Buchvorstellung „Herzschlag einer Weltmacht“

Kai Ehlers ist ein versierter Kenner Russlands, aber auch der Ukraine, seiner Völker, seiner Menschen, seiner sozialen und politischen Verhältnisse, seiner Kulturen und Historien. Er hat einige sehr lesenswerte Beiträge zur aktuellen Situation mit seinem profunden Hintergrundwissen – aus einem sozialen, demokratischen dialektisch-historischen und globalen Blickwinkel heraus – geschrieben, die wir auf unserer Website publizieren dürfen. Kein Problem lässt sich lösen, ohne es möglichst umfassend zu verstehen. Zur Vertiefung empfehlen wir eines seiner Bücher. Hier seine eigenen Worte über dieses Buch (Peter Vlatten):

„Liebe Leserinnen, liebe Leser dieser Website,

aus aktuellem Anlass der gegenwärtigen in den westlichen, speziell auch von den deutschen Leitmedien geschürten anti-russischen Hysterie möchte ich Euch auf ein Buch von mir aufmerksam machen, dass dazu beitragen kann, einen authentischen Blick auf Russland zu ermöglichen und besser zu verstehen, warum Russland heute weder in der Lage noch willens ist, in eine militärische Konfrontation mit dem Westen einzutreten und warum es keine rationalen  Gründe gibt, vor Russland Angst zu haben – wenn man seine nachsowjetische Situation als Entwicklungsland neuen Typs versteht.

Ich zitiere Euch hier kurz aus dem Klappentext, was Euch in dem Buch unter dem Titel: „Russland – Herzschlag einer Weltmacht“ erwartet:

„Mit neuem Selbstbewusstsein kehrt Russland auf die Bühne der Weltpolitik zurück. Ein Land, das noch vor wenigen Jahren in Armut und Chaos versank, hat sich auf seine eigenen Kräfte besonnen. Muss der Westen das wieder erstarkte Russland fürchten? Wird er Russlands soziale und kulturelle Entwicklungskräfte erkennen und von ihnen profitieren, statt sie einzudämmen? Kann Russlands Fähigkeit, gestärkt aus Krisen hervorzugehen, Impulse für einen globalen Wandel geben? Eine bescheidene Etagenwohnung in einem Moskauer Vorort ist Schauplatz eines Dialoges zwischen Kai Ehlers und dem russischen Schriftsteller und Journalisten Jefim Berschin. Im Gedankenaustausch treffen Skepsis und Sympathie, Innen- und Außenperspektive aufeinander. Authentische Einblicke in Umwälzungen der nachsowjetischen Ära öffnen sich und Grundmotive russischer Mentalität, Geschichte und Kultur, geografischer und geopolitischer Besonderheiten werden sichtbar, die Russlands Entwicklung geprägt haben und sich nur auf seinem Boden entfalten konnten.

Schaut dazu in selbst in dieses Buch: Herzschlag einer Weltmacht

Zudem möchte ich Euch auf Texte von mir aufmerksam machen, in denen die historischen und gegenwärtigen Tatsachen benannt werden, warum es keinen Grund gibt Angst vor Russland zu haben – und warum westliche Kreise dennoch Angst haben und Ängste schüren und warum sich das dennoch ständig wiederholt und bis zu dem steigert, was wir gegenwärtig erleben.

Schaut, wenn Ihr mögt, hier 2006.

Weltmacht im Wartestand? Oder Angst vor Russland, warum. Eine Bestandsaufnahme jenseits von Putin. 28. Februar 2009 Kai Analysen

und hier 2018, Angst vor Russland, warum. Der genauere Blick auf die Putinschelte:

Angst vor Russland

Ich grüße alle, die sich um authentisches Verständnis Russlands bemühen. Möge es dazu beitragen, für die Zukunft kooperative, statt konfrontative Beziehungen zu Russland zu suchen und zu finden.“

