Für Frieden und ein Ende des Völkermords in Gaza! – Spontankundgebung Die Linke Neukölln

Die Linke Neukölln ruft auf zur Spontankundgebung:

Für Frieden und ein Ende des Völkermords in Gaza!

Wir ziehen zusammen die Rote Linie: Stoppt das Aushungern und die Vertreibung der Palästinenser*innen!

Freitag, 6. Juni 2025, 17 Uhr ( Achtung – geändertes Datum)

Rathaus Neukölln, Berlin

Mit Redebeiträgen u. a. von

  • Ferat Kocak, MdB, Die Linke
  • Ahmed Abed, Fraktionsvorsitzender Die Linke in der BVV Neukölln
  • Basem Said, Aktivist aus der arabisch-palästinensischen Community
  • Vedi Emde, Die Linke, Bezirksvorstand Neukölln

Nichts von dem, was in Gaza geschieht, geschieht im Verborgenen. Kriegsverbrechen werden von israelischen Politiker*innen und Militärs angekündigt – und von Soldat*innen selbst dokumentiert. Auch die deutsche Regierung unterstützt die genozidale Kriegsführung und die Verbrechen der israelischen Regierung an den Palästinenser*innen. Rufe nach Menschenrechten dürfen keine Lippenbekenntnisse bleiben – jetzt müssen Taten folgen.

Die Linke Neukölln ruft daher parteiübergreifend auf ein deutliches Zeichen zu setzen:

• Gegen den Völkermord und die ethnische Säuberung in Gaza.

• Für Frieden und gleiche Rechte für alle Menschen in Palästina/Israel.

• Für ein sofortiges Ende der deutschen Waffenlieferungen an Israel.

• Für ein Ende der Blockade von Hilfslieferungen nach Gaza.

• Gegen doppelte Standards: Menschenrechte und Völkerrecht gelten für alle Menschen gleichermaßen.

• Gegen die Kriminalisierung der Palästina-Solidarität, denn Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht.

Kommt in roten Shirts für die rote Linie.

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben gelogen, als sie Israel aufforderten, den Völkermord im Gazastreifen zu stoppen


von Motasem A Dalloul, May 29, Middle East Monitor

Unter europäischen Staats- und Regierungschefs zeichnete sich kürzlich ein neuer Trend ab: Sie begannen, die israelischen Verbrechen und den seit 600 Tagen andauernden Völkermord an der Zivilbevölkerung im Gazastreifen lautstark zu verurteilen. Dieser Trend gab den Palästinensern und allen, die sich für die Menschlichkeit einsetzen, Hoffnung, dass dies zu einer Abschreckung der israelischen Besatzung führen würde.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs verwendeten sehr scharfe Worte, als sie sich gegen den israelischen Besatzungsstaat, seine Armee und deren Verbrechen aussprachen. Der neue deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, einer der engsten Verbündeten Israels, sagte: „Was die israelische Armee jetzt im Gazastreifen tut, verstehe ich ehrlich gesagt nicht mehr, mit welchem ​​Ziel.“

Auch Merz erklärte auf der Digitalkonferenz Re:publica in Berlin, dass eine Grenze überschritten und das humanitäre Völkerrecht verletzt worden sei. Er betonte, dass das Zufügen solchen Leids unter der Zivilbevölkerung „nicht länger als Kampf gegen den Hamas-Terrorismus gerechtfertigt werden kann.“

Vor Merz drückten die Staats- und Regierungschefs dreier europäischer Länder ihre Abscheu über das Vorgehen des israelischen Militärs in Gaza deutlich aus. „Das Ausmaß des menschlichen Leids in Gaza ist unerträglich“, erklärten die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens und Kanadas in einer gemeinsamen Erklärung.

Sie kritisierten sogar die israelischen Äußerungen, die Einfuhr minimaler Mengen an Nahrungsmitteln für die hungernde Bevölkerung Gazas zuzulassen. „Die Ankündigung, Israel werde eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln nach Gaza zulassen, ist völlig unzureichend. Wir fordern die israelische Regierung auf, ihre Militäroperationen in Gaza einzustellen und sofort humanitäre Hilfe nach Gaza zuzulassen.“

Inzwischen haben sie sogar die Sprache der extremistischen israelischen Minister verurteilt, die ihre wahren Absichten hinsichtlich der von Israel geplanten Vernichtung der Palästinenser zum Ausdruck bringen – der Eigentümer des Landes Palästina, wo Israel 1948 gegründet wurde.

