Offener Brief zum Missbrauch des Holocaust-Gedenkens


von Omer Bartov, Christopher R. Browning, Jane Caplan, Debórah Dwork, Michael Rothberg et al.

Im Ringen um ein Verständnis für die Ursachen der Gewalt in Israel und Palästina ist die Berufung auf den Holocaust gefährlich falsch.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Briefes, sind Holocaust- und Antisemitismusforscher aus unterschiedlichen Institutionen. Wir schreiben dies, weil wir unsere Bestürzung und unsere Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen möchten, dass führende Politiker und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sich auf die Erinnerung an den Holocaust berufen, um die aktuelle Krise in Gaza und Israel zu erklären.

Die Beispiele dafür reichen vom israelischen UN-Botschafter Gilad Erdan, der bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung einen gelben Stern mit der Aufschrift »Nie wieder« trug, über US-Präsident Joe Biden, der sagte, die Hamas habe »eine Barbarei begangen, die so folgenschwer wie der Holocaust ist«, bis hin zum israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, der gegenüber dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz davon sprach, dass »die Hamas die neuen Nazis« seien. Der US-Abgeordnete Brian Mast, ein Republikaner aus Florida, stellte in einer Rede vor dem Repräsentantenhaus überhaupt die Idee infrage, dass es »unschuldige palästinensische Zivilisten« geben könne. Er erklärte: »Ich glaube nicht, dass wir im Zweiten Weltkrieg so leichtfertig mit dem Ausdruck ›unschuldige Nazi-Zivilisten‹ hausieren gegangen wären.«

In der Tat nimmt der Antisemitismus häufig zu, wenn sich die Krise in Israel und Palästina verschärft – das Gleiche gilt aber auch für Islamophobie und den anti-arabischen Rassismus. Die unerhörte Gewalt der Anschläge vom 7. Oktober, die anhaltenden Luftangriffe und die Invasion des Gazastreifens sind verheerend und verursachen Leid und Angst in jüdischen und palästinensischen Communitys auf der ganzen Welt. Wir bekräftigen, dass jeder und jede das Recht haben muss, sich sicher zu fühlen, wo immer er oder sie lebt, und dass wir dem Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie Vorrang einräumen müssen.

Es ist nur verständlich, dass viele in der jüdischen Community an den Holocaust und frühere Pogrome denken müssen, wenn sie zu begreifen versuchen, was am 7. Oktober geschehen ist. Die Massaker und die Bilder, die danach veröffentlicht wurden, haben die tief im kollektiven Gedächtnis verwurzelte Erinnerung an den genozidiären Antisemitismus getroffen, von dem die jüngste jüdische Geschichte geprägt ist.

Die Berufung auf die Erinnerung an den Holocaust verstellt jedoch den Blick auf den Antisemitismus, dem Juden heute ausgesetzt sind, und sie verzerrt in gefährlicher Weise die Ursachen für die Gewalt in Israel und Palästina. Der Völkermord der Nazis ging von einem Staat – und seiner willfährigen Zivilgesellschaft – aus und richtete sich gegen eine winzige Minderheit. Daraus erwuchs ein Genozid, der sich auf den gesamten Kontinent ausweitete. Die Vergleiche der sich in Israel und Palästina entwickelnden Krise mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust stellen daher einen intellektuellen und moralischen Fehler dar – vor allem, wenn sie von politischen Verantwortungsträgern oder anderen Personen angestellt werden, die die öffentliche Meinung in hohem Maß beeinflussen. In einer Zeit, in der die Emotionen hochgehen, wäre es ihre Verantwortung, besonnen zu handeln und weder Angst noch Spaltungen zu schüren. Wir als Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben wiederum die Pflicht, die intellektuelle Integrität unseres Berufsstandes zu wahren und Menschen auf der ganzen Welt dabei zu unterstützen, diesen Moment zu verstehen.

