den Führungsgremien? Das gilt doch nicht nur für die Kolleg:innen an der Basis, sondern auch für gemeinsam betroffene Branchen und Gewerkschaften. Je mehr wir alle Kräfte sammeln, umso erfolgreicher können wir kämpfen und unsere Forderungen durchsetzen“

„Die Gewerkschaften sollten nach der verheerenden Spaltung zwischen TVÖD und TV-L alles daran setzen, die Kräfte zu bündeln. Ziel muss sein solche gezielten Zersplitterungen rückgängig zu machen. Wir brauchen wieder eine gemeinsame Laufzeit im Öffentlichen Dienst! Dafür müssen wir in die Waagschale werfen, was wir haben. Für die Gewerkschaften geht es auch darum verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.“

Mehr zum Thema:

ND Aktuell: TV L Streik im öffentlichen Dienst - Klassenpolitik von oben

FGL: 6.000 gegen Berliner Kürzungshaushalt

Perspektive Online: Arbeitskampf im Öffentlichen Dienst

Titelbild: Netzwerk: Kämpferische GEW

Bilder im Beitrag: Konstantin Kieser

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