Welt der Wölfe

Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun.

Die Verbrechen des iranischen Regimes, zuletzt mindestens 30.000 Ermordete bei den Protesten Anfang Januar, sind unauslöschlich. Jede:r in der Diaspora weiß darum, kennt Einzelheiten der Verbrechen und betroffene Familien. Ihre Hoffnung, dass sich nach so viel Leid endlich etwas ändert, kann man nicht mit geostrategischen Überlegungen wegwischen. Ob sich die Erwartungen an eine friedliche, demokratische Zukunft des Landes auf Grundlage des Krieges erfüllen? Eher unwahrscheinlich. Das böse Erwachen wird kommen. Aber sind das Argumente, ein auf Endlosigkeit gebuchtes Regime nicht um jeden Preis loswerden zu wollen? Man kann die Verbrechen der israelischen Regierung nicht gegen die Verbrechen des iranischen Regimes aufrechnen. Das ist das eine.

Das andere ist ein deutscher Bundeskanzler, der nach Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran sagte, jetzt sei nicht der Moment für völkerrechtliche Belehrungen. Kritisiert werden von Deutschland, Großbritannien und Frankreich dagegen die iranischen Gegenangriffe. Der Begriff „Doppelstandard“ beschreibt nur noch unzureichend die selektive Aussetzung des Völkerrechts. Internationale Normen gelten nicht für „Partner und Verbündete“ (Merz), dieser Maßstab ist den Feinden vorbehalten. Aber man kann nicht an das Völkerrecht appelieren, wenn es um Grönland, Taiwan und die Ukraine geht und es beiseite schieben, wenn es um Iran, Venezuela und andere Regime geht – entweder das Völkerrecht gilt für alle, oder für keinen. Ob es gefällt oder nicht.

Neu ist im Gegensatz zu früheren Militärinterventionen die Dreistigkeit, mit der das Völkerrecht gebrochen wird und wie unverhohlen eigene Interessen durchgesetzt werden. Setzten die USA im Krieg gegen den Irak 2003 noch auf eine sogenannte Koalition der Willigen, die die fehlende Legitimation durch den UN-Sicherheitsrat aufwiegen sollte, handeln Israel und die USA heute allein. Weil sie es können. Es gilt das imperiale Recht des Stärkeren.

Nach dem Genozid in Gaza, dem Ende des Assad-Regimes und der massiven Schwächung der Hisbollah im Libanon, scheint der Moment für die USA und Israel gekommen zu sein, den Mittleren Osten vollständig nach ihren Interessen umzugestalten: Vermeintliche Sicherheit für die einen auf Kosten des Lebens der anderen. Dirk Moses prägte den Begriff der „dauerhaften Sicherheit“, das Streben eines Staates nach Immunität gegenüber Bedrohungen, auch zukünftiger. Dieses Streben lässt keinen Kompromiss zu, sondern ist mit der Vernichtung, Vertreibung oder Kontrolle derer verbunden, die als Gefahr für die Sicherheit des Staates angesehen werden.

Noch kurz vor den Angriffen auf den Iran war von einem möglichen Durchbruch bei den Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm zu lesen, während die USA und Israel im Hintergrund die Angriffe auf das Land bereits geplant hatten. Welche Bedeutung hat Diplomatie in Zukunft noch, wenn sie keinerlei Verbindlichkeit mehr hat?

Dass es keine nennenswerte internationale Institution mehr gibt, die dem Recht des Stärkeren noch Einhalt gebieten könnte, hat Deutschland mit zu verschulden. Auch wenn Friedrich Merz seine Haltung als pragmatische Reaktion auf eine immer unübersichtlichere Welt verkauft, könnte die Bundesrepublik eine andere Rolle spielen, als sich der Macht unterzuordnen: Waren nicht die Institutionalisierung des internationalen Rechts, die Etablierung des zwischenstaatlichen Gewaltverbots und die juristische Verfolgung von Kriegsverbrechen und -verbrechern Lehren aus dem von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg?

