Palästina: Der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) verurteilt neue Verstöße gegen das Völkerrecht im besetzten Westjordanland.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) ist zutiefst besorgt über die jüngste Entscheidung der israelischen Behörden, weitere Gebiete im besetzten Westjordanland als sogenanntes „Staatsland“ auszuweisen.

Dieser Schritt reduziert administrative Hürden beim Landerwerb und beschleunigt den Ausbau israelischer Siedlungen.

„Wir können nicht von Frieden sprechen, solange das Völkerrecht ignoriert und frühere Abkommen systematisch missachtet werden. Diese Entscheidung muss unverzüglich rückgängig gemacht werden.“ITUC-Generalsekretär Luc Triangle

„Es entfernt uns weiter von einer Zwei-Staaten-Lösung und verschärft die alltägliche Ungerechtigkeit, der palästinensische Arbeiter und ihre Gemeinschaften ausgesetzt sind. Es treibt die Völker Palästinas und Israels auch weiter von einer friedlichen Beilegung des Konflikts auf der Grundlage gemeinsamer Sicherheit weg.“

„Der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) steht solidarisch an der Seite der palästinensischen Arbeiter und ihrer Gewerkschaften in ihrem Kampf für Würde, Gleichheit und Gerechtigkeit.“

Die einseitige Entscheidung verstößt gegen das Völkerrecht, bricht Abkommen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israel und verschärft die Bewegungsbeschränkungen und Blockaden im Westjordanland.

Das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, wird völkerrechtlich als besetztes Gebiet anerkannt. Der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) erinnert daran:

  • Die Verpflichtung zur vollständigen Umsetzung der Resolutionen 242 (1967) und 338 (1973) des UN-Sicherheitsrates, die die Grenzen von 1967 bestätigen und ein Ende der Besatzung fordern.
  • Resolution 2334 (2016), die bestätigt, dass israelische Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet keine Rechtsgültigkeit besitzen und ein großes Hindernis für den Frieden darstellen.
  • Das Urteil des Internationalen Gerichtshofs aus dem Jahr 2024, das die Rechtswidrigkeit der israelischen Präsenz im besetzten palästinensischen Gebiet und die Verpflichtung zu deren Beendigung bekräftigte.

Die gegenwärtige Umklassifizierung von Land untergräbt auch seit 1993 bestehende Abkommen, darunter die Oslo-Abkommen und das Hebron-Protokoll von 1997, die klare Rahmenbedingungen für die Landverwaltung und die zivile Autorität festlegten. Einseitige Maßnahmen, die den Status von Land verändern, verstoßen unmittelbar gegen diese Verpflichtungen und verschärfen die illegale Siedlungstätigkeit zusätzlich.

Die Folgen dieser Entscheidung, die Landregistrierungsverfahren in Gebiet C des besetzten Westjordanlandes wieder aufzunehmen, sind für palästinensische Arbeiter gravierend. Sie wird Palästinenser weiter ihres Eigentums berauben und die illegale israelische Landkontrolle in dem Gebiet ausweiten. Darüber hinaus wird sie sich unmittelbar auf Lebensgrundlagen, Beschäftigungsmöglichkeiten, den Zugang zu natürlichen Ressourcen und die Fähigkeit palästinensischer Gemeinschaften auswirken, eine nachhaltige Entwicklung anzustreben, die prekäre Lage verschärfen und das Recht auf menschenwürdige Arbeit untergraben.

Luc Triangle fügte hinzu: „Der IGB ruft alle Staaten dazu auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, einschließlich der Pflicht, die von Israel erhobenen Gebiets- oder Souveränitätsansprüche in Bezug auf die besetzten Gebiete nicht anzuerkennen und keine finanzielle, militärische oder politische Unterstützung oder Hilfe bei der Aufrechterhaltung der unrechtmäßigen Besetzung zu leisten.“

„Alle Länder müssen sich für die vollständige Umsetzung der einschlägigen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates einsetzen, um die Besatzung zu beenden, illegale Siedlungen aufzulösen und die Zwei-Staaten-Lösung umzusetzen.“

„Nur eine ausgehandelte Zwei-Staaten-Lösung auf der Grundlage des Völkerrechts und der einschlägigen UN-Resolutionen kann die Sicherheit, Würde und Rechte der Bevölkerung Israels und Palästinas gewährleisten.“

Quelle: https://www.ituc-csi.org/Palestine-ITUC-condemns-new-violations?lang=en

Militarisierung im Bildungsbereich und Schulstreik gegen die Wehrpflicht

Die junge GEW und AG Frieden in der GEW Berlin laden im Vorfeld des nächsten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht zu einer Veranstaltung über die Militarisierung der Bildung ins GEW Haus ein. Ziel ist interessierten Kolleg:innen einen Raum für ihre Fragen und Unsicherheiten zu geben.

