Sagt Nein „zu jeglicher sexualisierter Gewalt!“ in Kriegen!

Die Friedensstatue Ari in Berlin Moabit ist seit Jahren ein Symbol gegen sexualisierte Gewalt in Kriegen.

Sie erinnert ursprünglich an eines der dunkelsten Kapitel Japans und an das brutale Schicksal der Trostfrauen im asiatisch pazifischen Krieg. Japan möchte über seine Kriegsverbrechen einen Mantel des Schweigens ausbreiten. Die Statue in Moabit ist dabei ein Dorn im Auge. Seit seinem Japanbesuch macht Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner massiv Druck auf den zuständigen Bezirk, dass die Friedenstatue Ari entfernt wird.

Foto: Dong-Ha Choe

Die Statue ist auch ein Lernort. Mit ihr verbunden ist ein erfolgreiches Aufklärungsprojekt generell gegen sexualiserte Gewalt in Kriegen, insbesondere gegen Frauen. Es finden Bildungsangebote für Schüler und Jugendliche statt und Veranstaltungen mit verschiedenen Opfergruppen sexualisierter Gewalt.

Das unter internationaler Beteiligung viel beachtete Projekt wurde bisher vom „Projektfonds Kulturelle Bildung der Berliner Landesregierung“ finanziell gefördert. Doch nun wird diese Unterstützung abrupt gestoppt. Recherchen von TAZ und RBB ergaben, dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner auch hier entgegen allen Anstands beim zuständigen Beirat, der über die Geldvergabe „politisch unabhängig“ entscheiden soll, persönlich interveniert hat. Ausserdem soll laut TAZ seitens der japanischen Botschaft versucht worden sein, Beiratsmitglieder mit Bestechungsessen zur Ablehnung zu bewegen. Die vielsagende Begründung: durch das Aufklärungsprojekt und die Statue würden „antijapanische Gefühle eingepflanzt“. Das erinnert doch stark an die aktuelle absurde Argumentation, dass mit dem Protest gegen die Völker- und Menschenrechtsverletzungen Israels, nicht zuletzt auch gegen dort ausgeübte sexuelle Gewalt, „Antisemitismus“ verbreitet würde. Was sonst noch hinter den Kulissen so läuft, wissen wir nicht. „Berlin verkommt zur Bananenrepublick“, meinte ein Beobachter. Alles „Hässliche“ am eigenen Kriegsverhalten soll wohl wegretouschiert werden.

Schon im Juni schrieben wir dazu: „Aber Kai Wegner macht Druck. Unser Eindruck. Eine allgemeine abstrakte Mahnung, die an das Unrecht gegen Frauen in Kriegen erinnert, könne man ja machen. Aber bitte nicht konkret, wo die eigene weiße Weste oder die einer verbündeten Nation beschmutzt werden könnte. Die eigenen Verantwortlichen und Täter sollen nicht benannt werden. Das erinnert an Wegners Haltung im aktuellen Nahostkonflikt. Kriegsverbrechen begehen immer nur die anderen, nie die eigene Kriegspartei. Die muss geschützt werden, nicht die Opfer und Frauen.“[1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/berlins-regierender-buergermeister-stellt-friedensstatue-gegen-sexualisierte-gewalt-gegen-frauen-in-kriegen-zur-disposition/

SAVE ARI! Die Friedensstatue muss bleiben! Die Finanzierungsunterstützung für das mit ihr verbundene Lernprojekt ist sicherzustellen!