Die israelische Führung und nicht nur sie benutzt den Holocaust, um Israels kollektive Bestrafung des Gazastreifens als Kampf der Zivilisation gegen die Barbarei darzustellen. Damit befördert sie zugleich rassistische Erzählungen über die Palästinenser. Diese Rhetorik ermutigt dazu, die gegenwärtige Krise von jenem Kontext zu trennen, dem sie entwachsen ist. 75 Jahre Vertreibung, 56 Jahre Besatzung und 16 Jahre Blockade des Gazastreifens haben zu einer sich ständig verschärfenden Spirale der Gewalt geführt, die nur durch eine politische Lösung gestoppt werden kann. Es gibt keine militärische Lösung für den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Jetzt ein Holocaust-Narrativ in dieser Frage in Stellung zu bringen, wonach das »Böse« mit Gewalt besiegt werden müsse, wird nur dazu führen, einen Zustand der Unterdrückung aufrechtzuerhalten, der schon viel zu lange andauert.

Darauf zu pochen, dass »die Hamas die neuen Nazis sind« – während man die Palästinenser kollektiv für die Handlungen der Hamas verantwortlich macht –, unterstellt jenen, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen, tiefsitzende antisemitische Motive. Es impliziert zugleich, dass der gegenwärtige Angriff auf Gaza alternativlos sei, und stellt den Schutz des jüdischen Volkes gegen die Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts. Und die Berufung auf den Holocaust bei der Verurteilung jener Demonstranten, die ein »freies Palästina« fordern, schürt die Repression gegen die palästinensische Menschenrechtsbewegung genauso, wie sie der Vermischung von Antisemitismus mit der Kritik an Israel Vorschub leistet.

In diesem Klima wachsender Unsicherheit brauchen wir Klarheit über den Antisemitismus, damit wir ihn richtig erkennen und bekämpfen können. Klarheit brauchen wir aber auch, wenn wir uns mit den Ereignissen in Gaza und im Westjordanland auseinandersetzen. Und wir müssen diese gleichzeitigen Realitäten – den wieder aufkeimenden Antisemitismus und das Töten in Gaza sowie die eskalierende Vertreibung im Westjordanland – offen ansprechen, wenn wir uns in den öffentlichen Diskurs einschalten.

Diejenigen, die so schnell Vergleiche mit Nazi-Deutschland gezogen haben, möchten wir auffordern, genauer auf die Rhetorik der politischen Führung Israels zu achten. So sagte Premierminister Benjamin Netanjahu vor dem israelischen Parlament, dass »dies ein Kampf zwischen den Kindern des Lichts und den Kindern der Finsternis ist« (ein gleichlautender Tweet seines Büros wurde später gelöscht); Verteidigungsminister Yoav Gallant verkündete: »Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und handeln entsprechend.« Solche Äußerungen, genauso wie das weitverbreitete Argument, wonach es keine unschuldigen Palästinenser in Gaza gäbe, erinnern tatsächlich an vergangene Formen von Massengewalt. Diese Reminiszenzen aber sollten als Mahnung gegen das Töten dienen, nicht als Aufforderung, das Töten auszuweiten.

Als Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben wir eine Verantwortung, unsere Worte und unsere Expertise sensibel und mit Augenmaß einzusetzen – es gilt, aufwiegelnde Formulierungen, die weitere Unstimmigkeiten provozieren könnten, zu vermeiden und stattdessen einer Sprache und einem Handeln den Vorzug zu geben, die den Verlust weiterer Menschenleben zu verhindern helfen. Wenn wir uns also auf die Vergangenheit beziehen, müssen wir dies in einer Weise tun, die die Gegenwart erhellt und nicht verzerrt. Dies ist die notwendige Grundlage für Frieden und Gerechtigkeit in Palästina und Israel. Deshalb fordern wir alle Personen des öffentlichen Lebens, einschließlich der Medien, nachdrücklich dazu auf, derartige Vergleiche nicht mehr zu verwenden.

