Opfer der Staatsräson

Die Cancel Kultur greift im Fall Israel Palästina weiter um sich. Wer nicht auf Staatsräson Linie liegt, läuft Gefahr,. mundtot gemacht zu werden und muss sogar um Job und Brot fürchten. Gerade Künstler und Wissenschaftler trifft es, die sich gegenüber der Politik der israelischen Regierung und den Zionismus kritisch äußern, gleiche Rechte für Israeler:innen wie Palästinenser:innen fordern und das Massenmorden im GAZA gleichermaßen verurteilen wie das Massaker der HAMAS. Und wer Rechtsextremen wie Netanjahu kompromisslos die Stirn bietet, ist einer Flut von Diffamierungen ausgesetzt.

Diese Cancel Kultur führt durch die Hintertür zur schleichenden Abschaffungr von Freiheit der Wissenschaft, Kunst und letztlich von Demokratie. Candice Breitz ist Jüdin und Südafrikanerin, welweit bekannte Künstlerin und Stimme des globalen Südens. Ihr Fall, den Nick Brauns am 27.11.2023 in der Jungen Welt kommentierte, steht exemplarisch für eine moderne finessenreiche Form von „Hexenjagd“. Diese macht auch nicht halt vor international renommierten Persönlichkeiten. Ohne Rücksicht darauf, wie das Ansehen dieser Republick dabei im globalen Maßstab ramponiert wird. (Peter Vlatten)

Opfer der Staatsräson

Nick Brauns, Junge Welt, 27.11.2023

Saarlandmuseum sagt Ausstellung von jüdisch-südafrikanischer Künstlerin Candice Breitz ab!

Das Saarlandmuseum hat eine für Frühjahr 2024 geplante Ausstellung von Candice Breitz mit einer Videoinstallation zum Thema Prostitution abgesagt. Grund ist das Eintreten der aus Südafrika stammenden jüdischen Künstlerin für die Rechte der Palästinenser.

Der Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz habe seine Entscheidung »in Anbetracht der medialen Berichterstattung über die Künstlerin im Zusammenhang mit ihren kontroversen Äußerungen im Kontext des Angriffskrieges der Hamas auf den Staat Israel« getroffen, erklärte das Gremium am Freitag abend. Man sei nicht bereit, Künstlern »ein Podium zu bieten, die sich nicht klar gegen den Terror der Hamas positionieren«. Dieser Vorwurf lässt sich gegenüber der 1972 in Johannesburg geborenen, in Berlin lebenden und an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig lehrenden Künstlerin, die sich immer wieder mit der Thematik Rassismus befasst hat, nur mit einer gehörigen Portion Ignoranz oder Bösartigkeit erheben.

Es sei möglich, das »schreckliche Gemetzel« durch die Hamas zu verdammen und dennoch das Ringen der Palästinenser »um Grundrechte und menschliche Würde« zu unterstützen, hatte Breitz Ende Oktober auf Instagram geschrieben, ebenso wie man tiefes Mitgefühl für die von der Hamas ermordeten Israelis empfinden und zugleich die »unmenschlichen Bombardierungen« Gazas verurteilen könne. Die Hamas dürfe nicht mit Palästina gleichgesetzt werden, verdammte die Künstlerin den »grausamen Würgegriff«, in dem die Islamisten die Bevölkerung von Gaza hielten, womit sie zugleich Israels »sadistischen Anführern« in die Hände arbeiten würden.

Auch zum Thema "Vier hundert Wissenschaftler*innen schlagen Alarm: Kritik an Israel und Solidarität mit Palästinensern ist kein Antisemitismus!" 

Bereits Anfang November war ein von Breitz zusammen mit dem jüdischen US-Literaturwissenschaftler Michael Rothberg organisiertes Symposium zum deutschen Umgang mit dem Holocaust durch die Bundeszentrale für politische Bildung unter Verweis auf den Angriff der Hamas auf Israel abgesagt worden. Gemeinsam mit anderen Juden und Israelis organisierte Breitz daraufhin am 10. November in Berlin unter dem Titel der abgesagten Konferenz »We still need to talk« eine Kundgebung für einen Waffenstillstand in Nahost, die Freilassung der Geiseln sowie Meinungsfreiheit in Deutschland. »Wir sind die Nachfahren von Esther Bejarano«, berief sich die Südafrikanerin dort auf die 2021 verstorbene Holocaustüberlebende und Antifaschistin.“

hier der Link zum Originalbeitrag von Nick Brauns in der Jungen Welt vom 27.11.2023

Foto Candice Breitz in ihrem öffentlichencFB Aufruf zur Demo am 10. November in Berlin „We still need to talk“

Wir berichteten über die Kundgebung am 10.11.23:  "Bad cops of Berlin”: Demokratiedefizite – Willkür gegen Jüd:innen – Rassismus Probleme" 
"Israelische Presse kritisiert massiv “bedingungslose” deutsche Unterstützung für die zionistische Regierungspolitik" 
Isreal züchtet die nächste Generation an Terroristen gegen sich selbst 

Für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur bei Dêrik

Weihnachtsspenden für Dêrik! Eine Aktion der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.

Anfang Oktober berichteten wir „Natoland Türkei schlägt erneut mit brutaler Gewalt gegen die selbstverwalteten demokratischen kurdischen Gebiete im Norden Syriens zu. Mit von Deutschland und den USA gelieferten Waffen. Offener Bruch des Völkerrechts. Ein ganzes Krankenhaus vernichtet. Für die Zivilbevölkerung überlebenswichtige und auch ökologische Infrastrukturen vollkommen zerstört.“ [1] https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/hilferuf-tuerkei-bombardiert-erneut-die-partnerstadt-derik-von-friedrichshain-kreuzberg/ Wir publizierten den Hilferuf der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. .

Heute geht es darum, durch Hilfe den Menschen vor Ort eine Bleibeperspektive zu geben. Dafür wird gesammelt.

Die selbstverwalteten Kurdengebiete in Nordsyrien sind ein positives Beispiel, wie Menschen unterschiedlicher Völker, Religionen und sexueller Orientierung friedlich auch in Nahost miteinander leben können und sich basisdemokratisch verwalten. Dafür lohnt sich zu spenden!

Ziel des Erdogan Regimes ist es, die Menschen zu zermürben. Neben der Spende gilt es daher, weiterhin über das Unrecht zu berichten. Weiterhin Druck auf die Deutsche Politik auszuüben, dass diese aufhört, die ständigen militärischen Völkerrechtsverletzungen eines Natopartners stillschweigend zu dulden und ihn hinterrücks sogar militärisch und finanziell zu unterstützen!

Hier der Aufruf der Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V. zu einer Weihnachtsspendenaktion!

Seit Anfang Oktober bombardierte das türkische Militär die zivile Infrastruktur im Gebiet der Selbstverwaltung von Nord- und Nordostsyrien.
Grosse Teile der Infrastruktur sind beschädigt: Wasser- und Energieversorgung, Krankenhäuser und Schulen, Ölfelder, Fabriken und Warenlager.
Im Umland von Dêrik wurde das schon im November 2022 zerstörte und gerade wieder aufgebaute Umspannwerk erneut zerstört. Wieder sind die Menschen in Dêrik und den umliegenden Dörfern ohne Wasser und Strom. Das Corona-Krankenhaus in Dêrik auf dem Bild wurde komplett zerstört. Die Akademie der Asayish (kommunale Sicherheitskräfte) wurde bombardiert und 29 von ihnen starben, 26 wurden verletzt. Die Asayish kontrollieren an den Checkpoints zur Stadt Fahrzeuge auf mögliche IS- Selbstmordattentäter und wurden gerade zur Drogenbekämpfung dort ausgebildet.