Es hat sich inzwischen ein breiter langatmiger Protest formiert, getragen vom Koreaverband e. V., von etlichen Frauengruppen und Friedensgruppen, Gewerkschafter:innen und Kiezbewohner:innen. Neben linken Medien wie Pressenza , nd [2]https://www.pressenza.com/de/2024/08/die-friedensstatue-ari-ein-universelles-denkmal-ueber-die-ehrung-der-trostfrauen-hinaus/ [3] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1184277.kolonialismus-friedensstatue-arbeit-mit-ari-gecancelt.html und uns haben nun auch RBB und TAZ das Thema aufgegriffen und begonnen, breit über den Skandal zu berichten. [4]https://taz.de/Japan-veraergert-ueber-Erinnerungspolitik/!6025170 [5]https://taz.de/Trostfrauen-Mahnmal-in-Berlin/!6025173 [6] … Continue reading

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin, Arbeitskreis Internationalismus IG Metall Berlin und die DGB Kreisverbände Berlin Mitte sowie Berlin Tempelhof Schöneberg erklären sich solidarisch, und fordern energisch den Erhalt der Statue! [7]https://berlin.dgb.de/kreisverbaende/mitte/++co++505e2ef4-3fdf-11ef-b0c4-5f87447e5478

Die juristischen Gründe, die Statue dürfe ohne öffentliche Ausschreibung und Wettbewerb nicht weiter stehen bleiben, wirken vorgeschoben. Denn warum organisiert man dann diesen Wettbewerb nicht, und zwar unter öffentlicher Kontrolle, und bewirbt nicht vorrangig genau diese Statue? Spätestens die mit „mafiosen“ Methoden durchgesetzte Streichung der Gelder für das begleitende Lernprojekt zeigt ganz deutlich, dass diese formal juristischen Gründe nur eine billige Ausrede sind. Es geht in Zeiten der „Kriegstüchtigkeit“ eben darum, die Stimmen der Opfer, wenn sie die eigene Kriegspartei oder verbündete Nationen betreffen, zum Schweigen zu bringen.

Insbesondere Wegner und seine CDU hoffen insgeheim darauf, dass der Skandal wieder aus den Schlagzeilen verschwindet!
Machen wir einen Strich durch diese Rechnung.

Kommt zahlreich zur nächsten Protestkundgebung am Mittwoch, 17 Uhr, vor der Friedensstatue, Ecke Birkenstrasse/Bremerstrssse, Berlin Moabit!

Fordern wir Kai Wegner und die Berliner CDU auf, damit aufzuhören, sich schützend vor Kriegsverbrecher und sexualiserte Gewalt zu stellen und die konkrete Aufklärung darüber zu behindern! Fordern wir den ganzen Senat und alle Abgeorndeten auf, ihr Schweigen dazu zu brechen und den Schutz insbesondere von Frauen gegen sexualisierte Gewalt aktiv zu fördern! Kriegsverbrecher müssen konkret beim Namen genannt werden, damit ihre Verbrechen eingedämmt werden!

GAZA NICHT VERGESSEN

Nicht Weggucken! Nicht schweigen! Weiter protestieren!

Auch nach 10 Monaten nicht nachlassen! Sowenig wie Bombardement, Erschiessungen, Folter [1]u. a. laut ARD Monitorreport und nach aktuellen Informationen [2]laut Hareetz,und https://m.youtube.com/watch?v=LlqCLyCgw8Q#bottom-sheet auch systematische Vergewaltigungen durch Israels Armee und Sicherheitsbehörden nicht aufhören.

Kommt morgen am 10. August 17 Uhr

Oranienplatz, Berlin Kreuzberg

Um zu protestieren, um zu trauern, um aufzuklären!

Bis die Forderungen nach Waffenstillstand und Aufhebung der Blockademaßnahmen erfüllt sind. Bis Deutschland seine Unterstützung für Israels Politik eines mutmaßlichen Völkermords und einer völkerrechtswidrigen Besatzung einstellt.

Israel schert sich nicht um die Auflagen des internationalen Gerichtshofs, alles zu unterlassen, was zu einem Völkermord führt. Der Westen gibt der rechtsradikalen israelischen Regierungn in letzter Konsequenz volle Rückendeckung. Der CDU Sicherheitspolitiker Kiesewetter fordert erneut dazu auf, deutsche Soldaten an der Seite Israels in diesen völkerrechtswidrigen Krieg zu schicken.