Karyn Ball (Professorin für Anglistik und Filmwissenschaft, Universität von Alberta), Omer Bartov (Samuel-Pisar-Professor für Holocaust and Genocide Studies, Brown University), Christopher R. Browning (emeritierter Professor für Geschichte, UNC-Chapel Hill), Jane Caplan (emeritierte Professorin für moderne europäische Geschichte, Universität Oxford), Alon Confino (Professor für Geschichte und Jewish Studies, Universität von Massachusetts, Amherst), Debórah Dwork (Direktorin des Center for the Study of the Holocaust, Genocide, and Crimes Against Humanity, Graduate Center-City University of New York), David Feldman (Direktor des Birkbeck Institute for the Study of Antisemitism, Universität London), Amos Goldberg (Jonah-M.-Machover-Lehrstuhl für Holocaust Studies, Hebräische Universität Jerusalem), Atina Grossmann (Professorin für Geschichte, Cooper Union, New York), John-Paul Himka (emeritierter Professor, Universität von Alberta), Marianne Hirsch (emeritierte Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft und Gender Studies, Columbia University), A. Dirk Moses (Spitzer-Professor für Internationale Beziehungen, City College of New York), Michael Rothberg (Professor für Englisch, Vergleichende Literaturwissenschaft und Holocaust Studies, UCLA), Raz Segal (Außerordentlicher Professor für Holocaust and Genocide Studies, Stockton University), Stefanie Schüler-Springorum (Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin), Barry Trachtenberg (Rubin-Lehrstuhl für jüdische Geschichte, Wake Forest University)

Dieser offene Brief erschien ursprünglich in der New York Review of Books. Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autorinnen und Autoren.

Übersetzung entnommen aus dem TAGEBUCH
https://tagebuch.at/2023/11/offener-brief-zum-missbrauch-des-holocaust-gedenkens/?hilite=Missbrauch+des+Holocaust

Wir danken für das Publikationsrecht.

Wir verurteilen die Angriffe auf migrantische und linke Selbstorganisierung.


Solidarität mit Zora, dem InterBüro und Café Karanfil

Pressemitteilung des Interbüros
https://interbuero.org

Heute wurden die Räumlichkeiten des Interbüros durch die Berliner Polizei durchsucht. Dabei wurden Gegenstände beschädigt und gestohlen. Die Räume wurden von den Einsatzkräften verwüstet. Anlass war eine berlinweite Repressionswelle gegen Orte migrantischer Selbstorganisierung, sowie gegen Aktivistinnen der Frauen*organisierung Zora.

“Wir verurteilen diese unbegründete Maßnahme der Berliner Polizei gegen die Frauen*organisierung ZORA, die Angriffe auf das Café Karanfil in Neukölln und auf uns als InterBüro. Sie steht in einer Reihe mit der staatlichen Verfolgung pro-palästinensischer Antikriegs-Proteste in diesem Jahr”, stellt Hussein Jebabli vom InterBüro klar. “Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen von politischer Verfolgung, die sich für Frieden im Nahen Osten einsetzen und bestehen auf das demokratische Recht auf freie Meinungsäußerung.”

“Offensichtlich werden gezielt Orte migrantischer Selbstorganisierung kriminalisiert”, fährt Jebabli fort, “Damit sollen die kritischen Stimmen gegenüber der Bundesregierung zum Schweigen gebracht werden, welche die aktive Unterstützung der israelischen Kriegspolitik anprangern. Wir stehen in voller Solidarität an der Seite unserer Genossinnen und verurteilen diesen Angriff auf unsere demokratischen Rechte.”

Das Interbüro in Berlin Wedding ist eine Plattform verschiedener linker Organisationen und Gruppen, die internationale Solidaritätsarbeit im Sinne der Völkerverständigung organisieren. “Wir haben uns in den vergangenen Wochen für die demokratischen Rechte unserer palästinensischen Nachbarn und Nachbarinnen und für einen Waffenstillstand im Nahen Osten eingesetzt. Dieses Engagement mit unseren Nachbarn werden wir fortsetzen”, ergänzt Hussein Jebabli vom Interbüro.

