| SOLIDARITÄT MIT ROJAVA! NEWSLETTER DES GORKI-THEATERS In Solidarität mit unserer Kollegin und Künstlerin Zehra Doğan und den Menschen in Rojava veröffentlichen wir ihren folgenden Offenen Brief. Er verweist auf die massiven Angriffe und die immense Gewalt, der die Bevölkerung der kurdischen Selbstverwaltungszone Rojava durch die syrische Armee und islamische Milizen aktuell ausgesetzt ist. Zehra Doğan ist vielfach ausgezeichnete Künstlerin und Journalistin. Ihre Werke wurden u.a. in der Londoner Tate Modern, auf der Berlin Biennale und zuletzt beim 7. Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE gezeigt, wo ihrer Arbeit mehrere Ausstellungsräume gewidmet waren. Aufgrund eines ihrer Bilder, das türkische Militärfahzeuge in der von Türken und Kurden umkämpften Stadt Nusaybin als Skorpione darstellte, war sie fast drei Jahre in der Türkei inhaftiert. Nachdem der Kassationsgerichtshof ihre Verurteilung als Fehlentscheidung erkannt hatte und neue Haftbefehle erlassen wurden, sah sich Zehra Doğan gezwungen, ins Exil zu gehen. Seit 2021 ist sie Artist in Residence am Gorki. Aufruf an die Kulturinstitutionen in Deutschland: SOLIDARITÄT MIT ROJAVA! Das Volk von Rojava führt in Syrien einen Zivilisationskampf. Es ist ein Kampf gegen dschihadistischen Fanatismus, die Barbarei des IS und die Aggression des Regimes – ein Kampf für Aufklärung, Fortschritt, Freiheit und die Befreiung der Frauen von patriarchaler Unterdrückung. Die seit 2012 in Rojava aufgebaute pluralistisch demokratische Gesellschaftsordnung, die auf solidarischem Zusammenleben beruht und eine ehemals feudale Region transformiert hat, ist akut bedroht. Seit dem 6. Januar hat die sogenannte »Syrische Nationale Armee«, bestehend aus dem IS und ähnlichen dschihadistischen Strukturen, ausgehend von Aleppo eine systematische Offensive gegen die Autonome Region Rojava begonnen. Das kurdische Volk, das den IS durch entschlossenen militärischen Widerstand zurückgedrängt hat, sieht sich nun Angriffen von Kräften ausgesetzt, die das humanitäre Völkerrecht missachten und schwere Menschenrechtsverletzungen begehen. Vor den Augen der Welt werden Widerstandskämpfer*innen enthauptet, Frauen ermordet und ihre Körper von Dächern geworfen, Häuser geplündert, Leichen verbrannt. Nicht nur die Bevölkerung, sondern ein gesellschaftliches Lebensmodell, das Vorbild für die gesamte Region sein könnte, soll ausgelöscht werden. Sollte dieser Angriff erfolgreich sein, wären nicht nur Kurd*innen betroffen, sondern auch Alevit*innen, Drus*innen, Christ*innen, Jesid*innen, säkulare Muslim*innen in der Region – und vor allem die Frauenrevolution, die sich dem patriarchalen System widersetzt, wäre bedroht. Es bestünde die Gefahr, dass die Region erneut dem IS und seiner Ideologie ausgeliefert wird. In diesem Sinne ist der existenzielle Widerstand Rojavas, der sowohl mit dem Einsatz des eigenen Lebens und dem Errichteten von Barrikaden, als auch durch die Dokumentation der Barbarei mit Filmen oder der Malerei geleistet wird, nicht nur der Widerstand der Kurd*innen, sondern der Widerstand der Menschheit, der Zivilisation und der Kunst. Angesichts dieser Situation bedeutet politisches Schweigen faktisch, den IS und vergleichbare Akteure indirekt zu legitimieren. Über Jahre hinweg haben Kunst- und Kulturinstitutionen in Europa und insbesondere in Deutschland, die sich selbst als »Orte kritischen Denkens« verstehen, ihre Türen für die kurdische Freiheitsbewegung, die Revolution von Rojava und ihre Künstler*innen geöffnet. Es wurden Diskursveranstaltungen, Ausstellungen, Performances organisiert, die ihren Kampf dokumentierten und ihre Werke zeigten. Heute ist es dringender denn je, dass diese Institutionen den Widerstand unterstützen, sich mit Rojava solidarisieren und konkrete Beiträge leisten. Mögliche Solidaritätsaktionen sind unter anderem: die Aufnahme früherer Programme mit Bezug zu Rojava, die Organisation von Spendenkampagnen und Solidaritätsveranstaltungen, Online-Formate mit kulturellen Akteur*innen aus Rojava, um ihren Kampf in den öffentlichen Fokus zu rücken, die Entwicklung gemeinsamer Projekte mit Künstler*innen aus Rojava, die Veröffentlichung von Erklärungen durch Kunstinstitutionen, die sich klar zur Frauenrevolution in Rojava und zum Widerstand gegen die repressive Ideologie bekennen. Wir laden alle Kulturinstitutionen und Künstler*innen in Deutschland dazu ein, uns bei der Umsetzung dieser Bemühungen zu unterstützen und mit uns zusammenzuarbeiten. Eine klare Haltung zugunsten des Freiheitskampfes wird heute nicht nur das Volk von Rojava stärken, sondern auch zur Zurückdrängung des patriarchalen Fundamentalismus in der Region, zur Befreiung der Frauen und zur Demokratisierung der Gesellschaft beitragen. Kontakt: officeforpoliticalartaffairs@gmail.com Nachrichten aus dem Gebiet: https://rojavainformationcenter.org/ https://english.anf-news.com/ Spenden: https://heyvasor.com/de/spende/ SOLIDARITY WITH ROJAVA!In solidarity with our colleague and artist Zehra Doğan and with the people of Rojava, we are publishing her following open letter. It highlights the ongoing attacks and severe violence currently affecting the population of the Kurdish self-administered region of Rojava, carried out by the Syrian army and Islamist militias. Zehra Doğan is an award-winning artist and journalist. Her works have been exhibited, among other venues, at Tate Modern in London, the Berlin Biennale, and most recently at the 7th Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE, where several exhibition spaces were dedicated to her work. She was imprisoned in Turkey for nearly three years after one of her paintings depicted Turkish military vehicles as scorpions in the city of Nusaybin, a site of conflict between Turkish and Kurdish forces. After the Court of Cassation ruled that her conviction had been based on an error of judgment and new arrest warrants were issued, Zehra Doğan was forced into exile. Since 2021, she has been an artist in residence at the Gorki. Call to Cultural Institutions in Germany:SOLIDARITY WITH ROJAVA!The people of Rojava are fighting a war for civilization in Syria. It is a battle against jihadist fanaticism, the barbarism of ISIS, and regime aggression—a fight for enlightenment, progress, freedom, and the liberation of women from patriarchal oppression. The pluralistic democratic society built in Rojava since 2012, which is based on solidarity and has transformed a formerly feudal region, is under acute threat. Since January 6th, the so-called »Syrian National Army«, consisting of ISIS and similar jihadist structures, has launched a systematic offensive against the Autonomous Region of Rojava, starting from Aleppo. The Kurdish people, who pushed back ISIS through determined military resistance, now face attacks from forces that disregard international humanitarian law and commit grave human rights violations. Before the eyes of the world, freedom fighters are being beheaded, women are being murdered and their bodies thrown from roofs, houses are being looted, and corpses are being burned. It is not only the population but a model of a new society — one that could serve as a blueprint for the entire region — that is to be extinguished. Should this attack succeed, it would not only affect Kurds but also Alawites, Druze, Christians, Yazidis, and secular Muslims in the region—and above all, it would pose an immanent threat to the women’s revolution resisting the patriarchal system. There is a danger that the region will once again be surrendered to ISIS and its ideology. In this sense, Rojava’s existential resistance—waged through the risking of lives and the building of barricades, as well as through the documentation of barbarism via film and painting—is not only the resistance of the Kurds, but the resistance of humanity, civilization, and art itself. In light of this situation, political silence effectively amounts to indirectly condoning ISIS and comparable actors. For years, art and cultural institutions in Europe, and particularly in Germany, which define themselves as »spaces for critical thinking«, have opened their doors to the Kurdish freedom movement, the Rojava revolution, and its artists. Panels, exhibitions, and performances have been organized to document their struggle and showcase their work. Today, it is more urgent than ever that these institutions support the resistance, stand in solidarity with Rojava, and make concrete contributions. Possible acts of solidarity include: Reviving past programs related to Rojava. Organizing fundraising campaigns and solidarity events. Hosting online formats with cultural actors from Rojava to bring their struggle into the public focus. Developing joint projects with artists from Rojava. Publishing statements by art institutions that clearly commit to the women’s revolution in Rojava and the resistance against this repressive ideology. We are open to support and cooperation with all cultural institutions and artists in Germany to implement these efforts. A clear stance in favor of the freedom struggle today will not only empower the people of Rojava but also contribute to pushing back patriarchal fundamentalism in the region, liberating women, and democratizing society. Contact: officeforpoliticalartaffairs@gmail.com News from the region: https://rojavainformationcenter.org/ https://english.anf-news.com/ Donations: https://heyvasor.com/de/spende/ |
Monat: Januar 2026
«Die Stimme von Hind Rajab»: Notruf eines Kindes bis in den Tod
«Die Stimme von Hind Rajab» ist ein Spiel- und Dokumentarfilm-Drama, das uns hautnah und authentisch die letzten Stunden der 5-jährigen Palästinenserin Hind Rajab miterleben lässt.
