Desertieren in der Ukraine

Zu Fuß über die Karpaten, um dem Krieg zu entkommen

Musa Kaplan im Gespräch mit Alexej aus Zaporizhzhia

Titelmotiv: Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz in Ulm

Das Bild von einer Ukraine, die im Widerstand gegen Russland zu ihrer nationalen Einheit findet, ist Propaganda. Vor Ort sieht es anders aus: Anfang dieses Jahres klagte der damalige ukrainische Verteidigungsminister, Mychajlo Fedorow, zwei Millionen junge Männer würden versuchen, die Einziehung zum Krieg zu vermeiden. Stand November 2025 gab es laut ukrainischen Behörden darüber hinaus rund 56200 Desertionsverfahren und 255000 Verfahren wegen unerlaubter Abwesenheit.

Alexej kommt aus der Ukraine, aus Saporischschja. Er ist Künstler und hat als Kunstlehrer gearbeitet. Im Jahr 2024 musste er die Ukraine wegen der Mobilisierung verlassen. Über Rumänien ist er nach Deutschland gekommen. Er ist Mitglied der Postsowjetischen Linken. Mit ihm sprach Musa Kaplan.

Wie war die Zeit vor dem Krieg?

Der Krieg in der Ukraine hat nicht erst im Jahr 2022 begonnen, sondern schon 2014, als Russland die Krim annektierte und der Krieg im Donbas begann. Damals wurden die Menschen, die zuvor schon einen Kriegsdienst geleistet hatten, zuerst mobilisiert. Das betraf mich noch nicht, denn ich habe nicht in der Armee gedient.
Damals beriefen sie einen Freund von mir ein. Er ist im Juli im Krieg gestorben. Für mich war das eine schockierende Information. Das war das erste Mal, dass dieser Krieg mich persönlich betraf. Dieser Mensch war vollkommen unpolitisch, für ihn gab es keinen Unterschied zwischen Russland und der Ukraine. Er gab sein Leben für diesen Konflikt. Ich konnte mir nicht erklären, wofür das alles gut sein soll.
Abgesehen von einigen Konflikten mit ukrainischen Nationalisten betraf mich der Krieg in den Jahren nicht so sehr. Etwa 2020 habe ich angefangen, mich für linke Politik zu interessieren. Als dann 2022 alles angefangen hat, war ich schon deutlich politisierter. Ich wusste schon im Vorhinein, dass dieser Krieg kommen würde. Ich verstand auch, wie absurd das alles ist, und wusste, dass der Krieg nichts mit mir zu tun hat. Damals habe ich mich entschieden, dass ich mich nicht an diesem Krieg beteiligen werde, weder auf der Seite von Russland, noch von der Ukraine.
Zu Beginn schien es, als könnte Saporischschja von Russland besetzt werden. Im Sommer stellte sich heraus, dass die Front nicht bis zu uns vorrücken würde. Damals kehrte das Leben in unsere Stadt zurück, ich habe zu der Zeit weitergearbeitet. Ich habe nicht geplant, mich zu mobilisieren, und die Militärverwaltung behelligte mich auch nicht weiter. In der Zeit habe ich mehrmals Einberufungsbescheide erhalten.

Wie hast du darauf reagiert?

Im Mai 2024 wurde ich dann von der Polizei auf der Straße verhaftet. Nicht, weil ich ein Verbrechen begangen habe, sondern für die Kriegsdienstdatenbank. Sie meinten, ich hätte zuvor einen Einberufungsbescheid bekommen und nicht darauf reagiert.
Ich wurde dann von Mitgliedern der Regionalen Rekrutierungsbehörde TCK in einen Bus gesetzt. Sie haben mich relativ anständig behandelt, niemand von ihnen hat mich geschlagen oder verprügelt. Dann haben sie mich auf die Militärkommission mitgenommen, wo ich eine Geldstrafe und eine medizinische Untersuchung erhielt.
Auf der Kommission waren viele Menschen, die in einer ähnlichen Situation waren wie ich und direkt eingezogen wurden. Ich habe gesehen, wie sie die Menschen dort behandeln, Konflikte provozieren, schimpfen. Wie durch ein Wunder haben sie mich erst mal wieder laufen lassen. Da habe ich entschieden, nie mehr dort hin zurückzukehren. Ich beschloss, die Strafe nicht zu zahlen, und arbeitete noch zwei Wochen weiter.
Dann hat die ukrainische Regierung ein neues Mobilisierungsgesetz beschlossen. Gemäß diesem Gesetz hat niemand das Recht, in staatlichen Unternehmen zu arbeiten, ohne seine Wehrdienstdaten aktualisiert zu haben. Und eine solche »Aktualisierung der Daten« bedeutet fast zwangsläufig, dass die betreffende Person anschließend zur Armee einberufen und nach ein paar Monaten an die Front geschickt wird.
Die Chefs aller staatlichen Unternehmen, auch die Direktoren der Schulen, begannen, ihre Mitarbeiter zum Militärdienst zu schicken. Nachdem meine Verwaltung zwei Aufforderungen wegen mir bekommen hatte, habe ich meinem Direktor gesagt, dass ich nicht gehen werde. Die Verwaltung hatte kein Recht, mich weiterzubeschäftigen, sonst wäre sie bestraft worden. Also fragte ich, ob ich kündigen sollte oder ob sie mir kündigen wolle. So verlor ich im Sommer 2024 meine Arbeit.
Ich dachte, mein Vorgesetzter würde mich in den Kriegsdienst schicken, aber er hat das nicht getan. Auch von anderen habe ich viel Verständnis für meine Entscheidung erfahren.

Wie hast du dich auf deine Flucht vorbereitet?

Es war eine schwierige psychische Situation für mich. Ich habe die Arbeit sehr geliebt, es war meine erste richtige Arbeit. Nun hatte ich sie verloren. Ich musste mir überlegen, wie es weitergehen sollte und wie ich Geld verdienen könnte.
Im Juni letzten Jahres habe ich dann angefangen, darüber nachzudenken, die Ukraine illegal zu Fuß zu verlassen. Seit Beginn der Zwangsmobilisierung gab es viele Berichte darüber. Ein Freund, der bereits eingezogen war, hat mir eine Telegram-Gruppe empfohlen. Es gibt viele Betrüger, die die Situation ausnutzen, um Geld damit zu verdienen. Aber diese Gruppe war gut, es waren keine Betrüger.
Ich fand einen Partner für den Grenzübertritt an der Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien. Wir planten, gemeinsam über die Karpaten zu gehen. Es gibt auch Menschen, die nach Belarus flüchten.
Über die Berge nach Rumänien ist der schwierigere, gefährlichere Weg, aber das Risiko, dabei verhaftet zu werden, ist niedriger. Mir erschien es am besten, den Grenzübertritt im Oktober zu versuchen. Einen Monat lang haben wir uns vorbereitet, Ausrüstung eingekauft und zwei Probewanderungen unternommen. Dann sind wir in die Westukraine, in die Karpaten gefahren. Diese Fahrt war riskant. Glücklicherweise haben wir es ohne Probleme in ein kleines Dorf geschafft, das noch ziemlich weit von der Grenze entfernt lag.

Wie habt ihr es über die Grenze geschafft?

Wegen des Krieges und der Mobilisierung gab es dort keine Touristen, insgesamt waren wenige Menschen dort. Den ersten Tag nutzten wir zum Ankommen und zum Training, danach machten wir uns auf den Weg über die Grenze. Wir waren sechs Tage lang unterwegs.
Der Weg war schwierig. Wir kamen durch Orte, in denen wir nicht gesehen werden durften und uns verstecken mussten, und wir liefen über schwieriges Terrain. Unterwegs fanden wir einige Gegenstände, die Menschen vor uns zurückgelassen hatten: Schuhe, Klamotten, Zelte, Schlafsäcke. Als wir schließlich am Grenzzaun ankamen, sahen wir, dass er bereits verbogen war, dass wir nicht die Ersten waren.
Es gab Gerüchte, dass der ukrainische Grenzdienst rumänisches Gebiet durchsucht. Deswegen gingen wir schnell weiter. In Rumänien war das Gebiet genauso unwegsam wie zuvor in der Ukraine.
Wir gingen weiter bis Einbruch der Dunkelheit. In der Nacht haben wir einen Hirten mit Hunden getroffen, der uns zu sich eingeladen hat. Er sagte uns, dass er auch andern Kriegsdienstverweigerern hilft. Während wir warteten, streifte ein Bär an uns vorbei. Nach einer Weile kamen zwei weitere Verweigerer dazu. Für einen von ihnen war es schon der zweite Versuch, die Grenze zu übertreten. Beim ersten Mal wurde er von ukrainischen Grenzbeamten verhaftet und verprügelt.
Wir bedankten uns bei dem Hirten für seine Hilfe und gaben ihm Geschenke. Der Hirte schlug vor, rumänische Grenzbeamte zu rufen. In der Gegend gab es kein Mobilfunknetz, weshalb er einen vorbeifahrenden Bekannten, einen Wildhüter, bat, die Grenzschutzbeamten zu rufen. Dann kamen die Grenzer, sie haben uns vier in einem Auto auf ihre Station in einem kleinen Ort in der Nähe mitgenommen. Dort wurden wir in einen provisorischen Haftraum gesteckt. Es war keine Zelle, sondern einfach ein Raum mit Betten. Dort waren viele andere Kriegsdienstverweigerer. So viele, dass es keine freien Plätze mehr in dem Zimmer gab.
Auf dieser Station wurden wir verhört, außerdem durften wir telefonieren. Am nächsten Tag wurden wir gleich morgens in einen größeren Ort mitgenommen, an einen Migrationspunkt, und erhielten dort einen sogenannten »vorübergehenden Schutz«. Der Kontakt mit den rumänischen Grenzbeamten war in Ordnung, auf dem Weg dorthin lachten sie mit uns Kriegsdienstverweigerern.
Es gab eine ukrainische Übersetzerin dort, die uns unsere aufenthaltsrechtliche Situation erklärte. Das war für uns nicht so wichtig, weil niemand plante, in Rumänien zu bleiben.
Am nächsten Tag reisten wir weiter. Viele reisten nach Serbien oder Moldawien, um die EU zu verlassen, wieder einzureisen und so einen Einreisestempel zu erhalten. Das ist wichtig, weil wir alle nicht über offizielle Grenzübergänge in die EU einreisen und uns diese Stempel daher fehlen.
Mein Partner und ich trennten uns, er ging zum Bahnhof und ich an den Flughafen, um nach Deutschland zu fliegen. Einen Monat nach meiner Ankunft habe ich angefangen, hier zu arbeiten. Inzwischen habe ich auch ein Bleiberecht.