Kontakt: info@interbuero.org

Wir trauern um Sybille Stamm und Detlef Hensche

Duch ihren Tod verliert die Gewerkschaftsbewegung zwei Repräsentant:innen, die nachhaltige Spuren im Kampf der Klassen hinterlassen haben. Beide waren Mitglied der Partei DIE LINKE. Es ist zu hoffen, dass ihre Partei bzw. ihren zertrittenen Nachfolger sich dieser Erbschaft als würdig erweisen. Wir veröffentlichen hier den Nachruf, den die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Betrieb und Gewerkschaft der Partei DIE LINKE veröffentlichte. (Jochen Gester)

Die BAG Betrieb & Gewerkschaft trauert um Sybille Stamm und Detlef Hensche

In den vergangenen Tagen erreichte uns die Nachricht, dass mit Sybille Stamm und Detlef Hensche zwei engagierte Gewerkschafter und langjährige Mitglieder der Partei DIE LINKE verstorben sind. Auch der BundessprecherInnenrat der BAG Betrieb & Gewerkschaft nimmt Abschied von diesen beiden herausragenden Figuren der Gewerkschaftsbewegung. Sie hatten vor allem der Gewerkschaftslinken über viele Jahre ein Gesicht gegeben.

Sybille Stamm starb im Alter von 78 Jahren in Stuttgart. Die Politologin war nach der Gründung von ver.di die erste Landesbezirksleiterin in Baden-Württemberg. Unter ihrer Leitung wuchsen die ÖTV, die HBV, die IG Medien, die Deutsche Postgewerkschaft und die DAG zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft zusammen. Vor der ver.di-Fusion war Sybille Bezirksleiterin und Leiterin der Abteilung Tarifpolitik der IG Medien. Davor arbeitete sie in der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg. In dieser Funktion hatte sie vor allem der erfolgreiche Kampf um die 35-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie politisch geprägt.

„Im Arbeitskampf um die 35-Stunden-Woche 1984 war die Losung der Frauen: Wir wollen ‚Mehr Zeit zum Leben, Lieben, Lachen‘“, erinnerte sie Jahre später. „Und manchmal wurde ein ‚Lernen‘ hinzugefügt, denn auch dafür wollten die Frauen mehr Zeit. Das ging weit darüber hinaus, Arbeitslosigkeit mit Arbeitszeitverkürzung bekämpfen zu wollen. Mit der Frauen-Losung ertönte plötzlich eine ganz besondere Melodie im Streik, eine Melodie, die das ganze Leben in den Blick nahm“. Sybille stand für eine kämpferische Gewerkschaftspolitik, wie später auch der wochenlange Arbeitskampf im öffentlichen Dienst gegen die Arbeitszeitverlängerung 2006 gezeigt hatte. Sybille war aber auch Mitglied der Partei DIE LINKE. Wir viele andere Gewerkschafter war sie nach langjähriger SPD-Mitgliedschaft aus Protest gegen die Agenda 2010 aus der SPD aus- und in DIE LINKE eingetreten. Sie engagierte sich sowohl in der Partei als auch in der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Für viele linke Gewerkschafter war Sybille mit ihrer politischen Biografie, mit ihrem Engagement und ihrer Meinungsstärke ein wichtiger politischer Referenzpunkt.

