Internationaler Frauentag 2026 Berlin – eine kleine Nachlese

Gestern jährte sich der Weltfrauentag zum 115. Mal. Initiatorin war die Sozialistin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die sich für die Rechte der Frauen stark gemacht hat, unter anderem für das allgemeine Frauenwahlrecht. Von seinem Ursprung her war der Kampf um die Befreiung der Frau also schon verbunden mit dem antikapitalistischen Kampf um soziale und demokratische Rechte und gegen jegliche Form von Unterdrückung.

An der zentralen Demonstration in Berlin nahmen über 30 000 Frauen, LGBTQ Menschen und solidarische Männer teil. Viel mehr als die Jahre vorher.

Im Fokus standen nicht zuletzt gewerkschaftliche Forderungen nach Lohngleichheit, nach besseren Arbeitsbedingungen zum Beispiel in sozialen Berufen, das Recht auf selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche oder die Bekämpfung von Kürzungspolitik. Aber auch für internationale Solidarität und gegen imperialiale Unterdrückung. Für Rechte von FLINTA*-Personen, oft unter dem Motto „Kein Feminismus ohne Internationalismus.“

Eine „Revolutionäre 8. März Demo“ startete später mit mehreren tausend Teilnehmer:innen um 15.00 Uhr am Kottbusser Tor . Die zentrale Botschaft dort: keine Instrumentalisierung des Kampfes für die Befreiung der Frau durch ihre Gegner. Betont wurde die Unzertrennlicheit vom Kampf gegen Kapitalismus, Imperialismus und Neokolonialismus. Gegen die aktuelle Entwicklung und Imperialistischen Kriege im Nahen Osten wurden ebenso konsequente Antworten wie gegen das Patriarchat gefordert.

Viele, viele Tausend Menschen waren gemeinsam unterwegs in der Verurteilung dieses heimtückischen Angriffes des US-Imperialismus auf den Iran, in Solidarität mit den Palästinenserinnen und Palästinensern.

Und überall: „Gegen den sexistischen Rollback“. Gegen die rechten Angriffe auf queere Menschen!

Die Berliner Polizei soll den Zug in der Sonnenallee dann wieder wie schon letztes Jahr ohne auslösenden Grund in der für sie „bekannten rassistischen Prägung und Frauenfeindlichkeit attackiert haben“. Wir werden den Vorwürfen nachgehen. Die Angriffe uniformierter Kräfte auf die Demonstration fanden wohl eine entschlossene disziplinierte Gegenwehr.

Hier ein kleines Bildportfolio mit Schnappschüssen von Lotte Roitzsch

Leseempfehlung

Iran und Nahost: Jubel, Schweigen, aber auch Trauer und Wut über US und Israels Angriffe – ein Spiegel über „in weiße Tücher gehüllte Kindheit“
Für einen antikapitalistischen, revolutionären und internationalistischen Feminismus – Wo steht die Bewegung?

Iran und Nahost: Ein Manifest Oppositioneller aus dem Land

Es gibt sie, die Opposition innerhalb des Iran, die sagt: weder Mullahs noch Shah noch USA noch Israel noch Krieg. Für soziale Rechte. Für Frauenrechte. Für Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit. Die wirkliche unabhängige Opposition im Iran besteht aus einem vielfältigen Spektrum von Gewerkschafter:innen, Intellektuellen, Frauenrechtler:innen, Gewerbetreibenden bis hin zu Geistlichen, die den religiösen Fundamentalismus der Mullahs vollständig ablehnen. Sie mögen den Tod führender Mullahs begrüßen, aber angesichts der US- und israelischen Bombenteppiche ist Ihnen nicht zum Lachen zumute. Diese Opposition und ihre oft mit breiteren Teilen der Bevölkerung vernetzten Aktionen werden von der westlichen Presse weitgehend ignoriert. Sie passt ganz und gar nicht in das Konzept der Unterwerfung unter westliche Dominanz. Diese Opposition hat weder Lobby noch kann sie mit den immensen für den Shah gesponserten Geldsummen mithalten. Wir publizieren hier beispielhaft eine Erklärung, die über die gemeinnützige Presseagentur Pressenza ihren Weg in die globale Öffentlichkeit gefunden hat. (Peter Vlatten)

Pressenza IPA, 2. März 2026

Wir veröffentlichen diesen wichtigen Appell von 353 iranischen Aktivisten und Akademikern – die im Iran leben –, die ein Manifest mit dem einfachen und unmissverständlichen Titel „Nein zum Krieg“ veröffentlicht haben.

