Vielerorts waren nicht nur Schüler:nnen und Student:innen, sondern auch Arbeiterjugendliche unter den Demonstrierenden der Gen Z Proteste am Samstag.
In Stuttgart hatte zum Beispiel vom Mercedes Werk Untertürkheim aus die IG Metall Jugend gezielt für die Teilnahme an den Gen Z Protesten mobilisiert. In Berlin oder Sachsen waren deutlich sichtbar Mitglieder:innen von Verdi dabei.
Aber es ist noch ganz viel Luft nach oben, was die Beteiligung von Jugendlichen aus den Betrieben betrifft. Offiziell von den Gewerkschaftsorganisationen war abgesehen von Ausnahmen so gut wie gar nichts zu sehen.
Die Forderungen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für soziale Gerechtigkeit, mehr Klimaschutz sowie gegen Wehrpflicht und Aufrüstung gehören ergänzt um Forderungen gegen die Verlängerung der Arbeitszeit und gegen die Einschränkungen von Arbeitsschutz. Nicht zuletzt ist ein umfassendes Streikrecht notwendig, damit die Anliegen und Interessen von Jugendlichen und dem Gros der Bevölkerung wirksam durchgesetzt werden können.
Hier ein positives Beispiel aus Hamburg von der Jungen IG Bau.
Wir waren am 31.10. in Hamburg auf der Straẞe bei der Demonstration ,,Gen Z regelt“.
Zusammen mit an die 30.000, hauptsächlich Jugendlichen, waren wir laut und haben uns friedlich, für die berechtigten Forderungen nach mehr Geld für die Bildung und Soziales anstatt für die laufende Militarisierung, stark gemacht.
Wir als (junge) Arbeiter sind besonders von den aktuellen Haushaltskürzungen betroffen.
Denn wir sollen in Zukunft bis wir 70 Jahre alt sind, bis zu 11,25 Stunden am Tag arbeiten. Und wir sind es, die für kommende Kriege zahlen und darin sterben. Dafür wird an allen Enden gespart z.B. an unserer Bildung.
Deswegen kommt auch mit uns am 20.11. auf die Straẞe zum Internationalen Jugendstreiktag.
Das Thema Militarisierung war auf den Straẞen durchgehend präsent. Hier ein Bericht von NTV über Dresden, der auch für andere Städte passend wäre:
Immer wieder wurden in Dresden Parolen wie „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“ gerufen. Auf Plakaten forderten Teilnehmer „Bildung statt Bomben“. Ein Plakat trug die Aufschrift „Ihr habt’s verkackt – Gen Z regelt das“. Eine Gruppe von Frauen trug ein selbstgemaltes Schild mit der Aufschrift „Jung + Alt – gemeinsam gegen Bildungs- und Sozialabbau + Militarisierung“. Ein Vertreter der Schulstreikbewegung gegen eine Wehrpflicht forderte zum nächsten Streik am 20. November auf.
Da fällt einem doch der bekannte Gewerkschaftsspruch ein:
Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts!
Titelbild: Junge IG Bau Hamburg