Der Veteranentag ist da – Ehre den zukünftigen Opfern!

Von Manfred Henle

Der Veteranentag am 15. Juni war ein weiterer Einschritt in der Militarisierung der Gesellschaft auf dem Wege der erhofften Kriegsfähigkeit. Wir hatten zur Berliner Demonstration gegen die Etablierung eines solchen Tages mobilisiert und dann über die Demo-Auflagen und das Eingreifen der Polizei berichtet. Es scheint uns lohnend, hier nochmal einen vertiefenden Rückblick zu wagen.

Einen solchen gibt es bereits vom die Demo mitorganisierenden „Provisorischen anarchistischen Antikriegsrat“, auf den wir hier verlinken:
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/stoerungen-des-veteranetages-in-berlin-und-anderswo-eine-kleine-bilanz-des-erfolgs-009128.html

Auch im Untergrundblättle erschien ein treffender Kommentar von Gerald Grünklee,den er kurz vor dem Demo verfasst hat.
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/zum-nationalen-veteranentag-am-15-juni-009110.html

Der folgende Beitrag von Manfred Henle, der den Leser:innen des Forums schon bekannt ist, erschien gestern – am 28. Juni. (Jochen Gester)

Titelbildcollage: Jochen Gester

Die Unterwerfung der gesamten Gesellschaft unter den Imperativ der Kriegstüchtigkeit, den die Zeitenwende-Kriegs-Koalition wie die gegenwärtige Kriegs-Koalition in Angriff genommen haben, hat inzwischen beträchtliche Fortschritte hinsichtlich Mentalitätswechsel und Kriegsvorbereitung erzielt.

1. Veteranentag und Veteranenkult – worum es geht

„Mit Sozialleistungen und mit Bildung lässt sich dieses Land nicht verteidigen.“ (Pistorius, 21.5.2025)

Das Unternehmen „Mit einer Billion Euro in den Krieg, „whatever it takes“ (IMI-Analyse, 24. 3.2025), der sogenannte „Aufwuchs“ des deutschen Gewalt-, Militär- und Kriegsapparats um 460.000 junge Soldatinnen und Soldaten „zuzüglich einer militärischen und zivilen Reserve“ (Friedrich Merz plant gigantische Bundeswehr, 20.5.2025), sowie das gigantische Vorhaben, den deutschen Militär- und Kriegsapparat zur mindestens „konventionell stärksten Armee Europas“ herzurichten, hat in der Bevölkerung keinerlei Unruhe ausgelöst. Genügt das? Nein, auf gar keinen Fall, heißt es von Seiten der politischen Entscheidungs- und Verantwortungsträger über Krieg und Frieden. Denn:

Heute geht es hier im Bundestag, der Herzkammer der Demokratie, um viel. Es geht um Wichtiges. Es geht um viel Wichtiges für viele…Es geht um die Anerkennung derjenigen, die in letzter Konsequenz bereit sind, das Äußerste für andere zu geben, und die ihr Leib und Leben für unser Land einsetzen. (Pistorius, Bundestag 25.4.2025)

Dass es beim viel Wichtiges für Viele darum geht, in letzter Konsequenz bereit zu sein, das „Äußerste“, Leib und Leben herzugeben, darin ist der Herzkammer der Demokratie kaum zu widersprechen. Allerdings ist hinzuzufügen, dass es schon die Herzkammer der Demokratie ist, die in ihrer allumfassenden Kriegsvorbereitung nicht nur Viele, auch nicht nur die Staatsbürger in Uniform, sondern alle „Menschen in unserem Land“ (Pistorius Veteranentag-Rede (audio) 15.6.2025) in die Situation hinein befehligt und hineinmanövriert, das Äußerste, Leib und Leben hergeben zu müssen, eben auch als Zivilisten: sei es an der Heimatfront, sei als rüstungsindustrielle oder sonstige Reservearmee, sei es als unvermeidlicher Kollateralschaden unterm gegnerischen Kugel-, Drohnen-, Bomben- und Raketenhagel.

Das hinzunehmen verdient: „Anerkennung“ (Pistorius, 25.4.2025) und „Wertschätzung … Schulter an Schulter. Einfach Respekt.“ (Pistorius, 15.6.2025) So ist der zukünftig alljährlich wiederkehrende, höchst feierlich zu zelebrierende „Veteranenkult“ (Pistorius, 25.4.2025) dazu ausersehen, die Bevölkerung mental und seelisch auf den von der Herzkammer der Demokratie ins Auge gefassten und geplanten Krieg einzustimmen:

Ein nationaler Veteranentag ist auch ein Zeichen in die Gesellschaft, und das ist nicht weniger wichtig. Viel zu oft kam in den vergangenen Jahren das Gefühl auf, dass unser Leben in Freiheit und Frieden eine Selbstverständlichkeit ist. (Ebd.)

Mitunter auch auf diese Weise ist die verlangte Kriegstüchtigkeit der gesamten Gesellschaft mental und seelisch einzubrennen. Mit anderen Worten: „Der Veteranentag soll genau das bewirken – er soll den Menschen eine neue Leitkultur verpassen und die Aufrüstung mit ‚Folklore‘ ausstatten.“ (Roberto de Lapuente, Alles Gute, liebe Kameraden!, 15.5.2025)

Der alljährliche Veteranentag ist ein weiterer Baustein zur rücksichtlosen Durchsetzung des Imperativs der Kriegstüchtigkeit, zu der die Menschen im Lande herzurichten sind. Andererseits hält die Herzkammer der Demokratie am Tag der Veteranen noch einige andere Klarstellungen bereit, um den Menschen im Land zu unterbreiten, was die Herzkammer der Demokratie noch alles außer Anerkennung, Wertschätzung, Würdigung und Respekt Schulter an Schulter fürs Kommende mit ihnen vorhat.

2. Das Schutzobjekt der Verteidigung: Frieden, Freiheit, Sicherheit, Stabilität, Schutz, das Leben

„Dieser Tag macht klar, was der höchste Preis für unser Leben in Freiheit und Frieden ist.“ (Pistorius, 25.4.2025)

Die Unterwerfung und Aufteilung des blauen Planeten unter die Konkurrenz der Staaten bringt tagein tagaus sich wechselseitig schädigende Gegensätze hervor. Insofern ist die Bedrohung von Außen, durch Andere allgegenwärtig. Weshalb die staatliche Gewalt-, Kriegs- und Zerstörungsmaschinerie zur Grundausstattung eines jeden staatlichen Gebildes dazugehört.

Nimmt in der staatlichen Lagebeurteilung das Hindernis, die Beeinträchtigung oder die Schädigung gegenüber den eigenen staatlichen Zwecken und Interesse ein nicht mehr tragbares Ausmaß an, dann sind die politischen Entscheidungs- und Verantwortungsträger so frei, eine konkrete Bedrohung zu diagnostizieren. Im Fall der deutsch-europäischen NATO-Wertegemeinschaft: Schon die schiere Existenz Russlands mit seiner gigantischen Landmasse bedroht, das heißt: relativiert seit jeher die ausgreifenden, geo- und weltpolitischen Ansprüche und Interessen der deutsch-europäischen NATO-Wertegemeinschaft. Diese weitreichenden Ansprüche gehören verteidigt. Weshalb es einer Verteidigungsbereitschaft von allem und jedem bedarf und eines staatlichen Gewaltapparates, der in der Lage ist, mit allen Mitteln der Gewaltanwendung die ausgreifenden, geo- und weltpolitischen Ansprüche und Interessen zu „verteidigen“.

Das gebietet nunmehr notfalls auch ohne die USA, Russland aus dem Spiel zu nehmen. Zumal, da Russland mit seinen weltpolitischen Kalkulationen seiner weiteren Vorwärtseinkreisung durch den Einmarsch in die Ukraine praktisch Einhalt geboten hat und weiterhin gebietet. Diese „Bedrohung“ der ausgreifenden Zwecke und Interessen der deutsch-europäischen NATO-Wertegemeinschaft verlangt eine endgültige Lösung. Insbesondere auch angesichts China und jeder sonstigen zukünftigen Behinderungen durch Konkurrenten oder sogenannter „strategischer Gegner“. Daraus folgt: Erstmal und auf jeden Fall Krieg gegen Russland. Das ist der erste Teil der Bedrohungslehre.

In den zynischen Kriegsaufruf-Worten der Herzkammer der Demokratie:

Sie haben sich bewusst entschieden, weil sie gesagt haben, wir erleben in einer neuen Zeit, in der Bedrohung wieder eine Rolle spielt, in der wir uns dieser Bedrohung stellen müssen, leider stellen müssen und wir, diese jungen Leute, sagen, da will ich ein Teil davon sein. Ich will meinen Teil dazu beitragen. (Pistorius, 15.6.2025)

Weder haben die jungen Leute im Land gesagt, wir leben in einer Zeitenwende, in einer neuen Zeit der Bedrohung, noch haben sie von sich aus verlauten lassen, dass sie liebend gerne ein Teil beim Beiseite räumen dieser Bedrohung sein und ihren Teil dazu beitragen möchten. Weil davon keine Rede sein kann und der in Vorbereitung befindliche Krieg gegen Russland jede Menge lebendigen „Aufwuchs“ des deutschen Gewalt-, Militär- und Kriegsapparats bis mindestens 2030 benötigt, gibt es das schöne Instrument der Wehrpflicht. Das ist keine Pflicht im kantisch-moralischen Sinn, sondern der physische, unter Strafandrohung durchzusetzende Zwang, das Kämpfen, Zerstören, Vernichten, Töten und Getötet-Werden rücksichtslos gegen sich und andere anzuwenden erlernen.

Nun heißt es aber, zweiter Teil der Bedrohungslehre:

„Wer bereit war und ist, die Freiheit und Sicherheit Deutschlands eben im Notfall buchstäblich mit Leib und Leben zu verteidigen, der verdient unsere Anerkennung und unsere Dankbarkeit und unseren Respekt.“ (Pistorius, 15.6.2025)

Explizites Schutzobjekt ist Deutschland: und zwar dessen Freiheit und Sicherheit. Eine weitere Klarstellung des Veteranentags. Diese souveräne Freiheit, den ausgreifenden staatlichen Zwecken und Interessen gegen jedes Hindernis, also gegen jede potenzielle oder reale Bedrohung, die sie durch ihre globalen Ansprüche selbst erschafft, weltweit freie Bahn zu verschaffen, benötigt Stabilität nach Innen ebenso, wie im näheren und fernen Umfeld und Ausland. Gelegentlich notwendige Kriege gleichermaßen, um den Frieden, die Sicherheit und Freiheit des deutschen Vaterlandes samt seinen NATO- und sonstigen Bündnispartnern mit glaubwürdiger Abschreckungsgewalt wieder herzustellen und aufrecht zu erhalten.

Der private Frieden, die private Freiheit und Sicherheit, der staatlich gewährte Schutz und das Leben und die Gesundheit eines jeden Einzelnen ist die Dispositions- und Verfügungsmasse der staatlichen Freiheit und Souveränität, der politischen Herrschaft, hierzulande organisiert als Demokratie: einkalkulierte staatlich erzwungene Opfergabe im geplanten Krieg gegen Russland.

Möglicherweise verascht und verdampft diese Dispositionsmasse Deutschlands im atomaren Feuer der gegen die atomare Weltsupermacht ins Visier genommenen thermonuklearen Auseinandersetzung mit Russland seitens Deutschlands und seiner NATO-Partner. Das ist er dann, „der höchste Preis für unser Leben in Freiheit und Frieden.“ (Pistorius)

Umso mehr ist die Kriegstüchtigkeit der gesamten Gesellschaft gefordert. Das ausgreifende „Recht auf Selbstverteidigung“, einschließlich „das Recht auf Angriffskriege“ (German Foreign Policy, 16.6.2025) steht nicht nur Israel zu, da es doch darum geht, Russland in die Knie zu zwingen. Dieses Vorhaben siegreich zu gestalten, ist gegenwärtig oberste Priorität der Parlamentsarmee.

3. Die Parlamentsarmee und ihr Handwerk

„Sie wissen das alle, die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee reinster Güte.“ (Pistorius, 15.6.2025)

Als Armee, als materieller und menschlicher, staatlich ins Leben gerufener Gewalt-, Militär- und Kriegsapparat, als bewaffneter Arm staatlicher Souveränität und Freiheit, unterscheidet sich die Parlamentsarmee in ihrem Auftrag und in der Ausübung ihres erlernten Handwerks von keiner anderen Armee der Welt: Alle Armeen sind gefordert und befehligt, durch Kämpfen, Zerstören, Vernichten, Töten und Getötet-Werden, den Zwecken und Interessen der staatlichen Herrschaft und ihrer Oberbefehlshaber zum Sieg und Durchbruch zu verhelfen.

Dieses Handwerk zu erlernen ist Aufgabe der Wehrpflicht, die den ganz normalen Staatsbürger zum Staatsbürger in Uniform, zum Soldaten zurichtet. Dann ist er, auf diese Weise kriegstüchtig gemacht, zum sogenannten „Dienst an der Waffe“ befähigt. Ist das zufriedenstellend geleistet, dann obliegt es der Herzkammer der Demokratie zu entscheiden, wann und wo die Parlamentsarmee ihr erlerntes Handwerk, das Kämpfen, Zerstören, Vernichten, Töten und Getötet-Werden, ausüben soll. Keine Frage: Das ist ein „ganz besonderen Dienst“ (Pistorius, 15.6.2025) Deshalb: „Diese Bundeswehr geht nirgendwo hin, ohne dass das Parlament das billigt.“ (Pistorius, ebd.) Sicherlich: Das ist ein „ganz besonderen Dienst“ und „der Vetereranenkult … vermittelt eben genau diese Wertschätzung für einen Dienst, der alles andere als selbstverständlich ist.“ (Pistorius, ebd.)

Mit anderen Worten: „Wer für die Sicherheit und Freiheit unseres Landes alles gibt, der verdient mehr als Dankesworte.“ (Julia Klöckner, Präsidentin des Deutschen Bundestag, Schirmfrau des Nationalen Veteranentages, 15.6.2025) Worin dieses „mehr“ besteht, wird noch zu zeigen sein.

Das genuine Handwerk des Soldatentums, also auch das der Parlamentsarmee, ist zu allen Zeiten das Gleiche: sei es zu Zeiten der anti-napoleonischen „Befreiungskriege“, sei es zu Zeiten der Völkermorde an den Herero und Nama, sei es zu Zeiten des Kaiserreichs, sei es zu Zeiten des Nationalsozialismus und Faschismus, sei es zu Zeiten der Parlamentsarmee in ihren „internationalen Einsätzen, Missionen im Rahmen des internationalen Krisenmanagements oder jetzt wieder beim Schutz der NATO-Ostflanke.“ (Pistorius, ebd.) Es ist die politische Herrschaft, die sich die Armee, die staatliche Gewaltmaschinerie als Instrument, geschaffen hat, um den Zwecken und Interessen der Herrschaft Geltung und Durchsetzung zu verschaffen, mögen das Herrschaftspersonal auch wechseln im Sturm der Zeiten und Zeiten-Wenden.

Indes, eine Bedingung muss ausnahmslos erfüllt sein, damit die politische Herrschaft, welche immer es auch sei, das genuine Handwerk des Soldatentums aufrufen, abrufen, befehligen und ins Werk setzen kann.

4. Die lebendige Grundlage der staatlichen Kriegsbereitschaft und Kriegswilligkeit

Der global ausgreifende Verteidigungswille deutscher Zwecke und Interessen, der das Recht auf Selbstverteidigung ebenso einschließt wie das Recht auf Angriffskriege, gegenwärtig gegen die Atomsupermacht Russland in Planung und Vorbereitung, bedarf eines nachhaltigen  „Aufwuchses“ des deutschen Gewalt-, Militär- und Kriegsapparats:

Denn dieser Staat, meine Damen und Herren, der kann sich nicht selber verteidigen. Der Staat ist ein Gebilde. Der Staat braucht Menschen, die das tun. Die das tun für sich und für alle anderen, die in diesem Staat leben. (Pistorius, ebd.)

Auch dieser Klarstellung im Rahmen des ins Leben gerufenen Veteranentages ist weitgehend zuzustimmen: Das staatliche Gebilde mit seinen globalen Ansprüchen kann diesen nur glaubwürdige Durchsetzung verschaffen, soweit und insofern die Menschen sich in ihrem Staatsidealismus und Patriotismus dazu herrichten und herrichten lassen. Ja, das staatliche Gebilde selbst verdankt seine ganze Existenz in erster und letzter Instanz nur der Bereitschaft der Menschen, im staatsidealistischen Glauben, der Staat sei in erster und letzter Instanz eine Dienstleistung an ihrem Wohlergehen und nicht umgekehrt, sich zuzurichten und zurichten zu lassen. Für alles, was das staatliche Gebilde vorhat, gilt: „Der Staat braucht Menschen, die das tun.“ Dass sie das „für sich tun“ ist allerdings eine Täuschung und Selbsttäuschung, geschuldet ihrem Staatsidealismus und ihrem Patriotismus, sowie der alltäglichen Propaganda und Kriegspropaganda schon gleich.

