Unterschreibt und verbreitet den Appell!

Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg! Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!

Die Welt wird von immer neuen Kriegen erschüttert, Menschen werden getötet, Länder verwüstet. Das Risiko eines großen Krieges zwischen den Atommächten wächst und bedroht die Menschheit weltweit. Gigantische Finanzmittel und Ressourcen werden für Krieg und Militär verpulvert. Statt damit die großen Probleme von Armut und Unterentwicklung, maroder Infrastruktur und katastrophalen Mängeln in Bildung und Pflege, Klimawandel und Naturzerstörung zu bekämpfen.

Die deutsche Regierung und Parlamentsmehrheiten beteiligen sich an dieser verheerenden Politik. Sie reden über „Kriegstüchtigkeit“ und sogar über „eigene“ Atombewaffnung, statt sich mit aller Kraft für ein Ende der Kriege, für Frieden und gemeinsame Problemlösungen einzusetzen. Die Ausgaben für Militär sollen 2024 auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung, über 85 Milliarden Euro, erhöht werden und in den kommenden Jahren weiter steigen. Während in den sozialen Bereichen, bei Bildung und Infrastruktur gravierend gekürzt wird und die Lasten der Klimapolitik auf die Masse der Bevölkerung abgewälzt werden.

Die Gewerkschaften müssen sich unüberhörbar für Friedensfähigkeit statt „Kriegstüchtigkeit“ einsetzen, für Abrüstung und Rüstungskontrolle, Verhandlungen und friedliche Konfliktlösungen. Für Geld für Soziales und Bildung statt für Waffen. Das ergibt sich aus ihrer Tradition und ihren Beschlüssen. Auch und besonders in den aktuellen Auseinandersetzungen um die internationale Politik und um die Haushaltspolitik!

Wir fordern unsere Gewerkschaften und ihre Vorstände auf, den Beschlüssen und ihrer Verantwortung gerecht zu werden! Die Gewerkschaften müssen sich laut und entschieden zu Wort melden und ihre Kraft wirksam machen: gegen Kriege und gegen Aufrüstung!

Hier geht’s zu den ersten Unterzeichner:innen und zur Unterschrift unter den Appell:
https://gewerkschaften-gegen-aufruestung.de/


Kundgebung: Für eine bleibende Erinnerung an das Märzmassaker 1919

Die Initiative 1918Unvollendet ruft auf zur Teilnahme an einer Kundgebung am 11. März / Französische Straße Nr. 32 in Mitte.

Der historische Hintergrund dieser Kundgebung:

Nach Gründung der Weimarer Republik im Februar 1919 war am 3. März ein Generalstreik in Berlin ausgerufen worden, um den ausgebliebenen Forderungen der Revolution wie Sozialisierung der Schlüsselindustrien und Entwaffnung der konterrevolutionären Verbände Nachdruck zu verleihen.

Um den Streik, der am 8. März abgebrochen worden war, zu diskreditieren, lancierten die Militärs die Falschmeldung in die Presse: „60 Kriminalbeamte in Lichtenberg von Spartakisten erschossen.“ Der Pogromstimmung war nun Tür und Tor geöffnet.

Am 11. März 1919 waren dreihundert Matrosen zur Zahlstelle der VMD in die Französische Straße 32 gerufen worden, um ihre Löhnung zu empfangen. Oberleutnant Marloh, der, getarnt als Zahlmeister der Volksmarinedivison (VDM), die Parabellum-Pistole unter seinen Armstumpf geklemmt (so ein Augenzeuge), mit Soldaten des Freikorps Reinhard die Matrosen festsetzte, wollte alle dreihundert erschießen lassen. Er berief sich dabei auf Reichswehrminister Gustav Noske (SPD), der nach Ausrufung des Generalstreiks den widerrechtlichen Schießbefehl erließ: „Jede Person, die mit Waffen in der Hand angetroffen wird, ist sofort zu erschießen.“ Mehr als zweitausend Berliner_innen fielen dieser willkürlich ausgelegten Lizenz zum Töten zum Opfer.
Erst ein von Angehörigen herbeigerufener Hauptmann namens Gentner konnte Marloh davon abbringen, alle zu erschießen. Insbesondere nahm Gentner seine Matrosen, die die Reichsbank bewacht hatten, in Schutz. Gleichwohl selektierte Marloh nun nach Gutdünken und ließ 32 Angehörige der VMD im Hof des Hauses an die Wand stellen und mit Maschinengewehren niedermähen. Wer sich noch bewegte, bekam den Fangschuss. Zwei Männer überlebten trotzdem und entgingen auch nach dem Massaker nur knapp dem Tod. Gegen die Erschossenen lag nichts vor, außer dass sie der VMD angehört hatten.

