Die Linke: Die Antifa-Partei

Jung, großstädtisch, wenig friedensbewegt – Linke hat Mitglieder befragt

Von Sebastian Weiermann

Die Mitgliederbefragung innerhalb der Linkspartei ist auch für linke Gewerkschafter:innen von Interesse. Gibt sie doch Auskünfte auch darüber, wo die Partei innerhalb der Erwerbsbevölkerung repräsentiert ist und wo es große Leerstellen gibt. Die Tätigkeitsschwerpunkte der LINKEN-Mitglieder liegen überdurchschnittlich im Bereich Bildung und Erziehung. Industriearbeiter:innen und Gewerkschaftsmitglieder sind unterrepräsentiert. Das Hauptinteresse gilt dem Antifaschismus und den sozialen Fragen. Hier besetzt die Partei auch den politischen Raum, den SPD und Grüne immer weniger glaubhaft einnehmen können. Und mit 120 000 Mitgliedern stellt sie auch einen gewichtigen Faktor innerhalb des linken Spektrums der Gesellschaft. Desillusionierend ist das geringe Interesse der Mitglieder an Friedensfragen. Es erklärt, warum auch bei Aufruf durch den eigenen Vorstand nur wenige Mitglieder den Weg zu Antikriegsdemonstrationen finden. Dies verbessert sich wohl gerade durch die palästina-solidarische Bewegung. Doch danach wurde merkwürdigerweises gar nicht gefragt. In Sachen faschistischer Gefahr ist das Misstrauen in eine Brandmauerfähigkeit der Parteien der Mitte nach Rechts zurecht groß. Doch gilt dies offenbar nicht für die Kriegserzählungen dieses Blocks. (Jochen Gester)

Es gibt viele Annahmen dazu, was etwa 60 000 Menschen bewegt hat, in den letzten zwölf Monaten in Die Linke einzutreten. Die einen behaupten, viele der Neuen kämen aus der Klimabewegung, hätten sich enttäuscht von den Grünen abgewendet. Andere sagen, es sei Heidi Reichinneks »Auf die Barrikaden«-Rede gewesen, die den Boom ausgelöst habe. Den einen Grund für den Erfolg der Linken gibt es wohl nicht. Das wäre zu einfach.

Was es aber nun gibt, ist die Auswertung einer Mitgliederbefragung, die der Parteivorstand zwischen April und Juli durchgeführt hat. 11 500 Mitglieder haben den Online-Fragebogen ausgefüllt; gut 10 Prozent der Mitgliedschaft. Drei Viertel davon sind Neumitglieder, als solche werden in der Auswertung alle gezählt, die nach dem Parteitag in Halle eingetreten sind. Wer davor schon in der Linken war, wird in der Umfrage als Bestandsmitglied gezählt.

In den groben Strukturdaten unterscheiden sich neue und alte Linke kaum. Ein Drittel der Mitgliedschaft lebt in den 14 größten deutschen Städten mit über 500 000 Einwohnern, 20 Prozent in Großstädten mit über 100 000 Einwohnerinnen. In Dörfern und Kleinstädten ist die Partei unterrepräsentiert. Etwa 50 Prozent der Mitgliedschaft ist erwerbstätig. Erwerbslos sind zehn Prozent. Der Anteil an Studierenden und Auszubildenden ist unter den neuen Mitgliedern höher, im Bestand gibt es mehr Rentnerinnen. Interessant ist, in welchen Branchen die Linken arbeiten. 20 Prozent der Neumitglieder sind in Bildung und Erziehung tätig, insgesamt arbeiten 17 Prozent der Mitglieder in diesem Bereich. Bei der erwerbstätigen Gesamtbevölkerung sind es nur rund fünf Prozent. Etwa 15 Prozent der Linke-Neumitglieder arbeiten im Gesundheits- und Pflegebereich. In der Partei sind es insgesamt 11,8 Prozent. Der Wert liegt knapp unter dem Anteil der in Gesundheit und Pflege Beschäftigten unter allen Beschäftigten. Unterrepräsentiert sind in der Linken-Mitgliedschaft Industriearbeiterinnen und Gewerkschaftsmitglieder. Weniger als fünf Prozent der Linken arbeiten in der Industrie und dem produzierenden Gewerbe. Bei der Gesamtzahl der Erwerbstätigen sind es über 12 Prozent. 7,4 Prozent der Linke-Mitglieder geben an, in einer Gewerkschaft aktiv zu sein, wobei die Autorinnen der Studie einschränken, dass »aktiv sein« von der reinen Gewerkschaftsmitgliedschaft bis zur hauptamtlichen Tätigkeit reichen kann. In der erwerbstätigen Bevölkerung sind etwa 17 Prozent gewerkschaftlich organisiert.

Thesen wie die, dass viele Neu-Linke vorher in der Klimabewegung aktiv waren, bestätigt die Mitgliederbefragung nicht. Frühere Parteimitgliedschaften sind fast überhaupt nicht vorhanden, und in der Klimabewegung sind oder waren nur 0,4 Prozent der Neumitglieder aktiv. Bei den Bestandsmitgliedern sind es 1,5 Prozent. Der Friedensbewegung fühlen sich nur 0,2 Prozent der Neumitglieder zugehörig. Bei den Bestandsmitgliedern sind es 2,3 Prozent. Auffällig ist, je älter die Mitglieder sind, desto friedensbewegter sind sie. Bei den über 60-Jährigen fühlen sich 4,2 Prozent der Friedensbewegung zugehörig. Was in der Mitgliederbefragung bemerkenswerterweise nicht vorkommt, ist die Palästina-Solidarität.

Das Thema, das alte und neue Mitglieder am stärksten bewegt, ist Antifaschismus. 2,6 Prozent der Neumitglieder und 7,3 Prozent der Altmitglieder geben an, in dem Themenfeld schon aktiv zu sein, wobei auch hier die Spannbreite an Aktivitäten von autonomen Gruppen bis zur VVN/BdA-Mitgliedschaft reicht. Gefragt nach Themen, die sie interessieren, geben 78 Prozent der Neumitglieder an, sich für das Thema Antifaschismus zu interessieren. Bei den Bestandsmitgliedern sind es 60 Prozent. Das Interesse an Antifaschismus ist gleichermaßen hoch, egal wie alt die Mitglieder sind oder welchem Beruf sie ausüben. Während die Mitglieder bei der Frage nach Interessen viele Antworten geben konnten – oft genannt wurden auch Soziales, Bildung und Wohnen –, sollten sie nur ein Thema nennen, zu dem sie in der Partei aktiv werden wollen. Mit 14 Prozent nannten auch hier die meisten Mitglieder den Antifaschismus. Elf Prozent wollen im Bereich Soziales aktiv werden. Alle anderen Themen wurden nur von einer einstelligen Prozentzahl genannt. 20 Prozent der Mitglieder nannten kein Thema.

Die Mitglieder wurden auch gefragt, ob sie in der Partei aktiv werden wollen. Etwa ein Drittel wünschte sich, dafür von der Partei angerufen zu werden. Zwei Drittel können sich vorstellen, sporadisch an Aktionen teilzunehmen. Nur fünf Prozent können sich nicht vorstellen, aktiv zu werden. Zeitlich gehen die Angaben weit auseinander. Etwa 15 Prozent wollen wöchentlich für die Partei aktiv werden, circa 40 Prozent etwa einmal im Monat und weitere 35 Prozent bei einzelnen Aktionen. Bei der Frage, wie sie aktiv werden wollen, gaben 70 Prozent an, dass sie gerne im Hintergrund unterstützen wollen. Etwas weniger wollen bei einzelnen Veranstaltungen helfen oder zu ihren Themen arbeiten. Auf Haustürgespräche, das große Ding im Bundestagswahlkampf, haben nur 18 Prozent der Mitglieder Lust. Interessant ist, dass jüngere Mitglieder unter 30 zu 22 Prozent Haustürwahlkampf machen wollen. Bei den Mitgliedern über 50 sind es nur zehn Prozent. Die Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner sagt dazu: »Wer einmal bei den Haustürgesprächen dabei war, der kommt auch immer wieder. Durch das unermüdliche Engagement der vielen Genossinnen und Genossen wird Politik greifbar und kommt dort an, wo sie wirken muss: bei den Menschen.« Das sei das Fundament für die Partei. Zur Mitgliederbefragung insgesamt sagt Schwerdtner: »Viele Menschen engagieren sich, weil sie den Abbau des Sozialstaats und das Erstarken autoritärer Kräfte in Deutschland und anderswo nicht hinnehmen wollen. Für unsere Mitglieder gehören soziale Gerechtigkeit und Antifaschismus untrennbar zusammen.«

Erstveröffentlich im nd v. 2.11. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195157.mitgliederbefragung-die-linke-die-antifa-partei.html

Wir danken für das Publikationsrecht.