Gleiches galt für Detlef Hensche. Der promovierte Jurist begann seine gewerkschaftliche Laufbahn zunächst als wissenschaftlicher Referent am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) des Deutschen Gewerkschaftsbundes, ehe er die Leitung der Abteilung Gesellschaftspolitik beim DGB-Bundesvorstand übernahm. 1975 wurde er in den geschäftsführenden Hauptvorstand der IG Druck und Papier gewählt wurde. Es folgten Arbeitskämpfe, die die Bundesrepublik verändern sollten, darunter der Kampf der Heinze-Frauen für gleiche Bezahlung von Männern und Frauen 1981 und natürlich der große zwölfwöchige Streik für die Einführung der 35-Stunden-Woche in der Druckindustrie nur drei Jahre später. In besonderer Erinnerung aber bleibt der Druck-Streik aus dem Jahr 1976 gegen die Lohnleitlinie der Bundesregierung, gegen die Aussperrung zehntausender und für den Erhalt der gewerkschaftlichen Handlungsfähigkeit. „Es war ein Sieg über die herrschende Ideologie, nach der die Arbeiter und Angestellten nur still ihre Opfer bringen sollten – auf dem Altar des imaginären Wachstums und angeblich arbeitschaffender Investitionen“, sagte Detlef rückblickend. „Es war ein Zeichen, dass Widerstand auch in der Krise nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist“. Ab 1989 führte er zwölf Jahre lang als Vorsitzender die IG Medien. Mit der Agenda 2010 trat auch Detlef nach 40 Jahren aus der SPD aus und schloss sich der LINKEN an. Auch wenn es sich manch einer gewünscht hatte, aber er übernahm kein Amt mehr in der Partei, blieb aber bis zuletzt Mitglied im Ältestenrat der Partei. Er starb im Alter von 85 Jahren in Berlin.

Die Meldungen zum Tod von Sybille Stamm und Detlef Hensche folgten kurz aufeinander. Beide gehörten zu einer Gewerkschaftsgeneratio, die dem Konflikt zwischen Kapital und Arbeit kollektive Mobilisierungen und offensive Durchsetzungsstrategien entgegenstellte und daran politisch wuchs. Der Mut zum Widerspruch, das Vertrauen in die Kraft gewerkschaftlicher Gegenwehr und die Fähigkeit, betriebliche Kämpfe politisch zu verallgemeinern, ist etwas, was diese Generation maßgeblich kennzeichnet. Der Tod von Sybille und Detlef ist nicht nur ein schmerzlicher Verlust für die Gewerkschaftslinke, die zwei ihrer profiliertesten und klügsten Köpfe verliert. Er zeigt uns auch, dass sich allmählich eine Generation verabschiedet, die für eine organische Verbindung von kritischen Intellektuellen und der Klasse der Lohnabhängigen stand. Mit großer Selbstverständlichkeit haben sie ihre intellektuellen Fähigkeiten in den Dienst der Gewerkschaftsbewegung gestellt und dadurch wesentlich zur Politisierung der Gewerkschaftsarbeit beigetragen.

Diese Generation machte Gewerkschaftspolitik ebenso wenig unter selbstgewählten Umständen wie die heutige. Damals wie heute fanden bzw. finden wir gesellschaftliche Verhältnisse vor, in die wir eingreifen müssen, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen mindestens zu schützen, wenn nicht langfristig zu verändern. Für Sybille und Detlef war es nie eine Diskussion, diese Auseinandersetzungen weiter als das Tarifgeschäft zu fassen. Weil die Arbeits- und Lebensbedingungen nicht allein durch Managementbeschlüsse sondern auch durch gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen unter Druck geraten, war ihnen die Stärkung des politischen Mandats der Gewerkschaften stets ein wichtiges Anliegen. Mit der Erfahrung im Kampf um die 35-Stunden-Woche verfügten sie über ein Vertrauen in die eigene Unbeugsamkeit und das Selbstbewusstsein, Machtfragen offensiv zu stellen. Die BAG Betrieb & Gewerkschaft ist stolz darauf, dass Sybille und Detlef in den Reihen unserer Partei standen und die politische Ausrichtung wesentlich mitprägten.

Euer Bundessprecherrat
_______________________________________________

Diese Seite verwendet u. a. Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung