Neue Annexions-Optionen für das Westjordanland


Cyrus Salimi-Asl zu Israels Offensive im Westjordanland

Bild: Hosny Salah auf Pixabay

Die Gelegenheit ist günstig für Israel: Im Gazastreifen hält die Waffenpause, auch im Libanon ist es ruhig. Beste Gelegenheit, muss sich die Regierung gedacht haben, um im besetzten Westjordanland aufzuräumen: die Hamas auch dort zu dezimieren, wo sie in der Gunst seit langem vor der regierenden Palästinensischen Autonomiebehörde liegt. Seit Dienstag geht die israelische Armee mit massiver Gewalt gegen palästinensische Widerstandskämpfer in Dschenin vor, durchkämmt Häuser, in denen angeblich »Terroristen« Unterschlupf fänden.

Es ist die ewige Leier der Besatzer zur Rechtfertigung von Gewalt und Zerstörung. In der israelischen Regierung hat man noch nicht Abstand genommen von der Idee, sich das besetzte Westjordanland einzuverleiben. Jetzt, wo Trump wieder die Richtung vorgibt, stehen neue Optionen offen. Dessen designierte UN-Botschafterin unterstützt das von Israels Rechten propagierte »biblische Recht auf das gesamte Westjordanland«. Die Rücknahme der von der Biden-Regierung verhängten Sanktionen gegen gewalttätige Siedler zeigt bereits den Weg.

Erstveröffentlicht im nd v. 22.1. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1188459.israel-neue-annexions-optionen-fuer-das-westjordanland.html?sstr=Neue|Annexions-Optionen

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Rüstungsexporte: Frei von Moral

Jana Frielinghaus über den neuen Rekord bei den deutschen Ausfuhrgenehmigungen für Kriegsgerät

Bild: Rudi und Peter Skutterians auf Pixabay

Die Rüstungsindustrie ist in der Mitte der deutschen Gesellschaft angekommen, ihre Bosse dürfen sich als Verteidiger »unserer Demokratie« inszenieren. Sie machen in der »Zeitenwende« das Geschäft ihres Lebens, sowohl durch den ständig wachsenden inländischen »Bedarf« als auch durch Rüstungsexporte, für die der Grünen-Wirtschaftsminister die Erlaubnis so großzügig erteilt wie nie.

Die Ausfuhrgenehmigungen, deren Löwenanteil Lieferungen in die Ukraine ausmachen, werden uns als alternativlos verkauft, weil – so das gängige Stereotyp – deren Armee auch »unsere Freiheit« schütze. Generell sollen wir Aufrüstung wie Waffenexporte als hochmoralische Angelegenheit akzeptieren. Die Sekundanten der Politik in den Medien halten, wenn wir das bezweifeln, den Lumpenpazifist-Stempel für uns bereit. Dabei haben Deutschland, die EU und die Nato mit den USA als Führungsmacht seit Langem geostrategische Interessen in der Ukraine. Und natürlich auch ökonomische: An der Fortführung des Krieges verdient die Rüstungsindustrie, am Wiederaufbau die Baubranche. Bezahlt aus Steuergeld.

Mit »wertebasierter« Außenpolitik haben Rüstungsexporte herzlich wenig zu tun. So steht auf Platz zwei der Empfängerländer Singapur, ein geostrategischer Partner Deutschlands in der Indopazifikregion. Dort, so Verteidigungsminister Pistorius ganz unverblümt, gelte es, Handelswege und deutschen Wohlstand zu schützen. Erst recht nicht mit Demokratieverteidigung zu rechtfertigen: Das Allzeithoch bei den Waffenlieferungen an die Türkei, die die Kurdenregionen in Syrien und im Irak völkerrechtswidrig bombardiert. Gemeinsam ist allen Waffenlieferungen in Kriegsgebiete: Sie fördern Tod und Leid von Millionen. Und die Flucht Hunderttausender, auch nach Deutschland.

Erstveröffentlicht im nd v. 33.1. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1188454.ruestungsexporte-ruestungsexporte-frei-von-moral.html?sstr=Frei|von|Moral

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Was bleibt?

Menschen auf der Flucht im Fokus der Kunst

Von Dagmar Gester

Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte – es geht immer um menschliche Schicksale, wenn wir über Flucht und Migration sprechen.

Wie kann das Thema anders, nüchtern aber doch emphatisch betrachtet werden in Zeiten eskalierender Debatten?

Die fotografische Serie „Was bleibt“der Künstlerin Dagmar Gester antwortet mit personalisierten Stillleben von Dingen, die Menschen auf ihrer Flucht mitnehmen konnten.

Dabei wählt sie für ihr Werk eine konsequente Reduzierung auf das Essentielle des Heimat- und Identitätsverlusts. Sie fokussiert auf das, was bleibt.


Die Bilder sind wie Stillleben, werden aber personalisiert. Durch kurze Texte erfahren Sie den Namen des Geflüchteten, sein Geburtsland, das Alter bei Ankunft in Deutschland [letzte Zahl in Klammern] und die Route des Objekts. Lücken lassen darauf schließen, dass der Betreffende mit dem Objekt entweder über Landesgrenzen hinweg geflogen ist oder versteckt war und insofern den Weg nicht kennt.

Mit dem Kauf von drei hochwertige Kunstpostkarten können Sie das Projekt unterstützen. 2025 erscheint die vollständige Arbeit mit 50 Objekten als Kunstbuch.

Link zur Künstlerin:
https://www.gester.eu/de/works

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