Marloh wurde vor einem Kriegsgericht freigesprochen. Die Befehlsgeber Reinhard und Noske – der den Prozess hatte verhindern wollen – wurden nie angeklagt. Marloh und Reinhard entpuppten sich später als Nationalsozialisten, letzterer brachte es sogar zum SS-Obergruppenführer (Generalsrang).

Es gab in den vergangenen Jahren etliche Versuche, Abgeordnete des Bezirksamtes Mitte davon zu überzeugen, an dieser Stelle wieder eine Gedenktafel zu installieren, um an eines der schlimmsten Massaker der Revolution in Berlin zu erinnern. Die Chance ist vertan, ihrer demokratischen Verantwortung bis zum 100. Jahrestag der Bluttat gerecht zu werden. Dafür gibt es keine Rechtfertigung.

Wir fordern, dieser jahr(zehnt)elangen Geschichtsvergessenheit, für die auch Historiker mitverantwortlich sind, endlich Rechnung zu tragen und alles zu tun, damit in der Französischen Straße wieder eine Gedenktafel (wie sie zu DDR-Zeiten bestand), eine Stele oder ein anderes würdiges Zeichen an die ermordeten Matrosen erinnert.

Die 30 Matrosen der Volksmarinedivision, die am 11. März 1919 in der Französischen Straße 32 in Berlin ermordet wurden:

Name Alter Familienstand Beruf
1. Bonneberg, Otto 26 ledig Kellner
2. Biertümpel, Theodor 27 verh. Schlosser
3. Bonczyk, Jakob 22 ledig Arbeiter
4. Brand, Paul 36 verh. Kaufmann
5. Bursian, Ernst 23 ledig Arbeiter
6. Dehn, Kurt 31 ledig Handlungsgehilfe
7. Deubert, Otto 40 verh. Arbeiter
8. Ferbitz, Willi 23 ledig Schneider
9. Fröbel, Kurt 24 ledig Arbeiter
10. Göppe, Robert 44 verh. Portier
11. Handwohl, Baruch 27 ledig Sattler
12. Harder, Walter 22 ledig Feuerwehrmann
13. Hintze, Alfred 38 verh. Schlosser
14. Hintze, Anton 37 ledig Kaufmann
15. Hinze, Hermann 35 verh. Arbeiter
16. Jacobowsky, Walter 42 verh. Kaufmann, Zahlmeister der Volksmarinedivision
17. Kuhle, Willy 22 verh. Müller
18. Kutzner, Max 24 ledig Schmied
19. Lewin, Bruno 26 ledig Hufschmied
20. Lewitz, Martin 24 ledig Kaufmann
21. Lietzau, Herbert 39 ledig Zahlmeister der VMD
22. Mosztolerz, Max 34 verh. Postschaffner
23. Mörbe, Ernst 25 ledig Gürtner
24. Pebantz, Kort 30 verh. Maschinenformer
25. Rösner, Poul 33 verh. Bierfahrer
26. Schulz, Siegfried 27 ledig Telefonist
27. Ulbrich, Paul 24 ledig Bäcker
28. Weber, Werner 20 ledig Maschinenbauer
29. Zieske, Karl 33 ledig Arbeiter
30. Zühlsdorf, Gustav 39 verh. Arbeiter

Aus einem Info von 1918unvollendet
Hier ist der dazugehörige Flyer:
Wir rufen auf zur Teilnahme.

