Die Ko-Vorsitzenden der Lehrer*innengewerkschaft von Nord- und Ostsyrien berichten über die Entwicklung zum demokratischen Bildungswesen in den selbstverwalteten Gebieten von Nord- und Ostsyrien.
Im Zuge der Befreiung Nord- und Ostsyriens von der Besatzung des sog. Islamischen Staats schlossen sich viele Gebiete dem als "Rojava" begonnenen gesellschaftlichen Projekt der basisdemokratischen Selbstverwaltung an. In der heutigen "Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien" wird ein öffentliches, demokratisches Bildungswesen auf der Grundlage der Gleichberechtigung von Geschlechtern, Ethnien und Religionen und dem Recht auf Unterricht in der Familiensprache aufgebaut. Nach einer langjährigen Unterstützung der GEW für einzelne Solidaritätsprojekte und einem Aufbau des Kontakts nach Nord- und Ostsyrien durch die Koordinierungsgruppe fand bei der GEW-Jahrestagung Internationales im Februar 2022 der erste direkte Online-Austausch mit der Lehrer*innengewerkschaft "Yekîtiya Mamosteyên Bakur û Rojhilatê sûriyeyê" statt. Im Zuge der weiteren guten Zusammenarbeit wurde die Gewerkschaft aus Nord- und Ostsyrien im November 2022 auch in den weltweiten Dachverband der Bildungsgewerkschaften (Education International) aufgenommen. Dadurch konnten aktuell unter anderem internationale Hilfsmaßnahmen nach dem schweren regionalen Erdbeben im Februar 2023 realisiert werden. An der diesjährigen Jahrestagung Internationales hat die Ko-Vorsitzende von Yekitiya Mamosteyên, Nesrin Reshk auf Einladung der GEW persönlich teilgenommen. Parallel zu den Kontakten der zentralen Gewerkschaftsgremien organisierte die Koordinierungsgruppe Nord- und Ostsyrien in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden Niedersachsen und Bayern zwei öffentliche Online-Veranstaltungen zum Austausch über pädagogische und bildungspolitische Themen.
Dieser Dialog wird nun vom LAMA /Internationales Berlin fortgesetzt. Die Ko-Vorsitzenden der Lehrer*innengewerkschaft von Nord- und Ostsyrien berichten über
den Wandel von autoritären zu demokratischen Erziehungsgrundsätzen und -methoden, insbesondere über das umfassende Verständnis von Gewaltfreiheit
die Ausrichtung der Lehrinhalte nach einer geschlechtergerechten, demokratischen und ökologischen gesellschaftlichen Entwicklung
die Maßnahmen und Probleme, das pädagogische Personal, die Kinder und Jugendlichen und die Familien mit den Veränderungen vertraut zu machen.
Online Veranstaltung am 25.05.23 um 18:30 Uhr. Der Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung (LAMA) / Internationales lädt herzlich ein !
Weitere Informationen / Anmeldung unter: sigrid.masuch@extern.gew-berlin.de
Anlässlich des Tages der Pressefreiheit publizieren wir ein Erinnerungs-Email von Werner Ruhoff, Attac
Heute am Donnerstag, 04.05.23 findet wieder die Mahnwache für Julian Assanges Freiheit statt 18 bis 20 Uhr am Brandenburger Tor.
Bitte kommt zahlreich und helft, gerade am Tag der Pressefreiheit auf das himmelschreiende Unrecht aufmerksam zu machen, dass dem Journalisten und Publizisten Assange seit Jahren angetan wird!❗️
„Hallo alle, ich gebe das zur Info weiter – um wieder bekannt zu machen, dass die
Mahnwache für Julian Assange seit jahren am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr am Brandenburger Tor vor der US-Botschaft stattfindet und von dort aus auch einen Schwenker zur britischen Botschaft macht.
Es gibt weltweit viele politische Gefangene, die misshandelt oder gefoltert werden – Aber hier im „Westen“ heuchelt man immer, dass dies nur im „feindlichen“ Lager passiert – wogegen Assange im Londoner Hochsicherheitsgefängnis ohne jegliches Gerichtsurteil seit mehr als 3 Jahren in Einzelhaft isoliert ist. Auch das ist psychische Folter, so der ehemalige UNO-beauftragte für Menschenrechtsfragen, Niels Melzer, der mit deutlichen Worten an die Öffentlichkeit trat.
Die deutsche Regierung vertraut auf die Rechtsstaatlchkeit der britischen Justiz. Bei den grünen Moralaposteln ist Schweigen im Walde! Auch für die Kollegen in den Leit(d)medien, die von Assanges Plattform profitierten, wird das Schicksal ihres Kollegen mit der drohenden Einschränkung ihrer Pressefreiheit kaum zum Skandal erhoben.