Um das Leben und die Freiheit von Staat, Standort und Nation – in der Welt der universellen Staatenkonkurrenz, die die USA in Gestalt ihrer regelbasierten Weltordnung ab 1945 zur Grundlage der gesamten Menschheit gemacht haben, auch zukunftssicher zu machen, ist jedoch Vorsorge zu treffen, der Krieg gegen Russland ist da nur ein Etappenziel:

„Wer will, dass es genügend Menschen gibt, die das tun, auch in Zukunft, der muss denjenigen, die das tun, eben auch genau das entgegenbringen. Dankbarkeit und Respekt.“ (Pistorius, ebd)

Eben solche Menschen, „die bereit sind, wenn es darauf ankommt, das höchste Gut, Gesundheit oder sogar Leben aufs Spiel zu setzen…“ (Pistorius, ebd.) Deshalb: „Jeder Soldat, jede Soldatin ist uns wichtig.“ (Pistorius, 25.4.2025)

Kriegstüchtige Zukunftssicherung nationaler Interessen und Zwecke verlangt Bereitschaft:

„Und damit diese Bereitschaft eben nicht verloren geht, auch in den kommenden Generationen, brauchen wir endlich eine Veterankultur in Deutschland.“ (Pistorius, 15.6.2025) Solche Bereitschaft „auch in den kommenden Generationen“ (!) verdient schon jetzt den ganzen Dank des Vaterlandes.

5. Ausblick: Der Dank des Vaterlandes

Gewiss ist dies: Gelingt es der politischen Herrschaft in Gestalt der alleinzuständigen Verantwortungsträger in der Herzkammer der Demokratie, die gesamte Gesellschaft kriegswillig und kriegstüchtig zu machen für den geplanten, auch atomaren Krieg gegen Russland und die  zukünftigen Kriege darüber hinaus, dann ist die „immer neue Produktion von Veteranen“ (Gerald Grüneklee, 15.6.2025) auf Generationen hinaus gesichert. Gleichermaßen ist damit gesichert:

„Um als Veteran geehrt zu werden, muss man also nicht mehr leben. Alte Krieger, kalte Krieger.“ (Gerald Grüneklee, 11.6.2025) Soweit es Überlebende gibt, die die Toten beneiden werden, steht fest: „Am Ende sind wir alle Veteranen, auch die Zivilisten.“ (Roberto de La Puente, 15.6.2025)

Mit einem Wort: „Insofern, liebe ehemalige und zukünftige Veteranen, gebührt Euch in der Tat der Dank des Vaterlandes für die Opfer, die ihr bei anderen angerichtet habt und auch die, die ihr selbst zu spüren bekommt.“ (Renate Dillmann, 15.6.2025)

Und da in Wende- und Vorkriegs-Zeiten der Mobilisierung der Menschen für den Krieg, definitiv im Krieg, nur noch das Prinzip von Befehl und Gehorsam gilt, sind die Worte eines ehemaligen politischen Verantwortungsträger in seiner Dankesrede nach wie vor richtungsweisend:

Ricordati vi o giovani camicie nere, che il fascismo non vi promette né honore, né cariche, né guadani, ma il dovere e il combattimento“

Denkt daran ihr jungen Schwarzhemden, der Faschismus verspricht Euch weder Ehre, noch Ämter, noch Gewinn, sondern nur Pflicht und Kampf. (Benito Mussolini, il Manuale delle Guardie Nere, Editrice Reprint, 1993:190)

Insofern die befehligten Menschen mitmachen und die „Drecksarbeit für uns alle“ (F. Merz, 17.6.2025) zufriedenstellend erledigen.

Erstveröffentlicht im Overton Magazin v. 28.6. 2025
https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/der-veteranentag-ist-da-ehre-den-zukuenftigen-opfern/

Wir danken für das Publikationsrecht.

72 Prozent der Ukrainer wollen schnelles Kriegsende durch Kompromiss oder Waffenstillstand

Eine Umfrage, die nur ein weiteres Mal und noch deutlicher bestätigt, was wir schon seit langem immer wieder festgestellt haben. Das Bild von den heldenhaft für uns und unsere „westlichen“ Freiheitsrechte kämpfenden Ukrainer:innen ist eine Propagandalüge. Das tatsächliche Meinungsbild gegen den Krieg fällt noch wesentlich krasser als diese Umfrageergebnisse aus, wenn man berücksichtigt, daß

  • erstens die im russisch besetzten Teil und dort vorwiegend prorussisch eingestellten Teile der ukrainischen Bevölkerung gar nicht teilgenommen haben,
  • zweitens hundert tausende Männer im wehrfähigen Alter ausser Landes geflohen sind und
  • drittens viele Menschen wegen drohender Repressionen eher zögern, sich öffentlich gegen den Krieg zu outen.