Die Bundesregierung hat nun am Dienstag offiziell beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beantragt, keine Haftbefehle gegen Netanyahu und andere israelische Offizielle zu erlassen. Der Chefermittler des IStGH, der auch Haftbefehle gegen Führer der HAMAS, die für das Massaker am 7. Oktober verantwortlich zeichnen, beantragt hat, wirft Israels Führung Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen vor. Deutschland argumentiert, das Gericht müsse Israel Zeit einräumen, erst selbst wegen der Vorwürfe zu ermitteln.

Der ehemalige Vorsitzende vom Human Rights Watch Kenneth Roth fragt: „Warum sollte die deutsche Regierung vorschlagen, dass das Gericht eine israelische Untersuchung abwarten soll, wenn es keinen Hinweis darauf gibt, dass sie jemals stattfinden wird?“

Ausserdem, seit wann sollen Verbrecher selbst über sich urteilen können? Und warum gestattet dann die Bundesregierung nicht auch HAMAS, über sich selbst zu Gericht zu sitzen? Wieder einmal zweierlei Maß. Absurde Doppelmoral.

Das Killing des Verhandlungsführers der HAMAS in Teheran hat alle Verhandlungen über eine Beendigung des Kriegsgeschehens, aber auch zur Freilassung der israelischen Geiseln zum Stocken gebracht. Die Lage im Nahen Osten kann jederzeit zu einem großen Krieg explodieren.

Mehr noch. Wer in Deutschland die Umsetzung der Auflagen und Forderungen der internationalen Gerichtsbarkeit und der UN Institutionen nachdrücklich einfordert, muss damit rechnen, als Antisemit diffamiert und gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden.

Zuerst hat es in Berlin besonders die Kulturszene getroffen, dann den Wissenschaftsbetrieb. Selbst Jüd:innen, die sich mit Palästina solidarisch zeigen, sind immer wieder unverhältnismäßigen Übergriffen der Polizei ausgesetzt.

Weltweite Proteste dagegen, auch die von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, werden einfach ignoriert.

Laut aktuellem Deutschland Trend der ARD lehnen inzwischen 68 % der Deutschen jedwede militärische Unterstützung Israels ab. Dazu gehören auch Waffenlieferungen. Nur noch 19% sind dafür.

Die Menschen in Deutschland haben wohl mehr aus dem Holocaust gelernt als das Gros der im Bundestag vertretenen Parteien.

Kommt morgen am 10. August 17 Uhr zum Oranienplatz, Berlin Kreuzberg

References

References
1 u. a. laut ARD Monitorreport
2 laut Hareetz,und https://m.youtube.com/watch?v=LlqCLyCgw8Q#bottom-sheet

SWP rechtfertigt Stationierung von US-Mittelstreckenraketen: “Keine großen zusätzlichen Risiken”

Die vom Kanzleramt finanzierte Stiftung springt Scholz mit interessanter Begründung bei: “Als logistische Nato-Drehscheibe mit vielen US-Basen ist Deutschland schon heute ein prioritäres Ziel für russische Abstandswaffen.” Da machen ein paar Raketen mehr auch nicht viel aus.

Von Florian Rötzer

Bild: Das mobile Mid-Range Capability (MRC) für Tomahawk-Raketen, das auch SM-6-Raketen abfeuern kann. Eine solche Batterie mit 4 Abschussrampen und einem Kontrollzentrum wird wohl als Teil der Multi-Domain Task Force (MDTF) auch nach Deutschland verlegt. Bild: US Army

Die geplante Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland wurde von Bundeskanzler Scholz scheinbar im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und der davon abgeleiteten russischen Bedrohung ohne Einbeziehung des Parlaments verkündet. Die Einrichtung der Multi-Domain Task Force (MDTF) in Deutschland mit verschiedenen Raketentypen war spätestens im April 2021, also vor dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine, beschlossen worden, mit der Einrichtung wurde Ende des Jahres in der Clay Kaserne begonnen (Video der Eröffnungszeremonie mit den grotesken militärischen Ritualen).

