Die neuen PISA-Ergebnisse zeigen, wie schlecht es um die Bildung in Deutschland steht. Aber Zeitenwende bedeutet auch hier: für Bildung ist keine Wende zum Besseren in Sicht. Jeder Millimeter Fortschritt muss hart erkämpft werden.
Um ein Land zu zerstoeren, ist weder der Einsatz von Atombomben noch der Einsatz von Langstreckenraketen erforderlich. Es erfordert lediglich eine Verschlechterung der Qualitaet der Ausbildung und die Zulassung von Betrug durch die Studierenden bei den Pruefungen.
Patienten sterben durch die Hand solcher Aerzte. Gebaeude stuerzen ein durch die Haende solcher Ingenieure. Geld geht in den Haenden solcher Oekonomen und Buchhalter verloren. Die Gerechtigkeit geht durch solche Richter verloren.
Der Zusammenbruch der Bildung ist der Zusammenbruch einer Nation.
Zitat von Nelson Mandela am Eingang der Universitaet von Suedafrika
Wertschätzung für die wichtige Arbeit der Erzieher*innen, Lehrkräfte und Sozialarbeiter*innen zeigt sich auch in der Bezahlung. Jetzt fordern die Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst eine Entgelterhöhung, die mindestens mit der sprunghaft gestiegenen Inflation Schritt hält.
Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind in allen pädagogischen Einrichtungen täglich zu spüren. Gute Bildung braucht attraktive, mindestens aber erträgliche Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch, dass die Arbeit im öffentlichen Dienst angemessen entlohnt wird.
Dafür streikten die Lehrer:innen und Erzieherinnen mit ihrer Gewerkschaft GEW!
Inzwischen liegt ein Tarifabschluss vor. Wie in anderen Branchen mit 25 Monaten Laufzeit und hohen Einmalzahlungen, die die akute Situation lindern. Hier der Abschluß. Man bewerte selbst.
„Wir wissen, dass die Streiks eine Belastung sind!“
Deshalb war der Appell an alle Eltern: „Bitte richten Sie Ihre Forderungen nach guter Bildung auch an den Senat, damit die Arbeitgeber endlich ein Angebot vorlegen. ➡️“
„An alle Automobilarbeiter da draußen, die ohne die Vorteile einer Gewerkschaft arbeiten: Jetzt seid ihr dran“ verkündete Shawn Fain, Präsident der Automobilgewerkschaft UAW, Ende November in einem Video. „Seit wir unseren Streik begonnen haben, war die Reaktion der Autoarbeiter in nicht gewerkschaftlich organisierten Unternehmen überwältigend.“ [1]https://uaw.org/all-news/
Als sich die drei Großen Autokonzerne geweigert hatten, die Beschäftigten spürbar an den Rekordgewinnen zu beteiligen, traten diese in den Streik. „Über 40 Tage und Nächte lang hielten die Autoarbeiter bei Ford, GM und Stellantis die Linie und gewannen groß“, erzählen sich nun die Autoarbeiter in allen anderen Unternehmen.
In einem Mobilisierungsvideo der UAW sprechen fünf unorganisierte Autoarbeiter:innen über den historischen Moment in der amerikanischen Autoindustrie. Ziel ist die Organisierung Aller in der gesamten Branche. Mit Arbeitern von Hyundai, Mercedes, Toyota, Volkswagen und Rivian fängt das Video „These Hands“ den Geist ein, der hinter der Bewegung der Automobilarbeiter:innen steckt, sich jetzt zu Zehntausenden der UAW anzuschließen! „Diese unsere Hände sind es, die jeden Dollar erschaffen!“
„DIESE HÄNDE“, Video von UAW 9
Betroffen sind nicht zuletzt die deutschen Autobauer BMW, Mercedes und Volkswagen, die es bisher „trefflich schäbig“ in den USA verstanden haben, die Rechte von ihren Arbeitern und Angestellten zu beschränken und eine gewerkschaftliche Organisierung in ihren Betrieben zu verhindern.