Mit diesen 3 Faktoren fällt auch die Bewertung der Umfragezahlen zu Nato- und EU- Beitritt anders aus: da werden aus Mehrheiten dann Minderheiten.

(Peter Vlatten)

Mulitpolar, 27.6.2025

Umfrage: Deutliche Mehrheit will Frieden mit Russland trotz ukrainischer Gebietsverluste / Minderheit von 21 Prozent will Krieg fortsetzen / Nur 36 Prozent der Ukrainer bevorzugen EU-Mitgliedschaft

Kiew. Eine große Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung möchte den Krieg gegen Russland schnell mit friedlichen Mitteln beenden. Dies ergab eine aktuelle repräsentative Umfrage (PDF, Seite 28) dreier ukrainischer Institute. Bei der Frage nach der Auswahl eines von vier vorgegebenen Szenarien zum Krieg wählten rund 56 Prozent der Befragten die Option „Suche nach einer Kompromisslösung unter Einbeziehung der Führer anderer Länder zur Beendigung des Krieges“. Mehr als 16 Prozent der Teilnehmer entschieden sich für die Variante „Aussetzung der Feindseligkeiten und vorübergehendes Einfrieren des Konflikts entlang der derzeitigen Kontaktlinie“.

Zusammengenommen rund 21 Prozent der Befragten entschieden sich für die beiden anderen Optionen, die die Fortführung des Krieges bis zum Erreichen der Grenzen des Februar 2022 beziehungsweise der Grenzen von 1991 vorsehen. Knapp 7 Prozent der Umfrageteilnehmer konnten oder wollten sich für keine der vorgegebenen Varianten entscheiden. Die Befragung wurde in der Zeit vom 6. bis 11. Juni unter 2.000 volljährigen Personen in den von Kiew kontrollierten Teilen der Ukraine durch das Institut für Strategische Studien (Janus), das Zentrum für Sozial- und Marktforschung (Socis) und vom Institut „Barometer der Öffentlichen Meinung“ durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen frühere Umfragen anderer Institute etwa aus dem Februar 2024 oder aus dem Januar 2025, in denen auch jeweils mehr als 70 Prozent der Ukrainer für schnelle Friedensverhandlungen plädierten.

Falls es zu Verhandlungen und einer „vorübergehenden Einstellung der Feindseligkeiten“ käme, sprechen sich der Umfrage zufolge knapp 58 Prozent für die zügige Abhaltung von Präsidentschaftswahlen aus. (Seite 14) Während rund vier Prozent für die ausschließliche Abhaltung von Kommunalwahlen votieren, plädierten 33 Prozent für eine Verschiebung der Wahlen auch wenn das Kriegsrecht bereits aufgehoben sein sollte.

Auf die Frage welchen Entwicklungsweg die Ukraine nach Kriegsende einschlagen sollte (Seite 32) sprachen sich lediglich rund 36 Prozent der Befragten für eine EU-Mitgliedschaft aus. Knapp 57 Prozent der Teilnehmer bevorzugen hingegen einen unabhängigen ukrainischen Weg, der sich auf „eigene Ressourcen“ stützt. Gäbe es jedoch in naher Zukunft ein Referendum über einen EU-Beitritt der Ukraine würden rund 69 Prozent der Befragten mit „Ja“ stimmen, während nur 20 Prozent eine EU-Mitgliedschaft ablehnen würden. Für eine Nato-Mitgliedschaft ihres Landes würden in einem Referendum mehr als 62 Prozent der Ukrainer stimmen – rund ein Viertel der Befragten wäre dagegen.

Weitere Themen der aktuellen Befragung befassen sich mit innenpolitischen Themen. Rund 82 Prozent der Befragten betrachten der Umfrage zufolge das „derzeitige Ausmaß der Korruption in der Ukraine“ als „sehr hoch“ (44 Prozent) oder „hoch“ (38 Prozent). (Seite 8) Verantwortlich für das hohe Ausmaß an Korruption sind den Befragten zufolge der Staat insgesamt (55 Prozent), die Anti-Korruptionseinrichtungen (40 Prozent) und der Präsident (31 Prozent).

