IG Metall Jugend solidarisiert sich mit Schulstreik gegen Wehrpflicht und Aufrüstung!

Bundesweit hat sich die IG Metall Jugend gegen Militarisierung, Wehrpflicht und jegliche Zwangsverpflichtungen ausgesprochen. Etliche Orts- und Landesverbände solidarisieren sich heute mit den streikenden Schülern und rufen dazu auf, sich an den Aktionen aktiv zu beteiligen! Hier beispielhaft die IGM Jugend von Frankfurt a Main:

Schulstreik gegen Wehrpflicht 12Uhr Willy- Brandt – Platz Frankfurt- Wir stehen an solidarisch eurer Seite!

Die Bundesregierung plant, die Wehrpflicht nach 14 Jahren Aussetzung schrittweise wieder einzuführen. Die Musterung soll erneut verpflichtend werden.

Eine Forsa-Umfrage zeigt: 61 % der 18-bis 29-Jährigen lehnen das ab. Wir als IG Metall Jugend unterstützen den Schulstreik am 05.12 und sind solidarisch mit allen, die demonstrieren. Wir sagen klar: – Keine Zwangsdienste – Keine Militarisierung der Jugend – Keine Zukunft im Krieg!

Wir fordern:

  • Ausbildungsplätze statt Kasernen
  • Perspektiven statt Pflichtdienste
  • Frieden statt Aufrüstung
Instagram Post der IG Metall Jugend Bayern

Bayern: IG Metall Jugend ruft landesweit zur Beteiligung am 5. Dezember auf. Gestern schon gab es an einigen Orten Demonstrationen gegen die Wehrpflicht.

Ein weiteres Beispiel: die G Metall Jugend Ruhrgebiet Mitte mobilisiert seit Wochen für den 5. Dezember:

Unterstützung und weitere Teilnehmer:innen sind mehr als nur erwünscht! Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr mir auch gerne hier schreiben: p.hay@igmetall.de

Alle Infos zu Treff der Gewerkschafter:innen in Berlin zur Soli Demo 16 Uhr

Die IG Metall Jugend, auch in Stuttgart, lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und anderer Pflichtdienste für junge Menschen grundsätzlich ab.“

In einigen wenigen Bezirken herrscht allerdings auch „Ruhe“. Das liegt weniger, wenn man den Umfragen Glauben schenken darf, an der Mitgliederschaft oder der Jugend selbst

5.12. – Schulstreik gegen die Wehrpflicht – das Lied zum Tage

Am Freitag wollen viele zukünftige junge Wehrpflichtige schon mal den Stingefinger zeigen zu ihre Verplanung als Verheizmaterial für die kommende Kriegstüchtigkeit. Statt in den Unterricht gehen sie auf die Straße. Mit dieser passenden „Hymne“ können wir uns für diesen Aktionstag schon mal in Stimmung bringen:


In den Kurzvidos sagen Organisatoren des Protests, was Sache ist.

https://www.youtube.com/watch?v=pS82ru2wros

Und hier gibt es eine Übersicht, wo überall in ganz Deutschland Protestaktionen geplant sind:
https://www.friedenskooperative.de/aktion/schulstreiks-gegen-die-wehrpflicht-am-512

Treff der Gewerkschafter:innen in Berlin zur Demo 16 Uhr 

Friedensplan zum Kriegsplan gemacht

Merz schickt 11,5 Milliarden in den Kiewer Sumpf, blockiert Trumps Friedensplan und will die NATO bis an Russlands Grenze – koste es Hunderttausende Menschenleben.

Von Sevim Dagdelen

Bild: Number 10, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

In den Haushaltsberatungen im Deutschen Bundestag vom 26. November brüstete sich Bundeskanzler Friedrich Merz, der Ukraine weitere 11,5 Milliarden zukommen lassen zu wollen.

