Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg, 6. Februar internationaler Kampftag
Statement der USB Unione Sindicale Di Base, 30.01.2026
Mit der Online-Konferenz vom 27. Januar haben die fünf Gewerkschaftsorganisationen, die die Hafenarbeiter vertreten, Enedep aus Griechenland, Lab aus dem Baskenland, Liman-Is aus der Türkei, ODT aus Marokko und USB Lavoro Privato aus Italien, den Kampftag der Hafenarbeiter am 6. Februar unter dem Motto „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg” bestätigt.
Der Protest wird in 21 der größten und wichtigsten europäischen und mediterranen Häfen wie Bilbao, Tanger, Piräus, Mersin, Genua, Livorno, Triest, Ancona und Civitavecchia und anderen stattfinden. In den letzten Tagen haben sich auch Arbeiter der Häfen von Hamburg und Bremen angeschlossen, und auch in den Vereinigten Staaten werden in verschiedenen Hafenstädten Mobilisierungen und Initiativen organisiert. Eine gemeinsame und koordinierte Aktion, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat, an der sich Solidaritätsbewegungen und -verbände beteiligen. Nächste Woche werden wir einen vollständigen Überblick über die Initiativen veröffentlichen, die am 6. Februar weltweit stattfinden werden.
Die Hafenarbeiter senden ein starkes Signal der internationalen Solidarität gegen die Militarisierung der Häfen, den immer noch andauernden Völkermord in Palästina, den Waffenhandel und den Wettlauf zum Krieg, den wir derzeit erleben. Ein starkes Signal gegen den Imperialismus und die Verletzung des Völkerrechts und zur Verteidigung der Selbstbestimmung der Völker.
Im Mittelpunkt des Protests stehen die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer. Die Kriegswirtschaft hat bereits unsere Löhne gekürzt, unsere Rechte ausgehöhlt und wichtige öffentliche Dienstleistungen zerstört. Die Verlagerung wirtschaftlicher Ressourcen auf Rüstung und Kriegsindustrie wirkt sich direkt auf die Löhne und Arbeitsbedingungen aus, verlängert die Arbeitszeiten und erschwert die Möglichkeit, unsere Arbeit als schwere Arbeit für die Renten anzuerkennen.
Am 6. Februar ist außerdem der Tag der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Die Anwesenheit der faschistischen Miliz der ICE ist ein provokatives Signal, das wir für inakzeptabel halten. Aus diesem Grund werden wir aus Solidarität mit der Bevölkerung von Minnesota und anderen Bundesstaaten, die gegen Abschiebungen und Tötungen protestieren, in Mailand sein und gemeinsam mit Chris Smalls, dem Gründer der unabhängigen Gewerkschaft bei Amazon in den USA, ab 14.30 Uhr auf der Piazza Gaza „ICE OUT” rufen.
23. Januar, Minnesota, USA: regionale Streiks und Massenproteste gegen ICE-Migrationspolizei
Eine wütende Welle der Empörung bringt seit Tagen zehntausende auf die Straßen von Minneapolis und anderen Städten des US-Bundesstaats Minnesota. ICE-Agenten hatten am 24. Januar Alex Pretti, einen 37-jährigen Intensivkrankenpfleger und mutigen Gewerkschafter von AFGE Local 3669 erschossen, als er sich schützend vor eine Frau stellte. Zeugen berichteten, dass vier ICE-Agenten zehnmal auf den am Boden liegenden Alex Pretti schossen – es war eine Hinrichtung. Kurz zuvor hatten ICE-Migrationsbullen den 5-jährigen Liam Conejo Ramos auf dem Heimweg von der Schule gefangen und zusammen mit seinem Vater in ein Internierungslager in Texas gebracht. Am 7. Januar tötete ein Agent der US-Einwanderungsbehörde ICE Renee Nicole Good in Minneapolis. Good hatte gerade ihren sechsjährigen Sohn zur Schule gebracht, als sie auf diese ICE-Agenten traf, die ihr in ihren Kopf schossen als sie ihr Fahrzeug wendete und dann behaupteten, in Notwehr gehandelt zu haben. Trump und seine Handlanger haben die getötete Frau als „einheimische Terroristin“ („domestic terrorist“) beschimpft. Die junge Mutter Renee Good wurde in der Nähe des Ortes erschossen, an dem der Polizist Derek Chauvin in Minneapolis vor fast sechs Jahren George Floyd tötete.
Gewerkschaften rufen am 23. Januar zu regionalen Streiks auf
Empörend ist ein viel zu schwaches Wort, um das Geschehen in Minneapolis zu beschreiben – den jüngsten tödlichen Meilenstein in Trumps Anti-Einwanderer-Terrorkampagne, während seine ICE-Schergen von Los Angeles bis New York und überall dazwischen Immigranten festnehmen und ihre Unterstützer brutal misshandeln. ICE-Agenten sind angeheuerte Freiwillige: Kopfgeldjäger, mehr als 10 private Sicherheitsfirmen und auch Nazis von den „Proud Boys“.
Beschäftigte sind ihnen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Briefträger organisierten im Dezember eine Kundgebung, um ICE-Beamte von zwei Postparkplätzen in Süd-Minneapolis zu vertreiben. Die Beschäftigten der ATU Metro Transit fordern ICE auf, die Behinderung des Busverkehrs einzustellen, nachdem es am 10. Januar zu einer gewaltsamen Festnahme an einer Bushaltestelle und im vergangenen Dezember zur Inhaftierung eines somalisch-amerikanischen Metro-Transit-Mitarbeiters gekommen war.
„Sie steigen in die Busse von Metro Transit“, sagte Busfahrer Ryan Timlin, ein Gewerkschaftsvertreter der ATU Local 1005. „Es wird schon so weit, dass Türen eingetreten werden. Sie tun einfach alles, um die Leute rauszuholen. Man nennt das hier in den Vereinigten Staaten eine demokratische Gesellschaft – in Minneapolis fühlt es sich nicht so an. Es ist ein Albtraum. In der Werkstatt, in der ich in South Minneapolis arbeite, gibt es viele Ostafrikaner. Unsere Kollegen laufen mit Pässen herum, besonders die Somalier, die Trump ja so sehr ins Visier nimmt. Sie sind US-Bürger!“
Die Empörung und der Druck auf die Gewerkschaftsführung einschließlich AFL-CIO wurden so groß, dass sie sich gezwungen sahen zu einem regionalen Streik aufzurufen: „23. Januar: keine Arbeit, keine Schule, kein Shopping.” Ein guter und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, nur die organisierte Arbeiterbewegung hat die Kraft dem Polizeistaatsterror in den Arm zu fallen.
„Unsere Gewerkschaftsverbände rufen alle zur Teilnahme am 23. Januar auf“, sagte Chelsie Glaubitz Gabiou, Präsidentin des regionalen Gewerkschaftsverbands von Minneapolis. „Es ist an der Zeit, dass jeder einzelne Einwohner Minnesotas, dem sein Bundesstaat und die Ideale von Wahrheit und Freiheit am Herzen liegen, seine Stimme erhebt und seine Solidarität mit unseren Nachbarn und Kollegen, die unter dieser Bundesbesatzung leben, bekräftigt.“
Zu den Gewerkschaften, die den Aufruf unterstützen gehören Service Employees (SEIU, Öffentlicher Dienst) Local 26, UNITE HERE (Hotels, Gaststätten) Local 17, Communications Workers (CWA, Telefon und Netzwerke) Local 7250, die St. Paul Federation of Educators (Lehrkräfte) Local 28, Minneapolis Federation of Educators (MFE, AFT Local 59), die International Alliance of Theatrical Stage Employees Local 13, Graduate Labor Union, United Electrical Workers Local 1105 an der University of Minnesota, die Transit Union (ATU, Transport und Verkehr) Local 1005, das Committee of Interns and Residents (SEIU) und die Minneapolis Regional Labor Federation , AFL-CIO.
