Erneut Parlamentarischer Beobachter von Berliner Polizei angegriffen und festgenommen – die Spitze eines Eisbergs

Die unberechtigte Festnahme des Bundestagsabgeordneten Cem Ince am 12.10.2025 wirft ein Licht auf das Umfeld, in dem das geschah.

Es kann nämlich immer mehr jeden treffen, wenn die „Kampfmaschinen“ der Berliner Polizei im Sinne des Regierenden die „Deutsche Staatsräson“ durchzusetzen meinen.

Zum Beispiel eine Frau, die auf dem Kurfürstendamm einkauft und mit ihren Taschen in der Hand herumläuft, ohne jegliches Zeichen, dass sie überhaupt an einer Demonstration teilnimmt. Oder bei einer Demonstration auf dem Alexanderplatz vor einigen Tagen kesselte die Polizei etwa 400 Demonstranten, die zu einer genehmigten Versammlung kamen, stundenlang ein. Darunter waren auch einfach Passanten, die in der Gegend waren. Auf Videos ist zu sehen, wie ein Polizist die Bundestagsabgeordnete Lea Reisner, an ihrer Weste klar als parlamentarische Beobachterin erkennbar,  unvermittelt ins Gesicht schlägt.

Und am Samstag wurde ein Vater, der mit einem etwa zweijährigen Kind auf dem Arm unterwegs war und lediglich eine Abstandsregel nicht eingehalten hatte, von über 6 Polizisten brutal zusamngeschlagen und festgenommen. Das Kleinkind aufgrund des Schocks wurde wohl schwer traumatisiert. Es gehört schon viel dümmliche Fantasie dazu, zu meinen, dass dieser Mann mit dem Kleinkind auf dem Arm diese Polizisten in Kampfmontur in irgendeiner Weise real bedroht haben könnte.

Und jetzt hat es den nächsten parlamentarischen Beobachter getroffen.

Einen Tag später wurden laut Polizei auf einer antimilitaristischen Demonstration im Kiez Wedding 20 Personen festgenommenen. Auch hier stellt sich die Frage, wie rechtmäßig und verhältnismäßig eigentlich? Etliche Zeugenaussagen und Videos lassen den gegenteiligen Schluss zu.

Video Ausschnitt: entgegen den Aussagen des Polizeisprechers wurden die Polizisten deutlich auf die Funktion des Festgenommenen schon vor Abtransport hingewiesen!

Unter den Festgenommenen befand sich auch der Linken-Bundestagsabgeordnete und IG Metall Mitglied Cem Ince, der als parlamentarischer Beobachter anwesend war. Er warf der Polizei vor, ihn trotz klarer Kennzeichnung gewaltsam unter Schlägen von der Demo weggezogen zu haben. „gemeinsam zogen sie mich gewaltsam an der Kapuze weg „, schrieb Ince auf Instagram. Gegen den beteiligten Polizisten wurde Anzeige erstattet.

In der Presse wurde berichtet, die Beamten hätten Ince „direkt wieder freigelassen, als sich herausstellte, um wen es sich bei ihm handelte.“ Diese Behauptung ist genauso ein Fake der Polizei (siehe Video) wie mutmaßlich auch die Aussage er habe Straftaten begangen.

„Cem Ince ist unser Mann in Berlin“

hieß es jüngst in der Ausgabe 4/2025 des IG Metall Magazins.
Cem hat vor seiner Wahl als Bundestagsabgeordneter bei VW Salzgitter gearbeitet. Hoch geschätzt bei Kolleg:innen wegen seines Standings und seiner politischen Geradlinigkeit. Die Angriffe und haltlosen Unterstellungen durch die Berliner Polizei gegen ihn sind ein Affront gegen die gesamte IG Metall, der zurückgewiesen gehört.

Cem weist darauf hin, daß generell endlich mehr öffentliche Solidarität mit den vielen unbekannten Polizeiopfern erfolgen muss, die sich gegen diese Willkür nicht so zur Wehr setzen können wie er selbst.

Daß jetzt zwei Bundestagsabgeordnete in parlamentarischer Funktion, die eigentlich Immunität besitzen, binnen einer einzigen Woche ebenfalls Opfer dieser Polizeiwillkür wurden, kann nur bedeuten, daß dies die Spitze eines Eisbergs ist und amtsanmaßende Handlungen jenseits des Gesetzes an der Tagesordnung sind. Und man muss annehmen, dass offensichtlich unabhängige von der Bevölkerung gewählte Beobachter für die Polizei unerwünschte Zeugen sind, weil sie etwas zu verbergen hat.