Die Wolfswelt gestaltet sich ohne Völkerrecht, ein permanenter Kriegszustand zur Garantie vermeintlicher Sicherheit, zur Durchsetzung eigener Interessen und zur Sicherung von Ressourcen. Doch das Recht des Stärkeren ist keine Option für eine Welt, die genug Krisen zu bewältigen hat, die nur gemeinsam gelöst werden können. 

Wer aber von Frieden redet, muss auch etwas dafür tun. Will Europa an Frieden und Völkerrecht festhalten, braucht es einen anderen Blick auf die eigene Gewalt und Komplizenschaft, eine eigene Idee in der neuen Weltordnung. Sich der Abwärtsspirale unterzuordnen, aufzurüsten, auszugrenzen, abzuschotten, das verstärkt sie nur, spielt den Rechten in die Hände und führt uns alle in den Abgrund.

Spendenaufruf

Im Iran fördert medico ein aktivistisches Netzwerk, das Verletzte durch die Unterdrückung der Proteste nach dem Mord an Jina Mahsa Amini und Angehörige von Inhaftierten unterstützt. Die Gruppe trägt Behandlungskosten ebenso wie Kosten für Prothesen und Fahrtkosten in Krankenhäuser. In einigen Fällen waren die Inhaftierten oder Ermordeten auch die Versorger:innen ihrer Familien, die auf sich gestellt in finanzielle Not gerieten. Sie werden mit der Übernahme von Kosten für medizinische Behandlungen und beim Lebensunterhalt unterstützt. Angesichts der US-amerikanisch-israelischen Angriffe musste diese Arbeit vorerst eingestellt werden.

Im Libanon arbeitet medico seit Jahrzehnten mit der Gesundheitsorganisation Amel Association zusammen. Amel betreibt im ganzen Land Gesundheitszentren, sowie sechs mobile Kliniken. Ihre Mitarbeiter:innen bieten für alle Menschen eine Basisgesundheitsversorgung an, in der Bekaa-Ebene versorgen sie zudem syrische Flüchtlinge. Angesichts der jüngsten Eskalation versorgt Amel Vertriebene aus dem Süden des Landes in Schulen und anderen Notunterkünften medizinisch und mit Lebensmitteln. Mit ihren mobilen Kliniken erreichen sie auch abgelegene Schutzorte. Unsere langjährige palästinensische Partnerorganisation Nashet organisiert aktuell die Versorgung für die aus dem Süden des Landes fliehende Bevölkerung.

In Israel begeben sich die medico-Partner:innen mehrmals am Tag in die Shelter in Tel Aviv, Jerusalem oder Haifa. Ihre Arbeit ist den Umständen angepasst. In Gaza und der Westbank sind seit dem Beginn des Krieges Zufahrtswege beschränkt, Checkpoints und Grenzübergänge geschlossen, Palästinenser:innen können ihre Städte nicht verlassen. Hilfsgüter und andere Waren werden nicht nach Gaza hineingelassen, es gibt bereits erneute Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die medico-Partner:innen kennen diese Notlage nur zur gut und leisten weiter Hilfe.

Auch mit unseren Partner:innen in Syrien, Irak und den kurdischen Regionen sprechen wir gerade täglich. Wir tauschen Einschätzungen aus und teilen die Besorgnis, über das was noch kommen mag.

Mit einer Spende können Sie die Arbeit unserer Partner:innen vor Ort unterstützen.

Quelle: medico international – newsletter
Welt der Wölfe

Wir danken für das Publikationsrecht.

Iran und Nahost: Jubel, Schweigen, aber auch Trauer und Wut über US und Israels Angriffe – ein Spiegel über „in weiße Tücher gehüllte Kindheit“

Schon am ersten Kriegstag wurde in der iranischen Stadt Minab eine Mädchenschule bombardiert. Bilder wie anfangs in Gaza. Der Luftangriff forderte unzählige Verletzte. Die Zahl der Todesopfer stieg bis heute – laut offizieller Angaben der iranischen Nachrichtenagentur IRNA – auf 165 tote Mädchen an. Zu den Vorgängen von der Zerstörung bis einschließlich Beerdigung gibt es zahlreiche Videoaufnahmen, auch von mutmaßlich unabhängigen Zeugen. Das uns vorliegende Video wurde über Iranrevolution.info verbreitet. Bei der Abschiedszermonie waren es 165 in weisse Leinentücher gehüllte Leichname von vorwiegend unschuldigen Schüler:innen. Die meisten davon waren Kinder.

