Freiheit und Frieden für alle Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan – Freiheit für Palästina ist Frieden für Israel

Das Aktionsbündnis gegen die NATO Sicherheitskonferenz bezieht zum Israel Palästina Konflikt wie folgt Stellung:

Freiheit und Frieden für alle Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan
Freiheit für Palästina ist Frieden für Israel

Erklärung

Eine Bundesregierung, die ein Interesse an einer langfristigen Lösung und Frieden hätte, müsste sich für eine diplomatische Lösung einsetzen und einen sofortigen Waffenstillstand fordern. Einem entsprechenden UN-Beschluss wurde von 151 Ländern zugestimmt (10 Staaten votierten dagegen, 23 enthielten sich – darunter Deutschland). Dabei wird diese dringliche Forderung bereits von einigen anderen europäischen Ländern mitgetragen. Als Verbündeter Israels und Verfechter seiner Sicherheit müsste die Bundesregierung mit allen Mitteln darauf hinwirken, dass Israel sich an die Völkerrechtskonventionen hält. Die Bombardierung von zivilen Einrichtungen, wie Krankenhäuser oder Bildungseinrichtungen, sowie der Einsatz von Phosphorbomben in Wohngebieten und Hunger als Waffe sind völkerrechtlich verboten. Das ungeheure Ausmaß an Zerstörung und Leid – als Folge der noch immer andauernden Bombardierung – wird immer mehr Hass schüren und lässt den Frieden in weite Ferne rücken. Außerdem muss sich Deutschland für ein Ende der völkerrechtswidrigen Besatzung der palästinensischen Gebiete einsetzen und die dafür notwendigen Gespräche begleiten. Ohne Freiheit für die Palästinenser wird Israel keine Sicherheit erlangen – und wird somit kein dauerhafter Frieden zustande kommen.

Stattdessen erleben wir eine Bundesregierung, die kein Interesse am Frieden hat, sondern bevorzugt, einer rechtsradikalen Regierung ihre bedingungslose Unterstützung zuzusagen und die demokratischen Rechte in Deutschland einzuschränken. Während sich die Waffenexporte aus Deutschland nach Israel im letzten Jahr mehr als verzehnfacht haben, werden Friedensdemonstrantinnen von der Polizei ins Krankenhaus geprügelt, wie zuletzt in Berlin bei der Demonstration zum Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Durch die Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum setzt die Bundesregierung diejenigen Juden in Deutschland, die den Zionismus nicht unterstützen oder die ultrarechtsnationale Regierung Israels kritisieren, bewusst Gefahren aus. Sie setzt somit Israelkritik Antisemitismus in eins und lenkt vom überwiegend rechten Antisemitismus-Problem in Deutschland ab. Jüdische Künstlerinnen und Akademikerinnen, die sich kritisch gegen die israelische Politik äußern, verlieren Ausstellungsmöglichkeiten und Debattenräume und werden als Antisemitinnen diffamiert. Migrant*innen, die sich kritisch gegenüber der Netanjahu-Regierung äußern, könnten bald keine deutsche Staatsbürgerschaft mehr bekommen oder gar ausgewiesen werden, und werden bereits jetzt mit rassistisch intendierten Pflichten, Verboten und Gewalt konfrontiert. Während Gaza sich immer mehr in ein Massengrab verwandelt und Südafrika mit breiter Unterstützung des globalen Südens Israel vor dem internationalen Gerichtshof anklagt, mit seinem Krieg gegen die „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ zu verstoßen, liefert Deutschland an Israel noch mehr Waffen und unterdrückt hierzulande jede Kritik.

Wir wenden uns gegen Antisemitismus ebenso wie gegen die immer stärker werdende Islamophobie und den überhand nehmenden antipalästinensischen Rassismus, besonders die Kriminalisierung von Palästinenser*innen in unserem Land. Wir wollen in einem Land leben, in dem jede*r unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Sexualität geschützt und als gleichwertig anerkannt wird. Die Friedensbewegung tritt für das Recht auf Leben ein. Wir verurteilen die Angriffe der Hamas ebenso wie die Kriegshandlungen der israelischen Regierung. Wir fordern ein Ende dieser Eskalation und sind in Gedanken bei den ermordeten Zivilisten und bei den unschuldigen Geiseln der Hamas, aber auch bei den inhaftierten Palästinenser*innen in den israelischen Gefängnissen.


Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für einen gerechten Frieden in Israel und Palästinaeinzusetzen. Als Teil der demokratischen Öffentlichkeit fordern wir, dass die Bundesregierung für einen sofortigen Waffenstillstand eintritt sowie für das Bereitstellen humanitärer Hilfe, für die Freilassung aller israelischen Geiseln und aller palästinensischen Inhaftierten und für das Ende der Besatzungspolitik der besetzten Gebiete Palästinas und der völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik in den palästinensischen Gebieten.“

Heinz Michael Vilsmeier, 08.02.2024
Aktionsbündnis gegen die NATO Sicherheitskonferenz
Presse & Soziale Medien

hier  unser Artikel zur AntiSiko: “Kriegstreiber unerwünscht” – Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz!

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Titelbild, Montage aus eigenen Fotos


„Kriegstreiber unerwünscht“ – Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz !

„Sicherheits“konferenz 2023 – Einschwörung von Nato und Deutschland auf weltweite Konfrontation

Die letztjährige Münchner „Sicherheits“konferenz 2023 stand „ganz im Zeichen der Einschwörung der Nato auf weltweite Konfrontation“. Wir berichteten und fassten zusammen „Nicht mehr Sicherheit, sondern mehr Konfrontation. Es wurde der große Schulterschluss der “westlichen Wertegemeinschaft” nicht nur gegen Russland und die Aggression Putins geprobt, sondern auch gegen jegliche Macht- und Einflussoptionen Chinas. Es könnte sein, dass diese Konferenz rückblickend als ein Fanal in die Geschichte eingehen wird. Als Fanal für ein Zerbrechen der Menschheit in unversöhnlich gegenüberstehende Blöcke in einem Augenblick, wo es mehr denn je darauf ankommt, durch gemeinsames Handeln das Überleben unserer Spezies zu sichern.[1]Konferenz für Sicherheit oder Einschwörung der Nato auf globale Konfrontation

Der Rückblick bestätigt unsere Einschätzung . Die Nato wurde auf die globalen Konflikte der USA eingeschworen. “Russland stoppen, um China abzuschrecken “, titelte damals schon das Handelblatt [2]Münchner Sicherheitskonferenz: Russland stoppen, um China abzuschrecken (handelsblatt.com).

Deutschland als ökonomisches Schwergewicht der EU wächst nun auch in die Rolle eines europäischen Militärprimus hinein, der in Europa den USA mit Blick auf die Konfrontation mit China den Rücken gegenüber Russland frei halten soll. Die deutsche Rüstungsindustrie findet nach dem zweiten Weltkrieg zu neuer Blüte und Einfluss, während das Territorium als militärstrategich europäisch-atlantischer Flugzeugträger perfektioniert wird: .Ramstein, Eucom, Büchel mit Zugriff auf die US AtomBomben, militärisches Aufmarschgebiet und logistisches Hinterland, ein immer mehr mit den USA verzahnter Rüstungskomplex. Diese Entwicklung zusammengenommen stellt Deutschland ins Fadenkreuz militärischer Eskalation in Europa. Nur Narren oder von der Hegemonie Profitierende können behaupten, dass dies mehr Sicherheit bringt.

Deutschland wurde letztes Jahr nach den USA mit Abstand größter Waffenlieferant der Ukraine. Deutschland nahm letztes Jahr an Manövern in Ostasien teil. Deutschland hat in den letzen 12 Monaten seine Waffenlieferungen an Isreal verzehnfacht und unterstützt Isreal ungebrochen – politisch, finanziell und militärisch – bei seinem völkermörderischen Krieg gegen Gaza. Diese Woche noch sticht die Fregatte „Hessen“ in See, um „westliche Handelsinteressen“ im Roten Meer zu „verteidigen„.

„Sicherheits“konferenz 2024 – endlich „kriegstüchtig“ und global konfrontationsfähig werden?

Wolfgang Ischinger, selbst langjähriger Leiter der Münchner „Sicherheitskonferenz“, gab letzte Woche im Handelsblatt quasi die Marschrouute vor: „Die geopolitischen Risiken wachsen mit atemberaubender Geschwindigkeit, und die EU leistet sich eine Trägheit, die an Fahrlässigkeit nicht zu überbieten ist. Es gilt, die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen.[3]Geoeconomics: Europa verkennt die strategische Dimension der Zeitenwende (handelsblatt.com)

Laut Ischinger würden sich weder bei der Ukraine noch im israelisch-palästinensischen Gazakrieg „jenseits der militärischen Auseinandersetzung politisch-strategische Verhandlungsansätze oder gar Lösungen“ abzeichnen. Es zeigt sich, die Konfrontationspolitik belebt die Geister, die sie rief: Auf Konfrontation folgt Konfrontation. Auf Gewalt folgt Gewalt. Die nackte Konsequenz ist -koste es was es wolle- kampffähiger zu werden, um den Gegner niederzuringen. Schon letztes Jahr merkten wir dazu an: „Auf der Strecke bleibt jeglicher Spielraum für eine internationalistische Politik des Interessensausgleichs, des gegenseitigen Respekts vor der Selbstbestimmtheit der Völker und Nationen , der gegenseitigen Nichteinmischung und internationalen Zusammenarbeit auf Augenhöhe.“

Der Westen hat seine moralische Überzeugungskraft weitgehend eingebüßt.

2023 wurde die „Konfrontationspolitik des Westens“ noch offensiv bis agressiv mit der weltweiten Durchsetzung von „Menschenrecht“ und „Völkerrecht“ moralisch verpackt. Es gab beträchtliche Anstrenungen, die UN Vollversammlung und die Länder des globalen Südens auf die eigene Seite zu ziehen. Aber kaum jemand mochte sich der Sanktions-, Waffenlieferungspolitik und puren Kriegslogik anschliessen. Meinte die deutsche Aussenministerin auf der Konferenz 2023 noch vollmundig , “Neutralität sei keine Option, sondern hieße, sich auf die Seite des Aggressors zu stellen” Dazu zählte sie alle Länder, die sich nicht an Sanktionen und Waffenlieferungen beteiligen [4]“Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sagte, Neutralität sei keine Option, sondern hieße, sich auf die Seite des Aggressors zu stellen. Zu den Ländern, die sich nicht an Sanktionen und … Continue reading , so schlägt sie neuerdings gegenüber den Ländern des globalen Südens zurückhaltendere Töne an. Und miit dem Westen verbündete Diktatoren oder Rechtsextreme wie Erdogan oder Nethanyahu werden gebeten, doch „Mäßigung“ bei ihren Kriegsverbrechen und dem Massenbombardement kurdischer oder palästinensischer Zivilist:innen zu wahren. Die Rethorik ist durchschaubar angesichts der unablässigen finanziellen und militärischen Unterstützung dieser Regenten. Letztes Jahr reiste US Aussenminister Blinken schnurstracks von der Münchner Sicherheitskonferenz in die Türkei, um Erdogan die Lieferung von F16 Flugzeugen zuzusichern.

Inzwischen ist der Lack der „westlichen Wertegemeinschaft“ verblasst. Der Spieß wird geradezu umgekehrt. Global mehren sich die Stimmen: Länder, die den Genoziod durch die israelische Armee an den Palästinenser:innen im GAZA nachweislich unterstützen, müssten wegen Beihilfe ebenfalls auf die Anklagebank des internationalen Gerichtshofs. Zuallererst die USA und Groß Britannien. Aber auch Deutschland stehe als direkter Finanzier und Waffenlieferant für die “größten Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen” seit dem zweiten Weltkrieg zur Diskussion.

