Die Postsowjetische Linke

Hand in Hand gegen den Krieg

Musa Kaplan im Gespräch mit Alex aus Russland

Seit Monaten touren russische und ukrainische Kriegsdienstverweigerer einträchtig durch Deutschland und erklären, warum sie nicht gegeneinander, sondern miteinander kämpfen. Sie sind Mitglieder der Postsowjetischen Linken. Auch Alex ist Mitglied. 2022, als die Mobilisierung startete, ist er aus Russland nach Kasachstan geflogen. Dort hat er sechs Monate gewohnt und auf ein humanitäres Visum gewartet. Seit März 2023 wohnt er in Deutschland. Er ist aktiv in Kampagnen zur Unterstützung von Kriegsdienstverweigerern, Deserteuren und Migrant:innen aus allen postsowjetischen Ländern. Mit Alex sprach Musa Kaplan.

Wie hat sich die Post Soviet Left gegründet?

Wir haben uns offiziell im Jahr 2023 gegründet. Es gibt viele Ukrainer in unserer Organisation, viele Flüchtlinge mit zeitlich befristeten Aufenthaltstiteln, auch einige Russinnen und Russen mit humanitären Visa. Es gibt auch sogenannte Russlanddeutsche. Außerdem haben wir Mitglieder aus zentralasiatischen Städten.

Bei uns organisieren sich diverse Migrant:innen aus postsowjetischen Ländern: Geflüchtete, Studierende, politische Dissident:innen, Deserteure und solche, die in Europa arbeiten. Im Westen gibt es viele Stereotype über Menschen aus postsowjetischen Ländern: Entweder sind wir Liberale oder AfD-Unterstützer. Wir wollen eine Alternative dazu aufzeigen.
Für uns ist es wichtig, nicht nur in Deutschland zu arbeiten, sondern in vielen Ländern. Im Prinzip versuchen wir ein Netzwerk für stabile Kontakte zwischen diesen Ländern zu sein. Denn oft geht es dort um dieselben Probleme und Fragen wie hier: Arbeitsrecht und Arbeitskämpfe und internationale Fragen wie Kriegsdienstverweigerung und Asyl. Wir haben Sektionen in Deutschland, Frankreich, USA, Mexiko, seit diesem Jahr auch in den Niederlanden. Außerdem gibt es Unterstützergruppen in Argentinien, Georgien und Polen.

Was sind eure politischen Ziele? Woran arbeitet ihr?

Unser globales Ziel ist der Aufbau des Sozialismus in unseren Ländern und in Europa. Auf lokaler Ebene ist es der Aufbau der Organisationen in Europa, in den USA und in den westlichen Ländern, die kein Teil der EU sind. Für uns ist zentral, große horizontale Netzwerke von verschiedenen Organisationen aufzubauen. Unser strategisches Ziel ist es zu zeigen, dass linke und sozialistische Ideen eine echte Alternative zu den Regimen in unseren Ländern darstellen.
Dafür organisieren wir verschiedene Kampagnen. Erstens organisieren wir Arbeitskämpfe und Gewerkschaftskampagnen. Im November 2024 haben wir einen Streik der russischen und ukrainischen Beschäftigten beim touristischen Fahrradverleih Orange Fox Bike in Paris organisiert und gegen die Einschränkung von Arbeitsrechten gestreikt.
Zweitens möchten wir das Kriegsdienstverweigerungsrecht in Europa stärken. Diesen Frühling hat die Europäische Kommission entschieden, dass sie Kriegsdienstverweigerern aus Russland kein Asyl mehr geben wird. Ähnliche Vorstöße gibt es in bezug auf ukrainische Kriegsdienstverweigerer. Der Aufenthaltsstatus für kriegspflichtige Menschen aus der Ukraine ist in Europa in Gefahr. Daher haben wir eine Kampagne für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gestartet.
Drittens bereiten wir uns auf eine potenzielle Mobilisierungswelle in Russland vor, auf die eine neue Fluchtbewegung folgen kann.
Generell finden wir es wichtig, internationalistische Positionen zu unterstützen. Gerade in der westlichen Linken gibt es viele sogenannte Putin-Versteher und ebenso viele NATO-Versteher. Unserer Meinung nach ist dieser Krieg kein Problem, das mit dem «verrückten Putin«, dem »verrückten Merz« oder dem »verrückten Trump« erklärt werden kann. Es gibt Zahlen und Statistiken für einen gemeinsamen Trend in Richtung einer weltweiten Faschisierung. Diese Probleme sind Symptome des Spätkapitalismus. Sie werden nicht durch einzelne Persönlichkeiten hervorgebracht. Es sind systemische Probleme, die wir nur mit einer linken, sozialistischen Alternative lösen können.

Wie kann man euch unterstützen?

Sprecht über uns, verbreitet unsere Informationen. Auch finanzielle Unterstützung hilft uns sehr weiter. Wir organisieren Kampagnen zur Unterstützung politischer Gefangener in Russland, der Ukraine und auch in anderen Ländern. Zum Beispiel haben wir einen Fall in Kirgistan. Dort wurde ein russischer linker Aktivist verhaftet. Kirgistan hat eine Auslieferungsvereinbarung mit Russland, er soll demnächst dorthin abgeschoben werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Unterstützung durch deutsche und EU-Abgeordnete für eine bessere rechtliche Lage der Kriegsdienstverweigerung in Europa. Auch bezüglich Bleiberecht und Asylrecht ist viel zu tun. CDU-Abgeordnete möchten kriegspflichtigen Menschen aus der Ukraine und Russland das Bleiberecht entziehen. Nur etwa fünf Prozent der Russinnen und Russen erhalten in Deutschland Asyl. Seitdem Friedrich Merz 2025 Bundeskanzler geworden ist, werden keine neuen humanitären Visa mehr ausgestellt. Seit dem Anfang des Krieges und der Mobilisierung gab es etwa 2400 solche Visa. Im selben Zeitraum sind rund 800.000 Menschen aus Russland geflohen. Das ist eine Anerkennungsrate von weniger als ein Prozent. Das ist eine Katastrophe.
Am wichtigsten ist es, gemeinsame Kampagnen zu organisieren und voneinander zu lernen. Wir möchten eine Brücke zwischen der russischen, ukrainischen, zentralasiatischen und westlichen Linken sein. Wie kann man sich organisieren? Wie kann man Gewerkschaften ausbauen? Wie kann man unter autoritären Bedingungen etwas tun? Wir befürchten, dass die Situation in Europa sich in eine ähnlich autoritäre und nationalistische Richtung entwickelt, wie sie in Russland und der Ukraine schon gegeben ist. Dagegen helfen keine abstrakten Erklärungen, nur konkrete gemeinsame Aktionen und Strategien.

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Erstveröffentlicht in der SoZ v. August 2026
https://www.sozonline.de/2026/08/die-postsowjetische-linke/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Demo – Runter mit der Miete! Her mit den Wohnungen!

Wohnungen für Alle statt Millionen für Wenige. Wir sind die 85 % – die Mieterinnen und Wohnungslosen Berlins! Raus auf die Straße, komm kurz vor der Berlin-Wahl zur Demo gegen die Wohnungskrise:

Samstag, 05.09.2026, 13 Uhr
Vor dem Roten Rathaus, 10178 Berlin-Mitte

Die Miete frisst das Leben auf:

Schon wieder eine Mieterhöhung? Völlig undurchsichtige Betriebskosten? Fahrstuhl schon seit Monaten kaputt? Die Tochter will ausziehen, findet aber nix? Eigenbedarfskündigung im Briefkasten, dir dreht sich der Magen um? Obdachlos und keine Aussicht auf eine Wohnung? Das zweite Kind kommt, aber die Wohnung ist zu klein?

Die Politik hat das Treiben der Konzerne und Vermieter:innen seit Jahrzehnten aktiv unterstützt und wir müssen es ausbaden. Wenn auch du davon genug hast, dann bist du auf der Demo genau richtig! Der Ärger und die Wut müssen raus, alleine ist das nicht mehr auszuhalten.

Dabei wäre es so einfach: Mieter:innenrechte stärken; die Wohnraumversorgung nicht dem privaten Profit überlassen, die fetten Immobilienkonzerne enteignen, bezahlbare kommunale Wohnungen für Alle bauen und nicht Luxuslofts für ein paar Reiche, die Wohnungslosigkeit beenden und Eigenbedarfskündigungen verbieten.

Damit wir in unserem Zuhause und unseren Kiezen bleiben können, mit unseren Nachbar:innen in Sicherheit und ohne Angst leben — in einer lebenswerten Stadt für Alle.

Komm zur Demonstration! Bring deine Familie, Nachbar:in, Freunde und Arbeitskolleg:innen mit. Je mehr wir sind, desto stärker sind wir, desto mehr Druck erzeugen wir. Wir sehen uns am 05.09., vor dem Roten Rathaus, Berlin-Mitte!

13 Uhr: Auftaktkundgebung vor dem Roten Rathaus

Route: Rotes Rathaus – Spandauer Str.- Unter den Linden – Friedrichstr.  – Französische Str. – Werderscher Markt – Schlossplatz  – Rathausstr. – Rotes Rathaus

siehe auch IG Metall Delegierte sehen Berlin in einer Wohnungsnotlage. 

Deshalb ruft die IG Metall Berlin ihre Kolleginnen und Kollegen dazu auf, sich an der Demonstration gegen Mietenwahnsinn, Verdrängung und Wohnungsnot am 5. September 2026 vor dem Roten Rathaus zu beteiligen

Auf dem Sattel gegen Atomwaffen

Der Nuclearban Radmarathon trägt alte Ideale mit dem Fahrrad durch Berlin und Brandenburg

Von Tom Mustroph

In diesem Jahr führte die Rennraddemo von Berlin über Seelow, Frankfurt/Oder und Fürstenwalde bis zurück in die Hauptstadt. Bild: Julius Päske

Die Regenwolken hatten sich gerade erst verzogen, als sich ungefähr 50 Menschen am Samstag vor einer Woche auf Rennrädern vor der Internationalen Psychoanalytischen Universität in Berlin Moabit trafen. In einem extra bereitgestellten Raum der Uni hefteten sie sich Startnummern an ihre Trikots, überprüften noch einmal ihr Material, stürzten schnell einen Begrüßungskaffee hinunter und setzten sich dann wieder auf ihre Rennmaschinen – begleitet von zehn Polizeimotorrädern und zwei Einsatzwagen, die unterwegs die Kreuzungen absperren würden. 260 Kilometer durch Berlin und Brandenburg lagen vor allen. Eine herausfordernde Distanz. Allerdings auch für ein herausragendes Ziel: Der Nuclearban Radmarathon setzt sich für die Abschaffung von Atomwaffen ein.

»Wir öffnen die Herzen für ein Thema, das im Moment so sperrig ist. Alle schreien nach Aufrüstung, auch die Atomwaffenstaaten, stets unter dem Motto: ›Wir müssen wieder unsere Muskeln zeigen.‹ Aber die Muskeln spielen lassen, wird auf Dauer nicht funktionieren. Wir müssen das Gegenteil machen, müssen zusammenkommen. Und dafür sind wir ein Beispiel, dafür steht diese Fahrt«, sagt Roland Blach »nd«. Blach arbeitet hauptamtlich für die Friedenswerkstatt Mutlangen. Dort ist vor mehr als 20 Jahren auch die Idee für den Nuclearban Radmarathon entstanden.

»2004, im Vorfeld des 60. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki, haben wir uns gefragt: Wie können wir das Gedenken an die überlebenden Opfer, die ja jetzt allmählich wegsterben, aufrechterhalten und auch das Wissen um die Notwendigkeit abzurüsten? Wir wollten etwas machen, das auf eine gute Art und Weise Menschen anzieht«, blickt Blach auf die Entstehungsgeschichte zurück.

330 Kilometer gegen das Vergessen

Bekannt war schon, dass es zum traurigen Jubiläum der Atombombenabwürfe Aktionen an den US-Stützpunkten in Stuttgart, Ramstein und Büchel geben würde. »Stuttgart war die Kommandozentrale für die amerikanischen Streitkräfte in Europa. In Ramstein gab es damals Atomwaffen, in Büchel in der Eifel gibt es sie auch jetzt noch. Ein Freund, der selbst schon fast die ganze Welt umradelt hat, sagte zu mir: ›Komm, wir fahren die drei Orte mit dem Fahrrad ab. Das sind 330 Kilometer. Das können wir an einem Tag schaffen. Es gibt so eine Szene, die das macht‹.«

Die Szene gab es in Süddeutschland, wo der Radmarathon in diesem Jahr bereits zum 22. Mal ausgetragen wurde. Und es gibt sie auch in Berlin und Umland, wo die nordöstliche Version zum mittlerweile dritten Mal ausgetragen wird. Manche sind in diesem Jahr neu dabei. »Wir haben die Veranstaltung letztes Jahr an uns vorbeirauschen sehen und dachten, dass das eine coole Sache ist«, erzählt Andreas, 45 Jahre, gebürtiger Berliner, der inzwischen aber bei Bernau wohnt. »Wir haben recherchiert: Was ist das überhaupt? Was waren das für Verrückte, die da mit Polizeibegleitung und schicken Trikots durch die Stadt geflitzt sind? Und dann war ziemlich schnell klar, dass im nächsten Jahr entweder ich oder meine Frau mitfahren.«

Die Faszination war eine doppelte: »Für uns als Sportler ist es natürlich cool, mal auf einer eigenen, abgesperrten Strecke durch die Stadt fahren zu können. Und mit der Forderung dahinter können wir uns auch identifizieren.« Lange Rennstrecken sind für ihn und seine Partnerin auch kein Problem. Die Mecklenburger Seenrunde sind sie abgefahren, über 300 Kilometer, und auch mal von Berlin zum Brocken im Harz – eine vergleichbare Distanz.

Von Berlin nach Paris für die gute Sache

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits ihre Erfahrungen im Langstreckenbereich gesammelt. »Wir fahren schon mal einfach aus Daffke von Berlin nach Dresden«, erzählt Silvio Fränkel, der in diesem Jahr auch schon von Berlin nach Paris gefahren ist – allerdings nicht nur zum Spaß, sondern im Kontext der Benefizfahrt von Team Rynkeby. »Es geht darum, Kindern, die an Krebs erkrankt sind, und deren Familien zu helfen«, erzählt er »nd«. Am 3. Juli ging es los. »Wir trafen dann am 10. Juli in Paris ein mit mehr als zweitausend anderen Sportlern aus vielen anderen Ländern.«

Besonderer Höhepunkt in diesem Jahr: Es fuhr ein Kind mit, das zuvor selbst an Krebs erkrankt war und auch dank der gesammelten Spenden geheilt werden konnte. »Ich fahre einfach gerne Rad. Und wenn ich das noch mit einem guten Zweck verbinden kann, ist das umso schöner«, fasst Fränkel seine Motivation zusammen. Nicht überraschend also, dass er auch beim Nuclearban Radmarathon dabei war.

Zwischenstopp am Brandenburger Tor

Die Fahrt ist in einige Teilabschnitte gegliedert. Der erste ist kurz, führt von Moabit zum Brandenburger Tor. Das 50 Teilnehmer umfassende Feld fährt angeleuchtet vom Blaulicht der Polizeibegleitung eine Schleife vor dem Tor. Organisator Blach hält eine kurze Rede. Er zeigt auf die umliegenden Botschaftsgebäude der USA, von Großbritannien und Frankreich – allesamt Atommächte. »Wir wünschen uns sehr, dass wir diese Massenmordwaffen in naher Zukunft nicht mehr haben werden«, wendet er sich an die abweisenden Gebäude, deren Kameraaugen den Wunsch vielleicht doch aufgezeichnet haben.