Auf der Plattform X von Elon Musk wurde behauptet, dass das gesamte Dokumaterial ein Fake sei. Aber selbst Tagesschau und NYT verifizierten, daß diese Behauptung über ein Fake selbst ein Fake ist.

Iraner:innen feiern zusammen mit Zionist:innen die Angriffe auf Iran

Nur die genaue Zahl der Toten konnte nicht überprüft werden. Aber mit Sicherheit waren es sehr sehr viele Opfer.

Die Jubelschreie und Tänze etlicher Exil Iraner:innen vor dem Brandenburger Tor sind weder der Jubel der betroffenen Bevölkerung im Iran noch der Jubel des größten Teils der Opposition im Land selbst.

US und Israels Militär stellten sich ahnungslos, sprachen von unbeabsichtigten Kollateralschäden oder wiegelten ganz ab. Die Bilder passen so gar nicht zum Narrativ einer chirurgischen Kriegsführung, mit der eine „ruchlose Führungskaste“ und deren Anhänger klinisch rein zur Befreiung des iranischen Volkes beseitigt wird. Die „Ruchlosigkeit“ der einen entschuldigt nicht die „ruchlose Drecksarbeit“ der anderen. Zumal es die USA waren, die mit dem Sturz der demokratischen Regierung Mohammad Mossadegh – durch Verstaatlichung war das iranische Öl dem US Zugriff entzogen worden – die Implementierung der nachfolgenden Tyranneien von Shah und Mullahs erst in Gang gesetzt haben.

„Wie Satellitenbilder und Kartendienste zeigen,“ schreibt die Tagesschau, „handelt es sich bei dem Gebäude tatsächlich um eine Grundschule für Mädchen in der iranischen Stadt Minab. Das Schulgelände liegt neben dem Gelände einer Kaserne der Islamischen Revolutionsgarde. Weitere Aufnahmen zeigen, dass auch ein Gebäude an der Basis neben dem Schulgelände getroffen wurde.“

Da fällt einem unweigerlich das frisch eröffnete Munitionswerk Pierburg von Rheinmetall mitten im Berliner Wedding ein. Wie weit entfernt sind eigentlich die nächsten Schulen von diesem Werk?

Das Geschehen hat Zeki Gökhan dazu veranlasst, ein Gedicht zu verfassen, das den Vorgängen den Spiegel vorhält und alle auffordert, nicht stillzuschweigen, nicht zu vergessen, sondern darüber zu schreiben. Was wir hiermit begonnen haben. Es sind Opfer einer imperialistischen Aggression.

Vorwort..
Es gibt Schmerzen, die mehr sind als Verlust – sie sind der Moment, in dem die Menschheit ihrem eigenen Spiegel nicht mehr standhalten kann.
Und es gibt Augenblicke, in denen Kinder sterben, während anderswo getanzt wird.
Dieses Gedicht ist nicht nur Klage – es ist ein Zeugnis des zerbrechenden Gewissens
…“

„In weiße Tücher gehüllte Kindheit“..

Weiß waren sie alle…
Als würden sie gleich spielen gehen,
als würde ihre Mutter ihr Haar streicheln
und sagen: „Erkälte dich nicht…“

Doch Weiß war diesmal nicht Unschuld,
sondern die Farbe der Stille.

Sie hatten kleine Hände,
die sich dem Leben entgegenstrecken sollten,
Hände für Hefte,
für Stifte, für Spielzeug, für Hoffnung…

Doch nun
schreiben sie,
eingehüllt in kaltes Leinen,
eine stumme Geschichte.

Jedes Gesicht eine Erzählung,
jeder Name ein unvollendeter Satz,
jedes Kind eine Welt…
Und die Welt ist ohne sie
ein Stück ärmer geworden.

