Eine Erinnerung, die Gegenwart und der dritte Oktober 2024

Ein Interview mit Helma Fries. Seit 1981 ist Helma in der Berliner Compagnie tätig, deren Mitbegründerin sie auch ist. Hier spielte sie in allen Produktionen, ist zusammen mit Elke Schuster künstlerische Leiterin und darüber hinaus verantwortlich für die Stücktexte wie für die Print-Grafik. 2009 erhielt die Berliner Compagnie den nationalen Aachener Friedenspreis.

Helma über sich selber:

Es ist etwas verwirrend,

aber im Grunde ganz einfach: Auf der Bühne und im Film spiele ich Männerrollen (als Gerhard bzw. H.G. Fries); im Alltag jedoch - und laut Amtsgericht Schöneberg ganz offiziell - bin ich

Frau Helma Fries

Inhaltsverzeichnis


Vorwort:

Wie sind wir auf die Idee gekommen, Helma Fries zu einem Gespräch einzuladen.?

Im Zuge der Vorbereitungen der Friedensdemo am 03. Oktober 2024 erhielt die Initiative „1918unvollendete Revolution“ eine E-Mail von Helma Fries, in der sie uns auf Ihr Plakat aus dem Jahre 1981 aufmerksam machte. Zufälligerweise fand ich unter den vielen Teilnehmern der Friedensdemo das Plakat, ohne zu wissen, dass es Helma war.

Auf Ihrer Mail hin, antwortete ich und frug Helma, ob sie für uns etwas über die Plakataktion schreiben würde. Darauf hin war Ihre Antwort, schreiben weniger, jedoch wäre sie für ein Interview bereit. Daraufhin entschieden wir uns zu einem spontanen Theaterbesuch mit anschließendem Interview.


Hier das Interview:

Das Interview führte Benedikt Hopmann und die Aufnahme sowie Bearbeitung erledigte Ingo Müller. Das Interview wurde am 06. Oktober durchgeführt.

ab 0:56 – Scholz war mal aktiv in der Friedensbewegung, hier ein Beispiel:


ab 0:06 geht Helma kurz auf die Anzahl der Stützpunkte der USA und Russland ein

ab 6:45 geht er kurz auf die Rede von Gerhard Eppler, Rede zum Gedenktag am 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion ein.

ab 7:45 geht er auf die Rede Putin im Bundestag ein wo er bejubelt wurde, 2007 auf der Münchener Konferenz genau das Gegenteil.

ab 8:37 Thematik Verhandlungen 2022 Russland – Ukraine

ab 9:47 wird auf die Protokolle der Kuba-Kriese eingegangen

ab 23:50 wird über Daniel Ellsberg gesprochen

ab 30:57 liest Helma das letzte Zitat von Daniel Ellsberg auf dem Plakat vor:

„Die US-amerikanische Regierung ist zu einem Nuklearkrieg entschlossen. Um sich Rohstoffe und Weltmärkte zu sichern, ist sie – nach den großen Verlusten der USA im Vietnamkrieg – nunmehr bereit, kleine, sog. taktische Atomwaffen ( z.B. die Neutronenbombe) gegen Befreiungsbewegungen und Länder der Dritten Welt einzusetzen, die selber keine Atomwaffen besitzen. Da anzunehmen ist, dass jene Länder mit der UdSSR verbündet sind, soll diese von einem Gegenschlag mit ihren eigenen taktischen Atomwaffen abgeschreckt werden: durch die in Europa aufgestellten Pershing II und Cruise Misseles. 
Sollte sich die UdSSR davon nicht abschrecken lassen, der USA in einem Land der Dritten Welt atomar zu antworten, würde sie durch die von Westeuropa aus gestarteten Mittelstreckenraketen so hart angeschlagen, dass sie – unterhalb der Selbstmordoption eines Angriffs mit Interkontinentalwaffen auf die USA – nur noch zu einem Gegenschlag auf Westeuropa fähig ist. Der Nuklearkrieg bliebe auf Europa begrenzt; die UdSSR wäre schwer verwundet, Europa eine verseuchte Wüste mit Millionen Toten, die USA aber blieben verschont.
Die USA weisen Europa die Funktion eines Puffers zu, der verhindern soll, dass ein begrenzter Atomkrieg in der Dritten Welt zu einem für die USA selbst tödlichen, globalen Nuklearkrieg eskaliert.“

Daniel Ellsberg, vormaliger Präsidentenberater und Atomkriegsexperte des US-Verteidigungsministerium, in einer Rede an der TU Berlin am 29.6.81


