Stoppt das Töten in der Ukraine – für Waffenstillstand und Verhandlungen!

Wer bei dem gegenwärtigen Kriegsgemetzel in der Ukraine immer noch wegschaut und auf Siegfrieden setzt, also den Rückzug des militärischen Gegners zur Voraussetzung von Waffenstillstand und Friedensverhandlungen macht, Verhandlungen auf Augenhöhe unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen aller Beteiligten strikt ablehnt oder sogar weitere eskalierende Waffen fordert, sollte sich schämen. Dem kann Leben und Gesundheit der Soldaten beider Kriegsparteien in letzter Konsequenz nichts wert sein. Der setzt sich über die elementaren Menschenrechte der Bevölkerung in den vom Krieg betroffenen Gebieten hinweg. Der reitet auf der Rasierklinge und riskiert die Kriegseskalation nach ganz Europa und weltweit. Wer nach aussen hin nur noch auf totalen Krieg setzt, verliert jede Glaubwürdigkeit, nach innen für eine solidarische Gesellschaft einzustehen. Jeder ist aufgerufen, gegen eine Entwicklung militärischer Eskalation, reiner Konfrontation und Feinddenken ein Zeichen zu setzen. Am Antikriegstag 1. September und am UN-Weltfriedenstag 21.September. Machen wir den September zu einem Antikriegsmonat! Pressenza Berlin berichtet. Wir vom „Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin“ schliessen uns der Initiative zum UN-Weltfriedenstag am 21.September an. Aber kritisch und mit klarer Kante. Wir richten uns gegen alle Seiten, die hier auf dem Rücken der Menschen ihre hegemoniale Kriegspolitik vorantreiben und zeigen vor allem den Bellezisten und Kriegsprofiteuren im eigenen Land die Rote Karte. (Peter Vlatten)

Hier unser Aufruf zum 1.September: Berliner Gewerkschafter*innen rufen auf zum. Antikriegstag 

Für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen soll es vom 18. September über den UN-Weltfriedenstag am 21. September bis zum 24. September 2023 bundesweit Antikriegsaktionen geben – ein Bündnis von mehr als zehn Friedens- und Menschenrechtsorganisationen ruft dazu auf. Der Aufruf kann von weiteren Gruppen unterzeichnet werden.

12.08.23 – Pressenza Berlin

Unter dem Motto „Stoppt das Töten in der Ukraine“ rufen die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), die globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation Attac, die internationale katholische Friedensbewegung pax christi, die Ärzteorganisation IPPNW und zahlreiche weitere Gruppen der Friedens- und Menschenrechtsbewegung zu Antikriegsaktionen auf.

Anlass ist der immer brutaler werdende Krieg gegen die Ukraine: „Wir sehen mit Schrecken den hemmungslosen Einsatz immer weiterer, teilweise sogar international geächteter Waffentypen wie Streumunition“, heißt es im Aufruf mit Blick auf die Debatte über Waffenlieferungen. Die Logik des Krieges müsse durchbrochen werden: „Vor allem die Betroffenen, die zivilen Widerstand leisten und gewaltfreie Aktionen durchführen, die desertieren oder den Kriegsdienst verweigern, brauchen unsere Unterstützung.“

Das Bündnis sieht sich an der Seite der Menschen in der Ukraine, verurteilt den russischen Angriff klar und fordert Wladimir Putin zum Rückzug seines Militärs auf: „Russland hat diesen Krieg begonnen. Russland kann ihn jederzeit beenden.“ Auch an die Öffentlichkeit in Deutschland richten sich Forderungen im Aufruf: „Wir befürchten, dass der einseitige Fokus auf militärische Unterstützung in Deutschland den Blick auf wichtige zivile Handlungsoptionen verstellt. Dazu gehören humanitäre Hilfe, die Unterstützung von Verhandlungen über Schritte zu einem Waffenstillstand und die Vorbereitungen für eine neue Friedensordnung in Europa.“ Es gelte „der Gewalt so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten.“

Das Bündnis ruft alle Friedensbewegten, die den Aufruf teilen, in der Woche vom 18. bis 24. September 2023 zu gewaltfreien und vielfältigen Protesten gegen den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, für das Durchbrechen der Gewaltspirale, für einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen sowie gegen das Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung auf. Der 21. September 2023 – der UN-Weltfriedenstag – solle ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein.