Das Wort „Generalstreik“ mieden die Gewerkschaftsführer wie der Teufel das Weihwasser. Sie unternahmen auch keine konkreten Schritte den Streik zu propagieren und Streikposten zu organisieren. Während bei einigen Betrieben Streikposten aufzogen, machten in vielen anderen Betrieben die Arbeiter krank, oder machten einen freien Tag entsprechend der Empfehlung einiger Gewerkschaftsführer, die Kollegen nicht eindeutig vor Disziplinarmaßnahmen der Bosse schützen wollten.
Dennoch ein wichtiger Erfolg: bei klirrender Kälte von -12 Grad Celsius standen Streikposten vor Betrieben und versammelten sich über hunderttausend Menschen mit der Forderung „ICE raus aus Minnesota“! Über 700 Gewerbebetriebe schlossen ihre Türen in Solidarität. Zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen bilden ein Warnsystem, um eingewanderte Kollegen vor ICE-Agenten zu warnen. Doch es wird nicht reichen. Eine Kampagne zur Organisierung der Unorganisierten ist notwendig. Für landesweite, gut vorbereitete Streikmaßnahmen zum Stopp des Terrors gegen eingewanderte Kollegen.
Keine Illusionen in die Democratic Party
Viele setzen ihre Hoffnung auf die Democratic Party und vergessen dabei, dass das Budget der ICE-Migrationsbullen mit den Stimmen der Democrats angenommen wurde. In ihrer Unterstützung des krisenhaften US-Imperialismus sind Republikaner und Democrats vereint.
Eingewanderte Arbeiter, besonders aus Südamerika und muslimischen Ländern, sind im Visier des Staatsterrors, da der US-Imperialismus gegen diese Länder, wie zuletzt Venezuela, koloniale Kriege führt. Wegen ihrer ethnischen Wurzeln werden sie als Bedrohung eingestuft. Die rassistische Unterdrückung migrantischer Arbeit soll die Gewerkschaften spalten und nachhaltig Schwächen. Es soll eine rechtlose Arbeiterschicht geschaffen werden, die als unorganisierte Lohnsklaven maximal ausgebeutet und als Lohndrücker eingesetzt werden kann.
Die Rufe nach einem Generalstreik für die Auflösung von Trumps ICE-Sturmtruppen werden immer lauter! Demonstrationen und Appelle verhallen ohne Wirkung. Streiks, besonders Generalstreiks, treffen das Kapital und ihre Regierung in der empfindlichsten Stelle. Es sind die stärksten Waffen dem Abgleiten in den Polizeistaat etwas entgegenzusetzen. Die Arbeiterbewegung hat das ureigene Interesse das zu stoppen. Minnesota war ein Anfang!
Wir danken den Gewerkschaften SEIU und CWA für die Fotos.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft alle Tarifbeschäftigten im TV-L im Land Berlin zu einem ganztägigen Warnstreik am 29. Januar 2026 auf (Demonstration: 11:00 ab Hermannplatz). Am Abend laden dann das „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische Ver.di“ und „Netzwerk für eine kämpferische GEW“ zu einer Diskussionsveranstaltung zur laufenden TV L Runde ein. Zuletzt gab es erneut massive Kritik daran, dass Ver.di und GEW die Belegschaften teilweise nicht an den selben Tagen zum Streik aufrufen. Dies wird an der Basis als Ausdruck eines schädlichen Konkurrenzkampfes der Gewerkschaftsapparate wahr genommen.