Weltkriegsgefahr: Warum der Westen im Ukraine-Konflikt aggressiver wird

02. März 2024

Von Peter Nowak

Foto: Bundeskanzler Scholz, Frankreichs Präsident Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Archivbild: Dati Bendo / CC0 1.0

Macrons Vorstoß war kein Schritt über die rote Linie. Er zeigt, dass keine Seite sich eine Niederlage leisten will. Ist ein großer Krieg noch zu verhindern? Ein Kommentar.

Die traditionelle Rede Putins an die Nation hat eigentlich nicht viel Neues ergeben. Im Unterschied zur besagten Ansprache des russischen Präsidenten im vergangenen Jahr ist nur die Stimmungslage der Staatsapparate im globalen Westen eine andere.

Die deutsche Illusion eines schnellen Sieges

2023 waren manche vom schnellen Sieg der prowestlichen vor allem deutschfreundlichen Fraktion des ukrainischen Nationalismus so überzeugt, dass sich schon Pläne für die Zeit nach dem Sieg des globalen Westens im Ukraine-Konflikt verbreiteten.

Die „Dekolonisierung Russlands“, was nur ein anderes Wort dafür ist, dass sich der globale Westen Einflusszonen in rohstoffreichen Gebieten sichern wollte, stand hoch im Kurs. Und dass der russische Präsident vor ein internationales Tribunal zur Aburteilung von Kriegsverbrechen gestellt werden müsse, war auch Konsens.

Ein Jahr später ist von dieser Siegesgewissheit des globalen Westens nicht mehr viel geblieben. Der Westen musste registrieren, dass viele der als Wunderwaffen gepriesene Todesmaschinen vor Ort dann doch nicht so effektiv waren.

Kriegsmüdigkeit in der Ukraine: Zwischen Hoffnung und Zwang

Vor allem aber gibt es das Problem, dass ein wachsender Teil der ukrainischen Bevölkerung aus verständlichen Gründen keine Lust hat, für einen globalen Konflikt in den Tod zu gehen, was zu einem immer autoritäreren Kurs der ukrainischen Regierung führt. Das muss auch die dieser Regierung bisher eher wohlgesonnene linksliberale Jungle World konstatieren. So schreibt dort Kostiantyn Zadyraka:

Die Verteilung von Musterungsbescheiden, also Aufforderungen, sich bei der zuständigen Wehrbehörde zu melden, ist eine Sache, eine andere sind im Internet zirkulierende Videos, die zeigen, wie scheinbar wahllos aufgegriffene Männer zu den Einberufungsbüros geschleppt werden.

Dort werden sie oft unter Druck gesetzt, bedroht, geschlagen und manchmal sogar gefoltert – von vielen dieser Fälle gibt es Videobeweise –, damit sie die notwendigen Dokumente schnell unterzeichnen und es nicht zu langwierigen Gerichtsverfahren kommt. Doch auch die Gerichte gehen ihrer Arbeit nach und verurteilen Männer, die sich der Mobilisierung entziehen, zu Gefängnisstrafen.

Kostiantyn Zadyraka, Jungle World

Die Schrecken des Krieges: Ein Grund, ihn fortzusetzen?

Was also tun, wenn die vorher verbreitete Siegesstimmung in der Realität zur Blamage geführt hat? Nun könnte man sagen, dann müsste alles getan werden, damit das Morden ein Ende hat, also der Krieg beendet wird. Dieser dringliche Wunsch muss auch jedem human denkenden Menschen in den Sinn kommen, wenn er die Videos und Fotos der Kiew Biennale, die aktuell an verschiedenen Orten in Berlin präsentiert wird, sieht.

Es ist eine Aneinanderreihung von Kriegsverbrechen, in diesem Fall von der russischen Seite. Vor allem in der Ostukraine könnten seit 2014 ähnliche Bilder und Filmszenen von den Opfern der bewaffneten prowestlichen, deutschfreundlichen Fraktion des ukrainischen Nationalismus ergänzt werden.

Aber auch die gezeigten Bilder sind ein einziger Aufruf, diese Verbrechen endlich zu beenden. Man sieht die Opfer des Beschusses eines Bahnhofs durch russisches Militär. Wir sehen die Opfer von russischen Bomben auf ukrainische Wohnsiedlungen. Aber wir sehen indirekt auch die Opfer der anderen Seite.