Neuer Krieg in Afrika? "Ecowas-Staaten stellen Eingreiftruppe für Einsatz in Niger zusammen". Hier unser Beitrag zur aktuellen Entwicklung "Putsch in Niger - Blick hinter die Kulissen"

Eine Liste der geplanten Proteste, den vollständigen Aufruf sowie Materialien gibt es auf der Aktionswebsite: www.stoppt-das-toeten.de

Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die gesamte Ukraine, der seit dem 24. Februar 2022 zu hunderttausenden Toten und Verletzten sowie Millionen Geflüchteten geführt hat.

Abertausende von weiteren Menschen drohen diesem Krieg zum Opfer zu fallen. Aus Russland gibt es immer wieder Drohungen, den Krieg mit dem Einsatz von Atomwaffen weiter zu eskalieren. Wir sehen mit Schrecken den hemmungslosen Einsatz immer weiterer, teilweise sogar international geächteter Waffentypen wie Streumunition. Zivile Ziele werden unter Missachtung des Kriegsvölkerrechts bombardiert und der globale Hunger als Waffe instrumentalisiert. Dieser Krieg verursacht auch schwere Schäden an der Umwelt und konterkariert den Kampf gegen die Klimakrise. Deshalb gilt es, der Gewalt so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten. Russland hat diesen Krieg begonnen. Russland kann ihn jederzeit beenden.

Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine. Wir erkennen das völkerrechtlich verbriefte Recht auf Selbstverteidigung an. Die Logik des Krieges muss durchbrochen werden. Vor allem die Betroffenen, die zivilen Widerstand leisten und gewaltfreie Aktionen durchführen, die desertieren oder den Kriegsdienst verweigern, brauchen unsere Unterstützung.

In unserem Bündnis wie in der Gesellschaft sind unterschiedliche Positionen zu Waffenlieferungen an die Ukraine vertreten. Die Lieferung von immer mehr Waffen erfüllt uns mit großer Sorge. Ihr Einsatz, darunter völkerrechtlich geächtete Streumunition, trägt zum Leid der Zivilbevölkerung und zur zunehmenden Eskalation des Krieges bei! Wir befürchten, dass der einseitige Fokus auf militärische Unterstützung in Deutschland den Blick auf wichtige zivile Handlungsoptionen verstellt. Dazu gehören humanitäre Hilfe, die Unterstützung von Verhandlungen über Schritte zu einem Waffenstillstand und die Vorbereitungen für eine neue Friedensordnung in Europa.

Wir fordern:

  • diplomatische Initiativen durch die Bundesregierung, die EU, die Vereinten Nationen, die OSZE und andere.
  • einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unter Einbeziehung aller relevanten Akteur*innen.
  • den vollständigen Rückzug des russischen Militärs aus der Ukraine.
  • alles zu tun, um einen Atomkrieg zu verhindern, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag durchzusetzen und jede nukleare Teilhabe zu beenden.
  • Schutz durch humanitäre Visa und Asyl für alle Menschen, die sich dem Krieg entziehen möchten.
  • den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, um keine weitere Finanzierung des Krieges zu ermöglichen und die Klimakatastrophe abzuwenden.

Krieg und Besatzung bedeuten Tod, Gewalt, Flucht, Vergewaltigung und Folter für die unmittelbar Betroffenen. Sie bedeuten auch Nahrungsmittelknappheit, Hunger und Armut für die mittelbar Betroffenen, vor allem in Ländern des Globalen Südens. Eine Erhöhung der Rüstungsausgaben, militärische “Sondervermögen”, Drohungen und weitere Eskalation dürfen keine Antworten darauf sein.

