Verband Metallarbeitgeber festgebissen in die Mauer, auch 31 Jahre nach dem Fall

Wer in Berlin zufällig auf der einen Straßenseite arbeitet, kriegt 8 % weniger Lohn und Gehalt als seine Kollegen und Kolleginnen auf der anderen Seite der Straße. Oder er/sie muß 38 Stunden statt 35 Stunden arbeiten. Obwohl er/sie bei derselben Firma beschäftigt ist . Obwohl er/sie dieselbe Arbeit leistet, dieselbe Ausbildung und Eingruppierung hat. Aber der Kaffee kostet für jeden auf beiden Straßenseiten dasselbe.

Unmöglich ? Nein, diese Realsatire gibt es wirklich . Relikte aus einer geteilten Stadt. Eine unsichtbare Mauer ! Hoch und heilig gehalten vom Kapital!

Einige Arbeitgeber ziehen sogar extra mit ihren Beschäftigten auf die eine Straßenseite um. Dann müssen diese von einem Tag auf den anderen 3 Stunden mehr arbeiten. Sie erhalten keinen Cent zusätzlich dafür.

Wenn es um den „lieben Profit geht“ klammert sich der VMA (Verband der Metallarbeitgeber) auch noch nach 31 Jahren fest an dieser sonst so verpönten „Unrechtsmauer“ und will nicht einen einzigen Zentimeter zurückweichen. Selten entpuppten sich Schlagwörter wie „Deutsche Einheit“ oder „Leistungsgesellschaft“ so sehr als pure Sonntagsreden. Kein Anachronismus scheint dem Arbeitgeberverband, seinen Mitgliedern und politischen Zöglingen zu dumm, wenn sich eine Möglichkeit bietet, noch mehr Mehrwert aus Beschäftigten herauszupressen.

Die IGM ruft auf :“Zukunft für Arbeitsplätze, Unternehmen und Ausgebildete und die Angleichung Ost – die IG Metall kämpft in der aktuellen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie um weit mehr als um eine prozentuale Erhöhung für die Lohntüte. Es geht um die Zukunft ganzer Regionen, um Gerechtigkeit und die soziale Einheit Deutschlands

Der VMA bleibt bisher von Verhandlungsrunde zu Verhandlungsrunde stur!

Nur eine Welle von Warnstreiks und Hohn und Spott in der öffentlichen Meinung können wohl ein Umdenken bewirken.

Das Motto des Arbeitskreis Internationalismus lautet „Unser Standort heißt Solidarität“. Da dürfen wir es nicht zulassen, dass in unserer geliebten Stadt die Straße zum Graben und die Straßenseite zum Standortnachteil wird. Wer das genauso sieht , hilft uns breit über die hier beschriebene groteske Ungerechtigkeit aufzuklären, nimmt an den Protestaktionen teil und erklärt sich hier solidarisch mit allen Kolleg*innen, die auf der einen Straßenseite arbeiten: https://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/meldung/jetzt-unterschreiben-fuer-die-angleichung-ost/

Die nächste öffentliche Protestaktion findet statt: Montag, den 26.4.2021 10 Uhr, Oberbaumbrücke !

Weltweites Atombombenverbot! Wann auch in Deutschland?

Ab heute, dem 22. Januar 2021, sind Atomwaffen verboten. Der Bann der Atomwaffen wurde von 122 Staaten in der UN Versammlung beschlossen. Deutschlands Stimme war nicht dabei. Nun ist der Vertrag gültig, nachdem er von mehr als 50 Staaten ratifiziert wurde.

In einer Aktion am Kanzleramt in Berlin wird gefeiert. Mit dabei Vertreter vom Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin. 51 Aktivist*innen halten Flaggen der 51 Staaten, die den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen bereits ratifiziert haben zu einem Gruppenbild vor dem Kanzleramt in die Höhe. Vor ihnen ein leerer Stuhl! Er symbolisiert Deutschland.