Es ist unerlässlich, der kriegstreiberischen iranischen Diaspora und ihren westlichen Unterstützern die wahren Forderungen der Iraner aufzuzeigen. Es stimmt nicht, dass die im Iran lebenden Iraner – also jene, die Trumps erste Ziele wären – Krieg wollen. All jene innerhalb und außerhalb der akademischen Welt, die Trump für seinen Wunsch, die Iraner zu „befreien“, gedankt haben, sollten wissen, dass er niemanden vertritt. Man kann nicht, bequem von seinem Platz im Westen aus, das Leben von Millionen unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen.
Dieses Manifest verurteilt sowohl politische Repression und das Massaker an Demonstranten als auch ausländische Invasionen, da beides dem nationalen Interesse zuwiderläuft.

„Nein zum Krieg gegen den Iran“

Krieg ist das größte Übel, das die Politik hervorbringen kann. Er tötet, zerstört und stürzt Familien in tiefe Trauer. Er vernichtet Infrastruktur, erzeugt Armut, opfert Unschuldige und schürt neue Gewalt. Er schwächt unsere Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, und verdunkelt jede Aussicht auf Entwicklung, Demokratie und Gerechtigkeit für den Iran.

Netanjahu und die Falken in Washington zielen mit kriegstreiberischer Rhetorik, Sanktionen und Drohungen ganz bewusst darauf ab, unser Land zu destabilisieren und zu schwächen. Die Tragödien vom Januar 2026 – wie jedes andere Leid – können in keiner Weise Krieg rechtfertigen, noch das Zufügen weiteren Leids über unsere Landsleute oder die Zerstörung Irans in irgendeiner Form.

Wir, Iranerinnen und Iraner unterschiedlicher politischer Überzeugungen, lehnen jede Aggression gegen unser Land entschieden ab. Wir sind überzeugt, dass die Lösung – so schwer sie auch zu erreichen sein mag – in Iran selbst liegt: im konstruktiven Wandel, in der Erneuerung der Gesellschaft, im Wandel von unten nach oben. Das ist der Weg in die Zukunft. Nicht der Krieg.

Deshalb rufen wir zu einer starken und einhelligen Stimme gegen jegliche kriegstreiberische Logik auf. Angesichts jeder Aggression stehen wir zu unserem Land. Und wir laden alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger – insbesondere jene mit Stimme, Einfluss und Glaubwürdigkeit – ein, sich diesem Widerstand mit noch größerer Entschlossenheit anzuschließen.

Unterzeichnet von 353 Politikern, Intellektuellen und Aktivisten der Zivilgesellschaft aus dem Iran, die ein breites Spektrum politischer Ansichten repräsentieren.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen bei Pressenza IPA, 2. März 2026, Wir danken für das Publikationsrecht.

Titelbild: Gasdotto-Explosion im Iran, Quelle: Scenarieconomici.it

Erneut Schulstreiks gegen Wehrpflicht

Artikel von Jugendinfo mit Ergänzung Forum Gewerkschaftliche Linke

„Für den Donnerstag hat die bundesweite Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ zu einem weiteren Schulstreik aufgerufen. Schon am 5. Dezember hatten bundesweit über 55.000 Schüler:innen an einem ersten Streik teilgenommen. Am selben Tag war das erneuerte Wehrdienstgesetz vom Bundestag beschlossen worden. Seit Januar werden daher an alle Jugendlichen zum 18. Geburtstag Musterungsbriefe versendet.

Laut „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ beteiligen sich aktuell an den Planungen für den Aktionstag am Donnerstag erneut Schulstreikkomitees in über 90 Städten. Ziel der Mobilisierung sei diesmal auch die zunehmende Bundeswehrwerbung an Schulen. 

Die Initiative ruft für den Tag explizit auch Ältere auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Man erhalte Zuspruch nicht nur von Jüngeren, sondern auch von Eltern und Lehrer:innen.

Bei einer Konferenz im Februar hatten sich 250 Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet gegen Kriegsvorbereitungen vernetzt.“

Gewerkschaften und Schülerbewegung Hand in Hand

Treffpunkt für solidarische Gewerkschafter:innen: 11:00, historische Ampelanlage am Potsdamer Platz

Die GEW, Junge GEW und die EVG Jugend unterstützen den Schulstreik in Berlin. Als Forum Gewerkschaftliche Linke rufen wir ebenfalls alle Kolleg:innen auf, die Schüler:innen auf der Straße zu unterstützen.

Die herrschende Klasse fabuliert bereits offen von Kriegseintritt. So wollen sie ihre Interessen weiter durchsetzen. Die Kinder der Lohnabhängigen sind es aber, die in diesen Kriegen für die Profite der Reichen sterben sollen. Es braucht jetzt dringend eine schlagkräftige Bewegung gegen die im Eiltempo fortschreitende Militarisierung unserer Gesellschaft.

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung