Krieg zeugt Krieg: Zum Geburtstag von Wilhelm Liebknecht

Vor 200 Jahren wurde Wilhelm Liebknecht geboren, Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie

Von MARIO HESSELBARTH

Links von Papas SPD, aber in seinem Geiste: In diesen Parteien waren Wilhelm Liebknechts Söhne Theodor und Karl (Decke im SPD-Museum in Eisenach) Foto: Archiv

Wilhelm Liebknecht ist aktueller, als man denkt. Mit Blick auf die damaligen rechtskonservativen und nationalistischen Bewegungen merkte er in seiner letzten öffentlichen Rede am 28. Juli 1900 in Dresden an: »Es wird jetzt von unseren Gegnern so viel von der Verrohung des politischen Tons geredet. Die Klage ist berechtigt. Nur sollten die Herren in den Spiegel sehen. Im schönen Deutschland und besonders in Sachsen, das wegen seiner Gemütlichkeit berühmt ist, haben die sogenannten Patrioten, Antisemiten, Alldeutschen einen rüpelhaften, renommistischen Ton eingeführt, der unserer Bildung keine Ehre macht.«

Geboren am 29. März 1826 in Gießen, wurde er Handwerker, Lehrer und Journalist, beteiligte er sich an 1848/49 an der gescheiterten bürgerlichen Revolution in Baden, musste danach nach England fliehen, wurde Mitglied des Bundes der Kommunisten von Karl Marx und Friedrich Engels und dann einer der Gründungsväter der SPD, für die er (einschließlich deren Vorläufer) er bis zu seinem Tod 1900 im Reichstag saß.

Liebknechts Werke bieten auch heute in Fragen der sozialen Gerechtigkeit und des Kampfes gegen kapitalistische Ausbeutung und des Militarismus grundlegende Denkansätze. Je entwickelter der Kapitalismus sei, »desto reaktionärer muß er seiner Natur nach werden, weil er nur noch durch Gewaltmittel seinen mit dem Wohl der ungeheuren Mehrheit des Volkes unverträglichen Bestand retten kann«, glaubte er und sah im Streben nach geistiger Emanzipation, nach Bildung die Voraussetzung für einen erfolgreichen Befreiungskampf, denn Unwissenheit diene nur dem Machterhalt der Unterdrücker. »Wissen ist Macht. Bildung macht frei«, rief er den Mitgliedern des Dresdner Bildungsvereins am 5. Februar 1872 zu. Seine Parole lautete: »Agitieren, organisieren, studieren«.

Im Kaiserreich mit seinem Streben nach dem »Platz an der Sonne« im Imperialismus prangerte Liebknecht immer wieder den Militarismus an. »Krieg zeugt Krieg«, erklärte er 1892 in seiner Rede gegen die Aufrüstungspläne der Regieung im Deutschen Reichstag. »Wenn jemals ein falscher, ein widersinniger Satz ausgesprochen worden ist, so ist es der alte Römerspruch […] – um den Frieden zu sichern, bereite dich zum Kriege vor. Nein, um den Frieden zu sichern, muß man den Frieden vorbereiten«. Das sehen seine Nachfahren an heutigen Parteispitze der SPD komplett anders. Für Liebknecht aber war klar: »Mit dem Weiterrüsten wird unter keinen Umständen etwas erreicht.« Stattdessen sei es notwendig, eine humane Moral und einen sittlichen Geist in die Politik einzuführen, für die nach seiner festen Überzeugung nur der Sozialismus stand. Der »Sozialismus will diesen Einklang zwischen Handlung und Bekenntnis, will nicht, dass man Christentum und Menschliebe im Munde führt und Krieg und Massenmord vorbereitet; er will, daß die Zivilisation, mit welcher wir prahlen, auch verwirklicht werde in dem Staat und in der Gesellschaft.«

Karl und Theodor Liebknecht, zwei seiner fünf Söhne, setzten diese Politik ihres Vaters fort – links von der SPD.

Ausführlicher siehe auf der Homepage der Historischen Kommission der Linkspartei, Erklärungen: Die Linke Historische Kommission
Zu Ehren von Wilhelm Liebknecht lädt die Leipziger Linke unter dem Motto »Soldat der Revolution, Parteiführer, Parlamentarier« an diesem Samstag, den 28. März, ins Liebknecht-Haus, Braustraße 15, Leipzig (10 bis 13 Uhr)

Erstveröffentlicht im nd v.27.3. 2026
Krieg zeugt Krieg

Wir danken für das Publikationsrecht.

Aktiv werden im Wedding – gegen Wehrpflicht, Waffenproduktion und Kriegstüchtigkeit

Du willst im Wedding aktiv werden gegen Wehrpflicht, Waffenindustrie und Kriegstüchtigkeit? Dann laden wir dich ein zu unserem Planungstreffen des Netzwerk Wedding. Gemeinsam mit euch wollen wir diskutieren, uns bilden und aktiv werden! 

29. März 2026 | 11 – 15 Uhr | Interbüro (Genter Straße 60)

In drei Workshops sprechen wir zum Thema:

  1. Aufbau von Beratungsstellen gegen die Wehrpflicht
  2. Aktionen gegen die Rüstungsindustrie in Berlin
  3. Öffentlichkeitskampagne gegen militärische Infrastruktur in Berlin Wedding

Gemeinsam mit Expert:innen aus den jeweiligen Bereichen wollen wir uns weiterbilden und eine gemeinsame Grundlage für kommende Aktionen schaffen. Die Workshops finden parallel statt und sind für ca. 90 Minuten geplant.

Ablauf des Tages

11:00 – 11:30 Ankommen
11:30 – 13:00 Workshops
13:00 – 15:00 Ausblick

Schwerpunkte im Überblick

1. Aufbau von Beratungsstellen gegen die Wehrpflicht

Am 05. März waren deutschlandweit über 50.000 Schüler:innen auf den Straßen im Kampf gegen die Wehrpflicht. Die Jugend zeigt sich entschlossen in der Ablehnung des Kriegsdienstes. 

Als Freund:innen, Kolleg:innen oder Familien liegt es an uns die Schüler:innen und Jugendlichen im Kampf gegen die Wehrpflicht zu unterstützen. Der Kriegsdienst muss verweigert werden und es ist dringend notwendig in unserer Nachbarschaft weitere Beratungsstellen gegen die Wehrpflicht zu schaffen.

In diesem Workshop wollen wir die Grundlagen schaffen, um Beratungsstellen im Kiez aufzubauen. 


2. Aktionen gegen die Rüstungsindustrie in Berlin

Krieg beginnt hier – stoppen wir ihn hier! Berlin Mitte ist Hotspot der Militarisierung: Hauptstadtrepräsentanzen der Rüstungsindustrie, militärische Lobbygruppen und transatlantische Denkfabriken. In Berlin wird der Krieg geplant und entschieden. Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Recherche dokumentieren die Adressen und Standorte von über 60 Büros und Niederlassungen im Raum Berlin Mitte. 

Es liegt an uns gegen Rüstungsindustrie und Kriegslobby aktiv zu werden. Die Ergebnisse der Recherche müssen auf die Straße getragen werden, die dreckigen Geschäfte hinter schönen Fassaden müssen sichtbar gemacht werden. 

Gemeinsam mit euch wollen wir über Aktionen gegen die Rüstungindustrie in Berlin sprechen. 


3. Öffentlichkeitskampagne gegen militärische Infrastruktur in Berlin Wedding

Musterungszentren am Leopoldplatz, die Waffenproduktion am Humboldhain, Wiedereinführung der Wehrpflicht – die herrschenden wollen den Krieg. Ob Merz, Pistorius, Giffey oder Wegner ihr Ziel ist klar: Berlin soll zur Stadt des Krieges umgerüstet werden. 

Als Nachbar:innen haben wir daran kein Interesse. Die Vergangenheit mahnt uns und zeigt deutlich wie unsere Kieze in zwei Weltkriegen komplett zerstört wurden. Es liegt an uns für eine Stadt des Friedens zu kämpfen.

Im Rahmen dieses Workshops wollen wir mit euch über eine öffentlichwirksame Kampagne diskutieren, es gilt den Kampf um Frieden auf die Straße und an die Haustüren zu tragen. 


Du hast Lust in deiner Nachbarschaft gegen Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht aktiv zu werden? Dann komm vorbei zum Planungstreffen des Netzwerk Weddings.

„Rekommunalisierung jetzt!“

DAS GEHT UNS ALLE AN: Mieter:innen der Habersathstraße 40-48 unterstützen!

AUFRUF ZUR SOLI-DEMO FÜR DIE HABERSAATHSTRAßE 40-48 IN BERLIN MITTE

Entmietung mit Kälte, Gewalt und Zerstörung – mitten in Berlin, mitten im Winter.

KOMMT ZUR SOLI-DEMO

Soli-Demo
Samstag, 28.03.2026
13:00 Uhr
Treffpunkt: Vor dem Roten Rathaus

Siehe Demo-Route unten.

WORUM GEHT ES?

In der Habersaathstraße wird seit Jahren versucht, Menschen mit Drohungen und Gewalt aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Seit vier Monaten leben die Mieter:innen ohne Heizung und Warmwasser. Leerstehende Wohnungen werden im Auftrag des Vermieters demoliert, Türen eingetreten, Sanitäranlagen zerstört. Schlägertrupps im Haus – Angst gehört für die Bewohner:innen zum Alltag.

Das ist brutale Entmietung. Es reicht!

DIE FAKTEN

  • Seit 4 Monaten: keine Heizung, kein Warmwasser
  • Seit Jahren: Schikanen, Zerstörung und Gewalt gegen Mieter:innen
  • 120 bezahlbare Wohnungen sollen abgerissen werden
  • 3 Kündigungswellen gegen die Mieter:innen – gerichtlich für ungültig erklärt
  • Beschlüsse der BVV-Mitte zum amtlichen Eingreifen liegen vor
  • Aber: Das Bezirksamt Mitte bleibt untätig

WARUM DAS UNS ALLE BETRIFFT

Was hier passiert, ist kein Einzelfall. Es ist Teil eines Systems, das bezahlbaren Wohnraum zerstört und Menschen verdrängt. Wenn wir das hinnehmen, wird es überall Schule machen.

Heute trifft es sie – morgen uns alle.

DIE GUTE NACHRICHT

Gemeinsam können wir das stoppen.

Öffentlicher Druck wirkt. Solidarität wirkt. Die Soli-Demo ist ein klares Signal gegen Verdrängung, gegen Abriss und für bezahlbaren Wohnraum in Berlin.

UNSERE FORDERUNGEN

KEIN ABRISS!
MIETER:INNEN SCHÜTZEN!
BEZAHLBARE WOHNUNGEN RETTEN!
REKOMMUNALISIERUNG JETZT!

Quelle: Berliner Mieterverein
https://www.berliner-mieterverein.de/aktuelles/kein-abriss-habersaathstrasse-40-48-rekommunalisierung-jetzt.htm

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