Frommes Gedicht der Konzernbesitzenden

von Peter Jüriens, März 2026

Willkommen im Shop of the wars
Wir treten der Welt für verteufelt viel Geld
bis sie brennt immer fest in den Mors
Und für Uns ist’s bequem
Euer Outlawsystem
Das ihr da nennt die freie Welt

Wir werden Euch alles verkaufen:
Hier Raketen wie wild, da ’nen Raketenschild
Panzerflotten, die Unser Öl saufen
Kriegsgrund gratis dazu!
Heut gibt’s Schulkindragout!
Regen billig! Viel Platz in den Traufen!

Wir geben Euch nur eine Regel:
Daß der Frieden nie reicht den ihr eh nie erreicht –
Blut her! Füttert des Krieges Egel!
Uns ist’s regelbasiert
wenn ihr losbombardiert,
massakriert, killt, blockiert. Es ist leicht.

Keine Rechtsgrundlage ist gegeben
Weil halt might makes so right und Ihr dumm genug seid
Uns zu geben Geld Macht, und das Leben…
Und für Uns ist’s genial
Los! Das Ganze nochmal!
Unsern Arsch auf den Weltthron zu heben.

Alle Bilder: Collagen Peter Jüriens

In den USA fanden gestern, 28.März, unter dem Motto „No Kings“ landesweit Demonstrationen mit 8 bis 10 millionenfacher Beteiligung gegen Präsident Trump statt. 

„Frieden ist kein Parfüm, das man über Gewalt sprüht, damit die Macht sich kultiviert fühlt.“ – Filmemacherin lehnt Berliner Preis für „The Voice of Hind Rajab“ ab.

Der für den Oscar und den BAFTA nominierte Dokumentarfilm „The Voice of Hind Rajab“ wurde am Montagabend bei der Cinema for Peace Gala im Adlon Hotel in Berlin als „wertvollster Film“ ausgezeichnet.

Die tunesische Filmmacherin Kaouther Ben Hania verweigete aber angesichts der Umstände und des Umfelds der Verleihung die Annahme des Preises. Sie protestierte vor allem gegen die Ehrung eines israelischen Generals bei derselben Veranstaltung und erklärte, dass sie nicht auf derselben Bühne stehen wolle, während ein Vertreter des Militärs geehrt werde, das für den Tod des Kindes in ihrem Film verantwortlich sei. Hier der Wortlaut ihres eindrucksvollen Statements:

„Ich muss vorlesen, denn der Preis für den besten Film dieses Jahres ist größer, als ich es ertragen kann. …Guten Abend. Heute Abend fühle ich mehr Verantwortung als Dankbarkeit. Die Stimme von Hind Rajab betrifft nicht nur ein einziges Kind. Sie betrifft das System, das ihre Tötung möglich gemacht hat. Was Hind widerfahren ist, ist keine Ausnahme. Es ist Teil eines Völkermords. Und heute Abend, in Berlin, gibt es Menschen, die diesem Völkermord politische Deckung gegeben haben. Indem sie die massenhafte Tötung von Zivilisten als ‚Selbstverteidigung‘ und als ‚komplizierte Umstände‘ umdeuten. Und indem sie diejenigen herabwürdigen, die protestieren.

Aber wie Sie vielleicht wissen: Frieden ist kein Parfüm, das man über Gewalt sprüht, damit die Macht sich kultiviert fühlt und sich wohlfühlt. Und Kino ist keine ästhetische Weißwaschung. Wenn wir über Frieden sprechen, müssen wir über Gerechtigkeit sprechen. Und Gerechtigkeit bedeutet Rechenschaftspflicht. (Großer Applaus) Ohne Rechenschaft gibt es keinen Frieden.

Die israelische Armee tötete Hind Rajab; sie tötete ihre Familie; und sie tötete die beiden Sanitäter, die kamen, um sie zu retten – mit der Komplizenschaft der mächtigsten Regierungen der Welt und ihrer Institutionen, die sich weigern zuzulassen, dass ihr Tod zur Kulisse für eine höfliche Rede über Frieden wird. Nicht solange die Strukturen, die dies ermöglicht haben, unangetastet bleiben.

Deshalb werde ich diesen Preis heute Abend nicht mit nach Hause nehmen. Ich lasse ihn hier als Erinnerung. Und wenn Frieden als rechtliche und moralische Verpflichtung angestrebt wird, verwurzelt in der Rechenschaft für den Völkermord, dann werde ich zurückkehren und ihn mit Freude annehmen. Vielen Dank. Vielen Dank.

Mehr erfahrt ihr über den Film in unserer ausführlichen Empfehlung «Die Stimme von Hind Rajab»: Notruf eines Kindes bis in den Tod

Titelbild : Collage Peter Vlatten

Wann kommt der Aufstand?

 Wessen Morgen ist der Morgen, wessen Welt ist die Welt?* - 

Von Carllandrausch

Die Erde brennt! Wasser und Feuer laufen Sturm. Die Menschen verdrängen die Gefahr, welche sie selbst geschaffen haben. Das Klima war schon so, als die Welt noch eine Scheibe war. Die Mächtigen pokern mit unserem Leben. Die Ahnungslosen wollen ahnungslos bleiben. Die Demokratie ist eine Scheindemokratie, weil sie nicht vom Volk beherrscht wird. Jeder Mensch hat das Recht, unter einer Brücke zu schlafen.  Das gehört zu unseren westlichen Werten. Global as usual: Wachstum, Raub, Profit! Die unsichtbare Hand braucht die sichtbare Faust. Krieg ist ein Wachstumsmarkt. Da gibt es keine Alternative.*  Sonst Panik. China erobert den Weltmarkt. Die USA sind die größte Gewaltlieferantin.* Die NATO will in die Ukraine will in die NATO. Russlands droht, falls, mit einem Atomkrieg.  Die Ölvorkommen Venezuelas gehören Exxon Mobile.  Kennst du das Land, wo die Kanonen blühen?* Deutschland, wie lange bist du noch auffindbar?* Alles, was gestern war, wird man vergessen haben, was morgen kommt nicht fürchten. Israel begeht einen Völkermord in Gaza. Afrika ist eine Fundgrube, der Sudan ein Schlachthaus. Die Söldner morden was sie nur können.  Die UNO appelliert machtlos. Ein Schelm, wer über den Britischen Löwen lacht. Frankreich ist kaputt. Der Schoß ist fruchtbar noch.* Der Rechtsextremismus gewinnt wieder bürgerliche Salonfähigkeit. Die Habenichtse, schlagt sie tot!* Oder lasst sie ertrinken. Das Böse ist banal.* Das linke Spektrum hat sich zerlegt. Nicht fühlen, wie weit wir heruntergekommen sind.*  Zehntausend Menschen gehört die halbe Welt. Eine milliarde Menschen hungern. Alles Leben ist antiquiert. Gott ist tot.* Es lebe der Übermensch in der Künstlichen Intelligenz. Der Führer grüßt siegesgewiss lächelnd mit der Mondpolizei* aus dem Totenreich.

Berlin, im Januar 2026

*Brecht/Eisler; Margret Thatcher; Martin Luther King; Erich Kästner; Bertolt Brecht; Karl Kraus; Bertolt Brecht; Georg Kreisler; Hannha Arendt; Kurt Tucholsky; Friedrich Nietzsche; Hanns Dieter Hüsch;

Bild: Photoshot Katalog „George Grosz – Berlin – New York“, „Der Mächtige wird auf einem Spaziergang vpm zwei Dichtern angesprochen“: IX61 (S. 277)

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