Kai Ehlers

Buch „Markt zerfrisst Gesundheitswesen!“

Klaus Dallmer interviewt Aktivist:innen und gewerkschaftliche Repräsentant:innen

Zum Weiterbohren empfohlen

»Wer die hier versammelten Interviews liest, wird verstehen, wo der Sachverstand des Gesundheitswesens wirklich sitzt.« (S. 5) So eröffnet Klaus Dallmer seinen Gesprächsband »Markt zerfrisst Gesundheitswesen! Stimmen aus einem zornigen Bereich«, erschienen im Verlag Die Buchmacherei. Was von ihm als Kompliment an seine 17 GesprächspartnerInnen ebenso gedacht ist wie als Spitze gegen abgehobenes Expertentum, kann auch als treffendes Urteil über sein Buch gelten. Dallmer hat im Juni und Juli dieses Jahres mit Leuten geredet, die sich für einen Systemwechsel in Krankenhäusern, Psychiatrien und Altenpflege engagieren: Weg vom Primat der Gewinn- und Verlustrechnungen, hin zu einem Gesundheitswesen, dass als unerlässlicher Bestandteil gesellschaftlicher Daseinsvorsorge organisiert ist. Die meisten Interviewten sind als Pflegekräfte oder MTAs in verschiedenen Häusern tätig. Vertreten sind die Unikliniken, die als Hochburgen des Kampfes um Personalbemessung bekannt geworden sind: Schleswig-Holstein, Jena, Düsseldorf und Essen sowie die Berliner Charité. Zwei Kolleginnen aus Berlin arbeiten bei Vivantes, außerdem kommt je eine aus dem psychiatrischen und aus dem Altenpflegebereich zu Wort. Ergänzt werden die Stimmen aus der Pflege durch Mitglieder des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte bzw. des Bündnisses »Krankenhaus statt Fabrik« und hauptamtliche ver.di-Leute. Wer an den Auseinandersetzungen in letzter Zeit näher dran war, wird einige bekannte Namen entdecken.
Einhellig wird der Ökonomisierungsdruck zurückgewiesen, werden die Finanzierung nach Fallpauschalen und die Privatisierung von Einrichtungen abgelehnt. In diesen Forderungen und den allgemeiner gehaltenen Aussagen zu den Entwicklungen der Krankenhausökonomie hätte manche Wiederholung vielleicht durch strengere redaktionelle Eingriffe kürzer gehalten werden können.
Interessant sind die Beiträge aber wegen ihres Detailreichtums. Der Wandel betrieblicher Abläufe, Auswirkungen des Drucks auf Behandlungsqualität wie auf die Psyche der Arbeitenden, sachkundige Kommentare zu Fehlentscheidungen und Alternativen auf kommunal-, landes- und bundespolitischer Ebene und nicht zuletzt Erfahrungen mit unterschiedlichen Mobilisierungsansätzen und innergewerkschaftlichen Konflikten kommen zur Sprache.
So wenig die Schilderungen aus dem medizinischen Alltag geeignet sind, das Zutrauen ins deutsche Krankenhauswesen zu stärken, so sehr ist das Buch in seiner politischen Botschaft ermutigend. Wer sich einen Systemwechsel im Gesundheitswesen vornimmt, hat ein dickes Brett zu bohren, aber die Löcher sind schon nicht mehr zu übersehen. Und diejenigen, denen diese Löcher zu verdanken sind, lassen keinen Zweifel daran, dass sie weitermachen werden.
(StS)

Quelle: „express – Zeitung füpr sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit“ Nr. 22/2020
Wir danken für die Abdruckgenehmigung.
Bezug des Buches hier: https://diebuchmacherei.de/produkt/martkt-zerfrisst-gesundheitswesen/

Neues Buch zu „Organizing“

Über die Leerstelle von „Anger“ und „Action“

„Schon der Titel lässt es erahnen: Der Frankfurter Gewerkschafts-Organizer, Theoretiker und Autor Slave Cubela lässt in seinem Buch »Anger, Hope – Action? Organizing und soziale Kämpfe im Zeitalter des Zorns« viel Platz für Emotionen und auch (Selbst-)Zweifel. Be­merkenswert, wenn man bedenkt, dass die hiesige Organizer-Szene sich in der vergan­genen Dekade eher für Antworten denn für noch mehr Fragen zu gewerkschaftlichen Heraus­forderungen interessierte.

Einleitend fragt sich Cubela anhand verschiedener zeithistorischer Momente, beispiels­weise von kollektiven Ausgrenzungserfahrungen in den französischen Vorstädten schon vor 30 Jahren, warum solche Erfahrungen zwar immer wieder zu Riots, aber nicht zu konsequenten größeren gesellschaftlichen Konfrontationen geführt haben. Mit anderen Worten also, warum Anger nicht konsequenterweise zu Action führt (daher das kritisch aufdringliche Fragezeichen im Titel), während die reine Organizing-Schule aber genau mit diesem politischen Dreisatz zur Mobilisierung der betrieblichen Massen rät: Also Anger ausmachen, Hope vermitteln und Action umsetzen. Cubela, selbst erfahrener und immens talentierter Organizer, verweist an diesem Punkt auf eine »wiederkehrende Leerstelle«, die er beobachtet. Zu dieser »Leerstelle« zwischen Anger und Action findet er in der gesamten, mittlerweile selbst im deutschsprachigen Raum recht vielfältigen Publikationswelt keine passende Antwort. …
Gleichwohl ist Slave Cubela nicht ohne jede Hoffnung. Deutlich wird dies, wenn er für eine »klassenbasierte linke Gegen-Öffentlichkeit« wirbt, um einen adäquaten Umgang mit dem international grassierenden Populismus zu finden. Diesen sieht er in einer Medien- und somit auch Gesellschaftsanalyse und -kritik, die sich nicht permanent um die eigene, oftmals bürgerliche Selbstpositionierung dreht und damit Minderheiten ausgrenzt, sondern deren Perspektiven aufnimmt. Eine andere Welt ist also möglich.“

(aus einer Rezension von Jonas Berhe im „express“- Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit)

Erschienen im Verlag DIE BUCHMACHEREI, 236 Seiten, 14,00 €
https://diebuchmacherei.de/produkt/anger-hope-action/

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