„Wir verurteilen die abscheuliche Sprache, die Mitglieder der israelischen Regierung in jüngster Zeit verwendet haben. Sie drohen damit, dass die Zivilbevölkerung in ihrer Verzweiflung über die Zerstörung Gazas umsiedeln werde. Dauerhafte Zwangsvertreibung ist ein Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht“, heißt es in ihrer Erklärung.

Sogar US-Präsident Donald Trump hat mehrfach angedeutet, dass er ein Ende des Völkermords in Gaza wünscht. „[Trump] hat sehr deutlich gemacht, dass er ein Ende des Konflikts in der Region will“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber Reportern auf die Frage nach dem angeblichen Abbruch der Beziehungen zwischen ihm und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Netanjahu hatte sich entschieden, die Angriffe auf Gaza auszuweiten und den amerikanischen Waffenstillstandsvorschlag, der ein Ende des Völkermords vorgesehen hätte, zu ignorieren. 

Auch viele europäische und internationale Politiker haben begonnen, sich lautstark gegen den israelischen Völkermord im Gazastreifen auszusprechen. Damit geben sie den Bewohnern des Gazastreifens Hoffnung, dass dies zu echten Maßnahmen vor Ort führen und die israelische Besatzung dazu bewegen würde, ihre Tötungsmaschinerie zu stoppen.

Einige Tage später wurde jedoch klar, dass es sich bei den europäischen Aufrufen lediglich um einen Propagandatrick handelte, der die Opposition dazu bewegen sollte, ihre Proteste gegen die israelische Besatzung, ihre Führer und Soldaten abzuschwächen. Diese haben inzwischen Angst davor, mehrere europäische Länder zu besuchen, weil sie Ermittlungsanordnungen und Inhaftierungen befürchten.

Trotz allem hat kein Land konkrete Schritte unternommen, außer Spanien, das sich seit Beginn des Völkermords gegen ihn ausgesprochen hat. Alle Staats- und Regierungschefs der anderen Länder fordern die israelische Besatzung auf, ihren Völkermord zu beenden, und liefern gleichzeitig Waffen, damit sie den Völkermord fortsetzen können.

Für Trump, der den Krieg beenden will, markierte die israelische Besatzungsmacht den 600. Tag ihres Völkermords im Gazastreifen mit der Veröffentlichung einer Statistik. Darin heißt es, dass die USA seit Beginn des Völkermords 800 Flugzeuge und 140 Schiffe mit Waffen in den israelischen Besatzungsstaat geschickt hätten.

Andere Länder, darunter Frankreich, Deutschland, die USA und Kanada, liefern weiterhin Waffen und Ersatzteile für militärische Ausrüstung in den Besatzungsstaat, um dem palästinensischen Volk noch mehr Leid zuzufügen.

Die schlimmste und heuchlerischste Haltung kam von Großbritannien, das erklärte, es habe die Handelsgespräche mit dem israelischen Besatzungsstaat abgebrochen. Gleichzeitig erklärte Lord Ian Austin, der Handelsgesandte der britischen Regierung in Israel, Anfang der Woche, er besuche den Besatzungsstaat, „um Geschäftsleute und Beamte zu treffen und den Handel mit Großbritannien zu fördern“.

Darüber hinaus jagt und schikaniert die britische Polizei weiterhin Journalisten und Aktivisten, die die israelischen Verbrechen aufdecken und über den Völkermord im abgeriegelten Gazastreifen informieren. Zu ihnen gehören beispielsweise Sarah Wilkinson, Shameen Suliman und Asa Winstanley.

Als Palästinenser erkannte ich sofort die Heuchelei der europäischen und amerikanischen Politiker, denn ihre jüngsten Erklärungen kamen fast zwei Jahre nach dem Beginn des Völkermords, bei dem Israel über 60.000 Menschen tötete, rund 200.000 verletzte und die gesamten 2,4 Millionen Einwohner Gazas vertrieb.