Zerstörung des Gaskraftwerks Suweida

Das einzige, noch funktionierende Kraftwerk in Nordostsyrien versorgte bisher die gesamte Region mit Gas und Strom. Gleichzeitig war es auch Abfüllstation für die Gasflaschen der Haushalte. Schon im November 2022 wurde das Kraftwerk durch türkische Luftangriffe schwer beschädigt. Die Angriffe gehen unvermindert weiter, es vergeht kaum ein Tag ohne Drohnen- oder Artillerieangriffe.

Zermürbung der Zivilbevölkerung

Die seit Jahren andauernden mal mehr oder weniger heftigen Angriffe zermürben die Zivilbevölkerung. Immer wieder werden Menschen zu Binnenflüchtlingen, weil sie wegen der Angriffe evakuiert werden müssen. Viele sitzen auf gepackten Koffern.

Sorgen wir mit für eine Bleibeperspektive

Wir möchten der Bevölkerung unserer Partnerstadt beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur – insbesondere bei der Reparatur von Schulen – helfen. Ihre Bemühungen um den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft verdienen unsere Unterstützung. Mit der Weihnachtsspendenaktion 2023 können wir dazu beitragen, dass sie eine Bleibeperspektive in ihrer Heimatregion hat.

Unser Spendenkonto:

Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.
IBAN: DE54 4306 0967 1225 6804 00
BIC: GENODEM1GLS, GLS Bank
Verwendungszweck: „Wiederaufbau

aktuell zum Palästina - Israelkonflikt:  Israel züchtet die nächste Generation an Terroristen gegen sich selbst heran! 

Die Linke und der Krieg im Nahen Osten – eine Debatte über Perspektiven und Programm

Veranstaltung 5.12.2023, 19:00 Uhr

Wo? Verein iranischer Flüchtlinge (Reuterstr. 52, 12047 Berlin), Veranstalter :SOL, jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost, revolutionäre Linke Berlin.

„Seit Wochen gehen wir gegen den Krieg gegen Gaza und gegen die Repression gegen die Palästina-Solidarität in Deutschland auf die Straße. Es ist wichtig, unsere Empörung und Wut lautstark hinauszuschreien und mit den Demonstrationen nicht nachzulassen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir eine starke Massenbewegung der Solidarität mit den Menschen in Gaza und dem Westjordanland aufbauen können und wie der Kampf gegen Krieg, Besatzung, Belagerung und ethnische Säuberung gewonnen werden kann.Wir wollen unsere Vorschläge für ein sozialistisches Programm und eine Strategie zur Diskussion stellen.“ ((https://solidaritaet.info/2023/11/wie-koennen-wir-den-krieg-gegen-gaza-stoppen/))

Wie kann diese Solidarität entwickelt werden? Wie sehen eine Perspektive und ein Programm aus linker Sicht für den Nahen Osten aus?

Im Einladungschreiben heisst es:

„Wir wollen gemeinsam über unterschiedliche, zum Teill in der Linken kontrovers diskutierte Fragen sprechen und damit den Raum für eine kritische und solidarische Debatte über Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Positionen und Vorschläge schaffen.“

„Wir wollen zum Beispiel diskutieren, wie das Recht der Palästinenser:innen auf Selbstbestimmung erkämpft werden kann. Welches politische Progrmm ist nötig, um die Ursachen der Unterdrückung zu beseitigen? Welche potentielle Rolle spielt die israelische Arbeiter:innenklasseund wie kann das Recht auf Selbstbestimmung der jüdischen Bevlkerung gewahrleistet werden?“

„Welche Rolle spielt Hamas und wie sollten sich Linke (…) zu ihr verhalten?

„Wie können wir Solidarität in Deutschland mit den Palästinenser:innen weiter aufbauen?

Nach einem Auftakt der Podiumsteilnehmer wird es eine offene Diskussion geben. Also kommt vorbei und diskutiert mit!

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