Die zahlreichen auffällig gewordenen Vorfälle, mutmaßlich nur die Spitze eines Eisbergs, verbunden mit den verzerrten Darstellungen und Vertuschungsversuchen der Berliner Polizei lässt ausserdem nur noch den Schluß zu, daß man deren Verlautbarungen keinerlei Glauben mehr schenken kann.

Zum Einschüchterungsritual der Polizei gehört auch, dass sie auf eine Anzeige in vielen Fällen mit einer Gegenanzeige reagiert. Oft haben sich Polizisten in ihren Aussagen gegenseitig gedeckt, die sie erst aufgrund von eindeutigen Videobeweisen haben zurückziehen mussten. Laut Polizeiaussage gegenüber dem Spiegel soll auch eine Anzeige gegen Cem erstattet worden sein, was von der zuständigen Staatswaltschaft aber nicht bestätigt wurde.

Gewerkschafter:innen und Anwohner:innen sind alarmiert. Die aktuelle Entwicklung erinnert an die unrühmliche Vergangenheit von Berlins Polizei. Gerade die Arbeitenden und organisierte Gewerkschafter:innen im Kiez Wedding haben in der Historie damit die üblesten Erfahrungen gemacht.

Erklärung von Cem Ince im Wortlaut

siehe auch Erklärung von Berliner Gewerkschafter:innen zu den Polizeiübergriffen am 12.10.2025

Titelbild : Peter Vlatten

Berliner Polizeigewalt – das neue Made in Germany? Das kostet ! Auch tausende von Arbeitsplätzen!

Israel ist durch seinen Völkermord und barbarische Gewalt nicht zuletzt gegen Frauen, Kinder, aber auch medizinisches Personal, Mitarbeiter:innen von Hilfsorganisationen usw. international in beispielsloser Weise isoliert und quasi zum Pariastaat geworden.

Allein Deutschland bekennt sich noch grundsätzlich neben den USA offen zur Politik Israels. Deutschland ist das einzige Land, dass für Israel vor dem internationalen Strafgerichtshof Partei ergreift. Noch mehr als die Regierungen aber verabscheuen weltweit die Menschen die Barbarei gegenüber den Palästinenser:innen. Noch niemals zuvor hat ein so großer Teil der Weltbevölkerung Sanktionen und Boykottmaßnahmen gegen ein Land für notwendig gehalten und gefordert wie aktuell gegenüber Israel. Laut der UN Menschenrechtsbeauftragten gibt es kein Land in der Welt, dass so massive Repressionen gegenüber Menschen ergreift, die gegen die israelischen Kriegsverbrechen protestieren und sich mit den Palästinenser:innen solidarisieren.

Die deutsche Außenpolitik

Die deutsche Treue und der Tod

Zugriff auf russisches Vermögen?

Von Klaus Dallmer

10.10.2025

Bild: Russische Zentralbank. Moskau Times


Deutschland steht in Treue fest zu seiner boomenden Rüstungsindustrie und zum mordenden Israel, obwohl die International Association of Genocide Scholars (IAGS) offiziell den Völkermord festgestellt hat.
Bei einem Land, das mittlerweile bei seinem siebten Völkermord angelangt ist (fünf eigene und zwei unterstützte: Hereros, Nama, Armenier, Vernichtungsfeldzug gegen die Völker Osteuropas, Juden, Sinti und Roma, Palästinenser), nimmt es nicht Wunder, wenn es auch stiehlt. Selbstredend stehen die Massenmorde des Kaiserreichs und der Nazis nicht auf einer Stufe mit den Massenmordunterstützungen und Massenmordvorbereitungen des modernen demokratischen Deutschland, aber gestohlen haben sie alle, Kaiserreich, Naziregime und BRD (hier sagen wir nur: Treuhand). Besonders perfide war 1938 die Kaschierung der Enteignung der Juden (7,5 Milliarden Reichsmark) durch treuhänderische Überführung in Staatsanleihen zur Kriegsvorbereitung; bei der Deportation in den Tod wurde der Raubmord dann vollendet durch Streichung der Namen der Gläubiger aus dem Schuldbuch des Deutschen Reiches (so der Historiker Götz Aly).