Kriegstüchtigkeit ist ein Fass ohne Boden

Die eingeschlagene Konfrontationspolitik bedeutet: Der Westen muss notfalls seine Interessen mit absoluter militärischer Überlegenheit durchsetzen . Bei dieser Logik bleiben nicht nur moralische Glaubwürdigkeit und Skrupel auf der Strecke. Gesellschaft und Ökonomie geraten vollends in die Fänge dieser Kriegslogik. Die Krake des Militarismus verschlingt mehr und mehr alle finanziellen Spielräume für alle anderen sozialen und ökologischen Projekte. Während der deutsche „Verteidigungs“minister im Inland für „Kriegstüchtigkeit“ trommelt und immer neue Mittel einfordert, treibt aktuell sein sonst so zurückhaltend wirkender Kanzler die EU zu mehr finanziellem Einsatz für die Wehrhaftigkeit und Ukraine-Unterstützung an. Auch Ischinger fordert als Minimalzielsetzung, Europa „ muss an der Verteidigung und Kriegstüchtigkeit arbeiten, einschließlich dauerhaften Erreichens des Zwei-Prozent-Ziels!“. Der Ukrainekrieg hat die militärischen Schwächen des Westens gnadenlos offengelegt. Die Waffensysteme sind „konkurrenzlos teuer“ und belasten die Ökonomie. Der Ukraine mangelt es an Soldaten, aber eben auch an Munition.  „Noch nicht einmal vollmundige Artilleriemunitionsversprechen konnte Brüssel bisher einlösen“, moniert Ischinger. Konsequenz müsse der Aufbau einer entprechenden „Kriegswirtschaft“ sein. Die verheerenden Erfahrungen mit der Rolle eines solchen militärisch industriellen Komplexes während der Nazizeit werden vollständig ausgeblendet. Auch der auf internationale Kooperation angewiesene Kampf gegen die Klimakatastrophe fällt der rigiden Konfrontation zunehmend zum Opfer.

Die Zeche zahlen wir alle. Unser Lebensstandard bleibt auf der Strecke. Die Umweltschäden von Kriegen und Aufrüstung sind nicht kompensierbar. Ganz zu schweigen, wenn der Frieden zerbricht.

Die Münchner „Sicherheits“konferenz geht uns alle an und berührt alle Fragen unseres Lebens. Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin ruft dazu auf, die Proteste des Bündnisses AntiSiko zu unterstützen. Durch Teilnahme am 17. Februar (13 Uhr München Stachus) ,durch Spende, durch explizite Unterstützung des Aufrufs, durch Verbreitung des Informationsmaterials und dieses Artikels!

Aufruf des Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz 2024 zur Demonstration und Protestkette am 17. Februar 2024 in München

Wir dokumentieren hier den Aufruf und weitere Verlautbarungen des Bündnisses AntiSiko und Unterstützern!

Wer und was ist die Münchner Sicherheitskonferenz?

„1963 wurde von Akteuren der Gesellschaft für Wehrkunde, heute Gesellschaft für Sicherheitspolitik, die Wehrkundetagung gegründet. Dank geöffneter CIA-Dokumente weiß man heute, worum es bei der Gesellschaft für Wehrkunde und der Wehrkundetagung wirklich ging. Die Wiederbewaffnung Deutschlands und die Rückkehr Deutschlands als militärischer Akteur. Aus der Wehrkundetagung wurde die Münchner Sicherheitskonferenz. Deutschland ist als bedeutende Militärmacht zurück.“ (AnitSiko)

Die Sicherheitskonferenz mausert sich zur intellektuellen Brutstätte des neu aufstehenden deutschen Militarismus und seiner internationalen Vernetzung vor allem im Rahmen der NATO und dem Bestreben der Erhaltung der globalen Vormachtstellung des Westens unter Führung der USA . Deutschland soll wieder kriegstüchtig werden. Deutschland mischt wieder militärisch mit: Geopolitisch, mit Waffen in Krisen- und Kriegsgebieten, mit Manövern und direkten Einsätzen. Zeitenwende, das bedeutet „grüne Ampel“ und Vofahrt für Militarismus, aber auch Sanktionen und Handelskriege. In der Entwicklungspolitik dominieren neokoloniale Züge. „Wer nicht spurt, dem wird der Geldhahn zugedreht.“ (Forum Gewrkschaftliche Linke Berlin)

“ Dort treffen sich Staats- und Regierungschefs sowie Politiker*innen mit Spitzenmilitärs, mit Vertreter*innen von Großkonzernen und der Rüstungsindustrie. Die NATO-Staaten geben dort den Ton an.

Ihnen geht es um die Sicherung der strategischen Vormachtstellung westlicher kapitalistischer Staaten und ihrer Konzerne, nicht um die Sicherheit der Menschen, weder hier noch anderswo auf der Welt. Die SIKO dient vor allem dazu, sich über eine gemeinsame Strategie der NATO-Staaten gegen die Rivalen Russland und VR-China zu verständigen. Vor allem aber soll die Aufrüstung der NATO vorangetrieben und gerechtfertigt werden.“ (AntiSiko)

„Deshalb soll die Sicherheitskonferenz nicht ungestört stattfinden. Mit einer Protestkette durch die Fußgängerzone und einer Protestkundgebung zeigen wir friedlichen Widerstand gegen Kriegstreiber und Kriegsprofiteure. Deutschland muss zum Versprechen „Nie wieder Krieg“ zurückkehren.

Es geht im Übrigen nicht „nur“ um den Dammbruch bezüglich Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, sondern besonders auch um eine absolut gigantische Aufrüstungswelle, die über Deutschland rollt und den von fortgesetzter neoliberaler Austeritätspolitik, zu der extremes Steuerdumping für Konzerne und Superreiche gehört die seit Jahrzehnten ihren Beitrag am Gemeinwesen schuldig bleiben können, finanziell ausblutenden Staat eines reichen Landes, dessen Politikbetrieb außer dem Militär alles (!) andere bewusst kaputtspart.

Es ist die Arbeiterklasse dieses Landes, die die gigantische Aufrüstung zu finanzieren hat,und ansonsten den Gürtel immer und immer enger schnallen muss, während die Kapitalistenklasse einen Rekord nach dem anderen in ihren Vermögenszuwächsen verbucht.