165 Morgen, die vor Sonnenaufgang erloschen,

165 Lachen verstummt—
der Himmel trägt seine eigene Scham.

Doch in jenen Momenten—
als Feuer vom Himmel fiel,
als Bomben den Atem der Kinder raubten,
erhob sich anderswo
Musik…

Kleine Gruppen versammelten sich,
tanzten im Kreis in der Nacht,
Schritte im Takt,
als wäre nicht der Tod gekommen, sondern ein Fest.

Lachen stieg über die Trümmer,
Rhythmen erstickten die Schreie,
und der Mensch versuchte,
seine eigene Dunkelheit im Tanz zu verbergen.

Was ist das für ein Zustand—
wenn der letzte Atem eines Kindes
zeitgleich mit Applaus erklingt?
Was ist das für eine Entfremdung,
was für ein Verlust an Gewissen?

Mütter…
Sie umarmen nicht die Erde,
sondern ihre Kinder—
ein letztes Mal…
Und die Welt dreht sich weiter,
als wäre nichts geschehen.

Schweigen ist oft der größte Komplize,
stumme Zungen
sind schwerer als Bomben.

Und o Menschheit—
wenn ein Kind stirbt,
fällt nicht nur ein Körper zu Boden,
die Zukunft wird begraben,
das Gewissen wird begraben,
die Hoffnung wird begraben.

Was ist das für eine Zeit,
in der Spielzeuge schweigen
und Waffen sprechen?

Was ist das für eine Ordnung,
in der Kinder sterben
und die Mächtigen schweigen?

Und wir—
Zeugen dieses Schmerzes—
werden wir schweigen,
oder
die unvollendeten Stimmen der Kinder
in den Himmel schreiben?

Denn manche Gedichte
werden nicht geschrieben, um schön zu sein,
sondern um zu erinnern:

Wenn ein Kind stirbt,
stirbt auch ein Teil der Menschheit.

Zeki Gökhan

Zeki Gökhan ist Mitglied der Partei Die Linke NRW und ehemaliger Bundestagsabgeordneter.

Amnesty International mahnt angesichts des Ereignisses in Minab: „Alle Konfliktparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten und Zivilist*innen schützen. Wir müssen den aktuellen Verstöẞen gegen das Völkerrecht klar entgegentreten. Sonst stehen Frieden und Menschenrechte für alle auf dem Spiel.“ Gute Worte, die Aggressoren und Tyrannen immer weniger interessieren.

Als medizinisches Personal und Verletzte der Proteste von iranischen Sicherheitskräften attackiert wurden, war der Aufschrei im Westen groß, Jetzt mit dem Krieg wurden ( Quelle Amnesty International) schon mindestens 10 medizinische Einrichtungen im Iran von US und israelischen Bomben getroffen und der Großteil der westlichen Medien und Politiker schweigt.

6. März 2026. Das Bombardement der Schule in Minab bleibt kein Einzelfall. Al Jazeera und Reuters melden: am 5. März haben „von den USA und Israel abgefeuerte Raketen zwei Schulen in der Stadt Parand südwestlich von Teheran getroffen.“ Ein Faktencheck steht noch aus. 7. März: Besonders heftige Attacken auf medizinische Einrichtungen. Auch das kennen wir inzwischen doch von Gaza. Die Gewerkschaft GEW berichtet, dass jetzt schon die vierte Schule Opfer des US- israelischen Bombardements wurde.

Der israelische Kanal N12 zitierte schon vor 5 Tagen Verantwortliche aus Israel, Teheran werde nach den Angriffswellen „nicht mehr aussehen wie zuvor“. Da muss man fragen: wie Gaza? Netanjahu und Trump lassen ihren martialischen Worten in der Regel ihre imperialistischen Taten folgen.

Trump will sich nach dem Iran um Kuba kümmern!