Rajab wurde Anfang 2024 während einer Militäraktion von der israelischen Armee im Gazastreifen getötet. In ihrer Not telefonierte die kleine Palästinenserin mit Mitarbeiter:innen der Hilfsorganisation Palästinensischer Roter Halbmond (PRCS), die versuchten, das Kind zu beruhigen und dessen Rettung zu organisieren. Rajabs letzte Worte, die aufgezeichnet wurden, fanden weltweit mediale Beachtung. Sie wurden zu einem erschütternden Zeugnis des Krieges in Gaza.
Über dreieinhalb Stunden dauerte das Telefongespräch zwischen der fünfjährigen Hind Rajab und der Notrufzentrale des Roten Halbmonds.. Im Norden von Gaza harrt sie nach Beschuss durch die israelische Armee als einzige Überlebende in einem Auto zwischen den Leichen ihrer Familienmitglieder aus.
Durch Recherchen der Washington Post konnten die realen Ereignisse des 29. Januars bereits im April 2024 rekonstruiert werden. In einem Bericht der UN-Untersuchungskommission vom September 2025 wurde der Tod von Hind Rajab als beispielhaft dafür genannt, wie Zivilisten in Gaza vorsätzlich und brutal durch die israelische Armee getötet würden.
Die Originalaufnahmen des Telefonats nutzte die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania als Grundlage für ihren Film. Die Augsburger Allgemeine schreibt: „Hania verzichtet hier umsichtig auf zusätzliche Emotionalisierungen etwa durch verstärkende Musik. Vielmehr richtet sie den Blick auf die verzweifelte Ohnmacht der Menschen, die helfen wollen, aber in der übermächtigen Logik des Krieges keine Handlungsspielräume mehr haben.“ Das Dilemma: Der Einsatz der Sanitäter muss durch die israelische Armee erst freigegeben werden, obwohl diese Hind Rajab in wenigen Minuten erreichen könnten. Die Freigabe erfolgt nicht. Helfen ohne Freigabe kann der sichere Tod der Helfer sein.
Ganz anders als die Augsburger Allgemeine der Tenor der überwiegend zionistisch beeinflussten Presse wie der Berliner Tagesspiegel, der den Film, der diese barbarische Maschinerie der Isrealischen Armee schnörkelos dokumentiert, unter dem Titel „Ist das Kunst oder Propaganda?“ zu verreißen versucht.
Zeitgleich zur Veröffentlichung des UN-Berichts feierte «Die Stimme von Hind Rajab» Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig und gewann dort vergangenen September den Silbernen Löwen und Grossen Preis der Jury. Aktuell ist der Film für den Oscar in der Kategorie bester internationaler Film nominiert.
Friedrich Merz wollte nach Verkündung eines brüchigen Waffenstillstandes die öffentliche Debatte um das Vorgehen von Israel in Gaza für beendet erklären. Es gebe keine Gründe mehr zu protestieren und für Palästina auf die Straße zu gehen.
Der Film ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag, die intensiven Versuche zu durchbrechen, über Gaza und die dort immer noch erfolgenden Kriegsverbrechen durch die israelische Armee einen Mantel des Schweigens zu legen und zu „bussinees as usual“ zurückzukehren.
Schaut euch diesen Film an. Er läuft seit einigen Tagen in den deutschen Kinos. In Berlin in fast allen Kiezen. Am Besten ihr geht mit Euren Freund:innen, Kolleg:innen und Nachbar:innen zusammen. Möglichst auch solchen, die immer noch nicht wahrhaben wollen, was da abgeht in Palästina. Der Film kann Augen öffnen.
Der Geruch des Krieges
Gedanken zu Pazifismus, Feminismus und Krieg.
Von CHRISTINE WEBER-HERFORD
Bild: Freepic
Im obersten Regal meiner Bücherwand links steht Brechts Kriegsfibel, ein Nachdruck von 1950. Auf dem Titel das Gesicht des Krieges: Eine Gruppe Soldaten – Männer, Söhne, Brüder, Väter – mit hängenden Schultern, gesenktem oder apathischem, leerem Blick, vom Leid gezeichnet, traumatisiert. Im Innenteil findet man den von Brecht gewählten Untertitel:
Das Gesicht der deutschen Armee – in Russland zeigt es sich jetzt erfroren verstört, entleert von Wille und Stolz. Dies waren einmal Elitetruppen, der Terror der Welt …
Neben der Kriegsfibel stehen etwa 20 Bücher zum Thema Pazifismus, Feminismus und Krieg. Sie sind angestaubt, manche zerlesen. Als ich sie vor zwölf Jahren hier einmottete, dachte ich, dass ich dieses Thema bis zu meinem Lebensende ablegen könnte. Heute klettere ich hinauf mit einer Leiter, vorsichtig, denn ich bin alt. Ich brauche „Zündstoff für mein Gedächtnis“ (Wer hat dieses Bild erfunden? – Vergessen.) Ich möchte meiner pazifistischen Vergangenheit ins Gesicht sehen. Zudem möchte ich verstehen lernen, warum einige meiner Freundinnen, die meisten ein paar Jahre jünger als ich, immer noch glauben, dass Frauen friedliebender sind als Männer. Auch die Frage, ob Pazifismus eine lebenslange Einstellung ist, wollte ich an mir überprüfen und meiner Angst vor Krieg Ausdruck geben.