Kleine Bildergalerie

Foto: Ingo Müller, Benedikt Hopmann und Helma Fries im Gespräch, 06.10.2024


Das Plakat und der Text zu den einzelnen Zitate


„Genocide Joe: Not Welcome“ in Berlin

Ein breites Bündnis ruft auf zum Protest gegen den Staatsbesuch von Joe Biden

DEMONSTRATION
GEGEN DEN BESUCH DES US-PRASIDENTEN IN BERLIN
ALEXANDERPLATZ (Weltzeituhr) FR 18.OKTOBER 17UHR

Im Aufruf der Veranstalter heisst es:

„Am 18. Oktober wird US-Präsident Joe Biden in Berlin zu einem Staatsbesuch erwartet. Eigentlich wollte Genocide Joe schon letzten Freitag kommen. Doch der Klimawandel nimmt nicht mal Rücksicht auf den Fahrplan imperialistischer Geopolitik- Wegen dem Hurrikan ,,Milton“musste der gröẞte Unterstützer des Genozids in Gaza seine Reise absagen. Trotzdem gingen am vergangenen Freitag Hunderte in Berlin unter dem Motto , Not Welcome:Genocide Joe“auf die Strasse um ihre Ablehnung gegenüber der US-Kriegspoliik im Nahen Osten und der Ukraine auszudrücken. Von der Berliner Polizei wurden sie dabei wiederholt brutal angegriffen und mehrere Menschen verhaftet. Jetzt soll ,,Genocide Joe“, wie er von Familie und Freunden liebevoll genannt wird, am Freitag mit einem überdimensionierten Staatsbesuch unsere Stadt lahmlegen. Wir werden uns erneut auf Berlins Straßen versammeln und dem Hauptsponsor des genozidalen Feldzugs Israels zeigen, wie Berlin Kriegsverbrecher und Völkermörder willkommen heiẞt: Nämlich gar nicht!


Es ist völlig klar: Ohne Unterstützung der USA wäre der verheerende Vernichtungs- und Vergeltungsfeldzug der israelischen Armee gegen die palästinensische und nun auch gegen die libanesische Bevölkerung nicht denkbar.
Unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrors lässt die USA den Paria-Staat Israel die Neuordnung einer ganzen Weltgegend umsetzen, die zum Tod von Hunderttausenden und zur Vertreibung von Millionen von Menschen führen wird.“

Einige machen inzwischen die USA direkt für die Kriegsführung mit verantwortlich

Der Spiegel titelte heute "Iraels Krieg gegen die Weltordnung".  Anläßlich   der wiederholten Angriffe auf UN  Blauhelme und der Unverschämtheiten Netanyahus gegenüber der Völkergemeinschaft. Aber auch anlässlich immer neuer Gräueltaten. Bei einem Bombardement eines Hospitals verbrannten Palästinenser  bei lebendigem Leib, das Video mit  den qualvollen Schreien eilte um den Erdball. Kleine Fußball spielende Jungen werden gezielt von der israelischen Armee mit US Bomben massakriert. 

Es sollte dazu gesagt werden, dass die Mäzene dieses Krieges vor allem die USA sind, aber auch die BRD an ihrer Seite. Ohne Finanzierung und Waffen aus Washington und Berlin, könnte dieser Krieg überhaupt nicht stattfinden (siehe ZDF Doku unten).

Letzte Woche noch hat Joe Biden die Lieferung neuer Raketen- und Abwehrsysteme angekündigt und - eine neue Qualität - die Entsendung von US Soldaten zur direkten Kriegsunterstützung in Israel. Und Bundeskanzler Scholz vor einigen Tagen im Bundestag :"Wir haben Waffen geliefert und wir werden Waffen liefern" an Israel.

Und mit diesen klaren Worten im Rücken gilt für Netanyahu nichts mehr: kein Völkerrecht, kein Menschenrecht, kein Respekt vor der Völkergemeinschaft und ihren Institutionen.

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin würde es begrüßen, wenn die verschiedenen Proteste zum Bidenbesuch und gegen den israelischen Vernichtungskrieg sich miteinander verbinden und länger geplante Parallelveranstaltungen - wenn möglich - verschoben würden.

Zeitgleich ist u. a. ein Protest vorm Kanzleramt geplant. Hier sollte auch dem Bidenbesuch Rechnung getragen werden. Kernforderung an USA und BRD muss ein sofortiger Stopp von Waffenlieferungen an Israel sein.

Mahnwache in Gedenken an die getöteten palästinensischen Kinder während des Gazakriegs

Lesung der Namen der verstorbenen Kinder in GAZA – 13.10.2024 Berlin, Unter den Linden 4 |

Diese Seite ist Ohne Worte – Nur Trauer und Wut beherrschen den Augenblick

Foto: Ingo Müller, 13.10.2024

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