Titelbild: Collage Peter Vlatten, Quelle Bildmaterial Iranrevolution.info

Erklärung von Macron und Merz ist unverantwortlich


IPPNW-Pressemitteilung vom 05. März 2026

Gemeinsame Erklärung von Staatspräsident Macron und Bundeskanzler Merz
IPPNW kritisiert Frankreichs atomare Aufrüstung


Bild: Force de Frappe

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW kritisiert die gestern veröffentlichte gemeinsame Erklärung des französischen Präsidenten Macron und des deutschen Bundeskanzlers Merz als unverantwortlich. Die Erklärung kündigt einerseits die Errichtung einer hochrangigen Steuergruppe für die engere Zusammenarbeit im Bereich der Atomwaffen an, andererseits wird eine konventionelle deutsche Beteiligung an französischen Nuklearübungen sowie gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen in Aussicht gestellt. Diese Entwicklungen sollen die nukleare Teilhabe der NATO, in deren Rahmen bereits US-Atomwaffen in Deutschland stationiert sind, nicht ablösen sondern ergänzen.  

„Die deutsch-französischen Pläne zu einer Europäisierung der französischen Abschreckung und Erweiterung der nuklearen Abschreckung der NATO sind völlig fehlgeleitet,“ erläutert Dr. med. Lars Pohlmeier, Vorsitzender der IPPNW Deutschland. Und weiter: „Wir signalisieren damit der Welt, dass wir Atomwaffen für unverzichtbar für unsere Sicherheit halten und erhöhen damit das globale Proliferationsrisiko. Stattdessen sollte gerade Deutschland sich für Rüstungskontrolle und Abrüstung stark machen, um einer nachhaltigen Sicherheitsarchitektur in Europa den Weg zu bereiten.“

In einer Grundsatzrede am selben Tag kündigte Präsident Macron zudem an, das französische Atomwaffenarsenal aufrüsten zu wollen und neue Trägersysteme in Dienst zu stellen. Diese quantitative Aufrüstung steht im klaren Gegensatz zu Artikel VI des Vertrags zur Nichtverbreitung von Atomwaffen, der Abrüstungsverhandlungen vorsieht. Ebenfalls kritisch sieht die IPPNW die Möglichkeit einer temporären Stationierung der französischen Streitkräfte in Deutschland oder anderen europäischen Partnerstaaten.

„Besonders schockierend ist für mich als Arzt die massive Verharmlosung der Folgen einer Atomwaffenexplosion. Das zeigt sich einerseits in der Aussage, ein Atomwaffeneinsatz sei auch als Erstschlag, als sogenannte „nukleare Warnung“, möglich. Zum anderen wird der erste französische Atomwaffentest als Baustein einer nuklearen Erfolgsgeschichte erwähnt, die Gewaltgeschichte der Tests und die bis heute anhaltenden Gesundheitsfolgen werden ignoriert“, kritisiert Dr. med. Lars Pohlmeier.

Die IPPNW mahnt zudem mehr demokratische Transparenz an. Nicht nur das angekündigte Ende der Transparenz über das Atomwaffenarsenal Frankreichs ist höchst bedenklich. Auch wurden die Gespräche zwischen Deutschland und Frankreich unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit und des Parlaments geführt. Auch die Erklärung kam ohne parlamentarische Debatte zustande und erinnert damit an die deutsch-US-amerikanische Regierungserklärung zur Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland. 
Tatsächlich geht auch die jetzige Erklärung auf Mittelstreckenwaffen ein, denn die gemeinsame Entwicklung von „Deep Precision Strike“ Kapazitäten im Rahmen des ELSA-Projekts soll verstärkt werden. Damit solle den Staaten eine Möglichkeit der Eskalation unterhalb der nuklearen Schwelle ermöglicht werden. Die IPPNW kritisiert jedoch, dass gerade der Einsatz von Mittelstreckenwaffen zu einer nuklearen Eskalation beitragen kann, wenn beispielsweise Atomanlagen oder nukleare Infrastruktur angegriffen wird. 

Die gemeinsame Erklärung von Bundeskanzler Merz und Staatspräsident Macron finden Sie hier
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Angelika Wilmen Geschäftsstellenleiterin, Friedensreferentin IPPNW e. V. Frankfurter Allee 3, 10247 Berlin +49-(0)30-698074-13 Gemeinsam arbeiten wir für Frieden und eine Welt ohne atomare Bedrohungen. Jetzt spenden. Spendenkonto: IPPNW e.V. – GLS Gemeinschaftsbank, IBAN: DE 23 4306 0967 1159 3251 01

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