Das Übel der kleineren Übel

Die US-Wahlen zeigten, dass mit einer Verteidigung des »liberalen« Status quo die Faschisierung nicht zu stoppen ist, meint Raul Zelik

Bild: Parteisymbol der US-Demokraten

Obwohl in meinem Bekanntenkreis nur eine einzige Person in den USA abstimmen durfte (die Kamala Harris am Ende übrigens auch als kleineres Übel nicht gewählt hat), habe ich in den vergangenen Wochen viel über die Präsidentschaftswahlen diskutiert. Das ist alle vier Jahre so und letztlich ziemlich absurd, denn ob wir uns in Deutschland zu dieser oder jener Kandidat*in bekennen, ist für die dortige politische Entwicklung völlig irrelevant.

Wenn ich trotzdem noch einmal Argumente zu der Frage aufschreibe, warum Linke Politiker*innen wie Kamala Harris nicht unterstützen sollten, dann deshalb, weil diese Debatte auch für die politischen Konflikte Bedeutung besitzt, die bei uns anstehen und in denen wir, anders als im US-Wahlkampf, sehr wohl eine Rolle spielen.

»Schicksalswahl«?

Nicht wenige in meinem Bekanntenkreis, aber auch in der Redaktion des »nd« haben den vergangenen Dienstag als »Schicksalswahl« bezeichnet. Aus ihrer Sicht trafen bei der Wahl zwei große Alternativen aufeinander: eine schwarze Frau, die angeblich gleiche Rechte für alle verteidigte, und ein weißer Milliardär, der Rassismus und Misogynie normalisiert. Ein Sieg von Trump werde die autoritäre Rechte weltweit stärken, während »Kamala« – viele wechselten bei der Debatte gleich zum vertraulichen Du – für ein progressives Amerika stehe. Wenn ich daraufhin einwandte, dass die demokratische Präsidentschaftskandidatin eben gerade nicht für ein progressives Projekt, sondern wie Trump für Konzernpolitik, polizeiliche Repression, Masseninhaftierung und die Bereitschaft zum imperialistischen Krieg stehe, warf man mir vor, den Faschismus zu verharmlosen. Selbst wenn wahr sei, was ich behauptete, und es sich bei Harris tatsächlich um eine bürgerliche Neoliberale à la Christian Lindner handele, müsse man sie unterstützen, weil grundsätzlich ein Wahlsieg von Rechtsextremen zu verhindern sei. Auch gemeinsam mit Neoliberalen und Konservativen.

Für dieses Argument spricht aus meiner Sicht einiges. So hat mir in Frankreich immer eingeleuchtet, dass die Linke bei Stichwahlen zu einer Stimmabgabe »gegen Le Pen« aufgerufen hat. Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass wir in Anbetracht eines drohenden AfD-Wahlsiegs in Deutschland die Vorzüge von »Friedrich«, »Olaf« oder »Robert« feiern würden. Der Aufruf für »eine Stimme gegen den Faschismus« sieht anders aus als die Unterordnung unter eine bürgerliche Politik.

Im Zusammenhang mit den US-Wahlen stellt sich allerdings zunehmend die Frage, ob das Argument des kleineren Übels, mit dem man regelmäßig aufgerufen wird, das Schlimmste zu verhindern, nicht allmählich erschöpft ist. Der Fall Kamala Harris zeigt vielleicht ganz gut, worin das Problem dabei besteht.

Wenn man sich die Ergebnisse der US-Wahlen anschaut, stellt man fest, dass Donald Trump im Vergleich zu 2020, als er die Wahlen verlor, keine Stimmen hinzugewann. Die krachende Niederlage der Demokraten hat allein damit zun tun, dass die Demokraten massiv verloren: Etwa 10 Millionen Wähler*innen, die 2020 – viele von ihnen wohl schon damals zähneknirschend – für Joe Biden als das kleinere Übel stimmten, sind diesmal zu Hause geblieben.