Nun ist die EU in argen Schwierigkeiten, will sie den Staatshaushalt der Ukraine und den Krieg zur Rückeroberung von Elsass-Lothringen – äh, des Donbas zugunsten von BlackRock und Co weiter aufrechterhalten, denn die USA zahlen da nicht mehr mit. So viele Milliarden sind in das Projekt investiert, und die herrschenden Großprofiteure wollen dafür natürlich Ergebnisse sehen, sprich: Gewinnversprechende Anlagemöglichkeiten. Je länger der Krieg dauert, desto mehr kann auch am Wiederaufbau verdient werden. Und keinesfalls darf der ukrainische Großschuldner dem westlichen Zugriff abhanden kommen. Dieser wirtschaftliche Zwang zum Kriege wird ergänzt durch die Notwendigkeit, ein glaubhaftes Vorbild zu sein für Aktivisten anderswo, die – statt ihre herrschende Klasse zu stürzen – unter den Fittichen der EU ein gutes Leben suchen und dafür Bürgerkrieg, Krieg und Zerstörung riskieren wollen. Nächster Kandidat ist da Georgien.

Es ist also dringend notwendig, den eingesetzten Milliarden neues Geld hinterherzuwerfen, und zwar in erheblich größerem Umfang. Aber wo stehlen? Die galoppierende Verschuldung für die Aufrüstung, für die die Steuerzahler haften müssen, reicht dafür nicht aus. Die Verkommenheit der regierenden Millionäre, aber auch ihre hektische Suche nach Auswegen, wird vollends deutlich durch ihre Angriffe auf die Ärmsten, auf die Bürgergeldempfänger und die Pflegebedürftigen.

Von den 300 Milliarden russischen Vermögens, die in der EU blockiert sind, hat man bisher nur die Zinsen gestohlen. Alles zu stehlen traut man sich nicht, weil andere Großinvestoren ihr Kapital aus der unsicher gewordenen EU abziehen könnten. Nun ist der deutsche Kanzler (Bundes-, nicht Reichs-) mit dem Vorschlag hervorgetreten, das blockierte russische Vermögen (un)treuhänderisch als Sicherheit für 140 Milliarden Euro „Reparationsanleihen“ einzusetzen, die zukünftig aus dem Schuldbuch gestrichen werden können, wenn Russland in Friedensverhandlungen Reparationen zustimmt. In welchem Fall wird Russland dies tun? Wenn es geschlagen ist. Dieser Diebstahl zu Siegeszwecken wird vom Vizekanzler unterstützt, der Vorsitzender einer sozialdemokratischen Partei ist.

Die Perspektive, die sich für Deutschland und die EU daraus zwangsläufig ergibt, dürfte deutlich sein. Dafür werden Paul, Kai, Ismail und Susanne dem Vaterland dienen. Dafür sollen auch weitreichende Hyperschallwaffen ab 2026 in Deutschland stationiert werden. Wie man dieses ganze zwanghafte Abenteuer gegen die stärkste Atommacht der Welt unterhalb der Atomschwelle halten kann, dazu äußern sich unsere militaristisch vorwärtsstolpernden Hasardeure nicht. Wohin soll sich der bemitleidenswerte demokratische Imperialismus denn sonst ausbreiten, wenn nicht gen Osten?

Wir erinnern uns noch: einst war die Erkenntnis verbreitet, dass Kapital immer wachsen muss, und wird nicht eine gewisse Gewinnrate erzielt, so werden die Kredite faul und die Banken brechen ein. Gaukelt man dem braven Volk aber eine äußere Bedrohung vor – die man im übrigen selbst erzeugt hat – so lässt es sich die vorgespiegelte Frechheit nicht bieten und will mit den Herrschenden gemeinsam auf die Pauke hauen. Erkenntnisse lösen sich in Luft auf. So war es beim „Ausbruch“ des Ersten und des Zweiten Weltkrieges

Eigentlich sollte es nun allgemein deutlich werden, wes Geistes Kind die Eigner des Großkapitals sind, die unsere Gesellschaft bestimmen, und wem sich die Gewerkschaften, zumindest die deutschen, sozialpartnerschaftlich weiterhin unterwerfen. Noch sind nur wenige zaghafte Ansätze der Arbeiterklasse zu sehen, mit diesem System endlich aufzuräumen.

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