Ihre vorgebliche Verurteilung wurde diskreditiert, weil ihre Prämisse falsch war. Sie schoben die Schuld für die israelische Besatzung der palästinensischen Widerstandsbewegung Hamas zu und ignorierten dabei den historischen Kontext und die endlose Liste israelischer Verbrechen gegen das palästinensische Volk. Sie ignorierten, dass Israel ein Besatzungsstaat ist, und leugneten das Recht, sich der Besatzung zu widersetzen.

Sie bezeichneten die Taten des palästinensischen Widerstands am 7. Oktober als „abscheuliches Verbrechen“, während sie über den israelischen Völkermord in Gaza lediglich sagten, er sei „unerträglich“. Sie forderten außerdem die sofortige Freilassung der verbleibenden 58 israelischen Gefangenen und ihrer Toten und ignorierten dabei völlig, dass über 12.000 palästinensische Geiseln in israelischen Gefängnissen weiterhin Misshandlungen und Folter erleiden.

Wer Vertrauen in die Wahrheit gewinnen will, muss seinen Worten Taten folgen lassen. Und im Kontext Palästinas muss er die Lügen und die Propaganda über die Opfer des israelischen Völkermords aufgeben.

Der Beitrag von Motasem A Dalloul ist am 29. May in Middle East Monitor erschienen. Wir danken für das Publikationsrecht inklusive Titelbild.

Titelbild: Der „Großbritannien-EU-Gipfel“, der vom britischen Premierminister Keir Starrer (C) geleitet wird, findet am 19. Mai 2025 in London, der Hauptstadt Großbritanniens, statt. Der Präsident der EU-Kommission, Ursula von Der Leyen (L), und Präsident des Europäischen Rates Antonio Costa (R) besuchten den Gipfel. [Raşid Necati Aslım – Anadolu Agentur]

Protestaktion „Rote Linie: Völkerrecht“ – anlässlich des Besuchs des israelischen Außenministers


5. Juni 2025 11.30 Uhr | Protestaktion „Rote Linie: Völkerrecht“ – anlässlich des Besuchs des israelischen Außenministers | Auswärtiges Amt


Anlässlich des bevorstehenden Besuchs des israelischen Außenministers Gideon Sa’ar ruft ein Zusammenschluss aus verschiedenen humanitären und Menschenrechtsorganisationen gemeinsam mit politischen Gruppen zu einer Protestaktion vor dem Auswärtigen Amt auf. Unter dem Titel „Rote Linie: Völkerrecht“ setzen sie ein klares Zeichen gegen die anhaltenden Völkerrechtsbrüche durch die israelische Regierung und die deutsche Unterstützung durch Rüstungsexporte, politische Rückendeckung und diplomatische Doppelstandards.

Wann: 5. Juni 2025 um 11.30 Uhr

Wo: Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin


Die Aktion ist angelehnt an die Proteste in Den Haag im Mai, die die Arbeit des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) unterstützen – insbesondere mit Blick auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza.

Die zentralen Forderungen an die Bundesregierung sind:

  • Stellen Sie sich endlich hinter geltendes internationales Recht und tragen Sie dazu bei, dass die Forderung des Internationalen Gerichtshofs nach Schutz und Versorgung der Zivilbevölkerung in Gaza durchgesetzt wird. Die Hilfsblockade muss sofort vollständig beendet und das Hungern in Gaza gestoppt werden!
  • Bestehen Sie ohne Wenn und Aber auf einem sofortigen und umfassenden Waffenstillstand.
  • Liefern Sie keine Rüstungsgüter an Israel, um sich nicht an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der Zivilbevölkerung in Gaza mitschuldig zu machen.
  • Setzen Sie sich für die Freilassung der Tausenden in Israel zu Unrecht festgehaltenen Menschen und der Dutzenden Geiseln in Palästina ein.
  • Hören Sie die Forderungen der palästinensischen und israelischen Zivilgesellschaft, die sich für einen gerechten Frieden engagiert, und unterstützen Sie deren ohnehin herausfordernde Arbeit aktiv, anstatt sie zu behindern.
  • Unterstützen Sie die internationale Gerichtsbarkeit ohne Einschränkungen, setzen Sie ihre Entscheidungen vollständig um und tragen Sie dazu bei, die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden.
  • Beachten Sie das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 19. Juli 2024 und die zugehörige Resolution der UN-Generalversammlung und drängen Sie auf ein unverzügliches Ende der illegalen Besatzung, des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus und der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem.
  • Erkennen Sie das Recht der Palästinenser:innen auf kollektive Selbstbestimmung vorbehaltlos an und treten Sie konsequent für dessen Verwirklichung ein.
  • Schützen und verteidigen Sie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland, anstatt sie zu untergraben.