Wer über den Kapitalismus nicht reden will,sollte über Militarismus, Aufrüstung, Krieg und Frieden schweigen.“ (AntiSiko)

„Die Ampel macht die deutschen Steuerzahler zu den Hauptsponsoren des NATO-Stellvertreterkriegs gegen Russland in der Ukraine. Während bei Bildung, Gesundheit und Rente gekürzt wird, verdoppelt die Bundesregierung die Waffengeschenke an Kiew auf fast acht Milliarden Euro in diesem Jahr.“ UZ 2.Februar 2024 [5]Scholz macht mobil | Unsere Zeit (unsere-zeit.de)

Die Proteste der ANTISIKO haben nationale Bedeutung und sollten deshalb von uns allen unterstützt werden!

Komm nach München am 17.2.2024 , mach mit . Werde Friedensaktivist. Hier kannst Du den Aufruf unterzeichnen oder wie zum Beispiel ver.di München verbreiten!

Die Proteste kosten eine Stange Geld. Das Bündnis bittet um Spenden:

Spendenkonto

Achtung neues Konto:
Michaela Amiri
DE26 7009 0500 0206 2996 60
Stichwort: ANTISIKO2024

„Militarisierung bedeutet weitere Entdemokratisierung, Vergiftung und Faschisierung unserer Gesellschaft. Vorboten sind die unsäglichen Diffamierungen gegenüber Menschen, die sich für Frieden und einen bedingungslosen Waffenstillstand einsetzen! Sei es in der Urkaine, sei es für GAZA. Für Menschenrecht und Völkerecht gibt es immer häufiger doppelte Standards! Schulterklopfen, wenn du das Massaker der HAMAS verurteilst, Antisemitismusvorwurf, wenn Du die Massenbombardements der israelischen Armee im GAZA verurteilst. “Nie wieder Fachismus, nie wieder Krieg”. Das gehört zusammen. Wer Militarisierung und Krieg bekämpfen will, muss die Faschisierung in der Gesellschaft bekämpfen. Wer die gesamte Gesellschaft militarisiert, legt die Grundlagen für ihre Faschisierung. Als Bearbock Anfang Februar vor einem Jahr Finnland besuchte, war sie begeistert über die dortigen Schutzbunkeranlagen und äusserte die Idee, auch Deutschland mit solchen kriegssicheren Bunkeranlagen für die gesamte Bevölkerung zu versorgen. Diese Idee umgesetzt würde bedeuten, dass in den nächsten 20 Jahren, um das Geld für die Bunker zu beschaffen, keine einzige Wohnung in Deutschland gebaut werden dürfte. Wir hätten da eine bessere Idee: “Frieden schaffen mit weniger Waffen!” Kriegstüchtigkeit und Militarisierung treiben die soziale Spaltung voran und spielen dem Rechtsextremismus und ihren Hegemonieplänen voll in die Hände.“ (Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin)

Macht die Proteste bekannt. Verbreitet das Aufklärungsmaterial und auch diesen Artikel

Aufruf des Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz 2024 zur Demonstration und Protestkette am 17. Februar 2024 in München

Kriegstreiber unerwünscht!

Warum wir gegen die Münchner „Sicherheitskonferenz“ (Siko) protestieren

Wie schon seit 60 Jahren treffen sich im Februar 2024 Staatsvertreter, Militärs und Rüstungskonzerne zur Münchner „Sicherheitskonferenz“ (Siko) im Bayerischen Hof. Bei dieser Privatveranstaltung, die u.a. mit Steuergeldern finanziert wird,01 ging es nie um Sicherheit, sondern immer um die Machtinteressen der NATO und ihrer Mitgliedstaaten02 – besonders die der deutschen Bundesregierung, die eine militaristische „Zeitenwende“ losgetreten hat03 und nun das ganze Land „kriegstüchtig“ machen will.04
Heute organisiert die Bundesregierung die größte Aufrüstung seit dem Zweiten Weltkrieg05 und schickt Waffen in Kriegsgebiete.06 Das bedeutet: Wettrüsten, Konfrontation, Krieg – bis hin zum Atomkrieg. Auf der Siko wird diese Gewaltspirale als „Sicherheit“ verkauft.
Die Siko soll nicht ungestört stattfinden. Mit einer Protestkette durch die Fußgängerzone und einer Demo, die das Luxushotel symbolisch umzingelt (Stachus – Odeonsplatz – Marienplatz), organisieren wir unsere Proteste

Für Bildung und Soziales statt Panzer und Kriege!

Wenn es nach NATO und Bundesregierung geht, sollen mindestens zwei Prozent des BIP ab 2024 für Rüstung und Krieg ausgegeben werden.07 Das wären derzeit rund 85 Milliarden EUR. Zusammen mit den im Haushaltsentwurf 2024 vorgesehenen Ausgaben für Verteidigung (52 Mrd. EUR)08 und den „Militärhilfen“ für die Ukraine (11 Mrd. EUR)09 und den geplanten Ausgaben aus dem „Sondervermögen Bundeswehr“ (20 Mrd. EUR),10 wird – gemessen am Gesamthaushalt – fast jeder fünfte Euro ins Militär gesteckt.
Zum Vergleich: In Deutschland wächst jedes fünfte Kind in Armut auf.11 Für die Kindergrundsicherung sind im Bundeshaushalt 2024 nur zwei Milliarden Euro vorgesehen, während die Sozialverbände das Zehnfache an Bedarf veranschlagen.12
Der einzige Posten, der erhöht wird, ist der Militärhaushalt.13 Das Geld, das die Bundesregierung in die Vorbereitung und Durchführung von Kriegen steckt, fehlt bei der Absicherung selbst der grundlegendsten Bedürfnisse von Kindern.
Den Organisatoren der Siko gehen die „immer noch unzureichende[n] neue[n] Verteidigungsausgaben“ nicht weit genug.14 Wir protestieren gegen diese beispiellose Geldverschwendung angesichts der sozialen Missstände in Deutschland und auf der ganzen Welt!15

Für Völkerrecht statt Faustrecht!