Am Nachmittag des 22.Januar unterzeichnet noch Kambodscha als 52. Staat. Jetzt sind 52 Staaten dabei. Das ist gut so für eine friedliche Zukunft. Aber Deutschland fehlt. Das macht wütend und muss sich ändern!

Keine Privatisierung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn

Unterstützungserklärung des Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin !

Der rot-rot-grüne Senat und Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) haben die Ausschreibung der S-Bahn Berlin beschlossen. Dazu soll das Netz dreigeteilt werden. Es droht die Privatisierung und Zerschlagung der S-Bahn auf Kosten von Beschäftigten, Fahrgästen und Klima. Diese Pläne des Senats bremsen die sozial-ökologische Verkehrswende aus.

Deswegen sagt auch der AK Internationalismus IGM Berlin :
Keine Privatisierung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn! Wir fordern stattdessen Ausbau und Stärkung eines einheitlichen öffentlichen Nahverkehrs unter kommunaler Verwaltung ! Daseinsvorsorge in öffentliche Hand!

Auf der Protestkundgebung am 14.8. 2020  am S-Bahnhof Gesundbrunnen erklärt Peter vom AK Internationalismus Berlin in einer Grußbotschaft die Solidariät und Unterstützung des Bündnisses. Hier der Wortlaut:

„Liebe S-Bahnfahrerinnen und S-Bahnfahrer, liebe Mitmenschen in Berlin!

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der EVG, von der GdL und ver.di!

Der Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin hat gestern Abend beschlossen, sich dem Bündnis gegen die weitere Zerschlagung und Privatisierung der S-Bahn Berlin anzuschließen.

Die meisten Beschäftigten in der Metallindustrie und ihre Angehörigen sind privat und beruflich auf den Öffentlichen Nahverkehrs angewiesen.

Sie wünschen sich, dass dieser öffentliche Nahverkehr reibungslos funktioniert, deutlich verbessert und ausgebaut wird!

Bei vielen von uns geht es dabei um wertvolle Lebenszeit und Lebensqualität. Auch von uns wollen immer weniger im Individualverkehr ersticken und gleichzeitig an Mobilität einbüßen.

Die geplante Privatisierung und Aufteilung der S-Bahn forciert aber die Zersplitterung, die Konkurrenz und Unterordnung unter private Gewinninteressen. Das steht einem gestärkten öffentlichen Nahverkehr aus einem Guss, wie wir ihn uns wünschen, diametral entgegen.

Außerdem meinen wir:

  • Ausbau und Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sind ein elementarer Beitrag im notwendigen Kampf gegen den Klimawandel.
  • Wer zukunftsfähige Arbeitsplätze sichern und aufbauen will, muss dies in Einklang mit den gesamtgesellschaftlichen Bedürfnissen tun.
  • Wer zukunftssichere Arbeitsplätze will, darf sich nicht an althergebrachten Verkehrskonzepten, Produktionsverfahren, Technologien und Produkten festklammern.

Gerade im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs müssen solche zukunftsfähigen Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine Energie- und Verkehrswende hat unweigerlich einen Transfer von Arbeit aus den Bereichen des Individualverkehrs zum ÖPNV und Bahnverkehr zur Folge. Dafür müssen wir Gewerkschaften gemeinsam branchenübergreifend zusammenarbeiten.

Anständige Arbeitsbedingungen und Löhne und Gehälter im ÖPNV sind letztlich in unser aller Interesse. Privatisierung bedeutet immer Bedrohung der bestehenden Tarifstandards. Dagegen erklären wir uns als IG-Metaller solidarisch mit allen Bahn- und BVG Kollegen.

Der Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin wird unter den Delegierten dafür werben, dass sich die IGM Berlin als Ganzes dem Protest gegen die S-Bahn Zerschlagung anschließen wird.“

hier unsere  Rede als pdf:

Solierklaerung_site

hier geht es zu den Websites des Bündnisses und weiterer Unterstützer:

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