Das Konzept zur Einrichtung von 5 MDTFs mit Hyperschall-Langstreckenraketen, Mittelstreckenraketen und HIMARS mit Abteilungen für Aufklärung, Cyberwar, Elektronische Kriegsführung und Weltraum gegen Russland und China stammt aus dem Jahr 2017. Damals wurde die erste in den USA „aktiviert“, die offenbar ab 2023 einsatzbereit war. Als zweite war die MDTF in Deutschland mit einem Teil der Einheiten in New York, geplant, zudem eine in der Arktis (auch gegen Russland) und zwei im indopazifischen Raum gegen China, eines wurde bereits 2023 „aktiviert“. Soldat und Technik schrieb im April 2021: „Die Army hatte bereits 2019 für 2021 die Aufstellung einer Multi-Domain Task Force in Europa angekündigt, nachdem Erfahrungen mit der in 2017 aufgestellten MDTF in den USA gesammelt und ausgewertet worden waren.“

Die Wissenschaftler Jonas Schneider und Torben Arnold von der angeblichen unabhängigen, aber vom Bundeskanzleramt finanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik sahen sich bemüßigt oder waren beauftragt, die während des Nato-Gipfels verkündete Entscheidung, amerikanische Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren, zu rechtfertigen. Das betonten die beiden Autoren bereits im Titel ihrer Veröffentlichung: „Gewichtig und richtig“. Auch Claudia Major, ebenfalls bei der SWP tätig, hatte bereits erklärt, dass Angriffskapazitäten, die weit nach Russland hineinreichen, wichtig seien (“Im Ernstfall müssen Nato-Staaten auch selbst angreifen können”).

Präventive Angriffsmöglichkeiten

Im Unterschied zum schon länger zurückreichenden Konzept der MDTFs versuchen die Autoren, die Stationierung durch den Krieg in der Ukraine plausibel zu machen. Russland setze im Krieg nicht nur zahlreiche ballistische Raketen und Marschflugkörper ein, sondern nehme auch „hohe Kosten und Risiken“ hin. Damit gewissermaßen Moskau nicht übermütig werde, müsse man aufrüsten, das schrecke doch ab und schaffe mehr Sicherheit, so die etwas simple, leider bei den westlichen Regierungen derzeit verbreiteten Logik der Wissenschaftler.

Wie Major wird präventiv argumentiert, was heißt, dass russische Stellungen angegriffen werden sollen, bevor von diesen Raketen oder Marschflugkörper gestartet werden. Das ist gleichbedeutend damit, dass sich Russland bedroht sehen muss und entsprechend aufrüstet bzw. präventiv agiert: Die amerikanischen Mittelstreckenraketen sollen „jene russischen Deep-Strike-Fähigkeiten, welche die Allianz auf Distanz halten sollen, ins Fadenkreuz nehmen (hold at risk) und eventuell zer­stören, bevor sie auf Nato-Gebiet feuern. Verlöre der Kreml diese Systeme, da sie zerstört oder abgezogen wurden, würde es der Nato erleichtert, den Angriff zurückzudrängen. Dies soll Russland von vornherein abschrecken, Nato-Länder anzugreifen.“ Solche Strategien mögen einerseits abschreckend wirken, fördern aber andererseits das Wettrüsten und machen die Situation riskanter – auch für Deutschland.

Ein paar Raketen mehr sind kein Problem

Interessant ist, wie das Risiko heruntergeredet wird. Eingeräumt wird zwar, dass der Kreml die amerikanischen Mittelstreckenraketen als „legitime Ziele“ betrachten könne, was im Klartext bedeutet, dass sie angegriffen werden könnten, was in einem Russland-Nato-Konflikt naheliegt. Aber wir Deutschen brauchen uns nicht zu sorgen, wir sind nach den Autoren eh schon primäres Ziel. Das Argument sollte schon vor der Stationierung der Mittelstreckenraketen beunruhigen: „Putin sieht Berlin ohnehin als Gegner. Als logistische Nato-Drehscheibe mit vielen US-Basen ist Deutschland schon heute ein prioritäres Ziel für russische Abstandswaffen, wenn Moskau die Nato im Kriegsfall auf Distanz halten will. Neue US-Flugkörper verschärfen diese Lage nicht signifikant.“

