Morgen is‘ zuspät -Impressionen Klimastreik 3. März 23 Berlin

Impressionen Klimastreik Berlin 3.März 2023

Wir haben Stimmung, politische Vielfalt und Ansätze zu einer antikaptalistischen Klimabewegung eingefangen. Im Schulterschluss mit dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und auch für Frieden. Wir wurden fündig, viel mehr als erwartet. Hier in Ton und Bild.

Die Klimabewegung kann nur antikapitalistisch erfolgreich sein ! Dieses Credo war am Freitag unübersehbar! Das 1,5 Grad Ziel ist unvereinbar mit einer am kapitalistischen Wachstum orientierten Politik. Die aktuelle Klimabilanz der Ampel nach mehr als einem Jahr zeigt das deutlich – sie ist verheerend!

Den vollmundigen Sprechblasen über Verkehrs- und Energiewende steht in der Praxis eine Renaissence mit Investments in u.a. eine langfristige LNG Gas Infrastruktur gegenüber, die einen wachsenden Energiehunger von Industrie und Gesellschaft absichern soll. Dieses erneut massiv in fossile Energien investierte Kapital wird seine Verwertung und seinen Profit suchen und ihn – wie alle Erfahrungen zeigen – wieder mit Händen und Klauen verteidigen. Die Redner auf der Bühne zeigen an unzähligen Beispielen auf, daß die Klimakatastrophe längst Realität mit immer drastischeren Folgen geworden ist. Es bleibt Null Zeit mehr , das Ruder rumzureißen. Staat und Parteien bedienen aber, wie der Deal zu Lützerath zeigt, weiterhin die Konzerninteressen . Wer sich dieser Entwicklung aktiv ,auch mit Mitteln des zivilen Ungehorsams, entgegenstemmt, muss Diffamierungen bis zur Kriminalisierung befürchten. Gewerkschaftern von Verdi, die sich in anderen Städten mehr als in Berlin , den Klimaaktivisten bei ihren Warnstreiks anschlossen, wurde von Unternehmerseite vorsorglich die Rote Karte gezeigt. Streiks um politische Ziele seien völlig illegal. Denn Streiks tun wirklich weh. Wir sollen unser Schicksal stattdessen weiter in die Hände von Politikern legen, die nach der Wahl das Gegenteil von dem tun, was sie versprochen haben und ständig versprechen, was sie nicht einhalten. Die durchgängige Botschaft am Freitag in Berlin dagegen: „Morgen is‘ zuspät‘. „Wir wollen uns nicht länger an die Leine legen lassen.“ Nicht bei wenigen Jugendlichen staut sich echte Wut an. Da geht es ihnen nicht anders als den Friedensaktivisten, die nicht willens sind, sich vom Geist der „Zeitenwende“ vereinnahmen zu lassen. Wer dem offiziellen Politkurs die Stirn bietet, muss zunehmend mit Diffamierungen und Drohungen rechnen.

Die Klimakrise ist global. Sie schürt die weltweiten Konflikte und sozialen Verwerfungen. Der Kampf gegen die Klimakrise kann deshalb nur international geführt werden. Von der ganzen Menschheit! Mit diesem gemeinsamen Kampf ist aber unvereinbar eine permanente Konfliktstrategie, die die Welt in gegensätzliche Blöcke zerteilt, die Zerstrittenheit zwischen den Wirtschaftssystemen, Kulturen, Ethnien und Nationen schürt, jedes gemeinsame globale Handeln hintertreibt und eine militaristische Eskalationsspirale immer weiter vorantreibt. . “Der Krieg verschlingt sinnlos die Milliarden, die für die Rettung des Planeten und gegen die Armut des globalen Südens dringend gebraucht werden.” Krieg und Miltarisierung blasen wachsende riesige CO2 Kontingente in die Luft, die bei den offiziellen Klimabilanzen ausdrücklich nicht mit gerechnet werden. Friedens- und Umweltbewegung gehören zusammen. [1]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/?p=20732 Wer hier im Friedenskampf diesem Eskalationskurs entgegentritt, ist auch ein Klimakämpfer.

Wir und viele andere waren erfreut, dass die Klimabewegung offensichtlich den Versuchen im Vorfeld getrotzt hat und sich nicht vor den Karren westlicher Hegemonie- , Konfrontationspolitik und Militarisierung spannen ließ [2]gegen die Vereinnahmungsversuche über einen zentralen Aufruf für den Kurs der Zeitenwende gab es von der Basis heftigen Widerspruch . Nichtsdestotrotz dürften durch die Versuche nicht wenige … Continue reading . Im Gegenteil , das Transparent vom Arbeitskreis Internationalismus IG Metall Berlin „Krieg und Rüstung killt – Mensch und Umwelt“ fand besondere Zustimmung, nicht zuletzt bei mehreren engagierten Jungarbeiter*innen aus der Metallindustrie . Sie und auch Gewerkschafter anderer Branchen bildeten zeitweise einen kleinen erkennbaren Gewerkschaftsblock, neben einer ebenso kleinen Gruppe von Verdi Kollegen weiter hinten, die sich gezielt für die Verkehrswende stark machten. Die Klimabewegung reicht uns die Hand. Sie sollte von den Gewerkschaftsorganisationen ernergischer aufgegriffen werden. Schön wäre, wenn wir mehr branchenübergreifend auftreten würden, das könnte zum Beispiel dem Jobtransfer aus dem Individualverkehr hinein in die öffentlichen Verkehrssysteme förderlich sein. Auf alle Fälle wünschen wir den Verdi Kollegen bei der Durchsetzung ihrer Forderung nach 10,5 % Einkommenszuwachs viel Erfolg. Jedes Prozent mehr macht die Arbeitssplätze im öffentlichen Bereich attraktiver. Ein schlagendes Argument für die sozialverträgliche ökologisch erwünschte Transformation!

Hier unsere Impressionen zum Berliner Klimastreik. Lassen wir die Bilder sprechen, sie sagen oft mehr als Worte.

References

References
1 https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/?p=20732
2 gegen die Vereinnahmungsversuche über einen zentralen Aufruf für den Kurs der Zeitenwende gab es von der Basis heftigen Widerspruch . Nichtsdestotrotz dürften durch die Versuche nicht wenige Teilnehmer abgeschreckt worden sein

Globaler Klimastreik -3. März 2023

Forum Gewerkschaftliche Linke Berlin ruft auf, sich an den Klimaprotesten zu beteiligen und einzumischen!

Ein erfolgreicher Kampf gegen die Klimakatastrophe und die Erreichung der 1,5 Grad Zielmarke ist unvereinbar mit der von der Bundesregierung am kapitalistischen Wachstum und Profit orientierten Wirtschaftspolitik. Die aktuelle Klimabilanz nach mehr als einem Jahr Ampel zeigt das deutlich – sie ist verheerend!

Der Kampf gegen die Klimakatastrophe muss global geführt werden von der ganzen Menschheit! Mit diesem gemeinsamen Kampf ist unvereinbar eine Konfliktstrategie, die die Welt in gegensätzliche Blöcke zerteilt, die Zerstrittenheit zwischen den Systemen, Kulturen und Nationen schürt, jedes gemeinsame globale Handeln hintertreibt und eine militaristische Eskalationsspirale immer weiter vorantreibt.

Hier aus dem Aufruf von Fridays for Future:

Am 3. März 2023 findet weltweit der nächste globale Klimastreik von Fridays for Future statt. Wir rufen alle dazu auf, sich uns anzuschließen und gemeinsam mit uns für Klimagerechtigkeit auf die Straße zu gehen

Während LNG-Terminals in nichtmal einem Jahr gebaut werden und somit neue fossile Infrastruktur geschaffen wird, stoppt der Ausbau der erneuerbaren Energien immer noch, Klimaziele werden von Ministerien gebrochen und nicht mal ausreichende Pläne zur Einhaltung der Klimaziele vorgelegt!

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auf Lützerath, einem Dorf, das abgerissen wurde, um mehr Kohle zu verbrennen und einen gerechten Beitrag Deutschlands zum 1,°C-Ziel so unmöglich macht. Dies ist ein klares Beispiel dafür, dass die aktuelle Politik nicht ausreichend handelt, um die Klimakrise zu bekämpfen. Wir möchten mit unseren Aktionen auf die dringende Notwendigkeit hinweisen, endlich handlungsfähig zu werden und unsere Emissionen schnellstmöglich zu reduzieren.

Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen am 3. März an unserem Streik teilnehmen und gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft kämpfen. Lasst uns zeigen, dass wir bereit sind, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen und uns nicht länger von der Politik ignorieren zu lassen.“

„Wir haben Agrarindustrie satt!“

Heute am Samstag war es wieder so weit. Die Kampagne „Wir haben es satt“ hatte zu ihrer jährlichen bundesweiten Demonstration in Berlin aufgerufen. Nach Angaben der Organisator:innen zogen 10 000 Menschen durch die winterlich kalte Bundeshauptstadt. Vor dem Brandenburger Tor, auf der Seite der Straße des 17. Juni, gab es eine Auftakt- und eine Abschlusskundgebung.

Diesjähriges Motto „Wir haben Krisenprofite satt“

Unser Videoclip zur Demo zeigt. Viel Jugend. Bombige Stimmung, systemkritisch – und auch mehr und mehr „ParteiGrünenKritisch“!

Nach der Räumung von Lützerath viel „Jetzt erst recht“ !

Von Belabbern die „Schnauze voll“ !

Im Aufruf zur Demonstration war zu lesen:

„Viel zu wenig Regen, trockene Böden und schlechte Ernten – die Klimakrise wird auch bei uns immer bedrohlicher. Die Wachstumslogik und politische Fehlentscheidungen sind verantwortlich für das Überhitzen des Planeten und das dramatische Artensterben. Viele Höfe müssen dichtmachen, während weiter große Tierfabriken genehmigt werden. Weltweit wächst der Hunger und auch hierzulande wissen viele Menschen nicht mehr, wie sie ihren Kühlschrank füllen sollen. Deswegen kämpfen wir für die sozial-ökologische Transformation!

Die mit ihren jährlichen Demos nicht mehr wegzudenkende Kampagne hat sich zu einem wichtigen Träger des Kampfes für die öko-soziale Wende in Deutschland entwickelt. Es gelingt hier politische und soziale Milieus der Gesellschaft in einer Breite zu gemeinsamer Aktion zu vereinen, die sonst kaum gelingt. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft ist eine Art Zugpferd der Aktion und führt mit mehr als einem Dutzend Traktoren von Betrieben aus der halben Republik die Demo an. Mit dabei bekannte Mittelstandsbetriebe, die biologisch hergestellte Produkte vermarken wie Bioland und demeter, die Naturschutzorganisationen BUND und NABU, entwicklungspolitisch engagierte Gruppen aus den beiden großen chrtistlichen Konfessionen oder aus klassisch linker Tradition, ferner attac und Greenpeace, aber auch die Osnabrücker Arbeitsloseninitiative (ALSO) und die Bundesarmutskonferenz. Nicht zu vergessen ökologische Aktionsgruppen, die hier Lützerath zum Thema machen. Aus den Beiträgen, die auf der Kundgebung gehalten werden, wird deutlich, dass hier keine nationale Bewegung auftritt, die lediglich Standortinteressen gegen die Konkurrenz in anderen Ländern vertritt, sondern eine international denkende und orientierte Kraft, die ihre Kritik an der industriellen Landwirtschaft im Lande mit deren neokolonialen Auswirkungen insbesondere im globalen Süden zu verbinden weiß. So berichtete ein Sprecher einer NGO über Paraguay. Hier sind 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit Soja für Tierfutter für die industrielle Landwirtschaft bepflanzt. Der Boden ist durch die versprühten Gifte stark gesundheitsgefährend. Die Erkrankungen reichen bis zu genetischen Veränderungen bei Kindern. Auch in dieser Bewegung hat der Feminismus Wurzeln geschlagen. Auf der Bühne war kaum ein Mann zu entdecken. Die Satt-Kampagne sprengt längst den Rahmen bürgerlicher Realpolitik im Sinne der Grünen. Nicht „Unser Land zuerst“ (AFD) sondern „Gutes Essen für alle“ war hier das Motto. Ein Traktor war mit dem Urteil geschmückt: „Klimawandel, Artensterben, Plastikmüll – Kapitalismus hat fertig“.

Die folgende Bildercollage wirft ein Schlaglicht auf den Spirit des Tages.


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