Wie ist der Kontakt mit deiner Familie und deinen Angehörigen?

In Russland leben noch sehr entfernte Verwandte. Wir halten den Kontakt zu den Personen aufrecht, mit denen wir zuvor schon ein gutes Verhältnis hatten. Der Krieg hat unsere Beziehungen in keiner Weise beeinflusst.
Mit einem Teil der Verwandten hatten wir auch vor Beginn des Angriffskriegs keinen Kontakt, weil ihre Lebensanschauungen nicht mit unseren übereinstimmen, und sich aus diesen Ansichten auch ihre gesellschaftliche und politische Haltung ableitet.
In der Ukraine ist die Situation komplizierter. Es gibt Verwandte, die aufgrund ihres Alters und ihres Gesundheitszustands nicht an einen sicheren Ort gebracht werden können, sodass wir ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen müssen – das ist derzeit sehr schwierig.

Erstveröffentlicht in der SoZ August 2026
https://www.sozonline.de/2026/08/ein-ukrainischer-kriegsdienstverweigerer-erzaehlt/

Wir danken für das Publikationsrecht.

Auf dem Sattel gegen Atomwaffen

Der Nuclearban Radmarathon trägt alte Ideale mit dem Fahrrad durch Berlin und Brandenburg

Von Tom Mustroph

In diesem Jahr führte die Rennraddemo von Berlin über Seelow, Frankfurt/Oder und Fürstenwalde bis zurück in die Hauptstadt. Bild: Julius Päske

Die Regenwolken hatten sich gerade erst verzogen, als sich ungefähr 50 Menschen am Samstag vor einer Woche auf Rennrädern vor der Internationalen Psychoanalytischen Universität in Berlin Moabit trafen. In einem extra bereitgestellten Raum der Uni hefteten sie sich Startnummern an ihre Trikots, überprüften noch einmal ihr Material, stürzten schnell einen Begrüßungskaffee hinunter und setzten sich dann wieder auf ihre Rennmaschinen – begleitet von zehn Polizeimotorrädern und zwei Einsatzwagen, die unterwegs die Kreuzungen absperren würden. 260 Kilometer durch Berlin und Brandenburg lagen vor allen. Eine herausfordernde Distanz. Allerdings auch für ein herausragendes Ziel: Der Nuclearban Radmarathon setzt sich für die Abschaffung von Atomwaffen ein.

»Wir öffnen die Herzen für ein Thema, das im Moment so sperrig ist. Alle schreien nach Aufrüstung, auch die Atomwaffenstaaten, stets unter dem Motto: ›Wir müssen wieder unsere Muskeln zeigen.‹ Aber die Muskeln spielen lassen, wird auf Dauer nicht funktionieren. Wir müssen das Gegenteil machen, müssen zusammenkommen. Und dafür sind wir ein Beispiel, dafür steht diese Fahrt«, sagt Roland Blach »nd«. Blach arbeitet hauptamtlich für die Friedenswerkstatt Mutlangen. Dort ist vor mehr als 20 Jahren auch die Idee für den Nuclearban Radmarathon entstanden.

»2004, im Vorfeld des 60. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki, haben wir uns gefragt: Wie können wir das Gedenken an die überlebenden Opfer, die ja jetzt allmählich wegsterben, aufrechterhalten und auch das Wissen um die Notwendigkeit abzurüsten? Wir wollten etwas machen, das auf eine gute Art und Weise Menschen anzieht«, blickt Blach auf die Entstehungsgeschichte zurück.

330 Kilometer gegen das Vergessen

Bekannt war schon, dass es zum traurigen Jubiläum der Atombombenabwürfe Aktionen an den US-Stützpunkten in Stuttgart, Ramstein und Büchel geben würde. »Stuttgart war die Kommandozentrale für die amerikanischen Streitkräfte in Europa. In Ramstein gab es damals Atomwaffen, in Büchel in der Eifel gibt es sie auch jetzt noch. Ein Freund, der selbst schon fast die ganze Welt umradelt hat, sagte zu mir: ›Komm, wir fahren die drei Orte mit dem Fahrrad ab. Das sind 330 Kilometer. Das können wir an einem Tag schaffen. Es gibt so eine Szene, die das macht‹.«

Die Szene gab es in Süddeutschland, wo der Radmarathon in diesem Jahr bereits zum 22. Mal ausgetragen wurde. Und es gibt sie auch in Berlin und Umland, wo die nordöstliche Version zum mittlerweile dritten Mal ausgetragen wird. Manche sind in diesem Jahr neu dabei. »Wir haben die Veranstaltung letztes Jahr an uns vorbeirauschen sehen und dachten, dass das eine coole Sache ist«, erzählt Andreas, 45 Jahre, gebürtiger Berliner, der inzwischen aber bei Bernau wohnt. »Wir haben recherchiert: Was ist das überhaupt? Was waren das für Verrückte, die da mit Polizeibegleitung und schicken Trikots durch die Stadt geflitzt sind? Und dann war ziemlich schnell klar, dass im nächsten Jahr entweder ich oder meine Frau mitfahren.«

Die Faszination war eine doppelte: »Für uns als Sportler ist es natürlich cool, mal auf einer eigenen, abgesperrten Strecke durch die Stadt fahren zu können. Und mit der Forderung dahinter können wir uns auch identifizieren.« Lange Rennstrecken sind für ihn und seine Partnerin auch kein Problem. Die Mecklenburger Seenrunde sind sie abgefahren, über 300 Kilometer, und auch mal von Berlin zum Brocken im Harz – eine vergleichbare Distanz.

Von Berlin nach Paris für die gute Sache

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits ihre Erfahrungen im Langstreckenbereich gesammelt. »Wir fahren schon mal einfach aus Daffke von Berlin nach Dresden«, erzählt Silvio Fränkel, der in diesem Jahr auch schon von Berlin nach Paris gefahren ist – allerdings nicht nur zum Spaß, sondern im Kontext der Benefizfahrt von Team Rynkeby. »Es geht darum, Kindern, die an Krebs erkrankt sind, und deren Familien zu helfen«, erzählt er »nd«. Am 3. Juli ging es los. »Wir trafen dann am 10. Juli in Paris ein mit mehr als zweitausend anderen Sportlern aus vielen anderen Ländern.«

Besonderer Höhepunkt in diesem Jahr: Es fuhr ein Kind mit, das zuvor selbst an Krebs erkrankt war und auch dank der gesammelten Spenden geheilt werden konnte. »Ich fahre einfach gerne Rad. Und wenn ich das noch mit einem guten Zweck verbinden kann, ist das umso schöner«, fasst Fränkel seine Motivation zusammen. Nicht überraschend also, dass er auch beim Nuclearban Radmarathon dabei war.

Zwischenstopp am Brandenburger Tor

Die Fahrt ist in einige Teilabschnitte gegliedert. Der erste ist kurz, führt von Moabit zum Brandenburger Tor. Das 50 Teilnehmer umfassende Feld fährt angeleuchtet vom Blaulicht der Polizeibegleitung eine Schleife vor dem Tor. Organisator Blach hält eine kurze Rede. Er zeigt auf die umliegenden Botschaftsgebäude der USA, von Großbritannien und Frankreich – allesamt Atommächte. »Wir wünschen uns sehr, dass wir diese Massenmordwaffen in naher Zukunft nicht mehr haben werden«, wendet er sich an die abweisenden Gebäude, deren Kameraaugen den Wunsch vielleicht doch aufgezeichnet haben.

»Natürlich sieht es gerade ein bisschen anders aus, aber dafür sind wir unterwegs, dass dieses System der Atomwaffen überwunden wird«, sagt er, und er erinnert an den legendären Spruch der Friedensbewegung der 1980er Jahre aus Mutlangen: »Unser Mut wird langen, nicht nur in Mutlangen«.

Weiter geht es dann über etwa 70 Kilometer nach Seelow, 1945 Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Jetzt nennt sich Seelow »Stadt des Friedens«. »Wir sind auch im Städtenetzwerk ›Bürgermeister für den Frieden – Mayors for Peace‹ vertreten. Und da geht es genau darum, dass der Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnet wird von allen Staaten«, betont Bürgermeister Robert Nitz, der an diesem Samstagmittag eigens zum Empfang der Langstreckenradler für eine atomwaffenfreie Welt gekommen ist und mit seinen Mitarbeiterinnen eine reich gedeckte Tafel mit Kaffee und Kuchen vorbereitet hat.

An den Zwischenstopps gab es für die Radsportler Suppe, Würstchen oder auch mal ein Friedenslied. Julius Päske

Auch Frankfurt an der Oder ist beim internationalen Netzwerk der »Mayors for Peace« dabei, wie eine prächtig im Wind wehende Fahne am Rathaus belegt. Auf dem Platz vor dem Rathaus hat das örtliche Friedensnetz eine Fahne mit dem alten Spruch der kirchlichen Friedensbewegung »Schwerter zu Pflugscharen« aufgestellt. Es gibt Suppe und Würstchen für die Radfahrer, ein Friedenslied wird gesungen. Und auch hier ist das Stadtoberhaupt gekommen. Oberbürgermeister Axel Strasser ist froh, dass der Nuclearban Radmarathon in seiner Stadt ist. Mit einem kleinen administrativen Trick hat er das Rathaus auch am Wochenende dafür geöffnet. »Wir haben beschlossen, dass wir die Bürgersprechstunde auf den heutigen Tag legen. Damit ist das Rathaus, das sonst am Samstag geschlossen ist, am heutigen Tag offen und wir können die Teilnehmer hier begrüßen«, erzählt er »nd«.

Trotz der vielerorts zu beobachtenden politischen Aufrüstung betont Strasser: »Ich bin Oberbürgermeister einer Stadt mit 57 000 Einwohnern. Krieg ist immer eine Katastrophe. Aber wenn ich mir die Zerstörungskraft dieser Waffen ansehe, würde das für eine Stadt wie Frankfurt bedeuten, dass sie mit einem Schlag ausgelöscht wäre. Diese Vorstellung allein macht es für mich so abwegig, über Atomwaffen als Abschreckung nachzudenken.«

Auch auf den nächsten Stationen, in Fürstenwalde und Königs Wusterhausen, positionieren sich Vertreter der Stadtverwaltung ganz deutlich gegen Atomwaffen. Der Radmarathon hat neue Banden geknüpft. Auch auf offener Strecke wird das Peloton immer mal wieder gefilmt, beklatscht, freudig begrüßt. »Rennradfahren ist ein Medium, das Menschen zusammenbringt«, konstatiert Initiator Blach zufrieden und verweist auf viele offene Türen bei den Stationen unterwegs. Nur in Berlin, beim Endpunkt des Marathons vor dem Roten Rathaus, bleiben die Tore geschlossen. Auch die lokale Politik hält sich auffallend zurück – ganz so, als sei die Sorge vor der atomaren Gefahr nur eine Sache der Brandenburger Rathäuser. Berlin hat – wieder einmal – Nachholbedarf.

Erstveröffentlicht im nd v. 31.8. 2026
https://nd.digital/editions/nd.DerTag/2026-08-31/articles/24042327 (Abo)

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Das Mekka-Abkommen und die Folgen

Pack verträgt sich, Pack schlägt sich. Trump hat einen Teil des US Einflusses in Westasien verspielt. Aber ein angeschlagenes Raubtier ist nicht weniger gefährlich. Die nächste Runde „Pack schlägt sich“ kommt gewiß. Der folgende Beitrag von GFP zeigt: Die Verhältnisse sind nur noch komplizierter, widersprüchlicher, unkontrollierbarer und damit gefährlicher geworden. Israelische Politiker haben inzwischen das Natoland Türkei als „neuen Iran“ und Hauptfeind erkannt, die israelische Armee hat bereits Basen im Nachbarland Syrien angegriffen, die Ankaras Interessen unmittelbar tangieren. Die deutsche Aussenpolitik kann sich ein weiteres Mal die Finger verbrennen. Mit Folgen für die Energiepreise und durch „geopolitische Verwerfungen“ wegbrechende Exportmärkte, was dazu beiträgt hierzulande Lebensstandard und Arbeitsplätze zu vernichten. Nur der Rüstungsexport boomt. Aber der zieht uns unter dem Strich noch tiefer in den Sumpf. Und die Völker in Westasien ächzen. (Peter Vlatten)

Das Mekka-Abkommen und die Folgen

German Foreign Policy am 28. 8.2026

Das neue Mekka-Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei verschiebt die strategischen Beziehungen im für Deutschland wichtigen Nahen und Mittleren Osten und hat Folgen für die NATO.

Ein neues Militärbündnis im Mittleren Osten verschiebt die strategischen Beziehungen in einer für Deutschland wichtigen Region und hat womöglich weitreichende Folgen für die NATO. Das „Mekka-Abkommen“ wurde kürzlich von Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei geschlossen. Es umfasst eine Beistandsgarantie ähnlich Artikel 5 des NATO-Vertrags und wirft die Frage auf, ob die NATO in einen Krieg gezogen werden könnte, wenn die Türkei im Rahmen ihrer Verpflichtungen aus dem Mekka-Abkommen angegriffen wird. Während viele spekulieren, das Hauptziel des Abkommens sei ein Schulterschluss gegen Iran, zeigt eine genauere Analyse, dass das neue Bündnis eine Reaktion auf den schwindenden Einfluss der USA ist und Schutz vor allem auch gegen Israel bieten soll, das im Nahen und Mittleren Osten zunehmend als Hauptaggressor wahrgenommen wird. Die Türkei etwa ist, seit ihr Einfluss in Syrien nach dem Sturz von Bashar al Assad massiv zugenommen hat, in einen schärferen Widerspruch zu Israel geraten. Pakistan wiederum sieht mit Sorge, dass sein Erzfeind Indien immer enger mit Israel kooperiert – auch rüstungsindustriell und militärisch, etwa in gemeinsamen Luftwaffenmanövern.

An Europas Toren zur Welt

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif haben am 7. August in Mekka ein neues Verteidigungsabkommen unterzeichnet, dessen Auswirkungen weit über den Nahen und Mittleren Osten hinausreichen.[1] Das Mecca Joint Defence Agreement (Mekka-Verteidigungsabkommen) sieht – Artikel 5 des NATO-Vertrags nicht unähnlich – vor, dass ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle drei gelten soll. Das Dreier-Abkommen vereint die Atommacht Pakistan mit Saudi-Arabien, das erhebliches finanzielles und religiös-kulturelles Gewicht besitzt, und mit der Türkei, die über eine rasch wachsende Rüstungsindustrie auf modernster technologischer Basis verfügt.[2] Obwohl sich sowohl Berlin als auch Brüssel bislang mit klaren Stellungnahmen dazu zurückgehalten haben, hat das Abkommen dennoch in Europa Alarmglocken läuten lassen. Eine unmittelbare Frage betrifft die Auswirkungen auf die NATO: Würde die Türkei Artikel 5 des NATO-Vertrags geltend machen, wenn sie aufgrund ihrer Verpflichtungen aus dem Mekka-Abkommen in einen Konflikt in der Region hineingezogen und dabei angegriffen würde?[3] Hinzu kommen Auswirkungen auf Europas Handelswege: Das neue Bündnis grenzt an zwei der wichtigsten Tore des europäischen Kontinents vor allem nach Asien, aber auch nach Afrika – an das Rote Meer und den Bosporus.

Israels Angriff auf Qatar

Das Mekka-Abkommen gilt als Nachfolgevereinbarung zu dem am 17. September vergangenen Jahres unterzeichneten Verteidigungsabkommen zwischen Saudi-Arabien und Pakistan. Dieses Abkommen war unmittelbar nach dem israelischen Angriff auf Qatar vom 9. September 2025 unterzeichnet worden.[4] Der Angriff galt einer Hamas-Delegation, war aber zugleich der erste israelische Angriff auf das Territorium eines Staates des Golf-Kooperationsrats (Gulf Cooperation Council, GCC) und der erste auf ein Land, in dem sich eine bedeutende Kommandozentrale der US-Streitkräfte befindet – die Kommandozentrale des Mittelost-Hauptquartiers CENTCOM auf der Air Base Al Udeid nahe Qatars Hauptstadt Doha. Das Versäumnis sowohl der vermeintlichen Schutzmacht USA als auch des GCC – dessen gemeinsames Verteidigungsabkommen sieht ebenfalls vor, dass ein Angriff auf einen Mitgliedstaat als ein Angriff auf alle gilt –, adäquat auf den israelischen Angriff zu reagieren, bestätigte sowohl Saudi-Arabien als auch Pakistan in der Auffassung, es sei notwendig, ein eigenes Verteidigungsabkommen zu schließen.[5] Die Wurzeln des Mekka-Abkommens reichen jedoch viel tiefer. Einen Tag nach dem Abschluss der Vereinbarung gab der türkische Außenminister Hakan Fidan bekannt, die Bemühungen zur Ausarbeitung des Abkommens hätten bereits zwei Jahre und acht Monate vorher begonnen – kurz nach Beginn des israelischen Genozids im Gazastreifen.[6] Während in der westlichen Öffentlichkeit viele darauf hinweisen, dass das Mekka-Abkommen sich potenziell gegen Iran richtet, zeigt dessen Zeitachse jedoch, dass die drei Unterzeichner des Abkommens begonnen haben, Israel als den gefährlicheren Aggressor anzusehen.

Abkehr von den USA

Saudi-Arabien befindet sich seit geraumer Zeit in einer regionalen Rivalität mit den Vereinigten Arabischen Emiraten.[7] Dem entspricht, dass die beiden Länder unterschiedlich auf die zunehmenden Aggressionen der USA und Israels in der Region sowie – im Irankrieg – auf Irans Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Stützpunkte reagiert haben. Während die Emirate den Weg einer engeren strategischen und militärischen Kooperation mit den USA und Israel eingeschlagen haben, hat sich Saudi-Arabien hingegen dafür entschieden, sich nicht mehr auf die Vereinigten Staaten zu verlassen und sich um weitere Kooperationspartner zu bemühen. Dies ist keine komplett neue Entwicklung. Bereits bestehende Zweifel an der Verlässlichkeit der USA wurden verstärkt, als diese sich unter Präsident Donald Trump weigerten, Saudi-Arabien die erwartete Unterstützung zu leisten, nachdem die jemenitischen Huthi im September 2019 saudische Ölanlagen angegriffen hatten. Die Weigerung führte dazu, dass Saudi-Arabien begann, sich um einen Ausgleich mit Iran zu bemühen, was wiederum in das durch China vermittelte Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Riad und Teheran vom März 2023 mündete (german-foreign-policy.com berichtete [8]). Im Irankrieg wiederum spielte laut Pakistans Außenminister Ishaq Dar das Verteidigungsabkommen zwischen Pakistan und Saudi-Arabien eine entscheidende Rolle dabei, die Zahl der iranischen Raketenangriffe auf Saudi-Arabien zu minimieren.[9] In den Anfängen des US-amerikanisch-israelischen Krieges gegen Iran forderte Dar Teheran auf, Pakistans Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien „bitte im Hinterkopf zu behalten“.

„Das neue Iran“

Die Türkei wiederum konkurriert zwar, wie Saudi-Arabien, mit Iran um regionalen Einfluss, sieht sich inzwischen aber einer weitaus realeren Bedrohung durch Israel ausgesetzt.[10] Die Spannungen zwischen beiden Staaten haben sich insbesondere seit dem Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al Assad im Dezember 2024 verschärft. Die neue Regierung in Syrien, die unter der Übergangsregierung des langjährigen Jihadisten Ahmed al Sharaa steht, bleibt sowohl wirtschaftlich als auch militärisch an die Türkei gebunden, was deren Einfluss in der Region deutlich stärkt.[11] Die Spannungen zwischen der Türkei und Israel erreichten Anfang vergangener Woche einen – vorläufigen – Höhepunkt, als Israel Luftangriffe auf den syrischen Militärflugplatz in Abu al Duhur bei Idlib flog.[12] Die Angriffe wurden mit dem erklärten Ziel durchgeführt, die Stationierung türkischer Truppen auf dem Stützpunkt zu verhindern. Manche israelischen Politiker und Militärs sind dazu übergegangen, die Türkei als das „neue Iran“ zu bezeichnen.[13] Die Formulierung wird weithin so verstanden, dass die Türkei nach Irans „Sturz“ das nächste Ziel israelischer Aggression sei.

Pakistanische Widersprüche

Pakistans Beteiligung am Mekka-Abkommen offenbart den gleichen Widerspruch im Verhältnis zu den USA und Israel. Pakistan unterhält seit langem intensive Geheimdienst- und Militärbeziehungen zu den USA.[14] Seit dem viertägigen Waffengang zwischen Indien und Pakistan im Mai vergangenen Jahres hat Washington seine Einflussaktivitäten in Islamabad noch weiter intensiviert. Laut Pravin Sawhney, einem prominenten indischen Militärexperten, dringen die USA dabei darauf, dass Pakistan einen Teil der Last bei der Aufrechterhaltung der Sicherheitsstrukturen im Mittleren Osten übernimmt. In einem Beitrag auf X urteilte Sawhney sogar, Pakistan sei „das einzige Land“, das „den Sicherheitsschirm der USA für die Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) ersetzen kann“.[15] Allerdings sieht sich Pakistan, die einzige islamische Atommacht, einer weitaus existenzielleren Bedrohung durch Israel ausgesetzt. In Islamabad wird mit Sorge registriert, dass sein Erzfeind Indien immer enger mit Israel kooperiert, nicht zuletzt in der Rüstungsindustrie und vor allem auch mit gemeinsamen Manövern insbesondere der Luftwaffen beider Länder. Unter pakistanischen Experten gilt es schon lange als denkbar, Indien und Israel könnten im Fall eines indisch-pakistanischen Kriegs gemeinsam Angriffe auf die pakistanischen Nuklearanlagen durchführen.[16] Das überschattet auch Pakistans Kooperation mit den USA.