Wir sind uns der Anteile westlicher Politik am Unfrieden in der Welt bewusst, verurteilen sie und wirken ihnen entgegen. Die viel zu oft konfrontative Politik der NATO, die unfaire Wirtschafts-, Energie- und Handelspolitik und die Aufrüstung auf allen Seiten müssen ein Ende finden.

Sicherheit und Frieden für alle können nur gemeinsam und nicht gegeneinander erreicht werden. Das Völkerrecht muss dabei höher stehen als die Machtinteressen einzelner Staaten. Stoppt das Töten in der Ukraine! Für Waffenstillstand und Friedensverhandlungen!

Werdet aktiv für eine friedlichere Welt!

Wir rufen vom 18. September über den UN-Weltfriedenstag am 21. September bis zum 24. September 2023 zu gewaltfreien und vielfältigen Protesten gegen den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, für das Durchbrechen der Gewaltspirale, für einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen und gegen das Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung auf, mit dem Deutschland bald einen der größten Rüstungsetats der Welt hätte. Der 21. September 2023 soll ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein!

Wer wir sind

Wir sind ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und sind solidarisch mit allen Menschen, die sich gegen Krieg einsetzen. Wir laden alle Menschen ein, die sich gegen den Krieg und gegen Aufrüstung einsetzen möchten!

Für Menschen und Gruppen aus dem nationalistischen und antidemokratischen Spektrum ist auf unseren Aktionen kein Platz. Ebenso erteilen wir Menschen und Gruppen eine Absage, die Journalist*innen gewaltsam angreifen, Verschwörungsmythen anhängen oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie etwa Rassismus, Antisemitismus und Sexismus verbreiten.

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Das Original ist auf unserer Partnerseite Pressenza am 12.8.2023 erschienen: Stoppt das Töten in der Ukraine – für Waffenstillstand und Verhandlungen!

Afrikas Jugend will Selbstbestimmung – ein Kommentar

Afrikas Jugend wird selbstbewusst und will die Selbstbestimmung.

Einn kritischer Kommentar zur neokolonialen Situation Afrikas aus dem Blickwinkel außerhalb der „westlichen Wertegemeinschaft“ von unserer vietnamesischen Korrespondentin Cathrin Carras.(Peter Vlatten)

Cathrin meint :

Wen wundert es eigentlich wirklich, dass sich Afrika mehr und mehr gegen Europa im Allgemeinen und die Ex-Kolonialmaechte im Speziellen auflehnt? Wie die Reaktionen aus Europa zeigen, sitzt man dort immer noch auf dem hohen Ross und verkennt in unendlicher Arroganz und Ignoranz, dass die Musik schon laengst woanders spielt.

Das Thema der Ausbeutung afrikanischer Laender endete eben nicht mit dem Ende des Kolonialismus, wie viele Europaeer gerne glauben. Die Strukturen der Ausbeutung, die damals von den Kolonialherren gelegt wurden, funktionieren noch heute. Natuerlich auch mit wesentlicher Hilfe und freundlicher Unterstuetzung durch korrupte einheimische Politiker.

Niger und andere afrikanische Laender werden also weiterhin von Frankreich arm gehalten. Und in Europa glaubt man gerne das Maerchen, die Bevoelkerung dieser Laender waere an ihrer Armut eigentlich selber Schuld. Nach Daten der Weltbank lebt fast die Haelfte der rund 30 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Niger in extremer Armut, 70 Prozent der Kinder unter 14 Jahren muessen arbeiten, die grosse Mehrheit kann weder lesen noch schreiben., nur 20 Prozent haben Zugang zu elektrischem Strom. Das an Bodenschaetzen reiche Land wurde ohne Ruecksicht auf die Lebensverhaeltnisse der Menschen zum Rohstofflieferanten des Westens degradiert. Aehnlich verarmt sind die beiden Ex-Kolonien Mali und Burkina Faso.