11,5 Milliarden für Gold-Toiletten und Nationalismus

Während bei der Rente um jeden Euro gefeilscht wird, wird von dieser Bundesregierung für die Weiterführung des Krieges immer mehr Geld bereitgestellt. Dabei lässt sich Bundeskanzler Merz weder von den goldenen Toiletten in Kiew noch vom völkischen Nationalismus des Kiewer Regimes stören. Die Ukraine soll einen Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland ausfechten. Und dieser Stellvertreterkrieg soll unbedingt weitergehen.

So wie der britische Premier Boris Johnson einst die Istanbuler Verhandlungen 2022 gestoppt hat, so ist es heute der deutsche Bundeskanzler Merz, der gemeinsam mit seinen europäischen Amtskollegen den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump in einen Kriegsplan verwandelt hat.

NATO-Ostexpansion bleibt

Denn in dem auf Intervention der Europäer und der Ukraine veränderten Plan wird die Frage einer künftigen NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nicht mehr angesprochen. Das aber ist ein Unterschied ums Ganze. Denn die NATO-Ostexpansion, die gegen alle Versprechungen des Westens nach dem Ende des Kalten Krieges die Lage wesentlich mit eskaliert hat, soll weitergehen können – so die Position der deutschen Bundesregierung und der Europäer.

Damit aber ist auch klar, dass man in Berlin an einem Einfrieren des Konflikts überhaupt kein Interesse hat. Der Krieg wird weitergeführt in der blutigen Illusion, Russland doch noch ruinieren zu können. Parallel wird das Szenario eines russischen Angriffs auf die NATO im Jahr 2029 beschworen, offenbar um Präventivschläge gegen Russland und die Fortführung des Krieges in der Ukraine zu rechtfertigen, insbesondere den eigenen hohen Ressourceneinsatz.

Von der Dominotheorie zum Dritten Weltkrieg?

Im Vietnamkrieg war es die Dominotheorie, die die militärische Intervention der USA rechtfertigen sollte. Um ein Ausbreiten der kommunistischen Ideologie auf die Nachbarländer zu verhindern, so die Rechtfertigung Washingtons, wurden über eine Million Vietnamesen von den USA ermordet. Heute hat sich die Bundesregierung der Domino-Theorie verschrieben. Die Beteiligung am Krieg in der Ukraine muss erhöht werden, um ein Ausgreifen auf die NATO-Länder zu verhindern. Damit spielt man mit einem Dritten Weltkrieg, indem man der Ukraine weiterhin die NATO-Mitgliedschaft in Aussicht stellt.

Schlichte Gemüter nehmen US-Präsident Donald Trump als Widerpart der Europäer den Friedenspräsidenten ab. Zur Wahrheit gehört aber, dass es die US-Administration war, die auf Drängen Kiews und der Europäer den eigenen Friedensplan zum Kriegsplan umgeschrieben hat und die NATO-Frage meinte, ausklammern zu können. Dinge, die Washington an seinen eigenen Grenzen niemals dulden würde, werden weiter versucht, Russland unterzuschieben. Eine Absage an eine realistische Außenpolitik. Wer nicht bereit ist, die NATO-Frage zu diskutieren, der setzt allein auf eine Fortsetzung des Krieges, indem weitere Hunderttausende dann sterben müssen. Erfolgreiche Diplomatie verträgt sich aber nur selten mit Doppelmoral.

Sevim Dagdelen

Sevim Dagdelen war von 2005 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Politikerin ist außenpolitische Sprecherin der Gruppe „Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit“ (BSW) und war Obfrau im Auswärtigen Ausschuss. Die Abgeordnete war Mitglied in der Parlamentariergruppe USA, in der Deutsch-Chinesischen sowie Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe. Sevim Dagdelen war viele Jahre Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, in der Abgeordnete aus den Mitgliedsländern des Militärpakts über sicherheits- und verteidigungspolitische Themen beraten.
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Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 26.11. 2025
https://overton-magazin.de/kolumnen/dagdelen-direkt/friedensplan-zum-kriegsplan-gemacht/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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