Das UAW Statement zu BMW lautet: „Der Gewinn von BMW ist in den letzten drei Jahren um über 130 Prozent gestiegen. Anstatt den BMW-Arbeitern ihren gerechten Anteil zu zahlen, gibt das Unternehmen Milliarden für Aktienrückkäufe und über 30 Millionen US-Dollar für die Vergütung von nur sieben Topmanagern aus. Es ist an der Zeit, dass die BMW-Arbeiter aufstehen und für mehr kämpfen!“
Das UAW Statement zu Mercedes lautet: „Der Gewinn von Mercedes ist allein in den letzten Jahren um 200 % gestiegen. Von März bis November 2023 gab das Unternehmen 1,9 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe aus, anstatt die Rekordgewinne mit der Belegschaft zu teilen. Es ist an der Zeit, dass die Mercedes-Arbeiter aufstehen und für mehr kämpfen.“
VW Atlas im Werk in Chattanooga in Tennessee nicht mehr lange „gewerkschaftsfrei“
Das UAW Statement zu Volkswagen lautet: „Die Gewinne von Volkswagen sind in den letzten drei Jahren um mehr als 60 Prozent gestiegen, und die Fahrzeugpreise sind um mehr als 40 Prozent gestiegen. VW-Arbeiter in Tennessee werden zurückgelassen, während nur 13 Spitzenmanager zusammen 60 Millionen Dollar einstreichen. Es ist an der Zeit, dass die VW-Arbeiter aufstehen und für mehr kämpfen.“
UAW zeigte: wer die volle Kampfkraft in die Waagschale wirft, kann nur gewinnen! Statt Entlassungen werden Neueinstellungen durchgesetzt. Statt ein Werk platt zu machen wird ein neues Werk aufgebaut. Wie bei den Gewinnen steigen auch die Löhne und Gehälter rapide. Die Streikrechte werden erweitert und nicht eingeschränkt. Und die Beschäftigten bleiben der galloppierenden Inflation nicht hilflos ausgeliefert. [2]https://gewerkschaftliche-linke-berlin.de/uaw-gewerkschaften-konsequent-gekaempft-berge-versetzt/
Auch Tesla knüpfen sich nun die Kolleg:innen in den USA gezielt vor und stärken damit die internationale Front gegen den ausgesprochen gewerkschaftsfeindlichen Elon Musk.
Aufgrund der Erfahrungen mit zahlreichen Managertypen wie Musk informiert UAW breit über die Rechtslage zu Union Bashing and Mobbing: „Es ist für Arbeitgeber illegal, Arbeitnehmer zu überwachen, zu versprechen, einzumischen oder ihnen zu drohen, ihre Gewerkschaft nicht zu gründen. Hier erfahren Sie, wie Sie erkennen, wann Ihr Chef möglicherweise gegen das Gesetz verstößt, und was Sie tun können, um dies zu verhindern.“
Ähnlich ging die IG Metall bei Tesla In Brandenburg in die Offensive und konnte vermelden „IG Metall ist drin bei Tesla“ : „Mehr als Tausend Beschäftigte haben sich bei einer Blitz-Aktion zur IG Metall bekannt. Sie trugen offen Sticker auf ihrer Arbeitskleidung: „Gemeinsam für sichere und gerechte Arbeit bei Tesla“.“ Der Kampf geht jetzt erst richtig los.
Kolleg:innen des Mercedes Werks Stuttgart Untertürkheim berichten ausführlich von den Streiks jenseits des Atlantiks und gratulieren zum Erfolg gegen die Big three. Sie zitieren den UAW Vorsitzenden Fain: „Wir haben den Konzernen, der amerikanischen Öffentlichkeit und der ganzen Welt gezeigt, dass die Arbeiterklasse nicht erledigt ist. Wir haben gerade erst angefangen.“ [5]https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:c147b4d0-6641-4ba0-9859-fc5f8adb907d
Die US Kolleg:innen haben Zeichen gesetzt. Entschlossen Kämpfen, Siegen, Anfeuern, Organisieren! Zeichen auch für den Standort Deutschland. Um sich international nicht mehr gegeneinander ausspielen zu lassen und auch auf Konzernebene zusammenzuschliessen. „Unser Standort heisst Solidarität.“ Damit können wir alle nur gewinnen!
Erstaunlich, diesmal wurde ein Metallarbeiter in Österreich mit dem Spruch des Jahres „geadelt“.
Als die Kapitalseite immer wieder bei der Auseinandersetzung um den Tarifvertrag letzten Herbst tabellenwirksame Erhöhungen durch Einmalzahlungen zu unterlaufen versuchte, platzte dem Metallarbeiter Reinhold Binder der Kragen: “ Mit die Einmalzahlungen können’s scheißen gehen!„
Der Spruch verbreitete sich bei den Kollegen und dann in ganz Österreich wie ein Lauffeuer. Reinhold Binder hatte ins Schwarze getroffen.
Auch in Deutschland hatten viele Kollegen ein mulmiges Gefühl, als sie bei den letzten Tarifrunden mit „verlockenden steuerfreien Einmalzahlungen“, verbunden mit vollkommen unzulänglichen nachhaltigen Erhöhungen, „abgespeist“ wurden. Sind diese Einmalzahlungen erst abgelaufen, so prophezeien wir, wird es ein böses Erwachen geben. Nicht zuletzt – vor dem Hintergrund der Prioritäten der Zeitenwende – wegen der sich abzeichnenden weiteren Einschnitte bei sozialen Leistungen des Staates.
„Einmalzahlungen sind ein Schuss vom Dealer, aber nicht die Lösung für eine langfristig gesunde Lohnentwicklung“, kommentiert Jens Schmidt den österreichischen Spruch des Jahres.
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