Und neben dem menschlichen Leid geht es um die Zukunft von Medienfreiheit (im Sinne der staatlichen Straffreiheit). Assange ist nicht einmal US-Bürger, aber wenn er an die USA ausgeliefert wird, drohen ihm bis zu 175 jahre Haft! Das ist ein endloser Zustand zwischen Leben und Tod.
Jede-r Journalist*in wird sich dann in Zukunft genau überlegen, über geheim gehaltene Schweinereien und Verbrechen zu berichten. Das sei hiermit noch einmal in Erinnerung gerufen
„Die leider schon übliche Repression gegenüber Demonstrierenden durch die französische Bereitschaftspolizei, zeigt sich bereits seit dem Beginn der französischen Demo zum 1.Mai in Paris. Derweil zeichnet sich eine erneut historisch hohe Beteiligung an den Demonstrationen im ganzen Land ab (Marseille 130.000 Menschen; Toulouse und Bordeaux 100.000 Menschen, Nantes: 80.000 Menschen)“.(Sebastian Chwala)
Hier in einem Videoschnitt eine kleine Auswahl der eindrucksvollen Demonstrationen in mehreren Städten :
1. Mai Frankreich Erstimpressionen
Inzwischen werden gewaltsame Auseinandersetzungen aus Lyon und Paris gemeldet. Die Wut auf die Polizei wird immer größer. Es gibt bereits mehrere Schwerverletzte, die Opfer von Polizeigewalt wurden. Einem Demonstranten wurde vor der Präfektur in Nantes (Marion Lpz) von einer Granate die Hand abgerissen. Auch vor Journalisten der großen Medien macht die Polizeigewalt nicht Halt. Einer wurde ebenfalls von einer Granate schwerverletzt.
In Lyon und anderen Städten wenden sich Demonstranten gegen die Symbole des Finanzkapitals, dringen in die Paläste von Banken, Versicherungs- und Immobilienkonzerne ein. In Nizza wird eine luxusjacht attackiert. Macron wird als ihr ureigenes Gewächs angesehen.
Gegen Abend werden die Auseinandersetzungen noch heftiger. Großbrand auf der Place de la Nation in Paris. Die Situation in der Hauptstadt ist immer noch chaotisch (Pierre Tremblay). Die Polizeikräfte geraten aktuell in Paris in die Defensive. Zum Teil haben sich die Polizisten selbst mit Granaten beworfen und durch eigenes Pfefferspray ausser Gefecht gesetzt. Kein seltenes Phänomen, aber heute soll die Confusion ein besonders hohes Ausmaß erreicht haben.
Rauchschwaden einer Granate, die über ihren eigenen Köpfen zerberstete
Laut Gewerkschaften haben zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Menschen an den Demonstrationen teilgenommen.
Es wird gerade ein weiterer typischer Fall von Polizeigewalt bekannt: „Ein 17-jähriges Mädchen wurde nach der Explosion einer Granate in Nantes am Auge verletzt und riskiert, ihr Auge zu verlieren.ihr Vater bittet auf Twitter um Zeugen. Die Szene ereignete sich gegen 12:00 Uhr/12:15 Uhr kurz vor der Mediathek-Station mitten auf den Straßenbahngleisen.
Polizeiopfer in Nantes. Sieht so das Gesicht westlicher Werte aus, wenn es ernst wird?
Das französische Kapital steht mit dem Rücken zur Wand, gerade auch gegenüber seinem „Freund“ und Konkurrenten Deutschland. Die „Reformen“ sollen um jeden Preis durchgedrückt werden. Es kam zwar bisher nicht zu den großen Streiks, aber das Land wird zunehmend unregrierbar. Eine Mehrheit der Franzosen ist über den Charakter der französischen Demokratie nachhaltig desillusioniert. Dreiviertel aller Franzosen sind inzwischen der festen Überzeugung, dass die Gewalteskalation in erster Linie vom Staate ausgeht. Dazu tragen unzählige Erlebnisse bei, wie sie im folgenden Video beispielhaft dokumentiert sind.
Frankreich „Polizeigewalt ist erlebter Alltag“
Die Charmeoffensive der Macronisten im Land im Vorfeld des 1. Mai hat sich als Bumerang erwiesen. Überall, wo ein Regierungsmitglied auftauchte, wurde es mit ohrenbetäubendem Lärm empfangen.