Kriegserlebnisse
Ich bin eine Pazifistin. Mit Aufrüstung und Krieg kann man mir nicht kommen.
Mir sitzt der Krieg in den Knochen. Als der Ukrainekrieg ausbrach wurde ich nachts plötzlich wach, denn es roch ganz intensiv nach verbranntem Holz. Ich irrte durch unsere Wohnung. Nirgends ein Feuer. Später registrierte ich, dass ich gerade ein Echo eines Erlebnisses aus meiner ganz frühen Kindheit erlebt hatte. Damals, als ich etwa sechs Wochen alt war – erzählte mir später meine Mutter – war sie mit mir in einem Bergstollen, vor dessen Eingang eine Bombe explodierte, die zwei Männer tötete und ein Feuer auslöste. Nach vielen Stunden in dem Loch kamen sie heil mit mir heraus. Natürlich habe ich keinerlei Erinnerung an dieses Drama. Ich habe es auch nicht als Drama empfunden, denn meine Mutter erzählte Kriegserlebnisse eher beiläufig, etwa so, wie sie Nachbarinnen ihre Backrezepte weitergaben. Aber immer wenn ich abends ins Bett gesteckt wurde, das ganz oben im Häuschen unter einer Dachschräge stand, hörte ich Gebrumm von Flugzeugen, die näher kamen. Meine Mutter glaubte mir nicht. Sie deutete mein lautes Weinen als eine raffinierte Methode, mich vor dem Zubettgehen zu drücken.
Meine Mutter, die mich nach den Prinzipien der Schwarzen Pädagogik erzog, hat der Krieg zur Pazifistin gemacht. Nie wieder Krieg! Hörte ich immer wieder am Küchentisch, wo die Erwachsenen oft ihren Hamster-Abenteuern erzählten, etwa davon, wie sie sich auf der Suche nach Pflanzkartoffeln an einem Bahndamm drückten und beteten, von den herannahenden Tieffliegern verschont zu bleiben. Krieg ist unmenschlich. Er darf nie wieder sein. Darin waren sich meine Eltern sogar mit meiner Großmutter einig, die gerne einflocht, dass doch nicht alles schlecht gewesen sei, damals. Als Kind erschienen mir diese Geschichten nicht sonderlich aufregend. Ich wunderte mich aber, warum sie ständig wiederholt wurden. Ich spielte noch in Bombenlöchern und wir versteckten uns in Stollen im Berg, gleich hinter dem Bolzplatz.
Trotz der klaren Ablehnung des Krieges war meine Familie (Arbeiter und SPD-Wähler) nationalistisch. Als Saarländer, Grenzlandbewohner fühlten sie deutsch. Ihre nationale Zugehörigkeit war ihnen wichtiger als die Solidarität mit französischen Klassengenossen. Man stritt laut und heftig als ein Schwager meines Großvaters 1955 bei der Volksabstimmung für eine enge Bindung an Frankreich votierte. So ein Schuft! Dass Nationalismus eine starke Wurzel des modernen Krieges ist, wurde nie reflektiert.
„Wenn es ein Haus ist, zündet es an; wenn es ein Brunnen ist, vergiftet ihn; wenn es lebt, tötet es“
Eine Zeit lang dachte ich, dass das Nie-wieder-Krieg meiner Familie Allgemeingut geworden sei. Gegen den Krieg zu sein war für mich nichts Geschlechtsspezifisches, es erschien mir selbstverständlich.
Doch ohne dass es mir zunächst bewusstwurde, änderte ich meine Position. In Berlin, wohin ich 1967 zog, wurde ich in die Vietnambewegung hineingesogen. Kaum angekommen, war ich schon auf einer Demo. Danach gründeten wir ein Vietnamkomitee. Der Krieg hat uns alle aufgewühlt. In der Stadt brodelte es. Die Einheimischen – Frontstadtberliner, wie wir sie nannten, die ihre Besatzer liebten – waren stocksauer über die Zugezogenen. Wir wurden bespuckt und verbal angegriffen: „Geht doch nach drüben!“ Die Propaganda der Springer-Presse vom Freien Westen und seiner Demokratie zerstob im Giftgasnebel des schmutzigen Krieges in Vietnam. Wir erlebten uns als Teil einer weltweiten Antikriegsbewegung. Ein kleines Volk wehrte sich gegen die Weltsupermacht. Diese Geschichte wärmte mein jung-naives und noch von katholischen Gerechtigkeitsidealen infiziertes Herz. Unvergessen der Ausspruch des US-Kompanie-Chefs Ernest Medina: „Wenn es ein Haus ist, zündet es an; wenn es ein Brunnen ist, vergiftet ihn; wenn es lebt, tötet es.“ Er hatte seinen Männern das My Lai-Massaker befohlen.