Sollte das Kritik an den Aufrüstungsplänen wirklich entkräften? Und was heißt signifikant in diesem Zusammenhang? Wäre nicht im deutschen Interesse eher,  das bereits bestehende Risiko signifikant zu mindern? Gleichwohl wird behauptet, um Forderungen abzuweisen, amerikanische Mittelstreckenraketen wie in den 1980er Jahren auch in anderen Ländern zu stationieren, dass es „eine deutsche Sonderlage … seit 1990 nicht mehr“ gibt.

Versichert wird, dass es sich nur um „konventionelle“ Raketen handele, da die Tomahawk-Raketen mit einem Nuklearsprengkopf seit 2011 nicht mehr genutzt würden. Es gebe also nicht die Gefahr, dass Russland wegen der kurzen Vorwarnzeiten aus Ungewissheit Atomwaffen einsetze. Und schön ist auch das Argument, um russische Befürchtungen zu entkräften, dass die amerikanischen Hyperschallraketen „entwaffnende Präzisionsschläge führen und so Russlands nukleares Vergeltungspotential an Land in großem Umfang zerstören oder seine politischen Führungszentren auf einen Schlag ausschalten“ könnten. Es würden „wohl“ nur vier Abschussrampen stationiert, die jeweils 2 Raketen abfeuern können: „Die Rampen sind zwar nach­ladbar, aber die (geheime) Gesamtzahl der teuren Flugkörper müsste relativ klein sein.“ Damit wäre die doch beabsichtigte Abschreckungswirkung reduziert.

Wie Berlin der russischen Propaganda begegnen sollte

Russland würde daher mit „Propaganda und Desinformation“ reagieren, um die Stationierung zu verhindern, was der Nato und den SWP-Autoren natürlich völlig fern liegt. „Gewiss ist nicht jede hierzulande geäußerte Kritik an der Stationierung der Mittelstreckenwaffen russische Propaganda“, schreiben die Autoren gönnerhaft, suggerieren aber, dass sie zumindest im Verdacht steht. Umgekehrt könnte man auch formulieren: „Gewiss ist nicht jede hierzulande geäußerte Rechtfertigung der Stationierung der Mittelstreckenwaffen Nato-Propaganda.“

Es wird auch Hilfe zur Entkräftigung der russischen Propaganda geboten, die aber voraussetzt, dass man der Nato-Propaganda völlig vertraut: „Der Kreml-Propaganda sollte Berlin entgegenhalten, dass die Stationierung eine Reaktion auf Russland und kein Selbstzweck ist.“ Warum eigentlich wird hier von Selbstzweck gesprochen, es ginge wohl eher um Eskalation, Aufrüstung oder Bedrohung?

Dazu könnte nach den Autoren ein Vorschlag zur Rüstungskontrolle kommen, um das – für wen? – glaubhafter zu machen. Der hat es in sich. Es geht um die Stationierung amerikanischer Raketen in Deutschland und russischer Raketen auf russischem Territorium, nicht etwa auf Kuba. Abgesehen davon besticht der Abrüstungsvorschlag, weil er selbst schon deutlich macht, warum dies für Russland nicht annehmbar wäre: „Wenn Moskau durch die Einigung das Gros seiner A2/AD-Kapazität verlöre, bräuchte Europa auch weniger ‚Gegenmittel‘. Bei den verbleibenden see- und luftgestützten Abstandswaffen wäre Nato-Europa im Vorteil. Auch hätten die USA dann mehr bodengestützte Mittelstreckensysteme für Ostasien zur Verfügung, wo das Ungleichgewicht zugunsten Chinas noch größer ist.“

Erstveröffentlicht im Overton magazin v. 4.8. 2024
https://overton-magazin.de/top-story/swp-rechtfertigt-stationierung-von-us-mittelstreckenraketen-keine-grossen-zusaetzlichen-risiken/

Wir danken für das Publikationsrecht.

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