Trauer um Rudi Friedrich

Der Berliner Antikriegsaktivist Rudi Friedrich ist tot. Gerne haben auch wir mit ihm zusammengearbeitet. Er war ein verlässlicher Anker für alle, die den Krieg hassen und gegen ihn kämpfen wollen. Insbesondere war er Ansprechpartner und Stütze für alle, die dem Krieg entfliegen wollten. Ob Russen, Belarussen oder Ukrainer. Natürlich auch für das Leben Liebende aus anderen Ländern. Wir werden ihn vermissen.

Das Netzwerk connection e.V. würdigte ihn ein eine Presseerklärung mit den folgenden Worten:

„Rudi Friedrich verunglückte am 14. Juli 2025 bei einer Wanderung in den Bergen bei Como/Italien während seines Urlaubs. Die italienische Bergrettung konnte ihn nur noch tot bergen. Er hinterlässt eine riesige Lücke in unserem international tätigen Verein, da er nicht nur dessen Gesicht, sondern auch ein international bekannter Aktivist, Motivator und Motor in der Vernetzung mit anderen Organisationen im Bereich von Kriegsdienstverweigerung, Desertion und Asyl für diesen Betroffenenkreis war. Wir haben einen Mitstreiter für den Frieden verloren, doch wir werden den Kampf für ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung, und dem Schutz von Kriegsdienstverweigerern, -entziehern und Deserteuren weltweit weiterführen. Unsere Gedanken sind insbesondere bei seiner Frau und seiner Familie.“

Hier können wir ihn nochmal live erleben:
https://www.youtube.com/watch?v=zV0GKGgA0XQ

Houffalize (Belgien): Gedenken an die Opfer

Die Schlacht in Stalingrad war geschlagen. Die Rote Armee hatte die Wende im II.Weltkrieg mit großen Opfern erkämpft. Nazi-Deutshland hatte den Krieg verloren. Doch im Winter 1944/45 versuchte die deutsche Wehrmacht in Westeuropa noch einen Ausbruchsversuch, der unter dem Namen „Ardennenschlacht“ in die Geschichtsbücher einging. Fast 70 000 Soldaten auf deutsche Seite und fast 90 000 auf Seiten der Allierten ließen ihr Leben, bis auch an dieser Front klar war: Der Nazispuk ist vorbei. Die Truppen des Deutschen Reiches machten sich in den Kämpfen vieler Kriegsverbrechen schuldig. Bereits im I. Weltkrieg hatten deutsche Soldaten in Belgien eine Spur der Gewalt – auch gegen die Zivilbevölkerung – gezogen. Der opferreiche Sieg gegen das NS-Regime und der Dank für die Befreiung ist auch heute noch in den Orten präsent.

„In der Endphase des Zweiten Weltkrieges, als die Alliierten die deutsche Ardennenoffensive zurückwarfen, wurde der Kernort Houffalize durch massives Bombardement völlig zerstört. In den Tagen vom 25. Dezember 1944 bis zum 6. Januar 1945, vor allem in der Nacht vom 30. zum 31. Dezember (ein Angriff mit 166 Bombern) sowie in der Nacht vom 5. zum 6. Januar (ein Angriff mit 140 Bombern) warf die Royal Air Force (RAF), unterstützt von der Royal Australian Air Force (RAAF), zur Vorbereitung des alliierten Gegenangriffes 1000 Tonnen Bomben auf Houffalize. Die Stadt wurde in ein Bombentrichterfeld verwandelt. Am 16. Januar besetzten vorrückende amerikanische Truppen die Ruinen von Houffalize.“ (Wikipedia)

Es gibt überall Gedenkstätten, die an den Krieg erinnern. So auch im kleinen Ort Houffalize, aus dem die folgenden Bilder stammen. Zeit der Aufnahmen war der Juni 2025. Weitgehend unbekannt in Deutschland ist auch, dass der antifaschistische Widerstand bedeutsam war und sich auch in einer großen Breitschaft ausdrückte den verfolgten Jüd:innen Hilfe zukommen zu lassen.

Bilder und Text: Jochen Gester, Bearbeitung des Beitrages: Ingo Müller

Offener Brief eines Hafenarbeiters an die Gewerkschaft ver.di

Bild: Ein palästinensischer Mann wird verwundet, während Hunderte weitere, mit Mehlsäcken beladen, die Al-Rashid-Straße entlanggehen, nachdem Hilfsgüterlastwagen am 17. Juni 2025 durch das Gebiet Zikim im Norden von Gaza-Stadt gefahren sind. Mehrere der Hilfesuchenden wurden von israelischen Streitkräften erschossen. (Yousef Zaanoun/Activestills)

Mohammed Allatar, Arbeiter im Hamburger Hafen, ist verweifelt über die Greuel der israelischen Armee in Gaza und hat bereits einen Aufruf verfasst, in dem er ein Ende des Schweigens über den Genozid und deutliche Worte gewerkschaftlicher Solidarität eingefordert hat. Wir haben darüber bereits berichtet.

https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/appell-eines-palaestinensischen-hafenarbeiters-an-seine-kollegen-im-hamburger-hafen-aber-auch-an-uns-alle/

Nun hat der Kollege die Initiative zu einem Offenen Brief an den ver.di-Vorstand ergriffen, um so eine Änderung der Haltung seiner Gewerkschaft zu erreichen. Er wünscht sich, dass möglichst viele diesen Brief unterstützen. Das sollten wir mit vollem Herzen tun. Bitte auch weiterleiten.

Hier ist der Link zum Aufruf und zum Unterzeichnen:

https://i.diem25.org/de/petitions/226



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