»Natürlich sieht es gerade ein bisschen anders aus, aber dafür sind wir unterwegs, dass dieses System der Atomwaffen überwunden wird«, sagt er, und er erinnert an den legendären Spruch der Friedensbewegung der 1980er Jahre aus Mutlangen: »Unser Mut wird langen, nicht nur in Mutlangen«.

Weiter geht es dann über etwa 70 Kilometer nach Seelow, 1945 Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Jetzt nennt sich Seelow »Stadt des Friedens«. »Wir sind auch im Städtenetzwerk Bürgermeister für den Frieden – Mayors for Peace‹ vertreten. Und da geht es genau darum, dass der Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet wird von allen Staaten«, betont Bürgermeister Robert Nitz, der an diesem Samstagmittag eigens zum Empfang der Langstreckenradler für eine atomwaffenfreie Welt gekommen ist und mit seinen Mitarbeiterinnen eine reich gedeckte Tafel mit Kaffee und Kuchen vorbereitet hat.

An den Zwischenstopps gab es für die Radsportler Suppe, Würstchen oder auch mal ein Friedenslied. Julius Päske

Auch Frankfurt an der Oder ist beim internationalen Netzwerk der »Mayors for Peace« dabei, wie eine prächtig im Wind wehende Fahne am Rathaus belegt. Auf dem Platz vor dem Rathaus hat das örtliche Friedensnetz eine Fahne mit dem alten Spruch der kirchlichen Friedensbewegung »Schwerter zu Pflugscharen« aufgestellt. Es gibt Suppe und Würstchen für die Radfahrer, ein Friedenslied wird gesungen. Und auch hier ist das Stadtoberhaupt gekommen. Oberbürgermeister Axel Strasser ist froh, dass der Nuclearban Radmarathon in seiner Stadt ist. Mit einem kleinen administrativen Trick hat er das Rathaus auch am Wochenende dafür geöffnet. »Wir haben beschlossen, dass wir die Bürgersprechstunde auf den heutigen Tag legen. Damit ist das Rathaus, das sonst am Samstag geschlossen ist, am heutigen Tag offen und wir können die Teilnehmer hier begrüßen«, erzählt er »nd«.

Trotz der vielerorts zu beobachtenden politischen Aufrüstung betont Strasser: »Ich bin Oberbürgermeister einer Stadt mit 57 000 Einwohnern. Krieg ist immer eine Katastrophe. Aber wenn ich mir die Zerstörungskraft dieser Waffen ansehe, würde das für eine Stadt wie Frankfurt bedeuten, dass sie mit einem Schlag ausgelöscht wäre. Diese Vorstellung allein macht es für mich so abwegig, über Atomwaffen als Abschreckung nachzudenken.«

Auch auf den nächsten Stationen, in Fürstenwalde und Königs Wusterhausen, positionieren sich Vertreter der Stadtverwaltung ganz deutlich gegen Atomwaffen. Der Radmarathon hat neue Banden geknüpft. Auch auf offener Strecke wird das Peloton immer mal wieder gefilmt, beklatscht, freudig begrüßt. »Rennradfahren ist ein Medium, das Menschen zusammenbringt«, konstatiert Initiator Blach zufrieden und verweist auf viele offene Türen bei den Stationen unterwegs. Nur in Berlin, beim Endpunkt des Marathons vor dem Roten Rathaus, bleiben die Tore geschlossen. Auch die lokale Politik hält sich auffallend zurück – ganz so, als sei die Sorge vor der atomaren Gefahr nur eine Sache der Brandenburger Rathäuser. Berlin hat – wieder einmal – Nachholbedarf.

Erstveröffentlicht im nd v. 31.8. 2026
https://nd.digital/editions/nd.DerTag/2026-08-31/articles/24042327 (Abo)

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