Neue Bundesregierung gibt keine Antwort auf die AfD

Unten Leistungen kürzen, oben auf Einnahmen verzichten, wie soll das helfen?
Ines Wallrodt über das Programm der künftigen Bundesregierung

Bild mit Coallage: Jochen Gester

Nach dem Ergebnis der Bundestagswahl und erst recht nach der jüngsten Umfrage, die die AfD vor der Union sieht, ist klar, dass diese Koalition daran gemessen wird, ob sie den Aufstieg der Rechtsextremen stoppen kann. Mit ihren Plänen für die kommenden vier Jahre bleiben Union und SPD jedoch weit hinter diesem Anspruch zurück.

Statt mehr von den Reichen zur Finanzierung staatlicher Aufgaben zu verlangen, sollen Unternehmenssteuern gesenkt werden. Maßnahmen für den Klimaschutz werden zurückgefahren, die Politik gegenüber Arbeitslosen und Migranten verschärft. Wie soll das dabei helfen, die Polarisierung im Land zu verringern, wie es Union und SPD versprechen? Tatsächlich bieten sie nur die alte falsche Formel an: Was der Wirtschaft hilft, hilft Deutschland und damit auch den Menschen. Als hätten die nicht oft genug die Erfahrung gemacht, dass Unternehmensgewinne sprudeln, während ihre Einkommen stagnieren. In der Ankündigung, man werde sich nicht mehr alles leisten können, klingen bereits die kommenden Verteilungskonflikte an.

Im Kern geben Union und SPD der AfD recht. Nicht in jeder Maßnahme, schon weil sich die AfD in ihren Forderungen weiter radikalisiert hat, je mehr die anderen Parteien von ihr übernommen haben. Aber in der Analyse, was die gesellschaftlichen Probleme sind und wie ihnen zu begegnen wäre. Mit dem Versprechen, die sogenannte irreguläre Migration weitgehend zu beenden, bestätigt die Große Koalition auch noch die schlimmste Propagandalüge der AfD, an den Problemen seien vor allem die Flüchtlinge schuld.

Demokratische Politik kann nur ein Gegengewicht zur AfD bilden, wenn sie Lösungen bietet, die das Leben aller Menschen verbessert. Die Herausforderungen zu ignorieren oder mit neuen Zumutungen zu beantworten, führt in die falsche Richtung.

Erstveröffentlicht im nd v. 10.4. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1190472.koalitionsvertrag-neue-bundesregierung-gibt-keine-antwort-auf-die-afd.html?sstr=Ines|Wallrodt

Wir danken für das Publikationsrecht.

Perspektiven der Bewegung gegenErdoğan – Veranstaltung

Freitag, 25. April 2025, 19 – 21 Uhr, Gneisenaustr. 2a in Berlin

in anderen Städten tba sowie via Zoom

Eine Veranstaltung von Sozialismus von Unten


„Die Festnahme von Imamoğlu (CHP), dem Oberbürgermeister Istanbuls und aussichtsreichsten Gegenkandidaten des Präsidenten Erdoğan, entfachte eine von Studierenden ausgelöste Massenbewegung in der Türkei.


Wie kann die Bewegung gegen Erdoğan langfristig erfolgreich sein? Was bietet die Opposition unter der Führung der CHP an? Welche Perspektiven ergeben sich für Sozialist:innen?

Über diese und weitere Fragen wollen wir gemeinsam mit einem sozialistischen Aktivisten aus der Türkei diskutieren.“

www.sozvu.org/veranstaltungen

Die hier angesprochenen Fragen waren bereits Thema zu Anfang der Bewegung in unserem Artikel "Türkei in Aufruhr "!

Retter und Held von Aschaffenburg soll abgeschoben werden!

Der Mann, der den Attentäter von Aschaffenburg gestoppt hat, bekam ein Dankschreiben von Söder. Die ganze bundesdeutsche Elite preiste Ahmed Mohamed Odowaa als Retter, der noch Schlimmeres verhindert hat. Für mehr als eine Woche war er der Held der Republick.

Jetzt hören wir wieder von ihm. Denn als Geschenk vom BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchgtlinge) erhält er eine Abschiebung. Er muss bis 08.07. das Land verlassen, sonst wird er zwangsweise abgeschoben.

Man sieht: Zivilcourage lohnt sich. Deutschland 2025.

Absurdistan? Sieht so aus. Aber das ganze hat dennoch System. Wer im weltweiten imperialen Schacher um Einfluß, Rohstoffe und Märkte noch mitspielen will, nuss sich als Großmacht mit voller militärischer Stärke hochrüsten und etablieren.

Die Verantwortlichen wissen, das geht nicht ohne heftige Blessuren ab – sozial, ökologisch, demokratisch. Das benötigt nationale und eurpäische Selbstbesinnung. Und klare Feindbilder nach außen und innen. Für den Fall der Fälle eine „Mutter aller Probleme“ und einen Sündenbock. Wer bietet sich da besser an als Migranten oder die Schwächsten der zu Kurzgekommenen, die Bürgergeldempfänger?

Dazu gehört weiterhin eine straff ausgerichtere Beamtenschaft, die blind und willig die politischen Vorgaben von oben umsetzt. Kolleteralschäden eingeschlossen. Ahmed Mohamed ist ein solcher Kollateralschaden.

Welche Atmosphäre hinter den Kulissen herrscht, zeigt aktuell ein anderer Fall. 4 ausländische Berliner:innen sollen abgeschoben werden – trotz heftiger rechtlicher Bedenken und Einsprüche der zuständigen leitenden Beamten. Schliesslich wurden die politisch gewünschten Bescheide aufgrund des immensen Drucks von oben trotzdem ausgestellt. Wir berichteten: „Berlin deportiert – auch ohne AFD.“

Passend zum Ereigniss. Eine Buchbesprechung heute im Fokus. [1]https://www.focus.de/panorama/das-frustriert-dich-ex-polizist-packt-ueber-kriminelle-aus-afghanistan-aus_8a56f768-3acc-4501-82da-5e8f5c9ca0d4.html?_sp_pass_consent=true Gefordert wird. Mehr Realismus. Keinen mehr reinlassen. Mehr Abschieben.

Menschen-, Völker-, Asylrecht. Selbst für die Doppelmoral lässt man sich diesbezüglich kaum mehr Zeit.

Es gibt eine Petition, die Du unterschreiben kannst „Stoppen Sie die geplante Abschiebung von Ahmed Mohamed Odowaa„!

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