Empfangskonzerte für Macron im Vorfeld des 1. MAI
In einer gemeinsamen Stellungnahme am 2.Mai kündigen die Gewerkschaften weitere Versuche an, die Fortführung der Rentenreform auf legalen Wegen über parlamentarische Initiativen zu stoppen. Für den 6. Juni wird ein 14. Aktionstag einberufen.
Einvernehmen über eine Verschärfung der Kampfmaßnahmen besteht offensichtlich nicht.Nicht wenige Gewerkschaftsführer setzen immer noch auf Illusionen, die bei großen Teilen der Bevölkerung längst geschwunden sind. Sie scheuen den Konflikt, den eine gebührende Antwort auf den brutalen Klassenkampf von oben bedeuten würde.
Die Meldung nur einTag später am 3.5. ist ernüchternd: "Der Verfassungsrat lehnt auch den zweiten Antrag auf ein gemeinsames Initiativreferendum zur Rentenreform ab"
Titelbild. Feuerwehrleute führen den Demonstrationszug in Paris an.
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Erklaerung der franzoesischen Gewerkschaften 2. Mai 2023
Auto – übersetzt
„2,3 Millionen junge Menschen, Angestellte und Rentner demonstrierten in ganz Frankreich und machten diesen 1. Mai 2023 zu einem der wichtigsten in unserer Sozialgeschichte. Hundert Gewerkschafter aus den fünf Kontinenten schlossen sich unserer Pariser Demonstration zur Unterstützung der französischen Mobilisierung an. Unter ihnen waren Esther Lynch, Generalsekretärin des EGB und Luc Triangle, Generalsekretär des IGB.
Dieser 13. Einheitstag gegen die Rentenreform zeigt die Entschlossenheit der Arbeiter, diese Rentenreform zu besiegen. Seit mehr als 3 Monaten werden sowohl bei der Zahl der Demonstranten als auch bei der Zahl der Streikenden im öffentlichen und privaten Sektor Rekorde gebrochen. Trotzdem hat die Exekutive die geltenden Passagen verkettet: Weigerung, den Gewerkschaften Gehör zu schenken Verwendung von 49-3, sofortige Verkündung trotz der teilweisen Zensur des Verfassungsrates…
Die Entscheidung des Präsidenten der Republik, seine Reform trotz der des fast einhelligen Widerstands der Bevölkerung einzuführen, erzeugt tiefes Misstrauen. Die Gewerkschaften verurteilen noch einmal nachdrücklich diese autoritären Entscheidungen, die der sozialen Krise eine demokratische Krise hinzufügen. Die Gewerkschaften haben sich immer geweigert, diesen Provokationen nachzugeben, und haben sich bemüht, trotz manchmal schwerwiegender Zwischenfälle, die wir bedauern, eine friedliche, ernsthafte und populäre Mobilisierung aufrechtzuerhalten.
Bis zur Entscheidung über den RIP begrüßt die Gewerkschaft den Gesetzentwurf zur Aufhebung der Rentenreform, der am 8. Juni in der Nationalversammlung auf der Tagesordnung stehen wird. Dieser Gesetzentwurf wird es erstmals der Landesvertretung ermöglichen, per Abstimmung über die Rentenreform zu entscheiden. Wir rufen unsere Organisationen gemeinsam auf, sich überall mit Abgeordneten zu treffen, um sie aufzufordern, über dieses Gesetz abzustimmen. In diesem Zusammenhang fordert die Gewerkschaft weitere Initiativen, darunter einen neuen Tag gemeinsamer Aktionen, Streiks und Demonstrationen am 6. Juni, damit alle Beschäftigten von den Parlamentariern gehört werden können.
Die Arbeitnehmergewerkschaften haben in den letzten 6 Monaten zahlreiche Vorschläge gemacht, um unser umlagefinanziertes Rentensystem zu stärken und gerechter zu gestalten, insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung. Die Regierung kündigte die Eröffnung eines Konsultationszyklus an, ohne dass das Ziel oder der Rahmen genau festgelegt wurden. Die Gewerkschaftsorganisationen der Arbeitnehmer werden an ihre Ablehnung der Rentenreform erinnern. Sie werden an gemeinsamen gewerkschaftsübergreifenden Vorschlägen unter Einbeziehung der Arbeitgeber arbeiten, damit die Anliegen der Arbeitnehmer endlich berücksichtigt werden, insbesondere in Bezug auf Löhne, Arbeitsbedingungen, Gesundheit am Arbeitsplatz, Sozialdemokratie, Gleichberechtigung F / H und Umwelt. Das Misstrauen sitzt tief und der Dialog kann nur wieder aufgenommen werden, wenn die Regierung ihre Bereitschaft beweist, die Vorschläge der Gewerkschaften endlich zu berücksichtigen