Ausgebrannte russische Panzer und daneben noch Schlafsäcke und persönliche Sachen der dort umgekommenen Menschen. Es braucht schon das Gift von Nationalismus und anderer menschenfeindlicher Ideologien, um nach diesen Bildern und Videos für noch mehr Krieg zu plädieren.

Bilder von Kriegsverbrechen und nationalistischen Zeremonien

Da sehen wir zwischen den Bildern der Kriegsverbrechen nationalistische Zeremonien, wo sich dann die Überlebenden um die ukrainische Fahne gruppieren und nationalistische Gesänge anstimmen. Ähnliche Szenen werden wir auch von der prorussischen Seite sehen.

Und dann gibt es Schreibtisch-Bellizisten, die etwa ein Buch über die Verbrechen an Frauen im Ukraine-Krieg besprechen und dies nutzen, um gegen jede Verhandlungslösung zu polemisieren, wie es Lennart Laberenz in einem Essay in der Wochenzeitung Freitag fertigbringt. Man kann solche Verbrechen dokumentieren, um Nationalismus und Krieg auf allen Seiten als Grundlagen dieser Verbrechen anzuprangern.

Oder man kann, wie es die Kiew-Biennale und Laberenz tun, diese Verbrechen dokumentieren, um einen noch längeren Krieg zu propagieren.

Warum auch westlicher Nationalismus aggressiver wird

Diese Mobilmachung im linksliberalen Milieu findet ihre Entsprechung in der Politik der Nato-Staaten. Auch werden die Töne aggressiver. Die Aussage des französischen Präsidenten Macron, notfalls Nato-Soldaten in die Ukraine schicken zu wollen, ist da nur der aktuellste Vorstoß.

Man sollte sich nicht täuschen lassen, dass in Deutschland jetzt sogar die größten Bellizisten zunächst Abstand von diesem Vorschlag genommen haben, wobei auch auf die Untertöne zu achten ist. Ältere sollten sich aber um 25 bis 30 Jahre zurückerinnern, als der Einsatz von deutschen Panzern und Hubschraubern, besonders dort, wo noch in den 1940er-Jahren die Wehrmacht gewütet hatte, als rote Linie für Deutschland galt – die aber in wenigen Jahren überschritten wurde.

Bald war es sogar das Kennzeichen des neuen, vorgeblich umfassend geläuterten deutschen Nationalismus, dass er genau dort wieder eingreift, wo die Wehrmacht – wie in Belgrad – schon einmal gewütet hat. Das wurde dann sogar als die besondere Lehre aus den deutschen Verbrechen verkauft, nun auf der richtigen Seite zu stehen.

Nato-Experten in der Ukraine: Grauzone militärischer Intervention

Noch wichtiger ist aber, dass Macrons Vorstoß auf die Nato-Länder insgesamt zielt. Da war manchen sein offenes Reden über einen Einsatz von Truppen gar nicht so recht, weil dann natürlich auch die Diskussion aufgekommen ist, wie denn eigentlich die Nato-Experten in der Ukraine zu bezeichnen sind, die sich dort schon länger im Einsatz befinden.

Daran sei erinnert: In vielen Konflikten sind zuerst sogenannte Experten vor Ort, bis dann die regulären Truppen nachrücken. Da gäbe es auch viele Fragen zu diesen ganz speziellen Experten: Wie viele sind es – und aus welchen Ländern kommen sie? Sind auch Experten aus Deutschland dabei?

Es wäre eine sinnvolle Aufgabe für Whistleblower, hier etwas zur Aufklärung beizutragen. Wikileaks böte sich als Medium an. Soll das besondere Verfolgungsinteresse gegen Julian Assange nicht auch solche Leaks verhindern?

Alte Verbündete und Deutschlands Rolle im Baltikum

Dann gibt es aber in Teilen Osteuropas noch die besonders aggressiven Nationalisten, für die der Vorstoß von Macron die gute Gelegenheit ist, endlich offen über Nato-Truppen in der Ukraine zu sprechen.