Letzte Meldung 10.8.  : "Ecowas-Staaten stellen Eingreiftruppe für Einsatz in Niger zusammen". Hier unser Beitrag zur aktuellen Entwicklung "Putsch in Niger - Blick hinter die Kulissen" 

Diese Armut macht fassungslos. Junge Afrikanerinnen und Afrikaner haben keine Perspektive im eigenen Land. Dass gerade die jungen Menschen sich endlich dagegen auflehnen, ist eigentlich eine ganz logische Folge des westlichen Neokolonialismus. Wenn sich weite Teile Afrikas vom Westen lossagen, ihre Geschicke in die eigenen Haende nehmen und der Erkenntnis folgen, dass sie ihren natuerlichen Reichtum an wertvollen Ressourcen nicht laenger gegen Glasperlen und karge Rationen der Welthungerhilfe eintauschen wollen, dann ist ein erster – wenn auch kleiner – wichtiger Schritt getan, um den Menschen vor Ort ganz neue Chancen zu eroeffnen.

Beitrag Cathrin Carras, FB 10.8.2023, wir danken für die Publikationsrechte

Tödliche „Erntehelfer“

Erntehelfer“ nannten die USA das tödliche Gift, dass sie zehn Jahre lang über ganz Vietnam versprühten. Ganz so wie sie der Atombombe über Hiroshima den „niedlichen“ Namen „little boy“ gaben. Beide Ereignisse eine humane und ökologische Katastrophe. Die Folgen spüren die Menschen auch heute nach vielen Jahrzehnten noch. Bezüglich Zynismus und Verharmlosung ihrer Kriegsmaschinerie waren und bleiben die USA unschlagbar. (Peter Vlatten)

Tödliche „Erntehelfer“

Ein Beitrag von Cathrin Carras, Vietnam 9.August 2023

Am Anfang fielen die Blaetter von den Baeumen. Reispflanzungen gingen ein, der Dschungel verdorrte. Spaeter starben die Menschen. Vor 62 Jahren, am 10. August 1961, begannen die US-Streitkraefte in Vietnam mit der Operation, die den zynischen Namen Ranch Hand (Erntehelfer) trug, der großflaechigen Verspruehung von dioxinverseuchten Entlaubungsmitteln.. Die Rueckzugswege der Nationalen Befreiungsfront sollten auf diese Art fuer amerikanische Luftangriffe offengelegt, den Reisbauern die oekonomische Grundlage entzogen werden. Seit 2009 wird der 10. August in Vietnam als Orange Day begangen. Kein Feier-, sondern ein Gedenktag fuer die Opfer.

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Lese auch zu dieser Thematik : Mahnwache gegen Streubomben - der Protest formiert sich! 

Zehn Jahre dauerte der militaerisch-chemische Grossfeldversuch am lebenden Objekt. Nach zehn Jahren hatten die Vereinigten Staaten in 9.495 dokumentierten Einsaetzen rund 90 Millionen Liter Agent Orange versprueht, drei Millionen Hektar Regenwald und Reisfelder vernichtet sowie 26.000 Doerfer verseucht. Fuenf Millionen Vietnamesen kamen mit Agent Orange in Beruehrung. Drei Millionen von ihnen erkrankten in der einen oder anderen Form. Auch heute, mehr als 50 Jahre nach Ende des Agent-Orange-Einsatzes, leiden und sterben Menschen an den Langzeitfolgen. Neugeborene mit deformierten Schaedeln, ohne Augen und Nase, mit fehlenden oder missgebildeten Organen, junge Frauen um die 20 mit vom Krebs zerfressenen Gebaermuettern, Kriegsveteranen und einfache vietnamesische Bauern, die – oft Jahre nach dem Kontakt mit Agent Orange – an boesartigen Tumoren sterben. Seit Ende des Krieges wurden und werden, auch heute noch in der dritten Nachkriegsgeneration, mehr als 150.000 Kinder mit Missbildungen geboren.

erschienen auf FB, 9.8.2023, wir danken für die Publikationsrechte

Foto Titelbild Cathrin Carras

Aktuell Putsch in Niger - Krieg um Afrika 

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