Wir danken für das Publikationsrecht, das Original ist auf Mulitpolar am 27.6.2025 hier erschienen

150 Propalästina Aktivisten stürmen Waffenfabrik in Belgien

Rund 150 pro-palästinensische Aktivisten stürmten eine belgische Fabrik, die Militärausrüstung für die Ukraine herstellte, zerstörten Computer und beschädigten Fahrzeuge, berichten lokale Medien.

Nachwirkungen eines Protests in der Nähe des belgischen Rüstungsunternehmens OIP Land Systems, 24. Juni 2025. (Quelle: HenMazzig/X)

Rund 150 pro-palästinensische Aktivisten stürmten das Gelände von OIP Land Systems, einem belgischen Rüstungsunternehmen, das Militärfahrzeuge für die Ukraine generalüberholt, und verursachten dabei einen Schaden von über einer Million Dollar, wie der Firmenchef Freddy Versluys laut einem Bericht des belgischen Medienunternehmens 
7sur7 vom 24. Juni mitteilte

Der Vorfall, der sich am Morgen des 23. Juni ereignete , dürfte die bevorstehenden Lieferungen gepanzerter Fahrzeuge in die Ukraine um mindestens einen Monat verzögern.

Die Aktivisten, in weiße Anzüge gekleidet und mit verhüllten Gesichtern, brachen im Rahmen der Kampagne „Stoppt die Bewaffnung Israels“ in die Lagerhallen der Fabrik in Tournai ein. Diese Kampagne fordert ein Militärembargo gegen Israel und Sanktionen seitens der belgischen Regierung.

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Pro-palästinensische Aktivisten zerstören belgische Waffenfabrik, die die Ukraine beliefert

27. Juni 2025, 14:29 Uhr 2 Minuten LesezeitAutorenFoto von Vlad Litnarovych

Vlad LitnarovychAutor

Pro-palästinensische Aktivisten zerstören belgische Waffenfabrik, die die Ukraine beliefert
Nachwirkungen eines Protests in der Nähe des belgischen Rüstungsunternehmens OIP Land Systems, 24. Juni 2025. (Quelle: HenMazzig/X)

Rund 150 pro-palästinensische Aktivisten stürmten das Gelände von OIP Land Systems, einem belgischen Rüstungsunternehmen, das Militärfahrzeuge für die Ukraine generalüberholt, und verursachten dabei einen Schaden von über einer Million Dollar, wie der Firmenchef Freddy Versluys laut einem Bericht des belgischen Medienunternehmens 7sur7 vom 24. Juni mitteilte.

Der Vorfall, der sich am Morgen des 23. Juni ereignete , dürfte die bevorstehenden Lieferungen gepanzerter Fahrzeuge in die Ukraine um mindestens einen Monat verzögern.

Die Aktivisten, in weiße Anzüge gekleidet und mit verhüllten Gesichtern, brachen im Rahmen der Kampagne „Stoppt die Bewaffnung Israels“ in die Lagerhallen der Fabrik in Tournai ein. Diese Kampagne fordert ein Militärembargo gegen Israel und Sanktionen seitens der belgischen Regierung.

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„Sie durchwühlten unsere Büros, zerstörten Computer und gingen dann in die Werkstätten, wo sie mehrere Fahrzeuge schwer beschädigten“, sagte Versluys. „Sie wüteten mit Sprühfarbe und Hämmern.“

Versluys betonte, dass die beschädigten Fahrzeuge nicht für Israel bestimmt gewesen seien, sondern Teil einer Lieferung in die Ukraine gewesen seien.

„Wir verkaufen nichts mehr an Israel. …Fahrzeuge, die der Verteidigung der Ukraine dienen sollten, wurden zerstört. Ihre Aktion wird unsere nächste Lieferung um mindestens einen Monat verzögern.“

Die Aktivisten nahmen OIP Land Systems ins Visier, da das Unternehmen im Besitz von Elbit Systems ist, einem großen israelischen Rüstungskonzern.

Demonstranten behaupten, Elbit liefere 85 Prozent der Drohnen und die meisten bodengestützten Waffen an das israelische Militär. Versluys betonte jedoch, OIP habe seit über 20 Jahren keine Verteidigungssysteme mehr an Israel geliefert und operiere völlig unabhängig.

Nach Angaben der Aktivistengruppe Stop Arming Israel wurden mindestens 30 Personen festgenommen.

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