Grafik: „Netzwerk für eine kämpferische und demokratische Ver.di“
Streikaufruf der GEW für den 29.01.2026 im Wortlaut:
„Auch die zweite Verhandlungsrunde für den TV-L blieb ergebnislos. Die Arbeitgeber haben kein verbindliches Angebot vorgelegt. Die meisten Forderungen der Gewerkschaften wurden grundlegend abgelehnt und sogar Einsparungen im Bildungsbereich wurden nicht ausgeschlossen. Das ist nicht hinnehmbar. Als Beschäftigte im Bildungsbereich müssen wir deutlich sichtbar machen, dass unsere Forderungen berechtigt und im Interesse aller sind, die die Bedeutung von Bildung für die Zukunft unserer Gesellschaft erkennen.
Deshalb sind alle Mitglieder der GEW BERLIN und alle Beschäftigten im Bildungsbereich, die unter den Geltungsbereich des TV-L fallen, zum ganztägigen Warnstreik von Dienstbeginn bis Dienstende am Donnerstag, den 29. Januar 2026 aufgerufen. Hierzu zählen Beschäftigte
in den Kita-Eigenbetrieben,
an den staatlichen Schulen,
an den Hochschulen (einschließlich der studentischen Beschäftigten),
beim Lette-Verein,
beim Pestalozzi-Fröbel-Haus,
in den Bezirksämtern.
Im Rahmen des Streiktags Bildung findet ab 11 Uhr ein Demonstrationszug mit dem Startpunkt Hermannplatz statt. Gemeinsam mit den Mitglieder der GEW Brandenburg und der GEW Mecklenburg-Vorpommern (Süd) werden wir zum Oranienplatz ziehen, wo die zentrale Kundgebung abgehalten wird.
Gemeinsam fordern wir:
7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro mehr pro Monat!
200 Euro monatlich mehr für Auszubildende und Praktikant*innen!
12 Monate Laufzeit!
Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten!
Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
Seid dabei und beteiligt euch zahlreich am Streik sowie der Demonstration!
Die GEW Berlin ruft ihre verbeamteten Mitglieder auf, sich gegenüber den streikenden Kolleg*innen solidarisch zu zeigen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Beamt*innen ihre angestellten Kolleg*innen beim Streik unterstützen können. Gemeinsam fordern wir:
7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro mehr pro Monat!
200 Euro monatlich mehr für Auszubildende und Praktikant*innen!
12 Monate Laufzeit!
Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten!
Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
Seid dabei und beteiligt euch zahlreich am Streik sowie der Demonstration!
Die GEW Berlin ruft ihre verbeamteten Mitglieder auf, sich gegenüber den streikenden Kolleg*innen solidarisch zu zeigen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Beamt*innen ihre angestellten Kolleg*innen beim Streik unterstützen können.Gemeinsam fordern wir:
7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro mehr pro Monat!
200 Euro monatlich mehr für Auszubildende und Praktikant*innen!
12 Monate Laufzeit!
Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten!
Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
Seid dabei und beteiligt euch zahlreich am Streik sowie der Demonstration!
Die GEW Berlin ruft ihre verbeamteten Mitglieder auf, sich gegenüber den streikenden Kolleg*innen solidarisch zu zeigen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Beamt*innen ihre angestellten Kolleg*innen beim Streik unterstützen können. Gemeinsam fordern wir:
7 Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro mehr pro Monat!
200 Euro monatlich mehr für Auszubildende und Praktikant*innen!
12 Monate Laufzeit!
Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten!
Zuschläge für Überstunden und Arbeit zu ungünstigen Zeiten erhöhen!
Seid dabei und beteiligt euch zahlreich am Streik sowie der Demonstration!
Die GEW Berlin ruft ihre verbeamteten Mitglieder auf, sich gegenüber den streikenden Kolleg*innen solidarisch zu zeigen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Beamt*innen ihre angestellten Kolleg*innen beim Streik unterstützen können. Mehr dazu hier.„
Auf der Webseite der GEW Berlin finden sich zudem weitere Informationen zur Branchenstreikwoche vom 26.-30. Januar:Infos zur Branchenstreikwoche