Junge, Niedrigverdiener, Hispanics

Auch wenn Wähleranalysen in den USA interessanterweise schlechter zu bekommen sind als in Deutschland, weiß man, wo Harris besonders klar an Boden verloren hat: bei jungen Wähler*innen, Niedrigverdienern und Hispanics. Das hat viele Ursachen, aber zwei stechen hervor: Zum einen hat sich die wirtschaftliche Lage gerade für Niedrigverdiener seit 2021 weiter verschlechtert. Bei einer Umfrage des Fernsehsenders NBC äußerten 45 Prozent der Befragten, es gehe ihnen schlechter als vor vier Jahren – nicht zuletzt wegen der galoppierenden Inflation. Zum anderen hat die Unterstützung von Israels Krieg in Gaza, den viele progressive oder nichtweiße Nordamerikaner*innen als rassistischen Feldzug gegen den globalen Süden lesen, Millionen von der Demokratischen Partei entfremdet. Außenpolitik spielt in der US-Politik zwar nur eine kleine Rolle, doch in den aktivistischen Teilen der Bevölkerung, die sich selbst in Wahlkämpfen engagieren, hat das Thema eine große Rolle gespielt.

»Während die demokratische Parteiführung den Status quo verteidigt, ist das amerikanische Volk wütend und möchte Veränderung.«Bernie Sanders

Mir ist klar, welches Argument jetzt folgt: »Aber das alles wird unter Trump jetzt doch noch viel schlimmer.« Das stimmt – die soziale Lage der Armen wird sich durch die Steuererleichterungen für Reiche weiter verschlechtern, Netanjahu hat freie Hand, um einen Regionalkrieg gegen den Iran vom Zaun zu brechen und die Region in Absprache mit den korrupten Öl-Autokratien neu zu ordnen, und in den USA wird das Bekenntnis zum Rassismus jetzt zur Staatsräson.

Nichtsdestotrotz stimmt umgekehrt aber eben auch: Unter der Demokratischen Partei hat sich in den vergangenen vier Jahren in den entscheidenden Fragen nichts zum Besseren verändert. Zwar hat Biden ein gewaltiges Infrastrukturprojekt in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar auf den Weg gebracht. Doch von den Staatsausgaben haben die Ärmeren offenbar nicht profitiert. Der links-sozialdemokratische Senator Bernie Sanders, der im Wahlkampf loyal für Harris warb, benannte das Problem nach der Wahlniederlage sehr klar: »Es sollte nicht besonders überraschen, dass eine Demokratische Partei, die die Arbeiterklasse im Stich gelassen hat, jetzt feststellen muss, von der Arbeiterklasse verlassen worden zu sein. Während die demokratische Parteiführung den Status quo verteidigt, ist das amerikanische Volk wütend und möchte Veränderung.«

Der Status Quo als Treiber des Faschismus

Offenbar besteht das Problem darin, dass der liberal-kapitalistische Normalzustand, für den die Demokratische Partei steht, selbst jene faschistoide Entwicklung produziert, die es zu bekämpfen gilt. Ein paar Beispiele: Unter Biden sind die Vorbereitungen für die – auch militärische – Konfrontation mit China weitergegangen. Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze hat zuletzt im »Politics Theory Other«-Podcast berichtet, dass in Washington mittlerweile mit größter Selbstverständlichkeit Szenarien eines Zwei-Fronten-Kriegs in Korea und Taiwan durchgespielt werden. Gleichzeitig praktiziert Israel, wichtigster US-Verbündeter in Nahost, mit Rückendeckung aus Washington einen Staatsterrorismus, der dem Putins im Tschetschenien-Krieg der 2000er Jahre in nichts nachsteht.

Innenpolitisch ist die Zahl der Polizeimorde unter Präsident Biden nicht nur weiter gestiegen, sondern sogar etwas schneller, als es unter Trump der Fall war, wie die Initiative »Mapping Police Violence« feststellte. Ähnlich verhält es sich mit der Kriminalisierung von Migrant*innen: Das »Migration Policy Institute«, das die Zahl der landesweiten Abschiebungen erfasst, stellte in einem Bericht vor wenigen Monaten fest, dass unter der Biden-Administration genauso viele Einwanderer deportiert wurden wie zuvor unter Trump – nämlich etwa 1,5 Millionen Menschen in vier Jahren. Gleichzeitig ist der Mindestlohn von sieben Dollar die Stunde seit 2009 nicht angehoben worden, obwohl die Demokraten in dieser Zeit mit einer einzigen Unterbrechung durchgängig regierten. Inflationsbereinigt liegt der Mindestlohn damit um 45 Prozent niedriger als Ende der 60er Jahre.

Was ich sagen will: Was Rhetorik, Diversität und symbolische Anerkennung angeht, liegen zweifelsohne Welten zwischen Kamala Harris und Donald Trump. Doch gleichzeitig zeigt sich eben auch, dass die Wahl des kleineren Übels die strukturellen und materialistischen Probleme nicht löst. Die Wahl von Präsidenten der Demokratischen Partei hat sich in den vergangenen 16 Jahren als ungeeignet erwiesen, die faschistoide Entwicklung zu stoppen, weil diese von den sozialen und ökonomischen Verhältnissen (und nicht von den Wahlen) in Gang gesetzt und vorangetrieben wird.

Wen ich an Theoretiker*innen in den letzten Monaten für das »nd« auch gesprochen habe – die Albanerin Lea Ypi, die US-Amerikaner*innen Ruth Wilson Gilmore und Natasha Lennard, den Jenaer Soziologen Klaus Dörre oder die Italiener Alberto Toscano und Enzo Traverso –, sie alle haben betont, dass es einer Alternative von links bedarf, um den Faschismus zu stoppen. Wer sich hinter eine Politik des bürgerlichen »Weiter so« schart und die sozialen Ungleichheits- und Ausgrenzungsverhältnisse nicht als Motor der Faschisierung begreift, kann nur scheitern.

Wie gesagt: Es ist wenig relevant, ob uns in Deutschland Kamala Harris und die Demokratische Partei gefallen. Aber es nicht egal, wie wir uns im eigenen Land positionieren. Und hier sollten wir erkennen, dass die »Verteidigung von Rechtsstaat, Demokratie und offener Gesellschaft« (womit in der Regel die Bewahrung von Status quo und Eigentumsverhältnissen gemeint ist), als antifaschistische Strategie ungeeignet ist.

Bernie Sanders hat recht: »Die Leute sind wütend und sie wollen Veränderung.« Solange von links keine glaubwürdige Alternative von Gleichheit, Internationalismus und Solidarität aufgezeigt wird, die im Leben der Menschen einen echten Unterschied macht, wird es die extreme Rechte sein, die vom rasanten Zerfall der herrschenden Weltordnung profitiert.

Erstveröffentlicht am 31.10. 2025
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1186664.us-wahlen-das-uebel-der-kleineren-uebel.html?sstr=Das|%C3%9Cbel|der|kleineren|%C3%9Cbel

Wir danken für das Publikationsrecht.

Presseerklärung: „FIR“ zu den Angriffen auf Antifaschismus, 02.11.2025

Wortlaut der Presseerklärung „FÉDÉRATION INTERNATIONALE DES RÉSISTANTS (FIR) – ASSOCIATION ANTIFASCISTE*


*Die FIR **betont**: Antifa ist weder **kriminell noch terroristisch**!***

*Antifaschismus steht für **Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Frieden**.***

Das Leitungsgremium der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Dachorganisation von Veteranen der Partisanen, Deportierten, Häftlingen der Nazi-Lager, Kämpfern in den Reihen der Anti-Hitler-Koalition, ihrenNachkommen und heutigen Antifaschisten aus 60 Organisationen in 25 europäischen Ländern, Israel und Lateinamerika erinnert an ihre Position gegen alle Bestrebungen, den Antifaschismus zu kriminalisieren.

Donald Trump instrumentalisierte den Mord an dem rechtsextremen Propagandisten Charly Kirk für eine umfassende Repression seiner politischen Gegner. Viktor Orbán, Geert Wilders und die deutsche AfD brandmarken nun ebenfalls die Antifa als terroristische Organisation, um sie zu verbieten und mit staatlicher Gewalt zu unterdrücken. Nach den USA hat auch die ungarische Regierung die Antifa-Bewegung, die gegen den Neonazismus kämpft, per Gesetz als terroristisch eingestuft, anstatt gegen die Gruppen vorzugehen, die die Nazi-Kultur populär machen. Darüber hinaus hat der ungarische Außenminister einen Brief an die Europäische Kommission gerichtet, in dem er die Außenkommissarin Katja Kallas auffordert, Antifa nach dem Vorbild der USA als terroristische Organisation einzustufen.

Gegen diese Bemühungen, die Antifa zumSchweigen zu bringen, haben mehrere Organisationen und Initiativen der Zivilgesellschaft ihre Stimme erhoben. Die FIR ruft alle Demokraten dazu auf, sich den Versuchen zu widersetzen, Antifaschismus zu delegitimieren und zu kriminalisieren.

*¡No pasarán!*

Hier zur PDF der Presseerklärung

Das Logo, wurde uns freundlicherweise von FIR zur Verfügung gestellt. Dieser Beitrag wurde uns zur Verfügung gestellt von: https://widerstaendig.de/

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