Arbeit und Gewerkschaften in Zeiten der Aufrüstung
Info- und Diskussionsveranstaltung
17. Oktober 2026 | 15:00 – 21:00
Mehrgenerationenhaus Gneisenaustr. 12 | 10961 Berlin
Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion lädt ein
Die Militarisierung der Gesellschaft reicht inzwischen tief in die Arbeitswelt hinein und verändert die Bedingungen, unter denen wir unsere Tätigkeiten verrichten, grundlegend – ganz egal, ob wir in der Rüstungsindustrie beschäftigt sind, im Krankenhaus oder in der öffentlichen Verwaltung. Die Rechte der Beschäftigten werden den Erfordernissen der Militarisierung angepasst. Hart erkämpfte Errungenschaften der Arbeiter:innenbewegung wie der Acht-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden infrage gestellt.
Die Militarisierung unserer Gesellschaft strukturiert das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit neu und macht den Arbeitsplatz zum zentralen Feld der Auseinandersetzung um Krieg und Frieden.
Wie entwickeln wir den Widerstand in den Betrieben? Wie wirken wir darauf hin, dass Gewerkschaften sich als Kampforganisationen entschieden gegen die Militarisierung stellen?
Kommt und diskutiert mit!
15:00 – 16:30 Uhr: Wie kämpfen wir in den Betrieben und mit den Gewerkschaften gegen die Militarisierung
Gewerkschafter:innen berichten und tauschen sich untereinander und mit dem Publikum aus.
Über den gemeinsamen Kampf gegen Sozialabbau und Militarisierung in der Arbeitswelt. Warum gerät konsequenter Kampf gegen die sozialen Angriffe von Kapital und Regierung zunehmend in Konflikt mit dem Militarisierungskurs? Warum noch so große Massendemonstrationen nicht ausreichen und nur massenhafter Widerstand und Streiks in den Betrieben und Schaltstellen der kapitalistischen Produktion den Kriegskurs wirksam aufhalten können. Die verantwortlichen Kriegstreiber haben ein Grundproblem, wenn keine Kriegsbegeisterung aufkommt und verweigert wird, weil es an allen Bildungseinrichtungen Widerspruch hagelt. Wie sieht die Stimmung unter den Beschäftigten wirklich aus? Welche Konfliktlinien bestehen in in den Gewerkschaften? Gewerkschafter:innen an der Basis vernetzen und organisieren sich. Raus aus den Konferenzräumen, ran an die Kolleg:innen am Arbeitsplatz!
Es unterhalten sich unter anderem
- René Arnsburg – ver.di, FG Druck, Papier, Verlage
- Georg Heidel – ver.di, VKL BSR
- Susanne Lange – IG Metall, VKL Mercedes Marienfelde
- Peter Vlatten – IG Metall, ehem. VKL Mercedes Untertürkheim
- Vertreter:innen junge GEW
17:00 – 18:30 Uhr: Militarisierung der Arbeitswelt
Was der Kriegsertüchtigung dient, erhält Priorität und wird bei der staatlichen Finanzierung bevorzugt. Beim Bau, wenn es um Kasernen oder panzerfähigen Brücken- und Straßenbau geht. Bei Bildung und Wissenschaft, wenn es um Bundeswehrwerbung an den Schulen und Kriegsforschung an den Universitäten geht. Wenn es um die Ausrichtung des Gesundheitswesens auf Kriegseinsätze geht. Wenn Rüstungsindustrie mit staatlicher Unterstützung hochgezogen und einen staatlich garantierten Absatz ihrer Produtkte mit gesicherten Extraprofiten erhält. Wenn Gesetze geschaffen werden, die die grundgesetzlich garantierten Rechte von Beschäftigten im Bedrohungsfall massiv einschränken. Wenn alles andere kaputtgespart wird, was nicht der Rendite und dem Kriegskurs dient.
Auf dem Podium diskutieren Berliner Gewerkschafter:innen
- Suse Ludwig (Vertrauensfrau IG Metall Siemens Energy)
- Gabriele Heller (GEW, AG Frieden)
- Jörn Rieken (IG BAU, Ortsvorstand Berlin)
- Vertreter:in aus dem Sozial- oder Gesundheitsbereich
Anschließend Essen (Küfa) und Getränke. Miteinander reden!
Link zum Einladungsflyer
Titelbild: Peter Vlatten