NATO vs Mekka-Bündnis

Für Deutschland bringt das Mekka-Abkommen nicht nur eine deutliche Verschiebung der strategischen Beziehungen im Nahen und Mittleren Osten mit sich und damit in einer Region, in der sich auch die Bundesrepublik unverändert um Einfluss bemüht. Das Abkommen wirft auch die erwähnten Fragen bezüglich der Doppelrolle der Türkei im Mekka-Bündnis und in der NATO auf. In Ankara werden mögliche Widersprüche abgestritten. In einer am 7. August auf der türkischen Social Media-Plattform NSosyal veröffentlichten Erklärung aus dem Präsidialamt in Ankara heißt es, „die Bemühungen der Türkei, regionale Partnerschaften aufzubauen“, stellten „keine Alternative zu ihrer NATO-Mitgliedschaft dar“.[17] Allerdings kann nach Israels jüngstem Angriff auf den syrischen Militärflugplatz Abu al Duhur nicht mehr ausgeschlossen werden, dass es früher oder später tatsächlich zu einem israelischen Angriff auch auf die türkischen Streitkräfte kommt und sich dann Fragen an die NATO stellen. In Israel, das unverändert eng mit führenden NATO-Mächten kooperiert – darunter Deutschland –, werden längst Überlegungen angestellt, ob die Türkei in diesem Fall NATO-Beistand einfordern könnte. Kürzlich teilte Shay Gal, Leiter der auf Regierungsbeziehungen und Strategie spezialisierten Firma Line of State, mit, Israel habe „nicht nur untersucht, wie Artikel 5 des NATO-Vertrags funktioniert, sondern auch, wo er gilt“: „Der Vertrag schützt türkisches Hoheitsgebiet; türkische Truppen nehmen dieses Hoheitsgebiet nicht mit auf syrischen oder besetzten zypriotischen Boden.“[18] Während der US-Botschafter in der Türkei und Sonderbeauftragte für Syrien, Tom Barrack, die Angriffe als „unnötige Eskalation“ bezeichnet hat, verurteilte die NATO sie nicht.

[1] Nick Brauns: Regionaler Machtpol. junge Welt 08.08.2026.

[2] Kabir Taneja: The Mecca Joint Defence Agreement’s Impact on Middle East Security Strategies. orfme.org 14.08.2026.

[3] Tushar Shetty: Pakt von Mekka: Was die neue Nahost-Achse für Europa bedeutet. berliner-zeitung.de 18.08.2026.

[4] William Keenan: The Doha Shockwave That Catalyzed the Mecca Agreement. blogs.timesofisrael.com 25.08.2026.

[5] Kristian Coates Ulrichsen: Israel’s Attack on Qatar and the Failure of GCC Defense Cooperation. arabcenterdc.org 14.10.2025.

[6] Turkey, Pakistan, Saudi Arabia defence pact technically same as NATO’s article 5, Turkish minister says. reuters.com 08.08.2026.

[7] S. auch Drehbuch für den Massenmord (II).

[8] S. dazu Das Ende der US-Dominanz am Persischen Golf (III).

[9] Tom Hussain: Pakistan aims to walk tightrope between Saudi Arabia and Iran as war flares in region. scmp.com 04.03.2026.

[10] Satyajeet Malik: Die islamische NATO. junge Welt 22.08.2026.

[11] Elizabeth Tsurkov: Despite the authorities in Damascus defying their neighbor and closest partner, underlying interests continue to bind them. newlinesmag.com 10.06.2026.

[12] Israel attacks airbase in Syria’s Idlib as US, Turkiye slam ‘escalation’. aljazeera.com 18.08.2026.

[13] Eldad Ben Aharon: Israel’s “New Iran“: What’s Really Behind the Armenian Genocide Recognition Vote Against Turkey. blog.prif.org 20.07.2026.

[14] Satyajeet Malik: Die islamische NATO. junge Welt 22.08.2026.

[15] x.com/PravinSawhney 21.07.2026.

[16] Muqtedar Khan: Scare Pakistan and Worry About its Nuclear Triggers. brookings.edu 25.09.2003.

[17] Türkiye rejects claims Mecca pact conflicts with NATO’s article 5. trtafrica.com 07.08.2026.

[18] Israeli opinion article says Turkey’s Nato protection does not apply to troops in Syria. middleeasteye.net 20.08.2026.

Wir danken für das Publikatiosnrecht. Der Beitrag wurde von German Foreign Policy am 28. 8.2026 erstveröffentlicht.

Titelbild: Collage Peter Vlatten

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