Statt den globalen Herausforderungen mit friedlichen Mitteln zu begegnen, setzen die Macher der Siko auf Gewalt. Doch um globale Herausforderungen zu bewältigen, benötigt die Menschheit den Willen zur Kooperation sowie eine Stärkung der Vereinten Nationen (UN) und anderer Foren, die einen Dialog ermöglichen.16 Diese Foren werden jedoch von Propagandaveranstaltungen wie der Siko untergraben.
Nicht erst seit der Ausladung Russlands und des Irans ist das Motto der Siko „Frieden durch Dialog“ eine Farce.17 Ohne Kontrolle und ohne völkerrechtliche Legitimation werden Absprachen getroffen, die internationale Abkommen und Institutionen aushebeln.18 Stattdessen werden auf der Siko unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit internationale Beschlüsse, wie z.B. das Pariser Klimaabkommen oder die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN, zunichtegemacht. Denn die Waffen, die hier verkauft werden, und die Militärübungen, -kooperationen und -einsätze, die hier geplant werden, zerstören Klima, Umwelt und Menschenleben.19

Fluchtursachen bekämpfen, nicht Geflüchtete!

In Europa stehen heute mehr Mauern als je zuvor. Mit militärischer Gewalt wird an EU-Außengrenzen gegen Geflüchtete vorgegangen,20 die vor dem Entzug ihrer Lebensgrundlagen fliehen. Das Mittelmeer wurde von der EU zu einem Massengrab gemacht.21
Diejenigen, die es allen tödlichen Widrigkeiten zum Trotz schaffen, in Deutschland einen Asylantrag zu stellen, kommen mit großer Mehrheit aus den Regionen, wo NATO-Staaten Krieg führen: Syrien und Afghanistan.22 Der Wertewesten entzieht sich seiner Verantwortung für die von ihm verursachten Krisen, die Folgen postkolonialer Ausbeutung, den Klimawandel und eine imperialistische Weltwirtschaftsordnung.
Auch deshalb gehen wir gegen die Siko auf die Straße – denn für die Siko sind Flüchtlinge nur ein „Faustpfand in der Politik der (Groß-)Mächte“. Entgegen den aktuellen rassistischen Debatten um schnellere Abschiebungen und Haftlagern an EU-Außengrenzen23 fordern wir die Beseitigung von Fluchtursachen. Denn Krieg ist die Fluchtursache Nummer eins!24

Für Kooperation statt Konfrontation!

Die Machtverhältnisse auf der Welt verändern sich, weg von der Dominanz des „Westens“, hin zu einem Erstarken unterdrückter Länder,25 die sich um den „systemischen Rivalen“ China gruppieren (vgl. China-Strategie der Bundesregierung).26
Doch die Ewiggestrigen wollen ihren überholten Weltherrschaftsanspruch nicht aufgeben.27 Wirtschaftssanktionen sollen die Konkurrenten brechen28 und schwören das alte Lager auf den Konflikt mit den aufstrebenden Mächten ein.29 Denn im Sinne des militärischen und politischen Zusammenhalts und Machterhalts der NATO darf es keinen Frieden geben.
Deshalb werden Konflikte und Kriege wie in der Ukraine30 oder Taiwan31 in Kauf genommen und sogar angeheizt – bis es knallt!
Statt die Länder des globalen Südens weiter ausbeuten, statt Stellvertreter- und Bürgerkriege, statt neuer Lagerbildung und Konfrontation fordern wir eine weltweite friedliche und solidarische Kooperation auf Augenhöhe.

Für eine zukunftsorientierte und menschenfreundliche Politik!

Wir stehen für all das, was auf der Siko verschwiegen oder ignoriert wird! Die Aufgaben, denen die Menschheit gegenübersteht, sind Klimawandel, Artensterben, Umweltzerstörung und Hungersnöte. Kriege sind keine Lösung. Und die Münchner Sicherheitskonferenz ist kein Ort, an dem ernsthaft um Lösungen für diese Probleme gerungen wird, ganz im Gegenteil.
Wir fordern eine lebenswerte Zukunft, nicht ihre Zerstörung. Wir fordern die Beendigung der Kriege, Bürgerkriege und gewaltsamen Konflikte – auch derer, die nicht im medialen Fokus stehen, wie beispielsweise im Sudan, Äthiopien, Jemen, Kurdistan.
Wir stehen auf der Seite der Menschen, die weltweit gegen Unterdrückung, Ausbeutung, Ungleichheit und die Errichtung neuer Grenzen kämpfen.

Unsere Forderungen:

  • Abrüsten statt Aufrüsten!
  • Steuergelder für Sozialsysteme, Gesundheits- und Bildungswesen, Klima-, Arten- und Umweltschutz, ÖPNV, Flüchtlings- und Welthungerhilfe statt für Panzer und Bomben!
  • Verhandeln statt schießen!
  • Keine Beteiligung an Kriegen und Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr!
  • Schließung von US- und NATO-Stützpunkten in Deutschland zur (Drohnen-)kriegsführung!
  • Bleiberecht für alle Menschen!
  • EU-Asylreform aufhalten! Abschaffung der EU-„Grenzschutz“- Behörde Frontex!
  • Aufnahme von Geflüchteten und Gewährung des Menschenrechts auf Asyl bei Gleichbehandlung unabhängig vom Herkunftsland, auch für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure!
  • Stopp aller Waffenlieferungen und Rüstungsexporte! Schluss aller Exporte der deutschen Rüstungsindustrie! Keine militärische Verlängerung des Ukraine-Kriegs!
  • Ausstieg aus der„nuklearen Teilhabe“!
  • Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag! US-Atomwaffen raus aus Deutschland!
  • Stärkung der Vereinten Nationen (UN) und des Völkerrech

Quellenangaben

01. So viel Geld steckt in der Sicherheitskonferenz (Süddeutsche Zeitung)
02. Die Nato hilft der Vormachtstellung der USA praktisch und ideell (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)
03. Regierungserklärung Bundeskanzler Scholz zum Russland-Ukraine-Krieg am 27.02.22 (phoenix)
04. Pistorius sieht Gefahr eines Kriegs in Europa (ZDF heute – Berlin direkt)
05. Der Appell (Petition)
06. Liste der militärischen Unterstützungsleistungen (Die Bundesregierung)
07. Hält der Bund das Zwei-Prozent-Ziel ein? (ZDF heute)
08. Fraktionen bewerten Verteidigungsetat unterschiedlich (Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages)
09. Ukraine-Hilfe soll deutlich aufgestockt werden (Die Zeit)
10. Ebd.
11. Neue Zahlen zur Kinder- und Jugendarmut: Jetzt braucht es die Kindergrundsicherung (Bertelsmann Stiftung)
12. Bündnis Kindergrundsicherung, Pressemitteilung vom 09.11.2023
13. Haushaltssperre Sondervermögen Bundeswehr (Bundesministerium für Verteidigung)
14. Heusgen Skeptical of NATO Security Guarantees (Bloomberg)
15. Ziele für nachhaltige Entwicklung, Sonderausgabe des Berichts 2023 (Vereinte Nationen)
16. Rede von UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei der 78. UN-Generalversammlung am 19. September 2023
17. Russland, Iran und AfD nicht eingeladen (Tagesschau)
18. Ist die Sicherheitskonferenz eine Kriegskonferenz? (BR24)
19. Krieg gegen die Umwelt (Greenpeace Deutschland)
20. Es ist kalt an Europas Grenzen (Pro Asyl)
21. Flucht über das Mittelmeer – So viele Tote wie seit 2017 nicht mehr (Tagesschau)
22. Krieg und Gewalt als Fluchtgrund (UNO-Flüchtlingshilfe)
23. Haftlager an den Außengrenzen und Abschiebungen in Drittstaaten: Ist das die Zukunft? (Pro Asyl)
24. Fluchtursachen (UNO-Flüchtlingshilfe)
25. China-Experte Wolfram Elsner: „Der Westen ist überall erkennbar im Niedergang“ (Berliner Zeitung)
26. China-Strategie der Bundesregierung – Unsere Werte und Interessen besser verwirklichen (Die Bundesregierung)
27. Nationale Sicherheitsstrategie der Bundesregierung – Stichwort: regelbasierte internationale Ordnung (Deutscher Bundestag)
28. Peking warnt EU vor Sanktionen (Tagesschau)
29. Militärmacht China – Worum es im Konflikt um Taiwan geht (Deutschlandfunk)
30. OSCE Special Monitoring Mission to Ukraine Daily Report 37/2022, 38/2022, 39/2022, 40/2022, 41/2022, 42/2022 (OSZE)
31. Wie gefährdet ist Taiwan wirklich? (Le Monde diplomatique)

References

Die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten haben begonnen – als Demonstration!

Von Christian Müller

Während es immer klarer wird, dass die Ukraine gegen Russland keine Chance auf einen Sieg hat, haben die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten begonnen – mit rund 90’000 Soldaten. Gleichzeitig wachsen die Selbstzweifel: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg weilte in den letzten Tagen, wohl im Hinblick auf einen möglichen künftigen US-Präsidenten Donald Trump, in Florida, um die US-Militärführung zu überzeugen, dass die NATO nicht nur für Europa, sondern auch für die USA wichtig ist. Und die «Steadfast Defender 2024»-Manöver werden als «Demonstration» der NATO-Einigkeit bezeichnet. (Man beachte auch die Anmerkungen am Schluss dieses Artikels.)

«The exercise, which is conducted across various NATO nations, is based on NATO’s new defence plans and demonstrates the Alliance’s ability to rapidly deploy forces from North America and other parts of the Alliance, to reinforce the defence of Europe. It also gives a clear demonstration of NATO’s transatlantic unity, strength and determination to do all that is necessary to protect each other and our common values», so die Plattform Joint-Forces.com.

Oder zu Deutsch: «Die Übung, die von verschiedenen NATO-Staaten durchgeführt wird, basiert auf den neuen Verteidigungsplänen der NATO und demonstriert die Fähigkeit des Bündnisses, schnell Streitkräfte aus Nordamerika und anderen Teilen des Bündnisses zu verlegen, um die Verteidigung Europas zu stärken. Sie ist auch eine klare Demonstration der transatlantischen Einheit, der Stärke und der Entschlossenheit der NATO, alles zu tun, was notwendig ist, um einander und unsere gemeinsamen Werte zu schützen“.

Im April 2021 hat Jens Stoltenberg den Studenten der «University South Florida» in Tampa erklärt, dass die NATO den Artikel 5 in ihrer Gründungsurkunde ändern muss und wird, um der NATO auch Präventiv-Schläge zu ermöglichen. Siehe «NATO: vom Verteidigungsbündnis zum Angriffspakt».

Zur Rede Stoltenbergs in Tampa (automatische Übersetzung). Die Hervorhebungen im Text setzte Christian Müller.

Es ist schön, euch alle zu sehen. Und es ist toll, wieder hier zu sein. Denn ich habe das SOCOM (United States Special Operations Command) und den Luftwaffenstützpunkt MacDill bereits 2017 besucht. Und ich wurde instruiert, und heute wurde ich erneut instruiert, und es hat sich viel geändert. Und das zeigt, dass Sie in der Lage sind, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen, und dass Sie berücksichtigen, dass wir heute anderen Bedrohungen und anderen Herausforderungen gegenüberstehen als 2017.

Wie bereits erwähnt, ist mein Besuch hier im SOCOM der Abschluss eines recht umfangreichen Besuchs in den Vereinigten Staaten. Wir haben am Samstag in Washington begonnen, wir haben uns mit der Regierung getroffen, aber auch viel Zeit auf dem Capitol Hill verbracht und uns mit beiden Parteien getroffen, mit Republikanern und Demokraten. Und gestern sind wir dann nach Alabama, nach Troy, gereist. Dort haben wir gesehen, wie dort einige der fortschrittlichsten und wichtigsten Waffen für dieses Bündnis hergestellt werden. Wir haben die Javelins gesehen, aber natürlich werden dort auch viele andere Arten von Waffen hergestellt. Und dann endet mein Besuch hier auf dem Luftwaffenstützpunkt MacDill und beim SOCOM.

Und deshalb möchte ich Ihnen zunächst für Ihren Dienst danken, für das, was Sie jeden Tag tun. Denn Sondereinsätze sind für jede militärische Operation von entscheidender Bedeutung und daher auch für das gesamte NATO-Bündnis so wichtig. Und Sie sind die Besten der Besten, Sie sind der Schlüssel zu so vielen Dingen, die wir als Bündnis und auch als einzelne Bündnispartner tun. Das Großartige hier ist, dass Sie natürlich die US-Spezialeinsatzkräfte und das Kommando haben, aber auch NATO-Verbündete und Partner, die mit ihnen zusammenarbeiten. Was Sie hier tun, ist also nicht nur für die USA wichtig, sondern für das gesamte Bündnis und für die Art und Weise, wie wir mit den Partnern in Europa, aber auch mit globalen Partnern in der ganzen Welt zusammenarbeiten.

Wie Sie wissen, sind Sie, die Spezialeinsatzkräfte, oft die Ersten, die kommen, und die Letzten, die gehen, und das bringt Sie oft in Gefahr. Lassen Sie mich daher auch all jenen Tribut zollen, die den höchsten Preis gezahlt haben, auch in jüngster Zeit. Deshalb müssen wir ihrer gedenken und all jenen unser Beileid aussprechen, die Angehörige verloren haben.

Die Realität ist, dass wir heute in einer gefährlicheren Welt leben als noch 2017, als ich das letzte Mal hier war. Denn seitdem haben wir eine zunehmende Rivalität zwischen Großmächten erlebt, nicht zuletzt mit China, in der Straße von Taiwan. Wir sehen eine anhaltende Bedrohung durch den Terrorismus, wir sehen Cyber-Bedrohungen. Aber dann haben wir einen neuen Krieg im Nahen Osten, und wir haben einen ausgewachsenen Krieg in Europa, in der Ukraine, den Angriffskrieg gegen die Ukraine.

All dies hat dazu geführt, dass die NATO die größte Anpassung, die größte Veränderung für unser Bündnis seit dem Ende des Kalten Krieges vorgenommen hat, indem sie mehr Streitkräfte in höhere Bereitschaft versetzt hat. Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir im östlichen Teil des Bündnisses kampfbereite Truppen. Und die Bündnispartner investieren jetzt tatsächlich mehr in die Verteidigung. Wie Sie wissen, waren die Verteidigungsausgaben viele Jahre lang rückläufig, insbesondere in Europa. Und jetzt, in den letzten Jahren, haben alle Bündnispartner damit begonnen, ihre Verteidigungsinvestitionen zu erhöhen, und immer mehr Bündnispartner erfüllen die Vorgabe, mindestens 2 % des BIP für die Verteidigung auszugeben. Das bedeutet auch, dass die Alliierten mehr in Sondereinsätze investieren, und zwar in die nationalen Fähigkeiten, aber auch in die Zusammenarbeit mit den Partnern als Alliierte in der gesamten NATO. Und was hier geschieht, all die Aktivitäten, über die ich kurz vor unserer Ankunft in diesem Raum informiert wurde, spiegeln die zunehmende Bedeutung von Sondereinsätzen wider.

Die NATO reagiert darauf, weil wir das gemeinsam tun müssen. Die gute Nachricht ist, dass wir sehen, dass die NATO in einer Weise reagiert, die zeigt, dass die NATO das erfolgreichste und stärkste Bündnis der Geschichte ist. Und wir reagieren auch, indem wir die Ukraine unterstützen. Denn wir stehen vor vielen Herausforderungen, und eine der wichtigsten langfristigen Herausforderungen für die NATO ist China mit seinen umfangreichen Investitionen in neue moderne militärische Fähigkeiten und seinen Versuchen, auch Nachbarn zu zwingen und Nachbarn wie Taiwan zu bedrohen.

Aber die unmittelbarste Herausforderung, vor der wir stehen, ist natürlich der Krieg in der Ukraine. Und ich begrüße es, dass die NATO-Verbündeten und -Partner der Ukraine eine noch nie dagewesene Unterstützung gewähren. Sie sind ein Teil davon, und ich danke Ihnen dafür. Wir werden in der Ukraine auf die Probe gestellt. Denn wenn Präsident Putin in der Ukraine gewinnt, ist das nicht nur eine Tragödie für die Ukrainer, es macht auch die Welt gefährlicher und uns verwundbarer. Es liegt also in unserem nationalen Sicherheitsinteresse, die Ukraine zu unterstützen. Und ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir in der Ukraine tun, wichtig ist, nicht zuletzt deshalb, weil wir dort mit einem Bruchteil unseres Verteidigungsbudgets den russischen Kampffähigkeiten schwere Verluste beigebracht haben, ohne unsere eigenen Streitkräfte in Gefahr zu bringen. Und das zeigt, dass wir die Ukrainer weiterhin unterstützen sollten.

Natürlich haben wir alle auf größere Erfolge bei der Offensive gehofft, die die Ukrainer im vergangenen Jahr gestartet haben. Aber wir müssen uns daran erinnern, dass zu Beginn der Invasion durch Russland im Februar 2022 viele befürchteten, dass Russland innerhalb von Tagen die Kontrolle über Kiew und innerhalb von Wochen über den Rest der Ukraine übernehmen würde. Das ist nicht geschehen. Den Ukrainern ist es gelungen, die russischen Invasoren zurückzudrängen. Sie haben 50 % des anfangs von Russland besetzten Gebiets befreit. Und es ist ihnen gelungen, einen Korridor im Schwarzen Meer zu öffnen, was eine große Leistung ist, um die russische Schwarzmeerflotte zurückzudrängen. Und sie konnten den russischen Streitkräften schwere Verluste zufügen: mehr als 300.000 Tote, Tausende von zerstörten gepanzerten Fahrzeugen und Hunderte von Flugzeugen.

Wir müssen dies also berücksichtigen, denn es zeigt, dass die Unterstützung, die wir der Ukraine gewähren, sei es durch die Vereinigten Staaten oder andere NATO-Bündnispartner, auf dem Schlachtfeld, vor Ort, Tag für Tag, tatsächlich einen Unterschied macht. Ich sage dies, weil meine wichtigste Botschaft während dieses Besuchs lautete, dass wir nicht nachlassen, sondern vielmehr noch mehr tun sollten, um sicherzustellen, dass die Ukraine die erforderliche Unterstützung erhält. Wir haben die Kapazitäten, wir haben die Fähigkeiten, was wir brauchen, ist der politische Wille, um sicherzustellen, dass wir die Unterstützung leisten, die sie brauchen, um unsere Werte zu schützen und die Welt sicherer zu machen, als wenn wir Präsident Putin gewinnen lassen.

Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil das, was in der Ukraine geschieht, von autoritären Führern in der ganzen Welt genau beobachtet wird: im Iran, in Nordkorea, aber nicht zuletzt in Peking. Peking beobachtet die Ukraine. Und wir wissen, dass das, was heute in der Ukraine und in Europa passiert, morgen in Asien und Taiwan passieren kann. Das ist also alles miteinander verknüpft. Das ist der Grund, warum dies für die NATO so wichtig ist.

Lassen Sie mich diese sehr kurze Einführung mit dem Hinweis beenden, dass ich in die Vereinigten Staaten zurückkehren werde, nicht unbedingt zur MacDill Air Force Base, aber ich werde zumindest im Juli in die Vereinigten Staaten zurückkehren, wenn Sie den NATO-Gipfel mit allen Staats- und Regierungschefs abhalten werden, die hierher kommen, um das 75-jährige Bestehen der NATO zu feiern. Auf diesem Gipfel werden wir das Bündnis feiern, aber auch wichtige Entscheidungen über Abschreckung und Verteidigung, über die Zusammenarbeit mit unseren Partnern im asiatisch-pazifischen Raum und auch über die Ukraine treffen.

Vor allem aber werden wir die Einigkeit von 31 und bald 32 Bündnispartnern demonstrieren. Sie haben Montenegro, Nordmazedonien und Finnland erwähnt, das ist absolut richtig. Aber dann werden wir sehr bald Schweden als 32. Alliierten haben. Wir werden also demonstrieren, wir werden die Einigkeit feiern. Die NATO ist das erfolgreichste Bündnis der Geschichte, weil wir in der Lage waren, uns zu verändern; die Welt verändert sich. Aber auch, weil es uns gelungen ist, trotz aller Unterschiede zusammenzustehen. Wir sind 31, bald 32 Bündnispartner von beiden Seiten des Atlantiks, mit einer unterschiedlichen Geschichte, einer unterschiedlichen Kultur, unterschiedlichen politischen Parteien an der Macht, aber wir waren immer in der Lage, uns auf unsere Kernaufgabe zu einigen, nämlich uns gegenseitig zu schützen und zu verteidigen.

Und der Zweck der NATO ist es, durch glaubwürdige Abschreckung den Frieden zu erhalten, indem wir zusammenstehen. Solange wir also weiterhin jedem potenziellen Gegner glaubhaft vermitteln, dass ein Angriff auf einen Bündnispartner die Reaktion des gesamten Bündnisses nach sich ziehen wird, sind wir sicherer und stärker, als wenn wir versuchen, dies allein zu tun.

Die NATO ist also ein gutes Geschäft für alle Bündnispartner. Die NATO ist wichtig für Europa. Aber die NATO ist auch für die Vereinigten Staaten von Bedeutung, vor allem, weil die Vereinigten Staaten sich jetzt mehr Sorgen um China machen: die Größe ihrer Wirtschaft, die hohen Investitionen in neue militärische Fähigkeiten und Technologien. Die Vereinigten Staaten sind bei weitem der größte Verbündete. Gleichzeitig müssen wir wissen, dass die Vereinigten Staaten 25 %, also ein Viertel, der Weltwirtschaft, des weltweiten BIP, repräsentieren. Zusammen mit 31 NATO-Bündnispartnern repräsentieren wir 50 % des weltweiten BIP und 50 % der weltweiten Militärmacht. Die NATO ist also ein gutes Geschäft für die Vereinigten Staaten. Die NATO macht auch die Vereinigten Staaten stärker und sicherer. In der NATO stehen wir also zusammen, denn sie nützt uns allen, und das werden wir auf dem NATO-Gipfel im Juli feiern. Ich danke Ihnen vielmals und bin bereit, einige Fragen zu beantworten.

Zum englischen Original der Rede.

Anmerkung von Christian Müller: Den Satz «Die NATO ist ein gutes Geschäft für die Vereinigten Staaten.» („So NATO is a good deal for the United States.“) und die beiden Sätze «Und ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir in der Ukraine tun, wichtig ist, nicht zuletzt deshalb, weil wir dort mit einem Bruchteil unseres Verteidigungsbudgets den russischen Kampffähigkeiten schwere Verluste beigebracht haben, ohne unsere eigenen Streitkräfte in Gefahr zu bringen. Und das zeigt, dass wir die Ukrainer weiterhin unterstützen sollten.» muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht nur bestätigt der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg dabei, dass die NATO in der Ukraine auch militärisch mitmischt, er ist auch noch stolz darauf, Russland schädigen zu können, ohne dabei eigene Soldaten gefährden oder gar verlieren zu müssen. Was sind denn schon die ukrainischen Menschenleben wert, die da zu Tausenden geopfert werden, nur um die Vorherrschaft der USA in der Welt zu stärken und Russland zu schwächen?

Erstveröffentlich auf GlobalBridge
https://globalbridge.ch/die-groessten-nato-manoever-seit-jahrzehnten-haben-begonnen-als-demonstration/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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