Veranstaltung im GEW Haus:

25. Februar, 18:00 Uhr: AG Frieden & junge GEW: Friedensbildung statt Militärwerbung!

Spätestens seit die so genannte „Zeitenwende“ im Bundestag verkündet wurde, lassen Regierungsvertreter keinen Zweifel mehr daran, welchen Stellenwert der Bundeswehr künftig beigemessen werden soll. In atemberaubendem Tempo wurden neue Vokabeln eingeführt. Sprach man erst von „Kriegstüchtigkeit“ ist neuerdings in der Generalität davon die Rede, man müsse „siegfähig“ werden. Ganz nebenbei wird dabei das Mantra abgebaut, dass die Bundeswehr qua Grundgesetz eine Verteidigungsarmee sei. Geblieben ist jedoch der obligatorische Hinweis darauf, dass „unsere Armee“ eine Parlamentsarmee sei. Dieses Parlament peitschte auch in Windeseile die Änderungen am Wehrdienstgesetz durch. Die Wehrpflicht wird kommen, daran hat kaum noch jemand ernsthafte Zweifel. Doch Schüler:innen machen dagegen bundesweit mobil. Mittlerweile gründete sich auch die Initiative Eltern gegen Wehrpflicht.

Die GEW unterstützt die Schüler:innen in ihrem Kampf um demokratische Beteiligungsrechte und lehnt jede Form von Pflichtdienst ab. Als Forum Gewerkschaftliche Linke rufen wir ebenfalls alle Kolleg:innen auf, sich mit den Schüler:innen zu solidarisieren.

Webseiten: 

schulstreikgegenwehrpflicht

eltern-gegen-wehrpflicht

Parlamentsarmee mit Kindersoldaten

Mit dem Einwurf, bei der Bundeswehr handele es sich um eine Parlamentsarmee, wird auch an Schulen zunehmend versucht Kritiker:innen mundtot zu machen. Da die Bundeswehr ein Teil „unserer Demokratie“ sei, könne sie nicht gesellschaftlich „ausgegrenzt“ werden. Nach wie vor hält die deutsche „Parlamentsarmee“ trotz Kritik von NATO Partner Schweden im UN Menschenrechtsrat an der Praxis fest Minderjährige zu rekrutieren. Die Zahl der minderjährigen Rekrut:innen steigt ebenso, wie die Schulbesuche von so genannten „Jugendoffizieren“. Schüler:innen die Proteste organisieren, werden immer öfter sanktioniert und kriminalisiert. Lehrkräfte müssen diesen Zuständen allerdings nicht tatenlos zusehen. Die demokratischen Mitbestimmungsrechte in den schulischen Gremien ermöglichen es beispielsweise Anträge einzubringen, um den Einfluss der Bundeswehr zurück zu drängen.

Muster für einen Antrag an die Schulkonferenz: Keine Werbung von und keine Kooperation mit der Bundeswehr an unserer Schule 
Recht auf Kriegsdienstverweigerung

Darüber hinaus sollten Lehrkräfte das Thema Wehrpflicht unbedingt im Unterricht behandeln und dabei auch über die Möglichkeiten der Kriegsdienstverweigerung informieren.

ZivilCourage Podcast: Wie verweigere ich den Kriegsdienst?

DFG-VK: Online Wegweiser zur Kriegsdienstverweigerung


Diskussion/Vortrag : Betriebsratswahl beim Tesla-Werk in Grünheide

Podium zum Umgang mit gewerkschaftsfeindlicher Politik von Tesla. Reihe: Politik im Gespräch

Ort und Zeit: Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

23.02.2026, 19:00 – 21:00 Uhr

Bild: IG Metall BBS

Die bedeutendste gewerkschaftliche Auseinandersetzung in Deutschland wird dieses Jahr bei Berlin ausgefochten. Im Tesla-Werk in Grünheide steht die Betriebsratswahl im Frühjahr an. Der Tesla-Konzernchef, Förderer extrem rechter Politik und einer der reichsten Menschen der Welt, Elon Musk, lehnt gewerkschaftliche Organisierung grundsätzlich ab. Sein deutscher Manager teilt diese Position. Die FAZ zitiert ihn mit den Sätzen: „Dass wir nicht mit Gewerkschaften zusammenarbeiten, ist eine Position, die der Konzern weltweit vertritt“ sowie dass wir hier keine Gewerkschaft wollen und auch keinen Tarifvertrag, daraus werden wir keinen Hehl machen“. Hinzu kommen Berichte in Medien über Verstöße gegen Arbeitsschutz und Umweltauflagen in der Vergangenheit im Tesla-Werk.

Bei der nun anstehenden Betriebsratswahl kämpfen die „IG Metall – Tesla Workers“ für eine Mehrheit im Betriebsrat, um gemeinsam mit der Belegschaft in Grünheide für menschlichere Arbeitsbedingungen sorgen zu können. Darüber sprechen wir mit Jannes Bojert, Leiter des Tesla-Projekts der IG Metall. Wie  gewerkschaftsfeindlicher Politik von Tesla und anderen Tech-Unternehmen begegnet  werden kann, wollen wir mit der Journalistin Nina Scholz sowie dem Bundestagsabgeordneten Cem Ince (Fraktion Die Linke) beleuchten. Nina Scholz publiziert zu Tech-Unternehmen und Gewerkschaftsthemen. Cem Ince war vor seinem Bundestagsmandat in der Automobilbranche beschäftigt und Mitglied der IG Metall Vertrauenskörperleitung bei Volkswagen in Salzgitter.

Moderation: Fabian Kunow / Kosten: 2 €

Quelle: RLS
BR-Wahl bei TESLA in Grünheide

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