Die Aktion wird unterstützt von:

  • 350.org
  • 4neukoellnplusberlin
  • Amnesty International Deutschland
  • Ärzte der Welt
  • Internationale der Kriegsdienstgegner*innen
  • IPPNW Deutschland
  • Israelis für Frieden
  • Israelisches Komitee gegen Hauszerstörungen
  • Komitee für Grundrechte und Demokratie
  • KriSol – Allianz für Kritische und Solidarische Wissenschaft
  • medico international
  • Netzwerk Friedenskooperative
  • Oxfam Deutschland
  • Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah
  • pax christi, Deutsche Sektion
  • Pro Peace
  • Terre des Hommes

Die Aktion wird inszeniert mit einer roten Stofflinie sowie roten Schildern mit Forderungen an die deutsche und israelische Regierung. Vertreter:innen der Organisationen stehen vor Ort für Gespräche und O-Töne zur Verfügung.

Wir laden Sie herzlich ein, über diese Aktion zu berichten. Für Rückfragen oder Interviews stehen wir im Vorfeld und während der Veranstaltung gerne zur Verfügung.

Zitate:

“Mit unseren Teams vor Ort in Gaza sind wir Zeugen nicht nur einer humanitären Krise, sondern einer Krise der Menschlichkeit. Hunger als Kriegswaffe einzusetzen, ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht.“ Francois de Keersmaeker, Ärzte der Welt

„Außenminister Wadephul hat kürzlich angekündigt, dass die Bundesregierung ihr Handeln gegenüber Israel – einschließlich der Fortführung der Rüstungsexporte – daraufhin überprüfen werde, ob Israel das humanitäre Völkerrecht in Gaza einhält. Wir alle wissen, dass das seit mehr als 20 Monaten nicht der Fall ist. Das Treffen mit Außenminister Sa’ar ist also die lange überfällige Gelegenheit, nicht nur deutliche Kritik zu äußern, sondern die Umsetzung konkreter politischer Konsequenzen anzukündigen: Deutschland muss die Exporte von Waffen und Rüstungsgütern umgehend stoppen.“ Katja Müller-Fahlbusch, Amnesty International Deutschland.

Aktuelle Ergänzung: Wadephul stieß selbst  wegen seiner "behutsamen"  Kritik an Israel auf massiven Widerstand innerhalb seiner CDU/CSU Fraktion. Er wurde wieder eingenietet. Die Welt schreibt: "Wenn der Außenminister sich in dieser Woche zu Israel und den Militäroperationen im Gaza-Streifen äußern werde, dann werde er die Notwendigkeit betonen, dass die Hamas alle noch in ihrer Gewalt befindlichen Geiseln aus Israel freilässt. Dass die Terrororganisation Hamas eine Verantwortung für die Kämpfe in der Region trage. Dass Israel zwar das Völkerrecht wahren müsse, aber das Recht habe, sich zu verteidigen. So sei man verblieben, sagt ein Mitglied des Fraktionsvorstands."

siehe auch unseren Beitrag zur Aktion vor dem Aussenministerium am 27.Mai: "Gaza – Das Momentum dreht sich – auch Israelis solidarisieren sich europaweit mit Palästina!"

„Die Lage in Gaza ist nicht erst seit dem 2. März, seit Beginn der anhaltenden vollständigen Abriegelung völlig inakzeptabel. Selbst nach ihren eigenen Angaben hat die israelische Armee in den 15 Monaten bis Ende 2024 bestenfalls ein Viertel dessen an humanitärer Hilfe in den Gazastreifen gelassen, was u. a. die Vereinten Nationen als das absolute Minimum definiert hatten. Das sind Kriegsverbrechen mit Ankündigung, gegen die die Bundesregierung endlich nicht nur rein rhetorisch vorgehen sollte.“ Riad Othman, medico international

Kontakt: Amnesty International Deutschland e. V., Tel: +49 (0)30 420248-306, E-Mail: presse@amnesty.de

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