Dazu gehört der gegenwärtige Außenminister von Litauen, Gabrielius Landsbergis, der im Interview mit dem Deutschlandfunk die Nato zu mehr „Mut“ aufforderte: Westliche Soldaten sind für ihn eine Option. Dazu muss man wissen, dass Landsbergis zum deutschfreundlichen Flügel des baltischen Nationalismus gehört, der in den 1940er-Jahren auch mit NS-Deutschland kooperierte und bis heute nichts dagegen hat, wenn ehemalige SS-Verbündete dort am ihnen wichtigen Jahrestagen auf der Straße aufmarschieren.

Hier hat der deutsche Imperialismus seine aggressivsten Lautsprecher, die formulieren, was er selbst noch nicht so deutlich sagen kann. Aber Landsbergis ist da nicht etwa ein extremer Außenseiter im Nato-Konzert. Vielmehr wissen wir auch nach Äußerungen slowakischer Politiker, dass ein direkter Eingriff der Nato in der Ukraine auch dort eine Option ist, die diskutiert wird.

Kapitalistische Machtblöcke am Rand eines großen Krieges

Hier wird deutlich, dass es sich im Ukraine-Krieg um einen Konflikt zweier kapitalistischer Machtblöcke geht, die sich eine Niederlage, das heißt einen Verlust der Ukraine, aus ihrer Sicht nicht leisten können.

Das betrifft Russland ebenso wie den westlichen Block und darin besonders Deutschland. Das ist ein Grund mehr, sich nicht auf einen Diskurs um angeblich grundverschiedene Werte einzulassen. Es geht um Interessen – und dafür wird die Ukraine zum Schlachtfeld gemacht.

Das erinnert durchaus an Diskussionen vor mehr als 100 Jahren. Während des Ersten Weltkriegs gaben die deutschen Staatsapparate noch Kriegsziele aus, als die Niederlage schon absehbar war. Darunter war übrigens auch schon eine Dekolonisierung Russlands. Offiziell begründet wurde das ganze Gemetzel natürlich mit der Verteidigung der deutschen Werte gegen Russland.

Antikrieg zwischen den Kriegen: Erschreckend aktuell

Daher ist es auch sinnvoll, sich an die Diskussionen zu erinnern, die die Gegner aller Kriege auf allen Seiten damals und in der Zwischenkriegszeit führten. Ein wichtiges Forum war in der Weimarer Zeit die Zeitschrift Weltbühne. Jetzt gibt es die Gelegenheit, diese Diskussionen kennenzulernen: Auf 650 Seiten hat der Verlag Die Buchmacherei die damaligen Beiträge dokumentiert und unter dem passenden Namen „Antikrieg zwischen den Kriegen“ veröffentlicht.

Wer diese Beiträge liest, kann teilweise den Eindruck gewinnen, sie wurden erst vor einigen Monaten geschrieben. Sie wirken so erschreckend aktuell, dass man manchmal nur die Jahreszahl ändern müsste.

Es ist erfreulich, von schlauen Menschen zu lesen, die schon 1928 erkannt hatten, dass der deutsche Imperialismus einen neuen Krieg vorbereitet. Es ist aber auch deprimierend zu sehen, dass sie ihn damals nicht verhindern konnten.

Zeitdokumente in 100 Jahren: Eine zu optimistische Perspektive?

Woran das lag, auch darüber wird in den klugen Texten, die unter dem Alias-Namen Max Michaelis herausgegeben wurden, viel Treffendes gesagt. Wird es in 100 Jahren noch Menschen geben, die die aktuellen Texte gegen jeden Krieg und Nationalismus unter dem Titel „Antikrieg zwischen den Kriegen“ herausgeben, vielleicht nicht mehr als Buch, aber an dann zeitgemäßer Form?

Oder wird nach den Kriegen, die aktuell vorbereitet werden, gar nichts mehr übrig sein, um diese traurige Aufgabe zu leisten?

Der Autor hat mit Clemens Heni und Gerald Grüneklee im Critic-Verlag das Buch „Nie wieder Krieg ohne uns – Deutschland und die Ukraine“ herausgegeben.

Erstveröffentlicht auf telepolis v. 2.3. 2024
https://www.telepolis.de/features/Weltkriegsgefahr-Warum-der-Westen-im-Ukraine-Konflikt-aggressiver-wird-9644218.html

Wir danken dem Autor für das Publikationsrecht.

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