Erst mit der Zeit realisierte ich, dass es sich beim Vietnamkrieg auch um einen Stellvertreterkrieg zwischen der USA und der Sowjetunion handelte. Die zahlenmäßig unterlegenen Vietcong, Freiheitskämpfer, die mit guten Gründen die Waffe in die Hand genommen hatten, wehrten sich mit aller Brutalität, begingen selbst Kriegsverbrechen. Eine Million nord- und südvietnamesische Soldaten kamen um, zwei Millionen Zivilisten starben, wurden ermordet, vergiftet – verreckten. Schätzungsweise zwei bis vier Millionen Menschen sind von den Spätfolgen betroffen, mindestens 100.000 Kinder wurden mit Behinderungen geboren. Als sich die USA aus dem Krieg zurückzogen, hatten sie die erste große militärische Niederlage ihrer Geschichte eingefahren und 58.000 Soldaten verloren. Was erst viel später bekannt wurde und mittlerweile feststeht, dass dieser Krieg (wie viele vor ihm und nach ihm) mit einer Lüge begann. Der Auslöser – der Zwischenfall von Tonkin – der angebliche Beschuss eines US-Zerstörers durch nordvietnamesische Schnellboote – war eine Inszenierung, ein Bluff.
In einem philosophischen Sinne mag das „ein gerechter Krieg“, gewesen sein. Die Alternative, kollektiver, gewaltfreier Widerstand, wurde nie ausgelotet.
Frauen zu den Gewehren?
Ich war wieder auf der Seite der Pazifistinnen und las, dass viele von ihnen ihre Positionen im Lauf des Lebens gewechselt oder modifiziert haben.
Beispielsweise verwarf Maude Royen (eine bekannte englische Suffragette) 1939 ihren Pazifismus, weil sie es nicht ertragen konnte, was Hitler mit den Juden machte: „Das Unglaubliche war geschehen, es war etwas in die Welt gekommen, das schlimmer war als der Krieg.“
Simone Weil war noch 1936 absolute Pazifistin. Dann zog sie nach Spanien, um die spanische Republik gegen die franco-faschistische Invasion zu verteidigen. Als sie nach fünf Monaten wegen schwerer Verletzungen aufgab, hatte sie erleben müssen, dass aus ihrem idealistischen Kampf ein erbarmungsloses Töten auf allen Seiten geworden war. Sie war wieder Pazifistin. Am Tag als Hitler in Prag einmarschierte, war sie überzeugt, dass er ausgeschaltet werden müsse. Nun glaubte sie, dass die Welt ein alternatives Wertesystem entwickeln müsse – eine Alternative zum Evangelium der Stärke, ein System der Gerechtigkeit.
Für Virginia Woolf waren Krieg und Gewalt durch unsere patriarchalische Gesellschaft entstanden. Männer würden dazu sozialisiert zu glauben, dass es besser sei zu töten als getötet zu werden und die Frauen, ökonomisch abhängig, stützten diese Ansicht. Wie auch Helen Keller und Albert Einstein gab sie ihren Pazifismus auf. 1940 machte sie sich „Gedanken über den Frieden“ und kam zu dem Schluss, dass der Hitlerismus nicht nur Eigentum der Deutschen sei, das Verlangen nach Aggression, zu beherrschen, sei auch in England wohlauf: „Wir müssen dem Mann einen Ausgleich schaffen für seine Kanone.“ Männer und Frauen brauchten gleichermaßen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre schöpferischen Gefühle und Kräfte.
Dem konnte ich folgen. Ich fühlte mich dem Differenzfeminismus zugehörig, einer Denkrichtung, die inzwischen wohl nur noch in theologischen Nischen überlebt. Differenzfeministinnen betonen Unterschiede zwischen den Geschlechtern – und setzen sich für eine Gesellschaft ein, die sich nicht an männlichen Normen orientiert. Ich war nicht gegen die Männer – ich liebte ja selbst einen und hatte zwei Kinder.
Als im Juni 1978 Alice Schwarzer den uneingeschränkten, freiwilligen Zugang von Frauen zur Bundeswehr (incl. Dienst an der Waffe) forderte, war ich entsetzt. Sollte weibliche Emanzipation bedeuten, dass nun Frauen zu den Gewehren griffen? Waren es nicht eher die Männer, die lernen mussten, Konflikte gewaltfrei zu lösen? Schwarzer, die erklärte, sie persönlich würde den Kriegsdienst verweigern, kritisierte „das Berufsverbot für Frauen“ in der Bundeswehr im Namen der angeblichen „Natur der Frau“. Als Feministin sei sie grundsätzlich gegen jeden Ausschluss von Frauen aus politischen oder beruflichen Bereichen. Bevor Frauen überhaupt sagen können „Bundeswehr – nein danke!“, müssten wir eine Bundeswehr haben, die sagt „Frauen – ja bitte!“.
Das vorletzte Berufsverbot für Frauen fällt
22 Jahre später, am 7. Juni 2000, war es soweit. Die Bundesregierung stimmte einer Gesetzesänderung zu, die Frauen den freiwilligen Weg „zu allen Laufbahnen der Streitkräfte“ öffnet. Vorausgegangen war ein Urteil des Europäische Gerichtshofs, der Frauen als Soldatinnen an der Waffe in der Bundeswehr zuließ. Damit sei das vorletzte Berufsverbot für Frauen endlich auch in Deutschland gefallen (das letzte sei das katholische Priesteramt für Frauen), jubelte die Emma.
Zehn Jahre nach dem Fall des Berufsverbotes für Frauen in der Bundeswehr, also 2010, lese ich im dem feministischen Magazin:
- Sexuelle Belästigung komme beim Militär nicht öfter vor als in anderen Organisationen, in denen Männer und Frauen zusammenarbeiten.
- Der raue Umgangston in der Bundeswehr sei entschärft; das Verhalten der Truppe sei insgesamt zivilisierter.
- Was Befehl und Gehorsam betreffe, so fänden sich Frauen also keineswegs nur auf Seiten derer, die die Hacken zusammenschlagen. Sie erteilten auch Befehle. Man dürfe davon ausgehen, dass diese Führungskräfte irgendwann dann auch mal ganz selbstverständlich „Generalinnen“ genannt werden.
Welche Verblendung!
Der Wehrbeauftragte kommt in seinem Bericht von 2024 zu dem Schluss: „Insgesamt fällt auf, dass die Zahl der gemeldeten verbalen sexuellen Belästigungen stetig zunimmt.“
Obwohl Schwarzers Kritik an der Theorie von der friedfertigen Natur der Frau nach meinem Eindruck nicht im Zentrum der Debatte der Friedensbewegung der 80er-Jahre stand – zentral war Aufrüstung, Antimilitarismus und Kriegsgefahr – gab und gibt es immer wieder Einlassungen dazu: Frauen seien von Natur aus verantwortungsbewusster, weil sie für die Kinderaufzucht sorgten. Sie seien warmherziger, liebevoller – in einem Wort: bessere Friedensstifterinnen.
Mir persönlich brannte diese Frage nicht unter den Nägeln. Ich hatte einen friedliebenden, nicht aggressiven Vater erlebt und hörte Dorthee Sölle zu, die sagte, sie verstehe Feminismus als eine Menschheitsbewegung – auch Männer bestünden zu 49 Prozent aus Frauen.
Das friedliebende Geschlecht?
Die Diskussion war aber nicht neu. Damals, vor dem Ersten Weltkrieg, wurde sie in der Frauenbewegung von Lida Gustava Heymann (1868 – 1943) angeführt, die in ihrem Essay „Weiblicher Pazifismus“ (1917) die biologische Wesensbestimmung der Frau betonte. Diese radikale Frauenrechtlerin und Pazifistin, glaubte, dass weibliches Wesen und weiblicher Instinkt identisch seien mit Pazifismus und dass der Mann die größte Schuld daran trage, wenn das Wesen des Weibes nicht zur Wirkung kam.
Siebzig Jahre später, 1987, brachte Margarete Mitscherlich eine neue Facette ein. Auch sie ging von einer Friedfertigkeit aus, diese sei aber nicht genetisch bedingt, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Unterdrückung der Frau. Die »Friedfertigkeit« sei mit Bedacht anerzogen, denn sie hindere die Frau daran, gegen die vermeintlich naturgegebene männliche Herrschaft und Unterdrückung zu rebellieren. Sie sei das Gegenstück zum aggressiven, kriegerischen Mann; bei beiden handele es sich um soziokulturelle, also in der (patriarchalen) Gesellschaft erworbene Eigenschaften.
Birgit Rommelspacher (1945 – 2015), Professorin für Psychologie mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien, spann diesen Faden weiter. Sie befeuerte die Diskussion mit ihrem Buch „Dominanzkultur: Texte zu Fremdheit und Macht“ (1995), das auch mein Selbstbild beeinflusste. Die Empathie der Frauen gelte in erster Linie denen, die ihnen nahestehen, keineswegs ferner stehenden Menschen. Ihr Dasein für andere – in der Familie – heiße nicht notwendig Dasein für alle. Die Bereitschaft zur Einfühlung – etwa in das Kriegserleben der Eltern – sei sehr viel größer als die Einfühlung in das Los von Jüdinnen.
Wenn wir über Krieg redeten, dann erschienen die Frauen als diejenigen, die ihn erduldeten, die die Kinder durchbrachten, das Überleben sicherten. Das Klischee „Männer die Täter – Frauen die Opfer“ sei aber falsch. Zweifellos war der Nationalsozialismus ein Männerstaat und Frauen in vieler Hinsicht diskriminiert – aber sie haben mitgemacht, waren involviert. Und viele waren begeistert vom Nationalsozialismus. Sie wurden in ihrer Mutterrolle gefördert, geehrt, als Arierinnen rassistisch aufgewertet – das war eine Kompensation für ihre Abwertung als Frau. Frauen heute sollten ständig die männliche Norm hinterfragen. Sie wachsen immer noch in einem Patriarchat auf. Und das ist nicht friedfertig: „Es gibt Frauen, denen erscheint der Dienst mit der Waffe als ein Machtzuwachs. Sie denken, als Soldatin seien sie vor Belästigungen von Männern sicher. Aus diesem Grund würden manche Frauen Kriminalbeamtinnen. Die Erfahrungen der amerikanischen Armee sprechen aber sehr eindeutig gegen solche Hoffnungen.“
Die Frage nach Krieg oder Frieden ist zurück
Wer wissen will, was Militärs von Frauen in ihren Reihen halten, sollte die Bücher von Martin van Creveld (geb. 1946 in Rotterdam) lesen. Der emeritierte Professor für Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, wo er 37 Jahre lang lehrte, wird als einer der weltweit führenden Militärwissenschaftler gelobt, der auch beim US-Militär gefragt sein soll. Die Tatsache, dass in immer mehr Ländern die Frauen an die Gewehre dürfen, hat ihn zu zwei Büchern veranlasst: Frauen und Krieg“ (2001) und „Das bevorzugte Geschlecht“ (2003).
Hier nur eine kleine Auswahl seiner Zumutungen:
- Wenn heute Frauen Soldatinnen würden, dann sei das gleichermaßen Symptom und Ursache für den Niedergang des Militärs.
- Echte Kriegerinnen seien selten wie ein Einhorn.
- Vergewaltigungen seien nichts anderes als eine notwendige körperliche Entlastung für die Männer. Hinter den meisten der zur Anklage gebrachten Fälle von Vergewaltigungen steckten bloße Verleumdungen – im Einklang mit einer uralten weiblichen Strategie.
Creveld veröffentlichte 30 Bücher, viele militärhistorische Werke in Wissenschaftsverlagen und eine Polemik im rechtslastigen österreichischen Ares Verlag, dessen Bücher hierzulande vom Antaios Verlag des Götz Kubitschek vertrieben werden. Im Ares Verlag erschien sein bisher letztes Buch „Wir Weicheier“, in dem er den Frauen vorwirft, ihre Söhne nicht mehr kriegstauglich zu erziehen. Er war bei der AfD-Fraktion im Bundestag zu Gast, hat aber auch Deutschlandfunk-Kultur ein Interview gegeben.
Creveld provoziert, polemisiert, seine Bücher sind frauenfeindlich.
Aber er steht mit seinen Thesen nicht allein. Im Ohr ist noch der als „Herrenwitz“ herunter gekochte Ausspruch eines deutschen Generalmajors vom Frühjahr 2025: „Wenn eine Vergewaltigung unvermeidbar ist, dann entspannen und genießen.“
Ich entsorgte die Emma bei unserem Umzug ins Altersdomizil. Creveld verstaubt im oberen Regal.
In einem Punkt stimme ich ihm zu: Wie er glaubte ich, dass wir uns hier im alten Europa in absehbarer Zeit nicht mehr mit Krieg oder Frieden befassen müssten. Schon gar nicht mit einem Atomkrieg. Noch 2021 ergab eine Greenpeace-Umfrage, dass 92 Prozent der Deutschen dafür sind, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen – ein wichtiger Schritt hin zu einer atomwaffenfreien Welt.
Wie naiv ich war – und das in meinem Alter!
Heute leben wir wieder im Vorkrieg
Ich war überzeugt, dass die seelischen Wunden des Krieges auch kommende Generationen kriegsuntauglich machen. Nicht sicher war ich mir, ob meine tief gefühlte Erkenntnis
Verbrechen sind dem Krieg immanent
Krieg ist Entmenschlichung
ein zivilisatorischer Zusammenbruch
ein Verbrechen in sich – bar jeder Vernunft
in der Bevölkerung verankert ist.
Heute leben wir wieder im Vorkrieg. Man darf nicht nur den Krieg, sondern muss den Vorkrieg im Blick haben, so Christa Wolf. Er ist die Zeit der Hetze und der Propaganda, in der das Feindbild geschärft wird. Es ist nicht nur der Zustand, in dem gerüstet wird, man braucht auch Kanonenfutter. Deshalb wird versucht, die Jugend zu indoktrinieren, deshalb haben Angsterzeugung und psychologische Kriegsführung Konjunktur. So wird – beispielsweise – durch eine angebliche Drohnengefahr (ohne einen einzigen Beweis) Angst verbreitet, werden die Menschen verunsichert – und schon erscheinen die immensen Rüstungsausgaben plausibel.
Ich habe nie verstehen können, weshalb die Deutschen nach den grauenvollen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges kaum eine Generation später schon wieder kriegsbereit waren. Meine Großmutter wusste es genau: „Dieser Krieg wurde uns aufgezwungen!“ Das Propagandamärchen der Nazis kam gut an.
Ich bin mir sicher: Der Ukrainekrieg hätte durch Interessenausgleich und Diplomatie verhindert werden können. Auch Hitler hätte verhindert werden können, wenn die Linken und die Demokraten sich des Vorkrieges bewusst gewesen wären.
Und jetzt, wieder im Vorkrieg, kommt es existenziell darauf an, den nächsten Krieg zu verhindern, die Gleichgültigkeit, die Gedankenträgheit und den Streit zu überwinden. Die Vorkriegszeit ist die letzte Gelegenheit, den Frieden zu bewahren. Sie müsste die Hochzeit der Diplomatie sein.
Wo sind die Feministinnen?
Es gibt sie offenbar – auch in der Ukraine. Aber was ist ihr Credo? “Wir wollen den Feind auf jedem Zentimeter unseres Landes vernichten“, sagt eine feministische Veteranin in die Kamera. In einem aktuellen feministischen Blog lese ich, dass ukrainische Feministinnen zu den Waffen greifen, weil es die Nation so fordere. Vom Bandera-Nationalismus (Faschismus-Antisemitismus) habe ich nichts gelesen.
„Niemals haben Menschen aus der Geschichte gelernt, und sie werden es auch in Zukunft nicht tun“, sagte der hellsichtige Kurt Tucholsky 1926.
Wie konnte ich das nur vergessen!
Ich greife wieder zur Kriegsfibel, die Pazifist Bert Brecht und Ruth Berlau, eine Gefährtin, zusammengestellt haben.
Eine Unterschrift unter einem Hitlerbild klingt ganz aktuell.
Seht ihn hier reden von der Zeitenwende.
Es ist Sozialismus, was er euch verspricht
Doch hinter ihm, seht, Werke eurer Hände:
Große Kanonen, stumm auf euch gericht.
Ruth Berlau, die Herausgeberin, bemerkt im Vorspann:
Der ungünstigste Frieden ist besser als der gerechteste Krieg.
Quellen
Bertolt Brecht Kriegsfibel, erschienen 1955, ein Jahr vor seinem Tod, zum ersten Mal in der DDR – im Eulenspiegel Verlag – und seither in vielen Ländern
https://meinstein.ch/geschichte/vietnamkrieg-die-bilanz-die-verluste
https://www.dw.com/de/agent-orange-der-lange-schatten-des-vietnamkriegs/a-57459748
Innenansicht eines Krieges/ Deutsche Dokumente 1914 – 1918, dtv april 1973
Sybil Oldfield, Frauen gegen den Krieg/Fischer TB 1995
https://www.emma.de/artikel/frauen-militaer-pro-kontra-frauen-ins-militaer-264305
https://www.emma.de/artikel/fehler-frauen-militaer-von-flintenweibern-und-flintenkerlen-264380
https://www.emma.de/artikel/frauen-und-militaer-vor-der-kaserne-263591
https://www.emma.de/artikel/bundeswehr-zehn-jahre-frauen-der-waffe-265348
https://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/jahresberichte
Martin van Creveld, Frauen und Krieg 2001, Das bevorzugte Geschlecht 2003/ beide: Gerling Akademie Verlag, Wir Weicheier 2018/Ares Verlag Wien
Peter Heinl/Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg…“/Kösel Verlag 1994
https://www.arte.tv/de/videos/116341-024-A/frauen-an-der-front
https://blog.feministische-studien.de

Christine Weber-Herfort, geboren 1944, ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern sowie Großmutter von drei Enkeln. Nach dem Abitur an einer Klosterschule nahm sie – den damaligen Erwartungen entsprechend – kein Studium auf, sondern arbeitete zunächst als Sekretärin. Parallel absolvierte sie ein berufsbegleitendes Studium am Institut für Markt- und Verbrauchsforschung in Berlin und war anschließend in verschiedenen Werbeagenturen und Verlagen tätig. Seit 1982 arbeitet sie als freie Journalistin für Printmedien, darunter die Frankfurter Rundschau und Lokalzeitungen, sowie für den Hörfunk (u. a. SR und NDR); heute ist sie vor allem als Rezensentin aktiv. Politisch engagierte sie sich stets in wechselnden Bewegungen, unter anderem zu den Themen Vietnam, globaler Süden, Frauenrechte, Frieden, Gewerkschaftsarbeit, Attac und Umweltschutz.
Mehr Beiträge von Christine Weber-Herfort →
Erstveröffentlicht im Overton magazin v. 28.01. 2026
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/der-geruch-des-krieges/
Wir danken für das Publikationsrecht.
